holodeck am 28.07.2007 um 11:00 Uhr
Ein Bekannter warf gestern die ungeheure Zahl 96 in den Raum, was ich für kompletten Blödsinn halte. Irgendwo im Guinness Buch der Rekorde soll die immer noch ungeheure Zahl 18 erwähnt sein, aber selbst das kommt mir äußerst unwahrscheinlich vor. Über gewisse Sängerinnen und Sänger scheinen eher Mythen im Umlauf zu sein - Mariah Carey singt angeblich über 5 Oktaven. Also, was ist nachweislich wirklich möglich?

Angenommen, der tiefste Ton, den jemand singen kann, betrüge 1 Hertz (eine Schwingung pro Sekunde). Bei 96 Oktaven wäre der höchste Ton dann 2 hoch 96 Hertz das sind 79 228 162 514 264 337 593 543 950 336 Hertz. Eine Oktave verdoppelt die Frequenz einer Schwingung.
Der höchste Ton, den wir noch wahrnehmen können, liegt je nach Alter um die 20 000 Hertz - lass es 25 000 sein. Das wäre 3 169 126 500 570 573 503 741 758 mal weniger als der begnadete Sänger erreichen könnte.
Ersma Füsickbuch kucken, dann komische Zahlen in die Welt posaunen - Botschaft an den Bekannten.
Shag d'Albran

Die peruanische Sängerin Ima Sumac schafft nachgewiesenermassen 4.5 Oktaven.
Vermutlich meinte dein Bekannter mit 96 eher einzelne Töne ;-)
Die menschliche Stimme umfasst 1,3 bis 2,5 Oktaven und wenn jemand über 3 Oktaven singen kann, finde ich das schon extrem.
holodeck am 28. Juli 2007 11:28 Nee, das hat er total ernst gemeint, bierernst sozusagen ;-)) und selbst dann wären es noch immer 8 Oktaven wenn mich nicht alles täuscht

Eine unausgebildete Stimme kriegt gerade mal eine gute Oktave hin. Eine ausgebildete im Normalfall 2,5, im Ausnahmefall 3 Oktaven.
Ein extremer Ausnahmefall war Yma Sumac, von der man, wer sie nicht mehr kennt, auf amazon Proben hören kann. Sie erreichte knappe 5 Oktaven und in ihren ganz jungen Jahren sogar 6.
http://www.caiman.de/peru/yma/yma.html
Das mit den 96 Oktaven ist total unrealistisch.

96 kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen,ich schliesse mich meinem Vorredner an und denke,beim Normalsterblichen umfasst die Stimme 2 Oktaven! Da mag es Ausnahmen,wie M.Carey,geben!
Bei den menschlichen Stimmlagen unterscheidet man den Normalumfang und die Grenzlagen oben und unten. Der Bass kann mit dem tiefen D beginnen, der Sopran mit dem c``` enden, das sind fast 4 Oktaven. Der Hörbereich eines gesunden menschlichen Ohres geht von 16 Hz bis etwa 20 000 Hz. "Ausnahmen bestätigen die Regel!" Siehe dazu: dtv-Atlas der Musik, Bd 1; Wieland Ziegenrücker, Allgemeine Musiklehre, Goldmann/Schott 33003. (Eine Oktave hat einschließlich der Halbtöne 12 Töne, den Oktavton nicht mitgerechnet.)
Bei Stimmenumfang müßte man noch unterscheiden zwischen "Normallage" und "Falsettstimmlage" bzw. "Obertonsingen". Also "Jodeln". Mehr als 5 Oktaven halte ich für unmöglich.
Nein, auch Klaus Nomi brachte es nicht auf sechs Oktaven. Respektive Nomi schon gar nicht. (Ich schätze ihn wohl, aber es wäre mir neu, dass er sich durch einen außergewöhnlichen Stimmunfang hervorgetan hätte.)
Nach Habermann - Ruth, zitiert in "Die Singstimme", Ernst Häflinger, Schott, 2. Überarbeitete Auflage 1993, reicht das Bass-Vokabualar bis runter zum (großen) D, der Koloratursopran bis hoch zum f III (dem dreigestrichenen F). Das macht knapp über 4 Oktaven. Dies wird vom Opernpertoire gefordert. Dafür stehen dem Repertoire alle Sängergattungen zur Verfügung. Wie könnt's denn sein, dass ein Sänger (1 Sänger) allein noch weit darüber hinaus gehen könnte??!! Wohl gibt es Sänger, die noch weit unters D kommen (russische Chorliteratur) und Frauen die ein C IIII (Vier!) kieksen (aber nicht mehr singen, z.B. Erna Sack.) Aber eben nicht in Personalunion. Und selbst die extremsten Ausreißer würden zusammen keine 6 Oktaven zustande bringen.

Mariah Carey?! Sorry, aber da musste ich eben Lachen. Mach dich mal über die Stimme von Kate Bush schlau, dann weißt Du was menschlich möglich ist.
die meisten von diesen wahnsinnig intelligenten menschen haben offensichtlich noch niemals versucht, ganz einfach selber anhand einer gitarre oder klaviertastatur step by step herauszufinden, dass alles, was jenseits von zweieinhalb bis drei oktaven liegt, höchst bemerkenswert und fantastisch ist, sofern man dortselbst auch noch richtig zu intonieren imstande ist.....
Also ich halte mehr als 4 Oktaven für unwarscheinlich und das Mariah Carey 5(!) Oktaven beherscht halte ich für noch unwarscheinlicher. Allerdings kann auch ein "Laie" mehr als eine Oktave singen so knapp zwei sollten schon drinliegen (ob richtig oder falsch auf die tiefe/höhe kommt es an ;)) ich persönlich kann so ca. 2,5 Oktaven und habe keinen Gesangsunterricht aber ich könnte mir auch vorstellen das der Stimmumfang mit dem alter abnimmt bin ja auch noch jung.
Rob Halford (Judas Priest) bringts auf 4 Oktaven und gilt schon als stimm wunder also ist denke ich mal alles über 4½ - 5 unwarscheinlich
Bei Youtube gibts ein Video: "WORLD RECORD: Highest Vocal Note by a MALE (Must-See!)" das ist schon sehr heftig. Aber ich denke auch etwas über 4 Oktaven sind das Maximum. Eric Adams schafft das zum Beispiel: http://www.youtube.com/watch?v=ZKg2NdmoF2U
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Ich schaffe mit meiner ausgebildeten Bassstimme gut zwei Oktaven – von C bis g' (ohne Kopfstimme).
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D. h. gut zweieinhalb Oktaven.
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Ich schaffe mit meiner ausgebildeten Bassstimme gut zwei Oktaven – von C bis g' (ohne Kopfstimme).
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Genauer: Das sind über zweieinhalb Oktaven.

Also in der Frage steht ja nichts davon, daß die Kopfstimme nicht mitgezählt wird oder daß es schön und richtig klingen muß. Mein spontaner Tonleiter-Singtest gerade eben ergab jedenfalls mehr als dreieinhalb - und es ist lange her, daß ich mal im Schulchor gesungen habe.
klaus nomi brachte es sogar auf sechs oktaven!
Ich singe 2 1/2 Oktaven Normalstimme, von Fast-Bass bis Tenor, dazu kann ich das mit meiner Kopf/Fistel-Stimme um 7-8 Halbtöne erweitern. Macht also gute 3 Oktaven. Aber ich habe noch einen für mich namentlich nicht bekannten Bereich darüber, in dem ich nicht singen kann, es klingt mehr wie eine Art "Pfeifen". Damit sind es ca.4 Oktaven.
In Mariah Careys Liedern ist öfters am Anfang so ein Pfeifen zu hören, das wird ihre "Zusatz-Oktave" sein, die sie wohl mit zählt. Ich glaube also an ihre 5 Oktaven.
Oijjoijoi, was für eine beeindruckende Rechnung, cool! Die werde ich meinem Möchtegern-Physiker gleich mal ausdrucken und vorlegen. Danke!