Frage von Scholaneru,

Wieso wurde Venedig gebaut.. (aufm Wasser) .. ?

Welchen Sinn hatte das und warum und wann wurde Venedig gebaut und warum aufm Wasser.. oder war das ne normale Stadt und dann kam da Wasser hin? Ist doch voll unpraktisch..

Hilfreichste Antwort von Gabi40,
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Vermutlich aus strategischen Gründen! Venedig war aufgrund seiner Lage inmitten einer von Inseln umgebenden Lagune, gegenüber äußeren Angreifern relativ gut geschützt. Zugleich bewirkte diese Lage eine Entwicklung Venedigs zur größten See- und Handelsmacht weit über den Mittelmeerraum hinaus, deren Blühte vom 7./8. Jahrhundert bis 1797 währte. Weitere Details siehe unter nachstehendem Link!

http://de.wikipedia.org/wiki/Republik_Venedig

Antwort von Albrecht,
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Über Venedig gibt es viele Bücher mit Informationen. Alvise Zorzi, Venedig : die Geschichte der Löwenrepublik. Deutsch von Sylvia Höfer. Düsseldorf : Claassen, 1985, S. 5 – 37 und Venedig mit Venetien. Text Margit Weigmann. Fotos Michael Schwerberger. München : Bruckmann, 1994. S. 8 enthalten Hinweise. In wissenschaftlichen Bibliotheken ist sicherlich noch mehr zu finden.

In dem Küstenstreifen (Seevenetien) ist durch Ablagerungen der Brenta und anderer Flüsse der Poebene schon in vorgeschichtlicher Zeit eine Landschaft mit Sümpfen, Lagunen, Inseln und Landzungen entstanden. Über die Entstehung von Venedig selbst gibt es keine zeitgenössischen Quellen (die Berichte sind mehrere Jahrhunderte später geschrieben) und nur wenige alte Texte enthalten Informationen über die Besiedlung des Lagunengebietes (z. B. Flavius Cassiodorus 537/8 über Bewohner in Fischerhütten).

Legendenhaft wird die Gründung Venedigs auf die Mittagszeit des 25. März des Jahres 421 datiert (Chronik des Martino da Canal). Die Besiedlung war aber kein in kurzer Zeit vollzogenes Ereignis, sondern ein sich über einen längeren Zeitraum entwickelnder und voranschreitender Vorgang. Der Hintergrund ist der Niedergang und Zerfall des Weströmischen Reiches und die Neuverteilung der Machtverhältnisse im Mittelmeerraum gewesen, der die Lagunenlandschaft zu einer Region höchster strategischer Bedeutung aufsteigen ließ.

In der Völkerwanderungszeit kam es von Land her zu häufigen Kriegszügen (Westgoten unter Alarich, Ostgoten Hunnen unter Attila, Langobarden). Menschen sind in schwer zugängliche, auch vom offenen Meer nicht leicht anzulaufende Gebiete geflüchtet (Suche nach Schutz). Völlig unbewohnt waren diese offenbar nicht, einige lebten dort von Jagd, Fischfang und Salzgewinnung (Salinen). Die Flüchtlinge lebten zunächst wohl oft nur vorübergehend dort und kehrten nach Abzug der Heere zumindest zum größten Teil auf das Festland zurück. Der Einmarsch der Langobarden 568 und ihre Eroberungen lösten stärkere Flüchtlingsströme aus. Entscheidend für die Gründung war anscheinend aber erst eine Entscheidung einer Reihe von vornehmen und reichen Familien in der Folgezeit, ihre Wohnsitze aus Städten auf dem Festland von Venetien dauerhaft zu verlegen, die in großen organisierten Gruppen umzogen. Zum Teil nahmen sie Baumaterial ihrer alten Gebäude wie Steine und Ziegel mit. Die Besiedlung war wohl auch vom oströmischen (byzantinischen) Reich erwünscht, das vom 6. – 8. Jahrhundert in Norditalien einen Herrschaftsbereich hatte und so auf seinem schmalen Küstenstreifen an der Adria einen Stützpunkt für die Verteidigung schuf.

7 Kilometer nördlich von von Venedig befinden sich unter Feldern beim Dorf Altino Überreste der der in der Antike bedeutenden Stadt Altinum (mit einem Hafen am Lagunenrand gelegen). Sie wurde von den Hunnen unter Attila 452 zu einem großen Teil zerstört und 568 von den Langobarden verwüstet. Im 7. Jahrhundert wurde sie offensichtlich von ihren Bewohnern aufgegeben, die sich in der Lagunenregion ansiedelten. Sie zogen wahrscheinlich vor allem zu der Insel Torcello. Die Besiedlung ging danach auch zu anderen Inseln weiter. Darunter war die vorher nicht dauerhaft bewohnte Inselgruppe mit dem lateinischen Namen rivus altus (hohes Ufer; italienisch rivo alto), später Rialto genannt, die Kern der Stadt Venedig selbst wurde.

Es hat Schwankungen des Meeresspiegels gegeben. Im 6. Jahrhundert waren die Ostränder der heutigen Lagune wohl noch von echten Flussmündungen zerteilt und der Meeresspiegel lag mehrere Meter tiefer. Sümpfe wurden kanalisiert und trockengelegt, Inseln durch Aufschüttungen und Brücken verbunden. Die Häuser wurden zum größten Teil (zum einem kleinen Teil war der Boden fester) auf in den Untergrund gerammten Pfählen (Stelzen) errichtet. Unter der Schlammablagerung befand sich fester Lehmboden (caranto). In diese Schicht wurden Millionen an Pfählen aus Baumstämmen (vor allem Eichen Lärchen und Ulmen) getrieben, von denen ein beträchtlicher Teil aus Istrien und Dalmatien geholt wurde. Die Pfähle waren durch Bänder, Öl und Teer verbunden und wurden so konserviert (gegen einen Verfall des Holzes sind die Stämme luftdicht von Wasser umgeben). Auf dieser Ebene ruhte ein Art Ponton (Zattaron genannt) aus zwei Schichten Lärchenbohlen, die mit Backsteinen befestigt wurden.

http://de.wikipedia.org/wiki/Republik_Venedig: „Ausgangspunkt der Besiedlung Venedigs war eine Gruppe von Inseln in der Lagune, die die Ablagerungen der Brenta und anderer kleiner Flüsse immer weiter in die Adria vorschoben. So ist der Canal Grande die Verlängerung des Nordarms der Brenta. Die Bevölkerungszahl der an und in der so entstandenen Lagune liegenden Fischersiedlungen, die bis in etruskische Zeit zurückreichen, stieg durch Flüchtlinge an, die sich der Legende nach 410 vor den Westgoten Alarichs, besonders aber 452 vor den Truppen des Hunnen Attila dort in Sicherheit brachten. Als 568 die Langobarden in Oberitalien einfielen, erreichte ein weiterer Flüchtlingsstrom die Lagune. Das legendäre Gründungsdatum Venedigs, der 25. März 421, könnte eine Erinnerung an die frühen Zuwanderer darstellen.

Den Baugrund der Stadt bildeten neben der Insel Rialto die benachbarten Luprio, Canaleclo, Gemine, Mendicola, Ombriola, Olivolo und Spinalunga. Dichte Pfahlroste aus Ulmen- und Lärchenstämmen wurden in den Untergrund gerammt, um die Siedlungen zu erweitern. Zu einem Großteil steht die Stadt auf Baumstämmen aus Dalmatien, da das Holz aus den umliegenden Wäldern oder aus dem Cadore bald nicht mehr ausreichte.“

Venedig hat ein Problem mit Hochwasser. Der Lagunenboden kann durch Aufschwemmungen steigen, während der Inseluntergrund keine natürliche Auffüllung erhält (die Flüsse sind umgeleitet). Die Bauten sinken durch ihr Eigengewicht tiefer (einige Millimeter jährlich können vorkommen).

Die Bauten, die auf in den schlammigen Untergrund getriebene Holzpfähle gegründet sind, sinken durch ihr Eigengewicht immer tiefer. Einige Millimeter jedes Jahr sind möglich. Das Eindeich-Projekt Mose (Modulo Sperimentale Elettromeccanico – elektrotechnisches Versuchsmodell) ist ein (kontrovers erörterter) Gegenplan.

Kommentar von Albrecht,

http://www.stuttgarter-zeitung.de/stz/page/2149024_0_4805_-antike-stadt-altinum-der-vorreiter-der-stadt-venedig.html: „Anfang des fünften Jahrhunderts zerstörte Alarich mit seinen Gotenhaufen die behäbige Idylle, 452 vernichteten Attilas Hunnen große Teile Altinums. Nach ihm kamen Theoderichs Ostgoten, und als die Langobarden 568 die Stadt verwüsteten, wurde es den Bewohnern des Lagunenrands endgültig zu dumm: Sie flüchteten ins schützende, unbewohnte Zentrum der Lagune, nahmen ihren Bischof mit, zuerst nach Torcello, dann auf ein Inselhäufchen namens "Rivus Altus". Aus diesem wurde dann später "Rialto" - das Zentrum Venedigs.“

Kommentar von Albrecht,

Vgl. auch http://www.geschkult.fu-berlin.de/e/fmi/arbeitsbereiche/ab_esders/Exkursion/Venedig.html

Kommentar von LiloB,

das ist weider eine Antwort, die ich mir ausdrucken muß - zum "in-Ruhe-Lesen" - aber DH vorab

Antwort von mimimimimimimi,
3 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

bot halt schutz.

ist auf inseln in einer lagune erbaut, die durch einen gürtel von inseln und halbinseln vom offenen meer abgeschirmt wird.

auf die weise können weder eindringlinge vom land noch von der see so ohne weiteres gefährlich werden.

Antwort von marinum7,

Auf den Lagunen gaben es Fischersiedlungen. Diese kleinen Ortschaften haben sich vermehrt in der Zeit der gothischen Einfaelle in Italien sowie der Hunnen gefuehrt von Koenig Attila.

Der Einfall der Langobarden (567) in Norditalien verursachte einen Fluchtlingsstrom der roemischen Bevoelkerung in zwei Richtungen: die eine nach Westen, in den ligurischen Gebieten, die andere in den Sueden dh in jenen kleinen Inseln welche spaeter die Stadt Venedig bilden werden.

Die longobardische Eroberung Norditaliens darf als Hauptursache der Gruendung von Venedig angesehen werden. Mehr kann man im Wikipediabeitrag ankucken: http://de.wikipedia.org/wiki/Republik_Venedig

Antwort von MagicHugo,

http://de.wikipedia.org/wiki/Republik_Venedig

Antwort von Olli23AThome,

das steht doch nur unter wasser als das gebaut wurd wars da nochnet

Kommentar von Scholaneru,

Warum stehen dann alle Häuser auf Holzpfählen :D.. das hätte man doch aufm Land so nicht gemacht..

Antwort von MICIF,

Venedig wurde AUF dem Wasser gebaut??? ist mir neu!!! * Nein, das Wasser läuft natürlich nur durch die Strassen ;) *warum weiss ich allerdings nicht!

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