Frage von Jawafred14, 85

Wie weit dürfen Lehrer eigentlich Schüler beeinflussen. Was meint ihr?

Hallo liebe Community, ich stelle mir diese Frage schon etwas länger und habe auch in letzter Zeit mal mehr darauf geachtet. Unsere damalige Klassenlehrerin meinte zum Beispiel mal, dass sie die CDU hasst. Geht das schon zu weit? Ich meine Lehrer müssen doch meines Erachtens nach politisch neutral bleiben? Oder heute war ein Parteimitglied der Linken vor unserer Schule und hat Flyer verteilt für eine "politische Diskussion", die darum ging, ob wir es mit unserem Waffenexport nicht selbst zu verschulden haben, dass so viele Flüchtlinge kommen. Und als ich ein bisschen mehr Interesse gezeigt habe, hat er gleich angefangen mit "diese scheinheilige Willkommenskultur" etc., was ich sehr beleidigend fand, da ich Flüchtlingen nicht "scheinheilig" helfe, sondern es aus Überzeugung tue und wir auch Flüchtlingsprojekte an unserer Schule haben. Aber davon abgesehen, müssten solche Leute nicht von der Schule ferngehalten werden? Ich meine er wollte mir ja schon irgendwie seine politische Meinung aufzwängen, was ja eigentlich nicht geht.Vor allem bin ich ja schon über 18 und habe mir schon größtenteils meine Meinung standfest gebildet, aber wenn da so ein 5. Klässler vorbei geht, wäre ich mir da nicht so sicher. Was meint Ihr so, beziehungsweise wisst ihr, inwiefern das legal ist?

Antwort
von Rika232, 85

Ich sehe das ähnlich wie du. Als guter Lehrer sollte er speziell im Unterricht objektiv bleiben. Das heißt, verschiedene Meinungen aufzeigen. Natürlich darf er auch eine Meinung äußern, um zum Beispiel mit euch zu diskutieren. Allerdings sollte es als Meinung deklariert und keine Propaganda sein. Speziell vor der Klasse jüngerer Kinder ist solch eine Beeinflussung von anvertrauten Schülern bedenklich und wahrscheinlich bei solch einer krassen Meinung nicht im Interesse der Schule.

Inwieweit das allerdings "legal" ist, kann ich leider nicht sagen. Eventuell würde ich mit einem Vertrauenslehrer oder jemand Höhergestelltes an der Schule darüber sprechen.

Antwort
von laralee01, 77

Lehrer müssen in der Schule nicht politisch neutral bleiben. Sie können offen sagen, zu welcher Partei sie stehen wollen. Wenn der Linke sich über die "scheinheilige Willkommenskultur" herziehen will, dann darf er es auch tun. Das ist die Meinungsfreiheit und schließt ALLE ein. Das schließt leider auch die Gefahr der Indoktrinierung ein, ist aber im Prinzip hinnehmbar.

Die Hauptsorge der Erziehung soll aber bei den Eltern liegen, nicht bei den Lehrern - was übrigens immer mehr dies scheinbar vergessen.

Ich bin schon froh, dass ich nicht jeden Tag beim Beginn der Schule meine Hymne bei flatternde Deutschlandsfahne aufsagen musste (das ist in der USA mit der US-Flagge sehr geläufig).

Antwort
von voayager, 36

Das ist ein weites Feld, um mal den Ausspruch Fontanes zu gebrauchen. Wer will schon definieren, was eine weite Beeinflussung und was eine geringe ist? Bekanntlich steckt der Teufel im Detail. Anders ausgedrückt, man müßte alle möglichen Sachverhalte, alle Lehrinhalte unter die Lupe nehmen, sie fachgerecht aufbröseln, eine echte Kernerarbeit.

Antwort
von galaxia1409, 70

Natürlich ist es nicht so fein, wenn persönliche Meinungen direkt geäussert werden, aber grundsätzlich werden Lehrer dazu ausgebildet aktiv einfluss auf Schüler auszuüben, sie sollen schließlich nicht nur belehrt sondern auch erzogen werden.

Prinzipiell sollten die Schüler jedoch soweitgehend erzogen werden, dass sie im stande sind sich ihre eigene Meinung zu bilden und kritisch aktuelle Ereignisse zu beurteilen.

Auch wenn diese Lehrerin nicht gerade ein vorzeigemodell ist, so wird sie doch auf ihre Weise dafür sorgen, dass Schüler zumindest über bestimmte Themen nachdenken und sich (hoffendlich) dann selbst eine Meinung bilden.

Antwort
von ludpin, 41

Politischer Einfluss von Lehrkräften ist seit dem Ende des 3.Reiches und im Osten seit der Wende grundsätzlich verboten. Hier liegt es daran, dass sich die Eltern einmischen. Allerdings wie immer in solchen Fällen rächen sich die Lehrer und vergeben dann schlechte Zensuren an die kritischen Schüler.

Da hilft nur ignorieren oder die Schule wechseln. Als mündiger Schüler und Bürger sollte und muss man seine eigene Meinung bilden.

Antwort
von ErsterSchnee, 57

VOR der Schule ist öffentlicher Raum. Und selbst Lehrer dürfen eine (politische) Meinung haben und sie auch ab und an mal kundtun. Völlige Neutralität ist gar nicht möglich.

Antwort
von alphonso, 29

Es ist sogar sehr wichtig, mehrere Standpunkt / Meinungen kennen zu lernen. Absolute Neutralität würde auch bedeuten, dass der Lehrer sich nicht gegen rechtes / braunes Gedankengut stellt.

Antwort
von KingMori63400, 49

Gute Frage. Hoffe mal, dass sich jemand meldet, der den genauen Sachverhalt kennt.

Aber wenn man mal logisch nachdenkt, sollte das eigentlich nicht erlaubt sein. Weiß ich aber eben nicht. 

Antwort
von Spuky7, 49

Ist legal. Die haben eine politische Meinung und du hast deine. Schau im Grundgesetz. Da gibt es das Recht auf freie Meinungsäußerung. Das solltest du diesen Menschen auch zugestehen. Du vertrittst ja auch deine Meinung.

Kommentar von Jawafred14 ,

ja klar das will ich ja auch gar nicht in Frage stellen, aber der Lehrer hat ja während der Schulzeit eine Vorbildfunktion und dann kann es ja sein dass er Schüler mehr beeinflusst als irgendein normaler Mensch auf der Straße, der seine Meinung sagt

Kommentar von Spuky7 ,

Du bist kritisch genug, selbst darüber nachzudenken. Wir werden doch jeden Tag von jemandem beeinflusst. Sogar die Medien wollen uns beeinflussen. 

Kommentar von Spuky7 ,

Ich mag die CDU auch nicht, übrigens. Sie macht gerade sowas wie Meinungsdiktatur in der BRD. Aber ich höre mir deine Meinung gerne an. Siehst du, jeder hat seine eigene Meinung. 

Kommentar von Jawafred14 ,

Ja klar, ich weiß doch, dass jeder seine Meinung äußern darf etc. Und es sollte auch nicht so rüberkommen, als ob man das nicht dürfe. Es ging mir einfach nur um die spezielle Rolle, die auch eine Vorbildfunktion inne hat; gerade für jüngere Schüler. Aber die Frage scheint ja geklärt worden zu sein ;) Eigentlich auch einleuchtend, als würde in der Schule das Grundgesetz nicht gelten :p

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