Frage von KiDn0va, 232

Wie fühlt es sich an, wenn man erstickt?

Hi😊 Ich frage mich schon seit Tagen, wie es sich an fühlt, wegen Sauerstoff mangel zu ersticken? Ist es wie als ob man einschläft oder wie als ob einem die Kehle zu geschnürt wird?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von garfield262, 226

Moin,

es gibt zwei unterschiedliche Formen des Erstickens. 

Zunächst gibt es das sogenannte hyperkapnische Ersticken, auch als Asphyxie bezeichnet. Hyperkapnisch bedeutet "hohes Kohlenstoffdioxid" und bezeichnet damit Erstickungsvorgänge, bei denen der Sauerstoffanteil des Blutes sinkt während der Kohlenstoffdioxidanteil steigt. Kohlenstoffdioxid ist DER Auslöser für den Atemreiz; der Anstieg von Kohlenstoffdioxid im Blut führt zu den Schmerzen und dem unbedingten Willen, atmen zu wollen, den man spürt, wenn man einfach mal die Luft anhält. Ein Ersticken über diesen Wege ist sehr grausam und schmerzhaft; er ist mit dem klassischen "Todeskampf" verbunden. Ein asphyktisches Ersticken ist immer dann drin, wenn Kohlenstoffdioxid nicht abgeatmet werden kann, z.B. durch Würgen oder Strangulation aber auch durch Asthma und COPD oder Bolusgeschehen (Fremdkörper in den unteren Atemwegen). Man sieht, die meisten Asphyxien geschehen durch Unmöglichkeit der Atmung. Eine Asphyxie kann sich jedoch auch einstellen, obwohl man in der Lage ist zu Atmen, z.B. wenn man in eine Tüte atmet und dadurch das ausgestoßene Kohlenstoffdioxid wieder einatmet.

Dann gibt es noch das hypokapnische Ersticken, bei dem der Tod durch Sauerstoffmangel bei normalem oder erniedrigtem Kohlenstoffdioxidanteil im Blut eintritt. Dies ist z.B. in großen Höhen der Fall, wie wenn z.B. in einem Passagierflugzeug auf Reiseflughöhe (sagen wir 33000 Fuß, also etwa 11 km Höhe über dem Meeresspiegel) der Kabinendruck fällt. Der Luftdruck in einer solchen Höhe beträgt nur noch etwa ein Viertel des Luftdrucks auf Meereshöhe. Da die Zusammensetzung der Luft in großer Höhe weitestgehend gleich bleibt, haben wir also auf Reiseflughöhe auch nur noch ein Viertel des Sauerstoffpartialdrucks (pO2), verglichen mit der Luft auf Meereshöhe. Der pO2 beträgt in der Höhe also etwa 50 mbar; spätestens ab pO2 von ca. 40 mbar muss mit Bewusstlosigkeit gerechnet werden. Wir können also davon ausgehen, dass der Mensch dann entweder schon bewusstlos ist oder kurz davor steht. Dieser Übergang ist jedoch recht "sanft", man wird einfach müde und schläft irgendwann ein. Fällt der pO2 weiter und es stellt sich im Körper eine Hypoxie ein, ist der Tod nicht mehr weit weg. Davon bekommt der Mensch in dem Moment dann aber nicht mehr mit.

Konnte ich deine Frage soweit beantworten oder ist noch etwas offen? In dem Fall frag natürlich gern weiter.

Lieben Gruß ;)

Kommentar von KiDn0va ,

Hast die frage super beantwortet Danke👍😆

Kommentar von garfield262 ,

Freut mich ;)

Antwort
von ilknau, 179

Hallo, KiDn0va.

Sinkt der Sauerstoffgehalt in der Luft langsam ab, wirst du müde, endlich schläfrig und dämmerst hinüber.ö

Wird der S. schnell entzogen, hast du einen grausamen Todeskampf.

So ging es mir mal, als ich mich wahrhaft mörderisch verschluckte.

Ich bekam keine Luft mehr während Körper versuchte, das Problem mit Hustenanfall zu lösen, um aber nicht mehr einatmen zu können, weil der Speichel noch in der Luftröhre war, und eben weiter mit Hustenreflex dagegen an zu kämpfen versuchte.

Erst kräftige Hiebe auf den Rücken halfen dazu - das war der absolute Albtraum, lG.

Kommentar von MadXMario ,

Was zur...da kriegt man ja Panik, dass das selbst einem passieren könnte!

Kommentar von ilknau ,

WTF, was meinst du, wie es mir ging: ich hab echt gedacht zu verrecken!

Antwort
von MarioXXX, 155

Wird der Blutzufuhr zum Gehirn komplett unterbrochen, tritt nach 5 bis 10 Sekunden Bewusstlosigkeit ein. Das Erstickungsgefühl tritt also beim Erhängen nicht so auf.

Bei anderen Erstickungsformen bekommt man mehr mit und ist sehr unangenehm.

Ertrinken - Der Kampf an der Wasseroberfläche
Eine dunkle Romantik umgibt von jeher das Ertrinken: Unzählige Heldinnen der Literatur nahmen sich das Leben, indem sie sich in die Fluten stürzten. Tatsächlich ist es weder angenehm noch schmerzlos, an Wasser zu ersticken – selbst wenn es oft überraschend schnell geht. Wie lange es dauert, hängt vor allem von den Schwimmerqualitäten und der Wassertemperatur ab. In Großbritannien, wo das Meerwasser oft sehr kalt ist, ertrinken 55 Prozent der Opfer nicht mehr als drei Meter von einem Ufer oder Boot entfernt. Zudem kann ein Drittel der Opfer gut schwimmen. Das zeige, dass man binnen Sekunden in Gefahr geraten könne, sagt Mike Tipton, Physiologe an der University of Portsmouth. 

Kann das Opfer seinen Kopf nicht mehr über Wasser halten, beginnt der typische, 20 bis 60 Sekunden lange Überlebenskampf an der Oberfläche. Über Wasser schnappt der Totgeweihte nach Luft, unter Wasser hält er den Atem an. Sein Körper hängt aufrecht im Wasser, mit letzter Kraft bewegt er die Arme, als wolle er sich an einer Leiter hochhangeln. 

Geht er schließlich endgültig unter, hält er den Atem so lange wie möglich an, meist 30 bis 90 Sekunden. Dann inhaliert er etwas Wasser, verschluckt sich, hustet und inhaliert noch mehr. Aus Reflex verschließt sich die Luftröhre. Das Wasser verhindert nun den Gasaustausch in der Lunge. »Es brennt zunächst etwas in der Brust, wenn das Wasser die Luftröhre hinabläuft, dann breitet sich aber ein Ruhegefühl im Körper aus«, sagt Tipton – die einsetzende Bewusstlosigkeit, der schließlich Herzstillstand und Hirntod folgen.

http://www.rechtsmedizin-homburg.de/fileadmin/downloads/Ersticken_und_Strangulat...

Kommentar von kindvbahnhofzoo ,

Ich kann mir nicht vorstellen, dass beim Erhängen so schnell Bewusstlosigkeit auftritt. Das ist meines Wissens ein unangenehmer Todeskampf, der um die 5 Minuten dauert.

Kommentar von garfield262 ,

Das hängt u.a. davon ab, wie hoch die Fallhöhe ist. Wird der Mensch beim Fall auf eine so große Geschwindigkeit beschleunigt, dass die Kraft des abrupten Stops zu einem Bruch der Halswirbelsäule führt, ist der Tod sehr fix; in diesem Fall wäre der Bruch todesursächlich.

Andernfalls tritt er, je nach Art des Hängens, auf unterschiedlichem Wege ein. Eine Verlegung der Atemwege wäre mit Sicherheit sehr schmerzhaft, aus Gründen die in meinem Beitrag näher beschrieben sind.

Alternativ gibt es allerdings auch noch das sogenannte "atypische Erhängen", bei dem z.B. der Knoten des Seils vor dem Körper liegt ("typisches Erhängen" bedeutet: Frei hängender Körper, Schlinge um den Hals, Knoten hinten am Hinterkopf bzw. an der Halswirbelsäule), wodurch der Tod eher durch Hirnischämie eintritt (bspw. durch beidseitige Kompression der Karotiden, also der Halsschlagadern). In diesem Fall würde die Bewusstlosigkeit eher schnell und ohne Erstickungsgefühl eintreten.

Was man in Rechtsmedizin nicht alles lernt... ;)

Kommentar von kindvbahnhofzoo ,

Danke für die Erläuterungen ;) Hab mir nur mal interessehalber ein paar Videos dazu angeschaut und da sah das alles andere als schnell aus, v.a. im Hinblick auf andere Suizidmethoden

Antwort
von Coolman401, 28

Probier es doch einfach mal aus und schreib uns dann wie es war :)

Antwort
von nowka20, 78

es ist grauenvoll

Kommentar von KiDn0va ,

Nein?! Echt jetzt??😱😱 Hätte ich voll nicht gedacht😱

Kommentar von nowka20 ,

probiere es ruhig mal aus, und staune dann!

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