Wenn die Elektronegativität 0,5 zwischen 2 Atomen ist, ist es dann polar oder unpolar?

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3 Antworten

Es ist polar
0.0-0.4 unpolar
0.5-1.7 polar
1,7< ionen bindung

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Kommentar von SlowPhil
12.10.2016, 18:50

HF ist kovalent und hat ΔEN = 1,78. Entscheidend ist m.E. eher, ob einer der Partner ein Metall ist. Bei Silberiodid sind ist gerade mal

ΔEN = 1,78 = 2,5 – 1,9 = 0,6

und es ist eine Ionenbindung.

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Du meinst, wenn der Unterschied zwischen den Elektronegativitäten beider Atome 0,5 ist, nehme ich an.

Dann ist die Bindung als solche natürlich leicht polar (wenn es nicht sowieso eine Ionenbindung ist). Das heißt nicht, dass das Molekül ein Dipol sein muss, wenn das Molekül nämlich symmetrisch ist, wirkt es nach außen dennoch apolar.

Zwischen Kohlenstoff und Wasserstoff ist der EN-Unterschied immerhin 0,36, viel kleiner als der zwischen Wasserstoff und Sauerstoff (1,24), aber Kohlenwasserstoffe sind zu symmetrisch, um polar zu sein. Selbst das Kohlenstoffdioxidmolekül ist kein Dipol, weil es dafür zu symmetrisch ist.

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Kommentar von labmanKIT
12.10.2016, 14:46

Erst ab einem EN-Unterschied von 1,8 liegen hauptsächlich ionische Bindungen vor.

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Kommentar von SlowPhil
13.10.2016, 07:24

Ich habe ein Gegenbeispiel: Silberiodid. Nach einer gewissen EN-Definition ist da ΔEN = 0,6.

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Eigentlich sollte man diese Frage nicht mehr beantworten, denn sie wird beinahe täglich gestellt ... mit etwas Recherche wäre hunderte von Antworten zu finden ...

Ehe aber bei diesen ganzen Halbwahrheiten meiner Vorredner hier eine  falsche Lösung stehen bleibt werde ich es dir erklären.

Zunächst betrachten wir zwischen zwei Elektronen lediglich die Differenz der Elektronegativitäten. Die Größe der Elektronegativität ist letzendlich willkürlich festgelegt, daher macht es nur Sinn sich die Unterschiede der Elektronegativität zweier Verbindungen anzusehen.

Die Elektronegativität gibt an wie stark die Bindungselektronen in einer chemischen Bindung zu einem der Bindungspartner hingezogen werden. Eine große Differenz ind er Elektronegativität bedeutet, dass die Elektronen sich zu einem großen Prozentsatz bei einem der Bindungspartner aufhalten. Der Extremfall wäre, dass sich die Bindungselektronen nahezu vollständig bei einem der Bindungspartner aufhalten - diese Situation wird als ionische Bindung bezeichnet. Ab einer Elektronegativitätsdifferenz (dEN) von ca. 1,7 beträgt der ionische Charakter einer Bindung über 50% und kann daher nicht mehr vernachlässigt werden. Daher definiert man meistens eine ionische Bindung ab einer dEN von 1,7. Hervorzuheben ist allerdings, dass man bei zu einem bestimmten Prozentsatz auch immer noch den Charakter einer kovalenten Bindung hat. Es ist somit keine scharfe Grenze und  es gibt Verbindungen bei denen man sich trefflich darüber streiten kann ob sie nun ionisch oder kovalent sind, besonders im Bereich der Halbmetalle.

Als polar bezeichnet man zunächst eine Bindung, welche zwei unterschiedliche Pole besitzt. Mit Polen ist ein positiver und ein negativer Pol gemeint und die kommen dadurch zustande, dass Elektronen sich von einem Bindungspartner entfernen und dafür statistisch gesehen häufiger bei dem anderen Bindungspartner anzutreffen sind. Dies wiederum passiert dann, wenn einer der Bindungspartner stärker die Bindungselektronen zu anzieht. Grundsätzlich ist dies immer der Fall, wenn zwei Atome verschiedener Elemente aneinander gebunden sind, da sich die Elektronegativitäten der Elemente immer unterscheiden. Allerdings hat eine schwache Ungleichverteilung der Elektronen kaum eine Auswirkung auf die physikalische und chemischen Eigenschaften einer Bindung. Daher bezeichnet man eine Bindung mit deiner dEN von 0-0,5 in der Regel als unpolar. Diese Festlegung ist sinnvoll, aber natürlich auch ein bisschen willkürlich. Streng genommen ist jede Bindung mit einer dEN >0 polar, in den meisten Situationen kann man den polaren Charaktrer einer Bindung bis zu eienr dEN von 0,5 aber vernachlässigen.

Eine polare Bindung wird demnach in den Bereich einder dEN von 0,5-1,7 eingeordnet, wobei der ionische Charakter mit steigender dEN zunimmt. Man sollte den polaren CHarakter einer Bindung aber nicht (wie einige andere User hier) mit dem Dipolcharakter eines Moleküls verwechseln. Auch wenn eine Bindung polar ist muss das nicht bedeuten, dass das Molekül ein Dipol besitzt und nur weil ein Molekül kein Dipol besitzt schließt das noch lange nciht aus, dass in dem Molekül polare Bindungen vorhanden sind. Für den Dipol eines Moleküls ist die geometrische Anordnung der Bindungen entscheident. In einem linearen Molekül wie CO ist zwar jede einzelne Bindung polar, aber dadurch, dass die Bindungen in entgegengesetzte Raumrichtungen zeigen hebt sich die Verschiebung der Elektronendichte auf, es existiert kein Gesamtdipol. Bei dem trigonal-pyramidal aufgebauten Amoniak hingegen ziehen alle polaren Bindungen die Elektronen in dieselbe Richtung, weshalb es zur Ausbildung eines Gesamtdipols kommt. Letztendlich kann man sich das auch durch einfache Vektoraddition überlegen, man muss sich nur entscheiden ob man für jede Bindung den Vektor entlang oder entgegengesetzt des Elektronenzugs legt. Das Ergebnis ist dasselbe, nur das Vorzeichen ändert sich ...

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