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Welchen Sinn hat das Wort "eigentlich" im Satz?

gefragt von juangoghjuangogh am 29.08.2008 um 18:34 Uhr

Ich hab den Eindruck, dass es meist nur als Füllwort benutzt wird, wenn der Sagende sich nicht festlegen will, weil er unwissend ist.

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Sprache x 10.566 Bedeutung x 1.222 eigentlich x 8 Satzteil x 1

BesserwissHoch3
beantwortet von BesserwissHoch3 am 29. August 2008 18:36
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eigentlich schränkt eine aussage eigentlich irgendwie ein

Kommentar von Deb5a3e2f0a8b16e7b788b1e584dc570smalljuangogh am 29. August 2008 18:43

jo, das meine ich auch. :) -- Warum dann einfach nicht das Maul halten, wenn man es nicht simpler sagen kann.


RolfHoegemann
beantwortet von RolfHoegemann am 29. August 2008 18:38
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Dein Gefühl ist m.E. richtig. Der das sagende will sich auch noch nicht 100%ig in seiner Aussage festlegen - aus welchem grund auch immer.

Es gibt ein geflügeltes Wort, das sagt: "Sätze mit "eigentlich" sind eigentlich schon gelogen."

Kommentar von Deb5a3e2f0a8b16e7b788b1e584dc570smalljuangogh am 29. August 2008 18:45

Danke für die Zustimmung. (Ich kann meinem Gefühl also doch trauen. :) )

Kommentar von Albrecht am 29. August 2008 21:15

Die Erklärung stimmt in vielen Fällen, aber die sprachlichen Möglichkeiten von "eigentlich" sind vielfältiger. Ich habe deshalb eine ausführliche Antwort geschrieben.


wandpilz
beantwortet von wandpilz am 29. August 2008 18:36
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Hmmm...naja...eigentlich hat...tja...wenn man´s genau nimmt...puh...nicht wirklich eine nun ja...sinnvolle Funktion...


OliHeidrich
beantwortet von OliHeidrich am 29. August 2008 18:36
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Eigentlich bedeutet: In der Regel oder für gewöhnlich. Damit Verbunden ist immer, dass es auch nicht stimmen kann, was derjenige sagt!

Kommentar von Deb5a3e2f0a8b16e7b788b1e584dc570smalljuangogh am 29. August 2008 18:49

jo -- Danke. Also könnte der Sagende auch gleich die Klappe halten, weil ein "JA, NEIN, Vielleicht" hilft ja auch nicht weiter in einer Diskussion?

Kommentar von C4cfa2a8a303b8e8f41f323bdf4cb446smallOliHeidrich am 29. August 2008 18:54

Ganz so schlimm sollte es nicht sein. An seiner Aussage ist schon was dran, aber vielleicht hat er nur zu wenig Selbstvertrauen, um dazu auch 100% zu stehen? Fakt ist jedoch: Er behält sich irgendwo ein "Hintertürchen" offen. Sprache ist doch sehr kompliziert ;o)

Kommentar von Simple_avatar1smallHassovonBrenner am 30. August 2008 05:28

Dann würde in unserer Welt aber wenig gesprochen werden, weil man oftmals etwas nicht mit Bestimmtheit sagen kann, es aber dennoch sinnvoll, impulsgebend oder zielführend sein kann, -eigentlich


anonym
beantwortet von Lorelai am 29. August 2008 18:36
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Anstelle von eigentlich kann man auch sagen genaugenommen oder im Grunde genommen.Ich denke damit wird mehr Ausdruck verleiht.

Kommentar von Deb5a3e2f0a8b16e7b788b1e584dc570smalljuangogh am 29. August 2008 18:47

Glaub ich nicht, dass dass damit mehr Ausdruck verliehen wird. Mich irritiert ein "eigentlich" mehr als dass der Sinn klar rüberkommt.


sender
beantwortet von sender am 29. August 2008 18:36
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Das Wort bedeutet: 'ich bin anderer Meinung, aber ich weiß auch nicht, wie ich das erklären kann'.


abibremer
beantwortet von abibremer am 30. Dezember 2008 16:11
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eigentlich ist"eigentlich" ein völlig überflüssiges wort und gehört wie "wertig"und "stylisch" in die wort-mülltonne


anonym
beantwortet von Albrecht am 29. August 2008 21:09
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Dieser Eindruck ist häufig zutreffend.

Allerdings kann das Wort "eigentlich" in einem Satz einen verschiedenen Sinn haben.

Das Wort kommt von "eigen", das im Mittelhochdeutschen "in Besitz haben", aber auch "eigentümlich", "ausdrücklich", "bestimmt" bedeutete und dem Suffix (angehängte Nachsilbe) -lich (Gestalt habend). Heute bedeutet er oft "den Kern/das Wesen ausmachend.

Möglich sind folgende Fälle:

1) Adverb

  • persönlich (älterer Sprachgebrauch; z. b. etwas eigentlich versichern)

  • genau und konkret (etwas eigentlich nehmen)

  • substantiell, wahrhaft, ernstlich, entschieden 8eine ganz eigentlich nützliche Kunst)

2) Partikel

  • ursprünglich, in Wirklichkeit, tatsächlich, im Grunde, genaugenommen, recht besehen (z. B. "eigentlich heißt sie", "wir wissen eigentlich nur wenig"): Ausgedrückt wird eine Aufklärung, häufig mit einer Überwindung des Anscheins und einer Enthüllung von Verhältnissen.

  • überhaupt: Verstärkung einer Frage ("Was suchen Sie eigentlich?"), wobei oft Unverständnis angezeigt wird.

  • sozusagen, gewissermaßen (z. B. "das ist eigentlich unnötig", "Die Wohnung ist eigentlich hübsch): In diesem Sinn wird das Wort "eigentlich" in einer großen Masse von Fällen verwendet und ist dann ein die Aussage abtönendes Stilelement. Sehr oft dient es einer Abmilderung, teilweise ist es ein hinhaltendes Füllsel. Was gesagt werden soll, wird ein Stück weit verschleiert. Damit kann jemand mangelnde Kenntnis durch Vermeiden einer genauen Festlegung übertünchen und chamäleonhaft bei einem Urteil zwischen Zustimmung und Ablehnung lavieren. Der Sprecher hält sich ein Hintertürchen offen und kann entweder später hervorheben, wieviel an der Aussage dran ist, oder eine relativierende Distanz ausbauen ("eigentlich" ist dann Kennzeichen eines nur impliziten halbherzigen Einwands). Die Aussage ist möglicherweise wie eine Radio-Eriwan-Antwort: Im Prinzip ja, aber...

Wenn eine Diskussion über die Sache nicht wichtig ist und nur im Rahmen höflicher Konversation stattfand, kommt in Frage, die Aussagen so stehen zu lassen. Dann kommt niemand in Verlegenheit.

Sonst kann eine Klärung durch Nachbohren versucht werden, bei dem mit gezieltem Nachfragen eine genaue Erläuterung verlangt wird.


anonym
beantwortet von doro05 am 29. August 2008 19:24
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Bin nicht eurer Meinung. "Eigentlich" bedeutet für mich "im Grunde genommen" oder "in Wirklichkeit". Beispiele: Sein eigentlicher Name ist... / Eigentlich bin ich ärgerlich. / Eigentlich solltst Du schon schlafen. / Eigentlich kann ich meinem Gefühl trauen usw.


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