Frage von Lattenrost222, 61

Was ist ein gutes Objektiv mit einem guten Zoom für die Canon Eos 600d?

Hallo,

ich habe die Canon Eos 600d mit dem Objektiv Efs 18-55 mm Image Stabilisator Makro 0,25m/0.8ft und würde mir gerne ein Objektiv mit einem besseren Zoom zulegen. Der Markt ist sehr unübersichtlich. Habt ihr irgendwelche Tipps? Sollte nicht zu teuer sein. (so um die 150 €)

Vielen Dank.

Antwort
von torfmauke, 20

Bevor man sich in Objektiv kauft, muss man sich erst einmal im Klaren darüber werden, für welche Art Aufnahmen es gebrauchen will und in welcher Umgebung. Es gibt keine wirklich guten Universalobjektive, die alles können!

Es ist eine Binsenweisheit, dass der wichtigste Teil guter Fotografien der Mann hinter der Kamera ist und danach das Objektiv für die Qualität eines Fotos verantwortlich zeichnet. Darum kostet ein Spitzenobjektiv auch ein Vielfaches eines guten Kamerabodys.

Selbst alte Objektive mit sehr guter Performance kosten noch gutes Geld, obwohl sie weder über Autofokus verfügen und auch die Blende manuell bedient werden muss, während alte Kamerabodys kaum etwas bringen, wenn es nicht grade seltene Sammlerstücke sind.

Zwei Faktoren machen ein Objektiv teuer, die Lichtstärke und die Qualität der Linsen, sowohl was das Material als auch die Bearbeitung angeht. Lichtstarke Objektive benötigen große Durchmesser der Frontlinse(n) und Bildqualität eine clevere Auswahl der Glassorten wie auch eine extrem genaue Bearbeitung der Linsen und Präzision beim Zusammenbau. Eine große Linse kostet erheblich mehr Aufwand beim Schleifen und auch die Herstellung großer Rohlinge ist aufwändiger!

Daher sind Kit-Zoomobjektive mit einer Lichtstärke von f/4,0-5,6 als größter Blendenöffnung um einiges preiswerter, als gleiche Objektive mit einer Lichtstärke von durchgehend f/2,8 und eine 50 mm Festbrennweite mit der Lichtstärke von f/1,2 kann sogar das Zehnfache eines gleichen Objektivs mit einer Lichtstärke von f/1,8 kosten.

Weitere Gimmicks, wie die leise Autofokuseinstellung per Stellmotor für ungestörte Tonaufnahmen bei Videos, oder die schnelle Fokussierung per Ultraschallmotor wie auch eine Stabilisierung des Strahlengangs gegen verwackelte Bilder machen die Objektive noch vielseitiger, aber natürlich auch teurer und empfindlicher.

Für den ambitionierten Hobbyfotografen sind die wirklich guten Objektive kaum bezahlbar, wenn man nicht Sohn eines reichen Vaters ist oder wirklich gut verdient. Selbst lichtstarke manuelle Objektive, wie z.B. ein Tamron SP LD-IF 300mm f/2.8 von 1984 kosten auf dem Gebrauchtmarkt noch um die 500 Euro und manche Spezialoptiken einiger Nobelmarken können auch noch Preise bis 10.000 Euro bringen. Wer dennoch mit sehr guten Optiken arbeiten möchte, besorgt sich eine Kamera mit einem Auflagemaß, dass die Verwendung von älteren Objektiven mit Hilfe eines Zwischenadapters erlaubt.

Man muss sich nun zwar mit der manuellen Bedienung von Objektiven vertraut machen wie auch Kenntnisse über die Zusammenhänge zwischen Belichtungszeit und Bewegung, Blende und Schärfentiefe wie auch Blende und Beugungsunschärfen aneignen.

Vollautomatik-Betrieb ist mit diesen Objektiven nicht möglich, ebenfalls gibt es keinen Autofokus, sondern man stellt von Hand scharf. Für die Belichtung verwendet man entweder die Halbautomatik mit Blenden- oder mit Zeitvorwahl oder man stellt auch diese Werte von Hand in der manuellen Betriebsart ein, wobei man aber bei den meisten Kameras den eingebauten TTL-Belichtungsmesser verwenden kann. Es wird auf dem Display oder im Sucher angezeigt, ob die Belichtung stimmt. Bei Änderungen von Zeit, Blende oder ISO-Einstellung verändert sich auch der Wert einer EV-Anzeige (meist von -3 bis +3), den man dann auf Null zu korrigieren hat.

Der Objektivkauf ist also eine Sache, die für wirklich qualitätsbewusste Fotografen schon eine Herausforderung sein kann, vor allen Dingen, wenn man nicht in Geld schwimmt. Darum rate ich auch jedem Einsteiger, mit einem preiswerten Kitobjektiv erst einmal auszuloten, welche Art von Aufnahmen in welcher Umgebung ihn in Zukunft interessieren werden, um sich dann ganz gezielt das dafür geeignete Objektiv zuzulegen. Vielleicht sogar durch gezieltes Abschalten des Autofokus und der Vollautomatik an der Kamera die Übung im Umgang mit manuellen Objektiven zu bekommen, um später für relativ wenig Geld wirklich gute Objektive benutzen zu können.

Antwort
von Streamer, 29

Ich finde nicht, dass der Markt unübersichtlich ist. Man muss halt bereit sein ein paar Stunden in das eigene Hobby zu investieren, zu recherchieren, ausführliche Vergleichstests zu lesen etc. 

Du gibst zu wenig Infos, sagst nicht, was du fotografieren möchtest, was deine Anforderungen sind etc. Wobei man bei einem Budget von 150€ praktisch gar nicht von Anforderungen sprechen kann, da musst du vermutlich das günstigste kaufen, das du finden kannst. Mit minderwertigen Linsen wirst du nie das volle Potential einer DSLR ausschöpfen. Zoom ist auch nicht unbedingt "besser" oder "schlechter", es kommt immer darauf an, was man braucht. Festbrennweiten kommen ganz ohne Zoom daher und sind auch nicht "schlecht". 

Ich würde mir mal das Canon 55-250 IS USM ansehen, das liegt zwar über deinem Budget, bringt aber im Vergleich zu einem günstigeren Tamron zumindest eine grundsolide Bildqualität, treffsicheren Autofokus und Bildstabilisator mit sich.

Antwort
von Skinman, 16

Verstehe erst einmal, wozu verschiedene Brennweiten (oder besser: verschiedene Bildwinkel!) überhaupt gut sind.

Der Abstand bestimmt die Perspektive. Und damit die Bildwirkung. Ist man nah dran an einem Motiv, wirkt es völlig anders als wenn man weit weg ist (nämlich viel plastischer, während höhere Entfernung zunehmend stärker "verdichtet".) Deswegen => Knubbelnasen auf Weitwinkelportraits.

Der Bildwinkel (das "zoomen") bestimmt dann nur noch den Bildausschnitt. Wenn man aus der gleichen Entfernung den gleichen Ausschnitt aus verschieden stark "gezoomten" Bildern mit der Bildbearbeitung ausschneidet, sieht er von der Perspektive her exakt gleich aus!

Ein größerer Zoombereich ist nicht immer erstrebenswert, er geht in der Regel mit geringerer Bildqualität und anderen Nachteilen einher. Es hat schon seinen Grund, wieso viele Fotografen nach wie vor auch gern mit Festbrennweiten arbeiten. Guck dir mal die Tests auf photozone.de an. Der einzige Vorteil ist, dass man vermeidet, andere Objektive mitnehmen und wechseln zu müssen.

Für welche Motive willst du denn den "besseren Zoom"?

Antwort
von floppydisk, 29

was heißt "besserer zoom"?

mehr zoom heißt schlechtere qualität. was für motive willst du denn fotografieren? 150€ sind für ein objektiv natürlich extrem wenig geld.

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