Frage von Wunnewuwu, 66

Was ist der Unterschied zwischen Inhibition und Repression?

Hallo, Ich lese gerade einen wissenschaftlichen Artikel, in dem steht, dass durch die Inhibition (der Kinase Aktivität) eines Proteins die Zelle überlebt, durch die Repression dieses Proteins die Zelle aber stirbt.

Mir fällt an der Stelle auf, dass es wohl einen Unterschied zwischen Inhibition und Repression gibt. Bisher habe ich diese beiden Begriffe mehr oder weniger gleich gesetzt, im Sinne von "unwirksam gemacht".

Kann mir da jemand weiterhelfen?

Antwort
von EHECK, 66

hallo Wunnewuwu,

schau doch mal in ein Lehrbuch der Biochemie, Kapitel Enzyme und deren Hemmung. Da wirst Du bereits verschiedene Formen der Hemmung von Enzymen (durch Inhibition) kennenlernen. Eine Kinase ist ein Enzym. Deine Frage sollte damit eigentlich schon beantwortet sein:

<

p>https://de.wikipedia.org/wiki/Enzymhemmung  </p>

Daort steht viel zur Inhibiton eines Enzymes.

Repression: ist die Iinhibierung der genetischen Transkription (durch einen Repressor), setzt also wo anders an, und ist so etwas qualitativ anderes.

viel Spaß dabei

EHECK

Kommentar von Wunnewuwu ,

Danke danke, da stand ich wohl auf dem Schlauch. Was vermutlich daran lag, dass es verwunderlich ist, dass die Kinase Aktivität wahrscheinlich den Zelltod verursacht. Eine Repression der Kinase aber auch zum Zelltod führt. Daher dachte ich daran, dass sich die Repression auf mehr als die Transkription bezieht... Nun ja. Danke für deine Antwort

Kommentar von Wunnewuwu ,

An der Stelle : kann man bei einem Protein knockdown / knockout auch von Repression sprechen? Das wäre auch nicht auf Transkriptionsebene, hätte aber dennoch den selben Effekt. LG

Kommentar von WotansAuge ,

An der Stelle : kann man bei einem Protein knockdown / knockout auch von Repression sprechen? 

Nein, "Repression" ist so definiert, dass dieser immer an der Kern- oder Mitochondrien-DNA (bzw. RNA) ansetzt.

Kommentar von Wunnewuwu ,

Der knockdown mittels RNA Interferenz, setzt doch an der RNA an. Ich denke schon, dass man das sagen kann. Man spricht von Repression und meint damit später RNA Interferenz, um einen knockdown zu bewirken...

Antwort
von WotansAuge, 50

Danke danke, da stand ich wohl auf dem Schlauch. Was vermutlich daran lag, dass es verwunderlich ist, dass die Kinase Aktivität wahrscheinlich den Zelltod verursacht. Eine Repression der Kinase aber auch zum Zelltod führt. Daher dachte ich daran, dass sich die Repression auf mehr als die Transkription bezieht.

Du hast ja schon eine gute Antwort bekommen. Was ich noch ergänzen möchte: Inhibition der Kinase bedeutet, dass das Enzym durch eine andere Chemikalie unwirksam gemacht wird. Repression ist das Gegenteil von Expression und bedeutet, dass das Enzym erst gar nicht hergestellt wird.

Eine Zelle stirbt, wenn die Telomerenden als Folge mehrerer Mitosen so kurz geworden sind, dass sie sich nicht mehr zu einem Knubbel formen können. Dann wird das Chromosom von seinem Telomerende aus durch Kinasen zersetzt. Andererseits sind Kinasen natürlich wichtig, um verbrauchte DNA und RNA zu recyclen. 

Kommentar von Wunnewuwu ,

Danke. Das Verkürzen der Telomer Enden ist aber nicht der primäre Grund für den Zelltod! Bevor das eintrifft, steht der programmierte Zelltod mit seinen diversen Unterformen wohl im Vordergrund. Grüße

Kommentar von WotansAuge ,

Nein, das ist nur eine Täuschung. Es sammeln sich in alten Zellen Schäden an, einfach durch den Stoffwechsel, Nebenprodukte, oxidative Schäden durch freie Radikale u.s.w. Eine teilungsfreudige Zelle begegnet diesen Schäden durch Neusynthese, also Mitose, wonach die alte Zelle beruhigt sterben kann. Kurze Telomere bewirken eine Verlangsamung der Mitoserate und dadurch Ansammlung von (unfreiwilligen) Schäden. Und wenn die Telomere GANZ kurz geworden sind, dann werden die Chromosomen "verdaut", weil sie sich nicht mehr zu einem unangreifbaren Knubbel formen können. 

Dies ist die Ursache für viele Spontanheilungen bei Krebs. Bekanntlich stellt eine Zelle ihre Teilung ein, sobald die Telomere eine kritische Länge unterschritten haben. (Dann sammeln sich die Schäden an, bis die Zelle stirbt.) Ist die Zelle aber entartet, stellt sie ihre Teilung NICHT ein. Wenn sie jetzt nicht zusätzlich immortalisiert ist, d.h. dass Telomerase exprimiert wird, so unterschreiten die Telomere die kritische Länge und die Zelle verdaut sich selbst.

So steht das natürlich nicht in euren Büchern, aber so ist es richtig.

Kommentar von Wunnewuwu ,

Das höre ich so zum ersten mal. Kannst du mir die Literatur angeben, die das beweisen? Wenn es nicht in Büchern steht, kann es auch wo anders stehen.

Kommentar von WotansAuge ,

Ich habe keine Lust mein Image als hiesiger Verschwörungstheoretiker aufzupolieren. Denke selber drüber nach - du bist einer der wenigen Menschen die das Wissen und die Intelligenz zum Selberdenken haben. 

Kommentar von Wunnewuwu ,

Ich habe darüber nachgedacht und denke auch weiterhin darüber nach. Stoße dabei aber häufig auf Dinge, die nicht dem entsprechen, was ich gelernt habe und wovon ich durch nachvollziehbare Ergebnisse überzeugt bin. Ohne hinreichende Quellenangaben, die deine Behauptungen beweisen, kann ich dir nicht glauben. Du glaubst mir wahrscheinlich auch nicht, wenn ich dir sage, dass es früher fliegende Elefanten gab, die durch ihr Gewicht abgestürzt sind und sich deshalb nicht fortpflanzen konnten und daher heute nicht mehr existieren. Liebe Grüße.

Kommentar von WotansAuge ,

Dann denke noch einmal drüber nach. Du darfst auch weitere Sachfragen stellen.

Kommentar von Wunnewuwu ,

Mach ich! Aber ich hätte gerne mehr Informationen. Worüber soll ich denn nachdenken, wenn ich keine Literatur gegeben habe?! Ich verstehe nicht, wo das Problem ist.

Kommentar von WotansAuge ,

Du musst nach Versuchsergebnissen und Fakten suchen, die nicht in das von mir gezeichnete Bild passen, oder nicht in das von dir gezeichnete Bild. "Oder" im "nicht-ausschließlichen Sinn", denn wir könnten ja auch beide Unrecht haben. Und dann sollten wir diese Versuchsergebnisse und Fakten diskutieren, ob sie wirklich nicht in das eine oder andere Bild passen. 

Wissenschaft ist oft wie ein unfertiges oder fraktal erhaltenes Mosaik. Der eine erkennt gar nichts, der andere erkennt vielleicht die Darstellung eines Kampfes zwischen Mensch und Tier, ein Dritter sieht eine Tänzerin u.s.w. Und man fügt Stück an Stück, bis das Bild eindeutig ist.

Kommentar von WotansAuge ,

Dieser Artikel hier ist ziemlich gut

http://www.biospektrum.de/blatt/d_bs_pdf&_id=1030380

Kommentar von Wunnewuwu ,

Ich vermute, dass wir völlig aneinander vorbei reden. Mir ist das Telomer-Problem - wobei es mittlerweile kein Problem mehr ist - durchaus bekannt. Ich habe dich nur so verstanden, dass du diese Form des Zelltod, obwohl man an dieser Stelle sagen muss, dass du lediglich eine Ursache des Zelltod genannt hast und nicht die "Ausführung", als alleine Ursache beschreibst. Dem hatte ich entgegen zu setzen, dass es durchaus andere Ursachen gibt, die letztlich zum Zelltod führen. Weiterhin beschreibt der Artikel hier die Zellproliferation in vitro. Natürlich sind Wissenschaftler irgendwo rationale Reduktionisten, sollten aber niemals den Blick für das Ganze verlieren. Da sind wir uns ja einig. Mir ging es bei meiner Frage also primär darum, dass Zellen Kinase-abhängig sterben, was im physiologischen Kontext interessant ist. Der Zelltod ausgelöst durch Telomer Enden Erreichen hat in diesem Kontext erstmal nicht verloren. Aus diesem Grund habe ich dich wohl falsch verstanden.

Kommentar von WotansAuge ,

Ich habe dich nur so verstanden, dass du diese Form des Zelltod, obwohl man an dieser Stelle sagen muss, dass du lediglich eine Ursache des Zelltod genannt hast und nicht die "Ausführung", als alleine Ursache beschreibst. 

Es ist die Ansammlung von Schäden, weil sich die Zelle nicht mehr teilt, oder der Abbau der Kern-DNA, weil sich die Telomere nicht mehr knubbeln können. Beim Abbau wirken AUCH Kinasen mit, aber nicht nur.

Dem hatte ich entgegen zu setzen, dass es durchaus andere Ursachen gibt, die letztlich zum Zelltod führen. 

Ja, aber in einem mehrzelligen Organismus führen diese, abgesehen von Unfällen, selten zum Tod des Mehrzellers. Wenn die Differenzierung der geschädigten Zellen - und umliegenden - reversibel ist, lassen sich die Schäden reparieren.

Kommentar von Wunnewuwu ,

Dass der Zelltod nicht zum Tod des Mehrzellers führt ist klar. Es kommt natürlich darauf an was man betrachtet. Virale Infektion, degenerative Erkrankungen, Einflüsse des Immunsystems, oder programmierter Zelltod im Rahmen der Entwicklung. Das sind alles verschiedene Prozesse, die zum Zelltod führen können. Ich bezog mich mehr auch die Form des Zelltods im diesem Kontext.

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