Frage von Juleyer72, 123

Was ist der Sinn dahinter, Mathe nicht abwählen zu können?

Ich kann es nicht wirklich verstehen.

Jeder Mensch hat Stärken und Schwächen. Und warum werden denen, die Mathe kaum beherrschen, ihre Schwäche aufgezwungen?

Ich verstehe Mathe kaum. Da hilft kein dauerndes lernen. Keine Nachhilfe oder sonst was.

Mathe hat mir bisher jedes Zeugnis zerstört...

Ich sehe so viele Fragen im Internet: "Kann man Mathe abwählen?" etc. Daran kann man wenigstens merken, dass nicht besonders viele damit klar kommen. (Ich kann mich natürlich täuschen, korrigiert mich bitte falls das der Fall ist)

Ich verstehe auch nicht ganz, den Sinn dahinter im späteren Leben zu wissen, was die Wurzel aus 798*234 ist (Nur ein Beispiel) . Oder was es mir bringt, wenn ich weiß, dass ein Quadrat vier Rechte Winkel hat und jede Seite gleichlang ist. Wow. Ich glaube, wenn ich das im Vorstellungsgespräch sage, werde ich garantiert akzeptiert...

Auf jeden Fall: Kennt hier jemand die genauen Gründe dafür, dass man Mathe nicht abwählen kann? Es ist ja doch ziemlich unfair...

Antwort
von vitus64, 46

Mathe braucht man immer wieder im Beruf. Ganz im Gegensatz zu Sachen wie dem Interpretieren von Gedichten. Das musste ich um Glück seit 30 Jahren  nicht mehr. Ich weiß nicht, ob man Deutsch abwählen  kann, aber vermutlich geht das auch nicht. Warum sollte man also Mathe abwählen können.

Vergiss bitte nicht, dass das Abitur die ALLGEMEINE Hochschulreife ist. D. h. man sollte umfassend auf das Studium vorbereitet sein. Es gäbe ja auch noch das Fachabi als Alternative.

Die Spezialisierung in der Oberstufe geht mir ohnehin zu weit. Man sollte schon umfassendes Wissen vermittelt bekommen. 

Klar kommen viele mit Mathe nicht klar und das ist überhaupt nichts neues. Aber das kann doch kein Argument dafür sein, es zur Disposition zu stellen.

Wenn ich so manchen Beitrag bei GF sehe, gewinne ich ohnehin den Eindruck, dass es auch in anderen Bereichen mit der Bildung nicht gut aussieht. Ich meine hier insbesondere Rechtschreibung und Grammatik.

In Spiegel Online las ich vor einiger Zeit, dass Referate als Alternative zu Klausuren in der Oberstufe möglich sind. Besonders gern werde da Mathe genommen, um Klausuren zu vermeiden. Und dann muss ich bei GF eine Frage zur Eulerschen Zahl lesen, da der Fragesteller ein Referat zur Geschichte dieser Zahl halten muss.

Mir scheint daher, dass die Ansprüche an Abiturienten im Bereich Mathematik in den letzten 30 Jahren schon merklich geringer geworden sind.

Kommentar von vitus64 ,

Kleiner Nachtrag zur Praxisrelevanz:
Ich bin Sachbearbeiter bei einer Behörde und erhebe Gebühren. Ich musste das sehr komplizierte Verfahren der Gebührenberechnung so beschreiben, dass ein Programmierer es versteht und umsetzten kann. Das ging nur mit Hilfe von Formeln. Ausformuliert wären es mehrere hundert Seiten geworden und der Programmierer hätte keine Chance gehabt, es umzusetzen.

Kommentar von Juleyer72 ,

Ich sagte nicht, dass man nur Mathe abwählen könnte (Ich habe es als ´Beispiel` genommen, da es mein Problem Fach ist),generell, sollte man nicht am besten die Fächer lernen, von denen man weiß, dass man sie kann und sie einem später viel bringen? Wo ist denn der Sinn dahinter, uns etwas beibringen zu wollen, was wir entweder nicht verstehen können, weil wir damit einfach nicht klar kommen. Oder, was wir einfach später nicht brauchen, weil wir schon wissen was wir später machen wollen. Trotzdem danke für die Aufklärung! (Also, die Referate als Alternative^^)

Expertenantwort
von SlowPhil, Community-Experte für Mathematik, 12

Mathematik gehört zu den Grundfertigkeiten nicht unbedingt des Wissens, sondern des Denkens.
Natürlich gibt es Denken auch ganz ohne Mathematik, aber das ist eben ein Denken, das mehr im Ungefähren bleibt und niemanden dazu befähigt, Aussagen anderer Leute eindeutig als wahr oder falsch zu identifizieren, sodass man ihnen halt glauben kann oder eben nicht.
Nur die Mathematik befähigt Dich z.B., selbst auszurechnen, ob Dir Dein Bank"berater" Schrott erzählt (wovon man allerdings sowieso normalerweise ausgehen kann) und Ähnliches.
Ich finde es überhaupt nicht richtig, dass man ganz ohne Mathematik Abitur machen können sollte.
Man braucht, genauer gesagt, überhaupt kein Abitur zu machen oder sollte dies jedenfalls nicht brauchen, um einen Job bekommen zu können, der weder akademisch ist noch wissenschaftliches Arbeiten verlangt.
Das steht aber auf einem anderen Blatt.

Antwort
von Wechselfreund, 12

Warum muss man im Sport 400m Lauf machen, da ist man am Ende im Stadion an der gleichen Stelle, wo man gestartet ist...

Es kommt gar nicht auf die Inhalte an, sondern auf die Fähigkeit, aus gewissen Vorgaben logisch abstrakte Schlüsse zu ziehen.

Deswegen finde ich es auch nicht sinnvoll, bei Fragen zu mathematischen Problemen hier nur die Lösung anzugeben.

Wenn Mathe so unwichtig wäre, warum wird bei Bewerbungen häufig gerade auch diese Note im Zeugnis beachtet?

Antwort
von LC2015, 35

Du bist dabei, die allgemeine Hochschulreife zu erwerben. Mathematik ist ein fundamentaler Bestandteil einiger MINT-Fächer und dementsprechend ist es völlig logisch, dass Mathematik beim Erwerb der allgemeinen Hochschulreife eine wichtige Rolle spielt.

Weiterhin ist deine Denkweise sehr engstirnig. Nur weil du den Kram evtl. niemals brauchst und es dir nichts bringt, soll das System nach deinen Vorstellungen gerichtet werden? Ernsthaft? Meine Kentnisse über Werke von Thomas Mann, die ich im Deutschunterricht erworben habe, haben mir bislang beruflich noch nicht weitergeholfen. Am besten machen wir Deutsch zum Wahlfach, und alle anderen Fächer, die ich nicht regelmäßig brauche gleich mit...

Übrigens, zu:

Mathe hat mir bisher jedes Zeugnis zerstört...

Du sitzt im Schulunterricht und schreibst Klausuren. Nicht Mathe. Für deine Leistungen, die dich offensichtlich frustrieren, bist vor allem du selbst verantwortlich. Anstatt die Schuld anderen Personen beziehungsweise in diesem Fall Schulfächern in die Schuhe schieben zu wollen, wärst du besser beraten, dich mal intensiv mit deinen Defiziten zu beschäftigen, dann klappts auch mit der Mathenote. Und das geht auch durch reine Fleißarbeit. Schließlich besteht Schulmathematik größtenteils aus Schema F-Geschichten.

Kommentar von Juleyer72 ,

Ich sitze ja nicht rum und mache nichts. Wenn du nur wüsstest, wie viel ich schon dafür gemacht habe meine Note zu verbessern... 

Mit "Mathe hat mir bisher jedes Zeugnis zerstört" meinte ich, dass mein Zeugnis wirklich gut war. Aber, ich hatte 2en in dem und dem Fach, in Politik kam es auch schon mal zu einer Eins. Und dann sah man die Mathe Note. Eine dicke fette 4 (Manchmal war es auch eine 5). Das hat mich dann sehr depremiert. 

Dann nochmal zu Deutsch. Schon klar, ich verstehe dass ich nichts damit anfangen kann wenn ich eine Gedichtsanalyse schreiben kann. Ich sage auch nicht, dass sowas wichtiger ist, als Mathe. Ich habe mich auch noch nicht damit auseinandergesetzt, ob man Deutsch abwählen kann, weil ich damit nie Probleme hatte (Mir liegt so etwas einfach, anders als Mathe). Ich hätte nichts dagegen könnte man Deutsch abwählen (Also, wenn ich es weiter wählen kann dann habe ich damit kein Problem). Was ich mich dann doch noch frage: Warum darf man nicht selbst bestimmen, was man lernen möchte und was nicht? Mir wird etwas aufgezwungen, was ich nicht beherrsche.

(Ganz nebenbei, Ich habe jetzt gefragt warum man Mathe nicht abwählen kann, weil es mein Problem Fach ist. Aber man kann es eig. auch durch jedes Fach ersetzen welches man nicht abwählen kann. Ich wollte halt erstmal speziell auf mein Problem eingehen.)

Antwort
von Helfenderuser, 54

Mathe beinhaltet weit mehr als "Die Wurzel aus 798*234" und dem Fakt, dass ein Quadrat vier rechte Winkel hat.

Mathe ist eins der wichtigsten Dinge fürs weitere Leben. Vielleicht nicht alles, aber so ist es doch mit jedem Fach. Musst du denn als Verkäufer wissen wie viele Mägen eine Kuh hat oder wie schnell ein Objekt, welches du aus dem ersten Stock geworfen hast, auf dem Boden aufschlägt? Dann könnten wir ja gleich das ganze aktuelle Schulsystem abschaffen, das wär eh mal Zeit.

Übrigens kann ich mich dem 5. Absatz nicht anschließen. Bin ein Naturtalent in Mathe, ich bin in fast allen Arbeiten bei den Besten dabei und habe die letzten Jahre für Mathe nie was gelernt, *Eigenlob*. Es stimmt eben, dass man Mathe hauptsächlich verstehen muss und nicht lernen kann (:3). So ist es aber bei vielen Fächern, und gerade Solche finde ich - Faulheit in Person - gut, da bringt es den "Strebern" auch nichts wenn sie zwei Wochen vor einer normalen Arbeit anfangen jeden Nachmittag 6h zu lernen, lol.

Kommentar von J0T4T4 ,

Kann mich (deinem letzten Absatz) nur anschließen :D

Kommentar von Wechselfreund ,

Dito

Antwort
von Kuhlmann26, 19

Weil Du nicht in der Schule bist, um Deine eigenen Bedürfnisse zu befriedigen, sondern um die Erwartungen anderer Menschen zu erfüllen. So einfach ist das.

Gruß Matti

Antwort
von Laxitor, 49

Ich denke mal der Hauptgrund liegt darin, dass man Teile der Mathematik im späteren Leben gut gebrauchen kann (z.B. Prozentrechnung).

Vieles braucht man natürlich nicht.

Einen anderen Grund kann ich dir nicht nennen.

Antwort
von HardwareGuru, 43

Mathe ist wichtig, und zwar vollkommen unabhängig davon was du mit deinem Leben anfangen willst, im Gegensatz zu Sachen wie Religion.

Kommentar von J0T4T4 ,

Und deshalb ist es ja auch kein Pflichtfach, Mathematik schon.

Kommentar von HardwareGuru ,

Eben.

Antwort
von unausgeschlafen, 48

Das sagt (glaube ich) fast jeder Schüler.

Warum gibt es überhaupt Abitur oder Schule? Warum gehen wir nicht nur in den Kindergarten und bauen Sandburgen?

Da muss man halt durch, nach der Schule brauchst die sowas wie die 7 Wurzel aus 576 nicht mehr.

Immer positiv sehen^^

Grüße

Kommentar von Juleyer72 ,

Warum wird uns das dann überhaupt beigebracht? Du sagtest selbst ich brauche "sowas wie die 7 Wurzel aus 576" nicht mehr. Wirklich positiv sehen kann ich da nicht. Mathe wird mich bis zum Abi verfolgen und mein Zeugnis somit nur verschlechtern... Naja Trotzdem danke für die aufmunternden Worte :D.

Kommentar von unausgeschlafen ,

Haha kein Problem.

Aber genau das unterscheidet uns von Real- und Hauptschülern. Klar ist sowas tatsächlich unnötig, dennoch steht es im Lehrplan und MUSS somit abgearbeitet werden.

Letztendlich muss man so denken: Die, die Mathematik studieren wollen brauchen das bereits alles für das Studium. Die denken sich wiederum: Warum haben wir Deutschunterricht? Wir können doch schon Deutsch :)

Antwort
von Haertl77, 52

Meine Worte!!! Ich stehe hinter jedem Satz, was du geschrieben hast. Zwar ist das bei mir mit der Schule schon  über 20 Jahre her aber ich hab im Jahr 2000 Mein Uni Abschluss gemacht!!!!!

Ich hasse Mathe und verstehe nichts davon. Das einfache, klar! Aber der Rest? Wer braucht das im weiteren Leben, wenn der zukünftige Job nichts damit zutun hat? Ich hatte in jedem Zeugnisbei Mathe entweder eine 4 oder eine 5! Doch ich habe es geschafft. Kopf hoch. Du musst Mathe nicht lieben und du musst es auch nicht können. Hau dich irgendwie durch!

Zwar ist das jetzt keine Antwort auf deine Frage aber ich wollte dir nur zeigen, dass ich dich absolut verstehen kann:-)

Antwort
von Gwynbleidd, 32

Weil man in jedem Beruf Mathe braucht. In JEDEM. Daher kann man Mathe nicht abwählen, weil es, wie Deutsch auch, fester Bestandteil des Lebens ist.

Kommentar von Juleyer72 ,

Bist du dir sicher, dass man es in wirklich JEDEM Beruf braucht? Ich meine, im rechnen liegt bei mir nicht das Problem. Eher in diesen komplizierteren Teilen, bei denen ich mir nur denke: "Was bringt es mir später, wenn ich das weiß?".

Kommentar von Gwynbleidd ,

Woher willst du den im Vorraus wissen, welche Rechenarten im nächsten Schuljahr dran kommen und welche davon du in deinem Leben brauchst? Das kannst du nicht wissen. Und deshalb kannst du das Fach auch nicht abwählen. Man kann nur die Fächer abwählen, bei denen man sich zu 100% sicher sein kann, dass man keinerlei Inhalt davon braucht. Und ja, ich bin mir sicher, dass man in JEDEM Beruf Mathe braucht. Nen mir mal einen Beruf, in dem man nicht rechnen können muss.

Kommentar von Juleyer72 ,

Da hast du schon recht. Das kann man nicht wissen. Aber hat man nicht schon die Grundlagen gelernt?

Wenn ich später in der Redaktion sitze, und einen Bericht für die Zeitung schreibe, muss ich mir da die Anzahl der Worte ausrechnen oder wie? (Kann sein, dass man da vllt. sogar wirklich Mathe braucht, Ich kenne mich ja nicht aus, aber bestimmt wird man nicht diese komplizierten Themen wissen müssen.)

Kommentar von Gwynbleidd ,

Man muss keine Parabeln ausrechnen können, das ist schon klar. Aber selbst in einer Redaktion wird gerechnet.

Antwort
von sozialtusi, 34

Also ein einziges Mal will ich auch mal fies sein...:

Ich konnte Mathe noch nach 11.1 abwählen - als letzter Jahrgang in NRW :P

Kommentar von Juleyer72 ,

Manchmal würde man schon gerne in der Zeit zurück reisen können, aber nur manchmal p.p

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