Frage von sonnter, 91

warum waren leute bei den olympischen spielen nackt?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Albrecht, Community-Experte für Geschichte, 29

Die männlichen Athleten traten im antiken Griechenland allgemein ab einer
verhältnismäßig frühen Zeit nackt zu den Sportwettkämpfen an (Ausnahme:
Pferdesport). Zu dem Zeitpunkt der Einführung dieser Gewohnheit und den
Beweggründen liegen keine klaren Angaben aus der Antike vor. Die antiken
Autoren, die zum Thema geschreiben haben, kannten die Ursachen für eine Jahrhunderte zurückliegende Einführung nicht wirklich, sondern haben sich mit Erzählungen Erklärungen zurechtgelegt oder Vermutungen angestellt.

 Es gibt verschiedene Theorien:

  • Behinderung schnellen Laufens durch einen Lendenschurz
  • von einem lakedaimonischen (spartanischen) Brauch ausgehende Einführung
  • stolzes Vorzeigen eines schönen, durchtrainierten muskulösen Körpers
  • kultische/rituelle Bedeutung (moderne Spekulation)

Das erste Weglassen eines Lendenschurzes wird verschieden erzählt, sowohl als Versehen als auch als Absicht.

Orsippos (bzw. Orrhippos) aus Megara habe bei den olympischen Spielen 724 v. Chr. oder 720 v. Chr. seinen Lendenschurz versehentlich verloren und sei durch Behinderung/Hinfallen im Wettlauf unterlegen gewesen (und danach sei Nacktheit Brauch geworden, erlaubt bzw. angeordnet worden) oder er habe ihn absichtlich fallengelassen, um schneller laufen zu können. Auch ein Lakedaimonier (Spartaner) Akanthos wird als Pionier der Nackheit und Sieger genannt.

Nach Thukydides 1, 6 trugen ursprünglich die Athleten bei Olympia
Schamgürtel, als erste zogen sich die Spartaner öffentlich aus und rieben sich
bei gymnastischen Übungen mit Öl ein.

Aristoteles, Problemata 38, 3 argumentiert medizinisch, scheint dabei aber vor
allem ästhetischen Folgen zu schätzen. 

Die Ursachen der Nacktheit können aus den schriftlichen antiken Quellen
nicht eindeutig  abgeleitet werden.

eine Erörterung der Frage enthält:

Ulrich Sinn, Das antike Olympia : Götter, Spiel und Kunst. 2., durchgesehene
Auflage. München, Beck, 2004, S. 138 - 140

„Nur auf den ersten Blick erscheint die Darstellung des Pausanias (I 44,1) hilfreich. Er berichtet von einem Vorfall im Stadion von Olympia:

In Megara findet sich das Grab eines gewissen Orsippos, der in Olympia im Wettlauf siegreich war. Sein Erfolg fiel in eine Zeit, als es noch üblich war, daß alle Athleten nach alter Sitte mit einem Lendenschurz angetan waren.
Orsippos war der erste, der völlig nackt lief.

Zu dieser Aussage liefert Pausanias einen Kommentar, der erkennen läßt, daß diese Episode in unterschiedlichen Versionen verbreitet war, denn
Pausanias fährt fort:

Ich gehöre zu denen, die der Meinung sind, Orsippos habe seinen Schurz nicht versehentlich verloren. Sicherlich hatte er erkannt, daß ein nackter Mann gegenüber einem gegürteten beweglicher, also schneller ist.

Daß die Erzählung um Orsippos auch eine ganz andere Färbung
haben konnte, verrät die Version, die der im 12. Jahrhundert wirkende
byzantinische Gelehrte Eusthatios aus alten Quellen exzerpiert hat: Über den
Lendenschurz wird folgende Geschichte überliefert: bei der vierzehnten
Olympiade ereignete sich, daß daß ein gewisser Orsippos, der durch den Schurz behindert wurde, hinfiel und dadurch zu Tode kam oder - anderen zufolge - dadurch um den sicherenSieg gebracht wurde.

Einen Gedanken ganz anderer Art spricht Aristoteles in seiner philosophischen Schrift Problemata an. Er stellt einen medizinischen Zusammenhang her (38, 3):

Warum ist der Schweiß, selbst wenn er in geringerer Menge auftritt, bei einem nackten Läufer Läufer nützlicher als bei einem, der bekleidet läuft? Es ist doch wohl grundsätzlich besser, sich anzustrengen als sich nicht anzustrengen, und der Schweiß mit Anstrengung ist besser als der ohne Anstrengung. ...  Mit stärkerer Anstrengung aber verbunden ist der Schweiß, der einem bei einem nackten Laufen entsteht. Denn wenn er nicht mit großer Anspannung läuft, kann er in nacktem Zustand nicht schwitzen. Bekleidet nämlich kann er, auch wenn er nur ganz mäßig läuft, schnell schwitzen infolge der durch
die Kleidung verursachten Hitze. Es bekommen aber diejenigen, die im Sommer nackt laufen, auch eine bessere Farbe als die, die in Kleidern laufen.

In diesem letzten Gedanken entlarvt der sportbegeisterte Aristoteles seine
wahren Beweggründe. Es geht ihm nicht so sehr um die Ursache der
athletischen Nacktheit als um deren positive Folgen. Die gute, von der Sonne
gebräunte Hautfarbe galt nämlich in seiner Zeit als Gütesiegel aristokratischen
Standes. Aristoteles verteidigt mit seiner Argumentation letzlich den in Olympia
auf die Spitze getriebenen und deshalb von manchem Zeitgenossen scharf
angegriffenen Leistungssport […]. Die Nackheit der Athleten ist ein Charakteristikum der der griechischen Agonistik […]. Wir müssen eingestehen, die Ursachen aus der schriftlichen Überlieferung nicht ableiten zu können. Die in der modernen Forschung immer wieder unternommenen Versuche, der Nacktheit rituelle Intentionen zuzumessen, sind mit Zurückhaltung zu bewerten.“

Kommentar von Albrecht ,

http://www.zdf.de/terra-x/wer-ist-der-schnellste-der-hellenischen-welt/-5202886....

„Nackte Athleten

Die Startschwelle besteht aus gefurchten Steinplatten, die den Füßen
Halt geben. Da der Sprint zu den gymnischen (gymnos = nackt) Disziplinen zählt, erscheinen die Läufer unbekleidet. Über den Grund für die Nacktheit im Stadion streiten die Gelehrten bis heute. Vermutlich trugen die Athleten in früheren Zeiten einen Lendenschurz. Dann soll einer von ihnen während des Laufes das knappe Kleidungsstück verloren und nackt gesiegt haben. Das ließ die Läufer
glauben, ohne Kleidung schneller sein zu können.

Eine andere Version hält einen Unfall für die Ursache. Ein Läufer soll
den Lendenschurz verloren haben und über ihn gestolpert sein. Als vorbeugende Maßnahme sei daraufhin Nacktheit angeordnet worden. Als dritte Möglichkeit wird Druck aus Sparta angenommen. Die Athleten des Stadtstaates trieben als erste nackt Sport und könnten ihren "Stil" bei den Olypien durchgesetzt haben. Keine der Mutmaßungen lässt sich jedoch beweisen.“

Antwort
von schattenrose96, 40

http://www.antikes-olympia.de/athleten.html unten wird die Frage beantwortet. Google - Dein Freund und Helfer.

Kurz zusammen gefasst: Zwei mögliche Gründe: 1. Lendenschutz behindert beim Laufen. 2. Die Athleten waren stolz auf ihren muskulösen Körper und wollten diesen auch zeigen.

Antwort
von Sch0koladenkeks, 36

Hey,

in der Antike waren die Männer (es durften nur Männer mitmachen und zuschauen!) ab 720 v. Chr. nackt, weil ein Athlet seinen Lendenschurz verloren hat und gewann. Von da an ging es Nackt an den start ;)  

Antwort
von Schweinsbraten4, 39

Früher war das noch nicht so verpönt wie heutzutage. Die Leute haben auch gemeinsam nackt gebadet. Und bei den olympischen Spielen geht es auch darum den Körper zu zeigen, und richtiges Sportlergewand gab es auch nicht. 

Antwort
von Schneckly, 9

Zurück zu den Wurzeln!

Ich denke, der olympische Gedanke sollte neu belebt werden und nur wer
nackt ist sollte bei den Spielen starten dürfen.

Kommentar von HugoGuth ,

Das Gegenteil ist der Fall! Musliminen dürfen jetzt schon mit voller Montur Beach-Volleyball spielen!

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