kuntzkids am 01.02.2008 um 0:58 Uhr
Hat es etwas damit zu tun, dass die Menschen (früher) Eisen als etwas besonders Dauerhaftes, Widerstandsfähiges und Haltbares betrachteten?
Ich vermute als Hintergrund die Verwendung von Truhen für die Aufbewahrung von Geld und anderen Wertsachen. Diese bestanden oft zumindest zum Teil aus Eisen, das gegen unerlaubten Zugriff widerstandsfähig war.
In solchen Truhen befand sich oft unter einem Zwischenboden mit der eingeschnitzen Darstellung eines Hundes im Unterteil eine eiserne Lade, auf deren Inhalt höchstens im Notfall zurückgegriffen wurde.
Bei http://www.goldgraeberdorf-heiligenblut.at/knappenhuette.asp wird so etwas ganz unten im Zusammenhang mit einer Bundeslade für Bergleute erwähnt.

Ich glaube es ist eine Ableitung von "eiserne Ration". Der Ausdruck stammt aus der Soldatensprache und bezeichnet den Proviant, der nur für Notfälle gedacht ist: Zwieback und Dosensuppe, die eine oder andere Konservenbüchse und eine Hartwurst im Rucksack. Quelle: Duden - das große Buch der zitate und Redewendungen
kuntzkids am 1. Februar 2008 01:19 Benutzte man diesen Ausdruck nicht schon früher -- bevor es Dosensuppen und Hartwürste gab...?!
Brynhild am 1. Februar 2008 01:31 Dosenfutter gibt es seit dem beginenden 19. Jh. und Hartwürste schon sehr viel länger (Trocknen oder Salzen war eine der wenigen Konservierungsmetoden bevor es die Tiefkühltruhe gab ;) )
Der Begriff "eisern" bezieht sich auch nicht so sehr auf die Konservendose sondern hat in mehreren Verbindungen mit Substantiven die Bedeutung "unerbittlich, rücksichtslos, undurchlässig und notwendig" (Nachzulesen im Lexikon der Redensarten) Eisen galt von jeher als unverwüstlich und diese Bedeutung wurde als Bezeichnung der Notration in der Soldatensprache übertragen.
Brynhild am 1. Februar 2008 01:47 Nachtrag: In meinen Büchern zu den Redensarten gibt es leider keine Angaben seit wann dieser Ausdruck gebräuchlich ist. Doch aufgrund der Tatsache, dass die Worte in ihrer Form noch dem heutigen Sprachgebrauch entsprechen ist es naheliegend, dass diese Redewendung jüngeren Datums ist. Erster Weltkrieg, womöglich ausgehendes 19. Jh. Älter würde ich sie (als Germanistin) nicht einstufen. Also könnte ein direkter Zusammenhang mit Konservendosen durchaus bestehen. Aber wie gesagt: meine Bücher sagen nichts dazu und aus jahrelanger leidiger Erfahrung (unendliche Recherchen zu solchen Themen) muss ich auch anmerken, dass es zu Redewendungen und Alltagssprache nur sehr wenig zuverlässige und umfassende Quellen im Internet gibt.
kuntzkids am 1. Februar 2008 12:19 Na, das kommt meiner Deutung ja recht nahe...

Habe gerade eine Weile gegoogelt, bin aber leider nur auf die "eiserne Ration" gestoßen. Übrigens auf einer interessanten Seite, wenn du dich für Redensarten interessierst: http://www.redensarten-index.de/register/r.php

Deine Aussage stimmt. Man kann da auch vom Notgroschen sprechen..Die Reserve, die man wirklich im Notfall braucht..
Diese Antwort überzeugt mich bisher am meisten.