Frage von AchimvderOsten, 59

Warum löst der FI Schutzschalter beim Betrieb des Pizzaofens aus?

Hallo, wir haben zwei Pizzaöfen, Marke Bartscher, Roma I, in Betrieb. Bis vor ein paar Wochen liefen die beiden Öfen problemlos. Nach der Wnterpause habe ich sie heute wieder eingeschaltet und während der Aufheizphase löst der FI Schutzschalter jetzt aus. Weder an der Verkabelung, noch an den Öfen wurden irgendwelche Veränderungen vorgenommen. Die Öfen hängen an einer separaten 25A Sicherung. Zu Testzwecken habe ich sie auch an eine 16A Sicherung angeschlossen. Die Sicherung löst NICHT aus.

Wo setze ich bei der Fehlersuche an, bzw. wie kann ich die Stromaufnahme einigermassen ungefährlich messen ?

Vielen Dank im Voraus. Mit freundlichen Grüßen Achim von der Osten

Antwort
von atoemlein, 15

Gerätespezifisch kenn ich mich nicht aus.

Aber ich hatte das schon bei mehreren Wärmegeräten. Meist kaum nachvollziehbar.

Das können ganz winzige Ablagerungen (Oxidationsstaub) zwischen den Heizdrähten und dem Hüllrohr von Heizelementen sein, welche temporär und kurzfristig die Isolation beeinträchtigen und den FI auslösen. Völlig überflüssigerweise eigentlich.

Oft kann ich dann durch mehrmaliges Einschalten des FI diese Brücke wieder "killen", und dann läuft das Ding.

In diesem Fall kämst du dem auch nicht messtechnisch auf die Schliche. Wenn du Techniker bist und weisst, was du tust, kannst du ja mal das Gerät ohne FI betreiben, und in den Erdleiter eine starke Glühlampe hängen (mind. 100W). Dann entdeckst du den Fehlerstrom vielleicht, wenn er gross ist, "siehst" du ihn.

Oft reicht es auch, das Heizelement 1mal ohne FI voll aufzuheizen, um jede Restfeuchtigkeit oder solche Ablagerungen wegzubringen.

Und wenn du an eine interne Ursache denkst, müsstest du dem halt systematisch auf den Grund gehen.

Antwort
von newcomer, 35

Den Fehlerstromschalter interessiert die Stromaufnahme nicht wirklich aber er ist sehr empfindlich wenn Strom über das Gehäuse sprich Schutzleiter zurück fließt. Es sieht sehr danach aus als ob irgendwo Isolationsfehler vor liegt. Dies können die Heizwendeln oder auch Verkabelung sein. Dafür gibt es spezielle Isolationsprüfgeräte aber bei manchen Isolationsschäden ist schon ein Ohmmeter sehr hilfreich. Bei einer guten Isolation haste einen Isolationswiderstand von 1000 Ohm pro Volt also bei 230V einen Widerstand von 230000 Ohm. Wenn nun dein Gerät eine Versorgungsspannung von 230V hat und der Fehlerstrommschalter einen Auslösestrom von 30 mA dann beträgt der Isolationswiderstand einen kleineren Wert als 7664 Ohm. Schalte die Öfen frei also vom Netz trennen und versuche mit entsprechenden Messgerät den Fehler einzugrenzen

Kommentar von nurlinkehaende ,

Ich würde den Elektriker rufen und das Gerät gegebenenfalls beim Hersteller/Verkäufer reklamieren.

Antwort
von diroda, 12

Die Steine/Isolierung im inneren nimmt Luftfeuchtigkeit auf. Die wird beim Aufheizen frei und führt an einer elektrisch schlecht isolierten Stelle zu einem Fehlerstrom der den FI auslösen läßt. Wenn der Ofen wieder richtig trocken ist, über 100 Grad aufgeheizt, dann sollte der Fehler verschwunden sein. Sonst muß mit einem Isolationsmeßgerät nachgemessen werden wo genau der Fehler liegt. Ein Gasofen wäre günstiger, schon weil Gas nur 1/4 des Strompreises pro KW kostet. Er ist auch schneller heiß und hat bei Bedarf eine größere Heizleistung.

Antwort
von AchimvderOsten, 20

Vielen Dank allen Antwortern. Au contraire, ich bin weder technischer Laie noch Unternehmer, die Prüffristen gem DGUV A3 sind mir hinlänglich bekannt. Eine Gefährdungsbeurteilung muss ich für Privatgemächer nicht machen, obwohl mancherorts sicherlich angeraten.

Somit sind die Gemeinplätze beiderseits abgegrast.

Mag sein, dass die Frage undeutlich gestellt wurde. Gesucht ist ein Messaufbau, in dessen Rahmen die Öfen ( beide nur privat genutzt ) getestet werden können. Weder mit Stromzange noch bei permanentem Anschluss eines Messgerätes an die Gehäuse kann die Ursache nachvollzogen werden. Es liegt weder Spannung am Gehäuse an, noch fliesst Strom an der Oberfläche. Beide Geräte sind absolut trocken gelagert worden, die Feuchtigkeit im Gerät hatte ich zuerst auch in Verdacht, aber die Öfen laufen an und nach der gleichen Zeitspanne tritt der Fehler bei beiden Geräten auf. Bis dahin sind die Geräte schon auf 176 °C aufgeheizt.

Da es sich um zwei separate Geräte handelt, lag die Vermutung nahe, es gibt eine gerätetypische, bekannte Ursache, wie den reichlich bekannten Elco bei den Samsung Fernsehern oder Yamaha Soundbars. Vorstellen konnte ich mir irgendeinen Temperatursensor, Thermoschalter oder Ähnliches, der (bewusst laienhaft ausgedrückt) beim Aufheizen die Leistungszufuhr erhöht.

Wenn ein Leser also von gerätetypischen Ursachen Kenntnis hat, gerne hier antworten. Auch Beschreibungen entsprechender Messaufbauten sind willkommen.

Vielen Dank im Voraus.

Kommentar von newcomer ,

welche Messgeräte liegen vor ? Bei Isolationswiderstandsmessung reicht eine Prüfspannung von 10 V nicht aus. Entweder leihste dir entsprechendes Gerät oder hast ein Netzteil bzw Transformator der galvanisch getrennt eine Prüfspannung von größer 100 V liefern kann. Diese Spannung legste zwischen Gehäuse also Schutzleiter und allen Phasen auch N des Prüflings. Wenn hierbei sehr viel Strom fließt liegt Isolationsschaden vor. Nun müssen alle Verbraucher z.B. Heizspiralen abgeklemmt werden und erneut geprüft. Falls dann Fehler verschwindet entsprechende Komponenten tauschen

Antwort
von RobRobsen04, 28

Ich gebe den "Newcommer" schon mal recht.

Wenn ich es richtig verstanden habe, sind die Verbraucher einige Zeit nicht verwendet worden. Da gerade bei Heizgeräten häufig Feuchtigkeit in die Heizelemente zieht, wenn diese längere Zeit nicht verwendet wurden, kann auch folgendes hilfreich sein. Heize die Öfen mehrmals langsam und vorallem getrennt auf. Wenn der FI danach nicht mehr auslöst dürfte alles OK sein.

Löst der FI weiterhin aus ist zu prüfen welche Verbraucher alle auf diesem Stromkreis sitzen und wieviel Ableitstrom jeder dieser einzelenen Verbraucher ableitet. Also alle weiteren verbraucher welche auf disem Stromkreis hängen ausschalten und abziehen. Jetzt alles Ok, dann ist die Summe der Ableitströme durch die einzelnen Verbraucher zu hoch oder ein Gerät hat einen Fehlerstrom (Isolationsfehler).

Zusätzlich solltest Du als Unternehmer wissen, dass Du Deine elektrischen Betriebsmittel, nach Erstellung einer Risiko- und Gefährdungsanalyse öfter mal auf elektrische Sicherheit überprüfen lassen musst und dies von einem Elektrofachmann. Die Prüffristen dürften bei einem Restaurant zwischen alle 6 Monate bis zu 1 x im Jahr liegen.

Grundsätzlich sollten Probleme mit der Elektrik oder elektrischen Betriebsmitteln immer nur vom Fachmann behoben werden!

Viele Grüße ROBsen

Antwort
von realistir, 19

Tja nun haben wir wieder das Problem, wie machen wir einem Fachunkundigen gewisse technische Zusammenhänge verständlich ;-)

Zuerst einmal, der FI hieß ursprünglich -vor dem eindeutschen ;-) - Fehlerstrom-Schutzschalter. Nimmt man deutsche Sprache auch mal extrem "wörtlich" dann dürfte doch Fehlerstrom etwas aussagen ;-)

Ein Fehlerstrom läuft also nicht die üblichen Wege, die er gefälligst laufen sollte, sondern ein Teil davon läuft auf Umwegen.

Konkretisieren wir das mal weiter, dann sollte doch klar sein, alles was man üblicherweise beim bedienen berühren und händisch begreifen kann, darf keinerlei elektrisch gefährliche Sache werden.

Also alle Metallteile des Ofens haben Spannungsfrei zu sein und zu bleiben.
Der Fi überwacht das sinngemäß und bemerkt, es nimmt ein Teil der elektrischen Energie den Umweg über das Metall. Und weil man das angreifen kann und ja auch oft angreifen können muss, muss sicher gestellt werden da kann kein technischer defekt ein Problem verursachen.

Soweit mal das grundlegende. Nun kommt natürlich für dich die Frage auf, wieso zeigt sich nach Wochen ohne Betrieb so ein Problem zustande, es hat doch niemand etwas verändert.

Tja, das Problem liegt wie sonst teilweise im Winter bei Heizungsproblemen an der sowieso vorhandenen Luftfeuchte. Feuchte ist ein elektrisch halbwegs guter Leiter. Folglich kann es an Stellen, die elektrisch nah beieinander liegenden Teilen durch Feuchtebrücken zu besagtem Problem führen.

Das ließe sich vesuchsweise korrigieren, indem du wie jemand schon vorgeschlagen hast, durch langsameres aufheizen des Ofens diese eventuell problematische Feuchte verschwinden lässt, indem es durch aufwärmen verdampt wird, das feuchte etwas.

Falls das gelingt, lag nur so ein feuchteproblem vor. Gelingt das nicht, liegt ein technischer Fehler vor, ähnlich Materialermüdung und dann muss dieses gefunden und beseitigt werden. Das wird dann aber Aufgabe eines Elektrosachverständigen.

Antwort
von AchimvderOsten, 6

Danke an alle Beitragenden !

Ofen 1: Langsam , schrittweise aufgeheizt, Feuchtigkeit ist raus = Ofen läuft wieder !

Ofen 2: Gleiches Prozedere, alles wieder gut !

Nochmals herzlichsten Dank für alles !

Gruss

Achim

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