Warum ist Sozialismus nichts Gutes?

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9 Antworten

warum gibt es Parteien, die noch heute dafür eintreten, obwohl auch diese wissen müssten, dass es bessere Lösungen gibt?

Welche besseren Lösungen gibt es denn?

Ist es nicht ähnlich, wie mit der APPD, die anscheinend nur für Anarchie steht oder der NSDAP, die für Diktatur steht? Das ist doch Blödheit pur.

Fassen wir mal zusammen: Du weißt nicht, warum der Sozialismus gut oder eben nicht gut ist. Aber du nennst jene, die glauben, dass er gut ist, "blöd".

... sowas nennt man "borniert". Bist du borniert, LauneDerNatur?

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warum Sozialismus nicht funktioniert oder nicht funktioniert hat

Im einfachsten (und kürzesten) Fall: Sozialismus setzt zwei Dinge voraus:

  1. Sehr gute Allgemeinbildung, denn es ist viel Mitdenken und selbständiges Handeln der Bürger erforderlich.
  2. Da der Kapitalismus große Angst vor ihm hat, braucht er eine Welt mit weniger aggressivem Kapitalismus (oder eben ohne Kapitalismus).

Wo liegen die Probleme?

So kurz wie möglich zusammengefasst: Sozialismus braucht Bürger mit guter Allgemeinbildung und sozialer Empathie; also das genaue Gegenteil dessen, was der Neoliberalismus predigt...

Fehlen diese Voraussetzungen, wird es schwierig, das System zu stabilisieren, denn der Sozialismus setzt voraus, dass die Menschen bereit sind, die Gesellschaft nicht über Gebühr zu beanspruchen, um so Platz für wirklich Hilfebedürftige zu haben.

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Warum ist Sozialismus nichts Gutes?

Da im Sozialismus alle gleich behandelt werden und alle "gleich reich" bzw. "gleich arm" sind, ist Sozialismus der Horror für die Reichen und Mächtigen auf dieser Welt. Deshalb geben sie sich sehr - wirklich SEHR - große Mühe, dich ebenfalls glauben zu lassen, dass der Sozialismus schlecht wäre.

Und ja, er IST schlecht: Im Sozialismus wirst du NIEMALS zu den Superreichen gehören, denn die werden enteignet und es gibt schlicht keine Superreichen. 

Gut, im Kapitalismus wirst du auch NIEMALS zu den Superreichen gehören, denn Viel reicht bekanntlich immer nur für Wenige. Aber das ist nicht so schlimm, denn dafür opfern sich andere Reiche für dich und nehmen den Reichtum in Pflege...

Und damit das noch eine ganze Weile so bleiben kann, strengen die Reichen und Mächtigen auf dieser Welt sich ordentlich an, damit du auch morgen noch glaubst, dass ein System, in dem ALLE die gleichen Rechte und Pflichten haben, "nicht gut" ist...

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Kommentar von paulklaus
18.05.2016, 13:25

DH !!! SUPER !!!

pk

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Der sozialistische Gedanke an sich ist nicht verkehrt. Er scheitert aber an zwei Dingen.

Zum Einen scheitert er am Egoismus des Menschen. Es wird immer Menschen geben, die sich auf Kosten Anderer bereichern und es wird immer Menschen geben, die sich nicht ins Kollektiv einbringen. 

Zum Anderen schränkt der Sozialismus die Freiheit des Einzelnen ein, da er sich dem Kollektiv unterzuordnen hat. So wird immer ein Widerspruch zwischen Sozialismus und Rechtsstaatlichkeit bestehen. 

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Einfache Antwort: Der Sozialismus, der ein Staatskapitalismus war, hat nicht funktioniert. Fertig. D.h. auch Kapitalismus funktioniert nur, wenn er richtig organisiert ist. Als Staatskapitalismus von einer Partei zentral verwaltet hat es nicht funktioniert.  Wenn von gläubigen Sozialisten und Kommunisten behauptet wird, der Kapitalismus (privat organisiert mit starker staatlicher Lenkung) würde auch nicht funktionieren: Er funktioniert nicht überall toll, aber er funktioniert und die einzigen kommunistischen Parteien, die sich noch halten können, wie China und Vietnam, haben sich der privatkapitalistischen Organisationsform geöffnet. Das ist Stand jetzt.

Warum Sozialismus in der z.Zt. vertretenen Form nicht funktioniert und immer wieder scheitert? Jede funktionierende Wirtschaft benötigt ein Gleichgewicht zwischen Produktion und Güterverteilung. Eine Ideologie, die als Abwehrideologie nur Verteilungsgerechtigkeit im Sinn hat, verteilt halt so lange, bis die Regale leer sind. Dann verteilt sie Armut. Das konnte man im ganzen Osten studieren. Grundlage der Idee der Verteilungsgerechtigkeit ist ein idealistisches Menschenbild. Da gibt es keine Fleißigen und keine Faulen. Daran ist NUR die Gesellschaft schuld. Jede realistische Erfahrung zeigt, dass das nicht stimmt. Der Wunschkonzert-Sozialismus will mit dem Kopf durch die Realitätenwand. Der Wunschkonzert-Sozialismus ist kindisch, träumt von Schlaraffia. Der Wunschkonzert-Sozialismus ist eine Looserbewegung, die keine Verantwortung für das eigene Versagen übenehmen will. Das kannst Du schon bei Nietzsche nachlesen, der war da sehr klarsichtig.

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Kommentar von Unsinkable2
18.05.2016, 15:37

Glückwunsch, berkersheim! Ganz ehrlich. 

Im Vergleich zu unseren Debatten vor einiger Zeit sehe ich einen unzweifelhaften Quantensprung. 

Ich habe nur zwei Anmerkungen zu deiner Einlassung: 

Das kannst Du schon bei Nietzsche nachlesen, der war da sehr klarsichtig.

1.) Nietzsche gilt nicht umsonst als "Philosoph des Kapitalismus". Insofern könnten Sozialismus-Gläubige mit gleichem Recht den "klarsichtigen Marx" referenzieren, um ihre Argumentation zu untermauern. ;)

Jede realistische Erfahrung zeigt, dass das nicht stimmt.

2.) Die Formulierung "Jede realistische Erfahrung zeigt, dass das nicht stimmt." lässt sich wortgleich - und deren folgende Sätze lassen sich synonym - auf den Kapitalismus anwenden.

Es ist in den vergangenen 60, 70 Jahren in KEINEM EINZIGEN kapitalistischen Land gelungen, "Wohlstand für alle" zu erreichen. Selbst von "Wohlstand für die Mehrheit" entfernen wir uns stetig. Es ist nicht einmal gelungen, das System gegen Krisen abzusichern und damit der Gesellschaft einen langfristig stabilen Halt zu geben. 

Tatsächlich würde eine Krise von gleichem Ausmaß, wie jene '08er Krise, zahlreichen weiteren Staaten (darunter unter Umständen sogar Frankreich und Deutschland) das finanzielle und politische Genick brechen. Und dass die USA nicht als "bankrott" gelten, obwohl sie pleiterer als Griechenland sind und entsprechende "Sanierungs-Reformen" dort noch nicht einmal angedacht wurden, man also stramm den bisherigen Kurs hält, ist ebenfalls lediglich der Tatsache geschuldet, dass die Rating-Agenturen und Banken sich des eigenen Bodens berauben würden.

Vielmehr hangelt man sich seit 2008, das ist mittlerweile fast ein ganzes Jahrzehnt, nur noch von Brennpunkt zu Brennpunkt; ohne absehen zu können, wann die bestehende Krise enden könnte. Und mehr noch: Die Warnrufe vor der nächsten "Krisen-Welle" werden immer lauter; obwohl noch nicht einmal die alte Krise überstanden ist.

Insofern will, um es mit deinen Worten zu sagen, der "Wunschkonzert-Kapitalismus mit dem Kopf durch die Realitätenwand". Seine Apologeten behaupten bis heute, das "wahre Licht" zu sehen. Doch sie sind die einzigen. Und das auch nur, weil sie fest daran glauben, dass sie es irgendwann sehen werden...

Diese Ausbeute ist nach, wie gesagt, 60, 70 Jahren dann doch ziemlich mager, nicht wahr?! "Er funktioniert nicht überall toll, aber er funktioniert." ist also wohl mehr eine religiöse als eine faktenbasierte Behauptung...

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Sozialismus setzt voraus, dass Menschen sehr, sehr solidarisch miteinander sind. Dass sie sich voll ins Zeug legen, selbst wenn es nicht ihnen persönlich, sondern der Allgemeinheit zu Gute kommt.

Nun ist es aber so, dass man die positiven Auswirkungen viel eher merkt, wenn man sich hauptsächlich für sich selbst ins Zeug legt, als noch für 1000 andere. Das führt über kurz oder lang zu abnehmender Gesamtmotivation - man tut nur das Nötigste, was erforderlich ist, aber geht keine Extrameile. Zwar sind die Lebensverhältnisse gleicher (=gerechter?), aber auf niedrigem Niveau.

Ein weiteres Problem ist: wie geht man mit denen um, die sich nicht solidarisch verhalten wollen? Da gibt es historisch einige Lösungsversuche (ins Lager stecken und umerziehen - oder gleich an die Wand stellen und erschießen). In Summe gab es Millionen Tote und der Sozialismus hatte einen schlechten Ruf als "menschenverachtend" am Hals.

Dass es heute noch Sozialisten gibt liegt vor allem daran, dass auch der Kapitalismus eine häßliche Fratze haben und menschenverachtend sein kann.

Die NSDAP war auch sozialistisch, aber nur auf Ebene der eigenen Nation. Das heißt "nationalsozialistisch": Mit Volksgenossen hat man solidarisch zu sein, mit anderen aber nicht. Während der "echte" Sozialismus eine internationale Solidarität einfordert.

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Kommentar von LauneDerNatur
17.05.2016, 22:31

Moment mal... Sind Sozialismus und Kapitalismus nicht zwei Seiten der selben Medaille? ... Und was ist mit der SPD? Dort, gerade bei den Jusos, heißt es doch oft im Schriftverkehr am Ende "Mit sozialistischen Grüßen". Und der Unterschied zwischen "sozialistisch" und "nationalsozialistisch" ist doch letztendlich dann auch nicht mehr besonders groß.

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Kommentar von Thogepi
18.05.2016, 00:15

der Unterschied zwischen sozialistisch und nationalsozialistisch ist gewaltig. um nicht zu sagen das genaue Gegenteil.

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Du kannst genauso gut fragen warum Kapitalismus Nichts Gutes ist:

Kapitalismus funktioniert nicht:

1. Erfordert unendliches Wachstum -> unmöglich -> Immer wieder große Kriegs-Zerstörung ( großer Krieg ) erforderlich

2. Bringt Schuld-Geld-System mit Geldvermögen = Schulden -> Beides Wächst bis zur Katastrophe / Super-GAU ... Geld konzentriert sich immer mehr bei Wenigen -> Vorabend der Französischen Revolution droht 

3. Bringt "Geplante Obsoleszenz" mit sich -> Verbrauch aller Rohstoffe & Zerstörung der Umwelt 

4. Privat ( Reiche) gesteuerte diktatorische "Zentralbanken" wie die private FED ... Noch unabhängig: Syrien, Iran, Nordkorea ... John F. Kennedy versuchte die FED zu beenden & wurde dafür ermordet durch mehrere ( von der privaten "FED" finanzierte) Schützen

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Kommentar von LauneDerNatur
17.05.2016, 22:50

Ist das so? Konkret wegen diesem Vorhaben, das er hatte? Gibt es dazu Beweise, dass er die FED beenden wollte? ... Bitte um Beweise, z.B. eine Rede oder so. Desweiteren bitte ich darum, mir weitere Länder aufzulisten, die keine Zentralbanken haben.

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Kommentar von LC2015
17.05.2016, 23:41

Du wirfst einige Sachen durcheinander. Im Kern ist Kapitalismus lediglich eine Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung die auf Privateigentum an den Produktionsmitteln aufbaut und im Allgemeinen einen freien Markt zur Steuerung von Produktion und Konsum benutzt.

Dass Wachstum erforderlich ist, resultiert nicht aus dem Kapitalismus selbst, sondern u.a. aus dem Schuldgeld-System. Somit stellt dein erster Punkt schon mal keine Kritik an Kapitalismus im engeren Sinn dar.

Auch 3. ist keine Kritik am Kapitalismus selbst, sondern an den Teilnehmern.

Abschließend ziehe ich noch meinen Aluhut aus Anerkennung. Solch "gewagte Thesen", wie du sie unter 4. nennst, muss man sich erst mal ausdenken können. Auf belastbare Belege werde ich wohl vergeblich warten.

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Du stellst hier eine voreingenommene Suggstivfrage, genährt aus einem borniert-kleinbürgerlichen Bewußtsein.

Sozialismus ist die notwendige Antwort auf einen Kapitalismus, der aus allen Fugen geraten ist u.o. der von den breiten Massen, allen voran den Lohnabhängigen nicht mehr gewollt wird. Dabei bieten heirfür die entwickelsten kapitalistischen Staaten die günstigsten Voraussetzungen, schon weil so die materielle Basis bereits da ist, auf der der Sozialismus angewisen ist, schließlich will er den Lebensstandard der Bevölkerungsmajorität anheben sowie maßgeblich die Sozialleistungen verbessern.

Ideale Voraussetzungen für einen Sozialismus sind z.B. verlorene Kriege, denn die verhindern einen Hurra-Patriotismus und generieren viel Leid, was dann Menschen revolutionär werden lassen kann.

Der Sozialismus ist eigentlich nicht die wirkliche Alternative zum Kapitalismus, dies ist vielmehr der Kommunismus, allerdings das erforderliche Sprungbrett um in Letzteren hineinzugelangen.

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Kommentar von paulklaus
18.05.2016, 13:26

DH ! DANKE !

pk

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Das "Warum" kann ich dir schlecht erklären, aber wie der Sozialismus so funktioniert, das kann ich mal versuchen:

Stell dir vor, die Sahara wird sozialistisch. Da kannst du davon ausgehen, dass nach drei Jahren der Sand knapp wird.

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in freiwilligem Handel geht es jedem Teilnehmer durch die interaktion besser, sonst käme sie nicht zustande, dadurch entsteht ein Preismechanismus, der dir zeigt ob deine Handlungen Wert schaffen oder vernichten, und Wertschöpfung mit Gewinn, und damit langfristig mehr Kontrolle über wervolle Ressourcen, belohnt

zum Beispiel wenn dir ein Energy Drink mehr wert ist, als er kostet, kaufst du ihn (die eine oder zwei Dosen die dir mehr wert sind als ihr Preis), während dem Verkäufer die Bezahlung mehr wert ist, schließlich ist sie höher, als was er für die Rohstoffe und Produktion zahlen musste, und das an jemanden dem die Rohstoffe weniger Wert waren als diese niedrigere Bezahlung

Somit zeigt der Preismechanismus in dem Beispiel, dass das Herstellen eines Energy Drinks das menschliche Wohlbefinden erhöht, und das gleiche für jeden Handel in einem freien Markt

Sobald jedoch Handlungen erzwungen weren, gibt es keine Möglichkeit herauszufinden ob das Endprodukt mehr oder weniger wert ist, als die dafür verwendeten Ressourcen. Das ist ein Problem jeder staatlichen Handlung, aber extremer je mehr zentralgeplant wird

Im Sozialismus könnten selbst die wohlwollendsten Führer keinen Wohlstand erzeugen, schließlich fehlt jede Möglichkeit für sie herauszufinden, ob sie das wirklich tun

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