Frage von JohnMill89, 108

Warum ist die englische Aussprache anders als die Rechtschreibung?

Einige Wörter sind in ihrer Aussprache anders als in ihrer Rechtschreibung. Woran liegt das?

Antwort
von OlliBjoern, 18

An sich ist dieser Umstand nicht selten (auch im Deutschen wird vieles "unerwartet" ausgesprochen, man denke nur an die komischen Konstellationen "ch" und "sch" - dazu könnte man einiges schreiben).

Nun zum Englischen: das liegt unter anderem an einer Lautverschiebung, die man "Tudor vowel shift" nennt. Diese sorgte dafür, dass man "light" "lait" ausspricht, "i" wurde zu "ai", und das "gh" wurde stumm. Auch "sight" "might" "fight" und andere Wörter fallen darunter.

In Scots (einem älteren englischen Dialekt, welches man in Teilen Schottlands spricht) ist die Aussprache des Wortes "light" ähnlich wie im Deutschen "Licht".

In vielen Sprachen ist die Schreibweise konservativer als die Aussprache, die sich im Laufe der Zeit änderte. Gerade auch Französisch bewahrt eine sehr konservative (latein-ähnliche) Schreibweise, während sich die moderne Aussprache des Französischen in eine deutlich andere Richtung entwickelt hat als z.B. die italienische.

Antwort
von Pudelcolada, 20

Das kommt jedem Nicht-Muttersprachler so vor, der eine Fremdsprache an der Art und Weise misst, wie in seiner eigenen Muttersprache die Buchstaben alleine oder in Kombination ausgesprochen werden.

Italiener urteilen über das Deutsche ganz genauso: "Wieso sprechen die Deutschen die Buchstaben nicht so aus, wie sie geschrieben werden, also so wie wir Italiener?"
Aber wehe, Du stellst die Gegenfrage alleine nach den Ausspracheregeln für "C" und "G"...

Oder erkläre mir doch mal bitte in wenigen Sätzen, warum manche deutschen Wörter zwar mit einem "W" oder "F" gesprochen, aber mit "V" geschrieben werden, oder die Schreibregeln für die Vokaldehnung...

Im Englischen ist die Sache vielleicht noch schwieriger, da die Aussprache zuerst sehr stark von den Römern und danach von den Normannen beeinflusst wurde.
Wenn Du Dir die englischen Ausspracheregeln anschaust, wirst Du viele Gemeinsamkeiten zum Italienischen und Französischen feststellen, aber auch zum Altdeutschen ohne die Lautverschiebungen.
(Das Niederländische ist dem Englischen in der Aussprache näher als unser heutiges Deutsch)

Fazit:
Jedes Sprachvolk hält seine eigene Aussprache von Buchstaben und Kombinationen für die einzig logische.

Kommentar von earnest ,

Ich bin mir sicher, dass kein denkender Brite die Ausspracheregeln seiner Sprache - in Beziehung gesetzt zur Schreibung der Wörter - für die einzig logische hält.

Kommentar von Pudelcolada ,

Ok, das war überspitzt formuliert...

Aber der FS ist auch ein denkender Mensch, die Italiener, die ich kenne, sind es ebenso.
Trotzdem scheinen beim Thema Aussprache viele Leute automatisch von ihren muttersprachlichen Regeln als Maß auszugehen.

Oder fragst Du Dich, warum Lohn, Moos, Hose, Kloß bei gleicher Vokalaussprache so verschieden geschrieben werden?

Oder die Anfangskonsonanten bei Vase und Waage, Phase und Fase?

Erkläre mal einem Italiener das Umlautkonzept, dass also z.B. der gesprochene Umlaut "oi" geschrieben als "eu" oder "äu" daherkommen kann, dass ein "Y" mal als "i" und mal als "ü" gesprochen wird.

Und vor der Rechtschreibreform kam ja noch das weite Feld "ss" und "ß" dazu... inzwischen sind ja Konjugationsformen wie "liest", "gießt", "hieß" und "ließ" halbwegs schlüssig erklärbar...

Klar gibt es dafür Gründe, aber für einen Nicht-Muttersprachler sieht das doch zunächst erst einmal sehr seltsam aus.
Schon muttersprachliche Grundschüler raufen sich die Haare...

Antwort
von derDennis97, 84

Ist im Französischen noch viel schlimmer (bordeaux - "bordo"). Aber selbst im Deutschen schreiben wir "Euch" und nicht "Oich".

Allerdings ist das englische Alphabet ja auch "anders", also die Buchstaben an sich werden auch anders betont. E = I, A = Äi, usw ...

Kommentar von martinzuhause ,

ist im deutschen noch schlimmer. in berlin sagt man "gaul" und schreibt "Pferd".

Kommentar von derDennis97 ,

:D oder Klepper

Kommentar von VeICoR ,

:D

Kommentar von earnest ,

... un dich sage: "Fehhrt", lieber martin. 

Kommentar von Bambi201264 ,

Im Deutschen meint man: Entschuldigung, ich habe Ihren letzten Satz nicht verstanden. Können Sie den bitte nochmal wiederholen

und sagt: Hä? XD

Kommentar von OlliBjoern ,

Das englische Alphabet ist verschieden von unserem, das deutsche Alphabet hat die zusätzlichen "Umlaute" ä, ö, ü, und auch das Zeichen "ß".

Strenggenommen werden keine Buchstaben gesprochen, sondern Phoneme. Wir lesen zwar Buchstaben, setzen aber beim lauten Vorlesen in Phoneme um, dieser Prozess ist je nach Sprache unterschiedlich.

Zwar haben manche Buchstaben eine eindeutige Korrespondenz zu einem Phonem, jedoch ist es recht häufig, dass die Zuordnung nicht eindeutig ist, so dass man das ganze Wort betrachten muss.

"eu" wird im Deutschen "oi" ausgesprochen, das hast du ja schon richtig erwähnt. Auch wird "sch" nicht wie ein "s" + "ch" ausgesprochen (diese Phonetik gibt es aber im Holländischen), es ist ein eigenes Phonem (das keinen einzelnen Buchstaben hat im Deutschen; im Kroatischen wird dafür "š" geschrieben).

Betonung ist auch etwas anderes. Damit meint man die Frage, auf welcher Silbe ein Wort betont wird. "Blumentopferde" wird auf der ersten Silbe betont "Blúmen'topf'erde" (mit ' als glottal stop), wenn man betont "Blumènto'pferde" hat man eine Betonung auf der zweiten Silbe (und wenn man den glottal stop, also die "Pause" vor "Pferde" macht, verdeutlicht man, dass man eine Art "Pferde" beschreiben möchte).

Antwort
von Bambi201264, 41

Kaine Ahnunk, daß iß im Doitschen ja überhaupt nich so.

Da musstu mal die Ekspährtn fragen, ich kanns Dihr nich sagn. :)

Expertenantwort
von Bswss, Community-Experte für Englisch, 13

Weil sich im Lauf von ca. 1000 Jahren  die Aussprache der englischen Wörter geändert (meist: vereinfacht) hat, die Schreibung aber oft nicht.

z.B. Wörter wie "thought" , "which", "receipt", "were"....

Antwort
von maxi6, 41

Das sind die Eigenheiten der Sprache und die gibt es in jeder mir bekannten Sprache, nämlich dass Wörter anders ausgesprochen werden, als man sie schreibt.

Ist im Grunde genommen nur eine Sache des Lernens und dann beherrscht man das auch.

Kommentar von earnest ,

Das ist aber nicht überall so extrem wie im Fall Englisch.

Kommentar von maxi6 ,

Da ich Englisch sehr gut beherrsche, ist mir das bisher noch nicht gross aufgefallen und ich hatte auch noch nie Probleme damit.

Ich persönlich finde jedenfalls die slawischen Sprachen, wie z.B. kroatisch einiges schwerer, vor allem von der Grammatik her, denn da ändern sich, je nach Fall sogar Eigennamen von Städten, oder es fehlen Vokale in den Wörtern, dann bricht man sich mindestens 3 x die Zunge, wenn man sie spricht.

Kommentar von earnest ,

Wenn dir das noch nicht aufgefallen ist, empfehle ich dir die Antwort von Astrid.

Expertenantwort
von AstridDerPu, Community-Experte für Englisch, Grammatik, Sprache, 26

... und warum nicht?

Während wir im Deutschen im Großen und Ganzen nach der Schrift sprechen, ist das in anderen Sprachen - beileibe nicht nur im Englischen - eben anders.

George Bernard Shaw hat in einem Vorwort zu seinem Gedicht English Pronunciation wie folgt geschrieben:

If you can pronounce correctly every word in this poem, you will
be speaking English better than 90% of the native English speakers in
the world.

Dearest creature in creation,

Study English pronunciation.

I will teach you in my verse

Sounds like corpse, corps, horse, and worse.

I will keep you, Suzy, busy,

Make your head with heat grow dizzy.

Tear in eye, your dress will tear.

So shall I! Oh hear my prayer.

Just compare heart, beard, and heard,

Dies and diet, lord and word,

Sword and sward, retain and Britain.

(Mind the latter, how it's written.)

Now I surely will not plague you

With such words as plaque and ague.

But be careful how you speak:

Say break and steak, but bleak and streak;

Cloven, oven, how and low,

Script, receipt, show, poem, and toe.

Hear me say, devoid of trickery,

Daughter, laughter, and Terpsichore,

Typhoid, measles, topsails, aisles,

Exiles, similes, and reviles;

Scholar, vicar, and cigar,

Solar, mica, war and far;

One, anemone, Balmoral,

Kitchen, lichen, laundry, laurel;

Gertrude, German, wind and mind,

Scene, Melpomene, mankind.

Billet does not rhyme with ballet,

Bouquet, wallet, mallet, chalet.

Blood and flood are not like food,

Nor is mould like should and would.

Viscous, viscount, load and broad,

Toward, to forward, to reward.

And your pronunciation's OK

When you correctly say croquet,

Rounded, wounded, grieve and sieve,

Friend and fiend, alive and live.

Ivy, privy, famous; clamour

And enamour rhyme with hammer.

River, rival, tomb, bomb, comb,

Doll and roll and some and home.

Stranger does not rhyme with anger,

Neither does devour with clangour.

Souls but foul, haunt but aunt,

Font, front, wont, want, grand, and grant,

Shoes, goes, does. Now first say finger,

And then singer, ginger, linger,

Real, zeal, mauve, gauze, gouge and gauge,

Marriage, foliage, mirage, and age.

Query does not rhyme with very,

Nor does fury sound like bury.

Dost, lost, post and doth, cloth, loth.

Job, nob, bosom, transom, oath.

Though the differences seem little,

We say actual but victual.

Refer does not rhyme with deafer.

Foeffer does, and zephyr, heifer.

Mint, pint, senate and sedate;

Dull, bull, and George ate late.

Scenic, Arabic, Pacific,

Science, conscience, scientific.

Liberty, library, heave and heaven,

Rachel, ache, moustache, eleven.

We say hallowed, but allowed,

People, leopard, towed, but vowed.

Mark the differences, moreover,

Between mover, cover, clover;

Leeches, breeches, wise, precise,

Chalice, but police and lice;

Camel, constable, unstable,

Principle, disciple, label.

Petal, panel, and canal,

Wait, surprise, plait, promise, pal.

Worm and storm, chaise, chaos, chair,

Senator, spectator, mayor.

Tour, but our and succour, four.

Gas, alas, and Arkansas.

Sea, idea, Korea, area,

Psalm, Maria, but malaria.

Youth, south, southern, cleanse and clean.

Doctrine, turpentine, marine.

Compare alien with Italian,

Dandelion and battalion.

Sally with ally, yea, ye,

Eye, I, ay, aye, whey, and key.

Say aver, but ever, fever,

Neither, leisure, skein, deceiver.

Heron, granary, canary.

Crevice and device and aerie.

Face, but preface, not efface.

Phlegm, phlegmatic, ass, glass, bass.

Large, but target, gin, give, verging,

Ought, out, joust and scour, scourging.

Ear, but earn and wear and tear

Do not rhyme with here but ere.

Seven is right, but so is even,

Hyphen, roughen, nephew Stephen,

Monkey, donkey, Turk and jerk,

Ask, grasp, wasp, and cork and work.

Pronunciation (think of Psyche!)

Is a paling stout and spikey?

Won't it make you lose your wits,

Writing groats and saying grits?

It's a dark abyss or tunnel:

Strewn with stones, stowed, solace, gunwale,

Islington and Isle of Wight,

Housewife, verdict and indict.

Finally, which rhymes with enough,

Though, through, plough, or dough, or cough?

Hiccough has the sound of cup.

My advice is to give up!!!

AstridDerPu

Kommentar von dutch888 ,

haha echt super xD

Antwort
von Killerherzchen, 24

Das ist doch in jeder Sprache (wird ja zB. Schprache ausgesprochen) so. Im Englischen werden ja auch die Buchstaben anders ausgesprochen (e->i usw.), deshalb merken es die Amerikaner/Engländer wahrscheinlich gar nicht groß. Wie du es ja im Deutschen auch nicht bemerkt hast ;)

Antwort
von Hardware02, 25

Die Aussprache ist in jeder Sprache anders als die Rechtschreibung!

Antwort
von Guz88, 6

Das ist nunmal so.

Expertenantwort
von earnest, Community-Experte für Englisch, Grammatik, Sprache, 10

Das ist - philosophisch und ökomisch betrachtet, John Stuart Mill - ganz einfach:

Die englische Rechtschreibung hat sich seit Jahrhunderten kaum verändert; die Aussprache aber sehr wohl.

Ich nehme aber an, dass Euer Ehren das schon wissen.

Gruß, earnest


Kommentar von earnest ,

P.S.: "Einige" Wörter find' ich gut ... 

;-)

Antwort
von martinzuhause, 51

das ist in jeder sprache so.

Kommentar von earnest ,

Aber keineswegs überall so extrem wie bei der englischen Sprache. 

Gegenbeispiel: das fast "phonetische" Italienisch. Oder Spanisch. Oder Kisuaheli, Oder ...

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