Frage von Twiedel, 517

Warum besitzt die Ostsee keine Ebbe/Flut?

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von nurlinkehaende, 425

Die Flutwelle entsteht durch die Anziehungskraft des Mondes. Also muss sich diese Welle auch irgendwie in die Ostsee hineinbewegen und das ist nicht ganz so einfach.

Das Meer zwischen Dänemark und Schweden ist eher flach, es ist verwinkelt mit Inseln dazwischen und auch kein sehr breiter Zugang. Dazu kommt noch, dass die Richtung vom Skagerrak bis ind die offene Ostsee zweimal wechselt (nach Süden und dann nach Osten).

Daher hat die Ostsee einen relativ geringen Tidenhub (Unterschied zwischen Ebbe und Flut).

Das kann man übrigens auch sehr gut in einigen Fjorden Norwegens beobachten. Schmaler und seichter Zugang zum Fjord und schon hat man gerade mal 30-40 cm Höhenunterschied.

Antwort
von Schnuppi3000, 341

In der Ostsee gibt es Ebbe und Flut allerdings aufgrund der relativ abgeschlossenen Lage nicht so stark ausgeprägt.

Kommentar von Twiedel ,

Eventuell bin ich zu dämlich das zu verstehen , aber was meinst du mit abgeschlossener Lage ? :D

Kommentar von Schnuppi3000 ,

Eine relativ kleine Wasserfläche im Vergleich zu anderen Meeren

Antwort
von ponter, 170

Es gibt Ebbe und Flut in der Ostsee, allerdings wenig spürbar.

Die Ursachen der Gezeiten der Meere gehen auf die Anziehungskräfte von Mond und Sonne auf den Wasserkörper der Erde zurück. Ebbe und Flut sind daher weltweite Erscheinungen. Allerdings sind ihre Ausprägungen sehr unterschiedlich.

Das liegt daran, dass noch viele weitere Faktoren die regelmäßigen Schwankungen des Meeresspiegels beeinflussen. Deshalb kann der Höhenunterschied zwischen Hochwasser und Niedrigwasser, der sogenannte Tidenhub, an den Küsten sehr stark voneinander abweichen. Der mittlere Tidenhub der Küsten liegt bei 1,5 bis 2 Metern. Mit den höchsten Tidenhub von 16 Metern findet man in der Fundy Bay in Kanada. In Europa lassen sich in der Bretagne und der Normandie Tidenhübe zwischen 6 bis 12 Metern beobachten. Bei flach abfallenden Küsten können große Flächen des Meeresbodens trockenfallen, was zur Ausbildung des Wattenmeeres führt, wie es von der Nordsee bekannt ist.

Damit sich ein in regelmäßigen Abständen wandernder Flutberg in entsprechenden Gezeiten niederschlagen kann, bedarf es großer Wasserflächen beziehungsweise entsprechender Verbindungen zu ihnen. Das ist bei den sogenannten Binnenmeeren wie Mittelmeer, Marmarameer, Schwarzes Meer und auch der Ostsee nicht gegeben. Deshalb machen sich Ebbe und Flut dort nur sehr schwach bemerkbar. Die Ostsee zum Beispiel verfügt nur über einen schmalen und zudem über die Nordsee nur indirekten Zugang zum Nordatlantik. Und in den sechs Stunden, wo sich Gezeiten in aller Regel abwechseln, können diese Gezeiten-Kräfte nicht so viel Wasser durch die schmale Meerenge drücken, dass eine richtige Flut zu Stande kommt. Die Nordsee hingegen hat eine breite Verbindung zu dem Weltmeer, was sich in entsprechend starken Gezeiten auswirkt.

Obwohl die Ostsee ein gezeitenschwaches Meer ist, kann es dort trotzdem zu starken Meeresspiegelschwankungen kommen. Es handelt sich dabei aber um sogenannte Sturmhochwasser, die bei bestimmten Luftdruckverteilungen über der Ostsee auftreten. Bei solchen, durch Stürme hervorgerufenen Hochwassern, hat der Wasserstand z.B. im östlichen Küstebereich Deutschlands, schon die 3-Meter-Marke überschritten.

Bei starken bis stürmischen Ostwinden gibt es an einigen Küstenbereichen teilweise erhebliche Abbrüche der Küste.

Dagegen bewirkt Wind aus westlichen Richtungen oftmals Flachwasser und führt u.a. dazu, dass einige Häfen an der Ostseeküste nicht mehr von Schiffen angelaufen werden können.


Antwort
von LittleLizzle, 146

Es gibt da Ebbe und Flut, nur nicht so sichtbar wir beispielsweise in der Nordsee.

Antwort
von derhandkuss, 119

In der Ostsee gibt es sehr wohl die Gezeiten ("Ebbe und Flut"). An der Nordsee beträgt der mittlere Tidenhub (Unterschied zwischen Hoch- und Niedrigwasser) durchaus 2-3 Meter. An der Ostsee hingegen sind das nur rund 30 cm. Du nimmst das also mit dem Auge kaum wahr!

Antwort
von IngmarGustav, 92

Hej Twiedel,

der Ostsee besitzt kein Tidenhub, weil er streng genommen gar kein Meer ist. Deshalb heißt er ja auch der Ostsee und nicht die Ostsee. Es ist ein Binnengewässer, das weniger Salz enthält als ein Meer, der Salzgehalt nimmt vom Mündungsbereich in die Nordsee am Kattegatt bis hin zum äußersten Ende im Finnischen Meerbusen rapide ab.

Anders ist es mit der Nordseee, die direkt am Atlantik dran hängt, somit also ein echtes Meer ist.

Viel Spaß wünscht

Gustav

Kommentar von claushilbig ,

DER Ostsee habe ich noch nie gehört, das Ding heißt schon DIE Ostsee, oder auch "Baltisches Meer".

Kommentar von nurlinkehaende ,

Es hängt sicher nicht mit dem Salzgehalt zusammen. Sehr große Binnenseen haben zum Teil auch einen Gezeitenunterschied. Diese Binnenseen sind alle Süßwasserseen (große Seen in Noramerika, Kaspisches Meer, Victoriasee).

Der Gezeitenunterschied ist aber zum Teil noch kleiner als der in der Ostsee.

Mit der Wassermenge kann es auch nicht zusammenhängen, Mittelmeer und schwarzes Meer sind beide deutlich wasserreicher als die Ostsee und haben wie auch die Ostsee kaum Gezeitenunterschiede.

Es hängt nur mit dem offenen Meer zusammen, denn die Flut ist eigentlich eine Welle, die zusammen mit dem Mond au der mondabgewandten und der dem Mond zugewandten Seite der Erde rund um die Erde reist.

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