Frage von singh19, 278

Waren Vergewaltigungen in der Steinzeit normal?

Hallo, Leute. Ich habe an etwas gedacht. Und zwar wird man heute wegen einer Vergewaltigung bestraft, weil es eine schlimme Sache ist. Das braucht man auch nicht groß zu diskutieren, weshalb das so ist. Aber wie war es eigentlich in der Steinzeit? Als es keine Gesetze gab, als Männer so handelten wie sie wollten? Wie haben sich die Männer damals Frauen ausgesucht? Haben Männer um Frauen gekämpft und getötet? Haben Männer minderjährige Frauen genommen und vergewaltigt, wodurch diese schwanger wurden? Wie war es in der Zeit, wo wir Menschen gejagt haben um zu überleben? Oder gab es so etwas wie ein Alpha-Männchen, der sich Frauen aussuchen dürfte und alle anderen Männer abwarten mussten und nur jene Frauen nehmen durften, welche ,,frei" waren. Ich interessiere mich sehr für solche Dinge (Verhalten von Menschen früher). Wurden Frauen wie Objekte behandelt und hatten nichts zu melden?

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von voayager, 150

Kein Mensch kann dir sagen, wie es mit dem Sexualverhalten der Menschen in der Steinzeit aussah. Tatsache ist jedenfalls, dass es kein Patriarchat gab, das entstand erst in der Jungsteinzeit, als Ackerbau und Viehzucht auftraten, wobei es gerade bei Viehzuchtkulturen bevorzugt zu einem Patriarchat kam. Es ist davon auszugehen, dass im frühen Ackerbau noch matrilineare Gesellschaftsstrukturen vorherrschten, die dann im späteren Ackerbau zusehens verschwanden. Doch zurück zu den Herrschaftsstrukturen der Steinzeit, da es nun keine Männervorherrschaft gab, war folglich die Stellung der Frau keine geringe. Es ist daher unwahrscheinlich, dass diese gegen ihren Willen einfach mißbraucht werden konnten, das ließ ihre Stellung wohl eher nicht zu. Ein Vergleich mit den Schimpansen entfällt also, da bei dieser Affenart die weiblichen Tiere nicht viel zu melden haben. Ein Vergleich mit Orang Utans fällt gleichfalls flach, da diese jahrelang sexuell nicht zueinander finden. Die enge Mutter-Kind-Bezihung nebst Absonderung, bzw. Alleinleben mit Kind verhindert das. Gorillas haben zwar ein Patriarchat, allerdings ein sehr abgeschwächtes, für Gewalt ist da kein Platz. Interesanter sind da schon mehr indigene Völker, die man zum Vergleich heranziehen kann. Mir ist jedenfalls kein Stamm bekannt, wo Vergewaltigungen an der Tagesordnung wären, vielleicht einige wenige ggf. wie z.B. die Aboriginals, bei denen könnte ich mir das allenthalben noch vorstellen.

Wichtig ist auch die Tatsache, dass es in der Alt,- und Mittelsteinzeit noch keine monogamen Bezihungen gab, was das Bedürfnis nach Vergewaltigungen somit stark einschränkt. Wenn nämlich Promiskuität allgemein vorherrscht hat es eigentlich kaum jemand nötig extra vergewaltigen zu "müssen", denn Angebote besthen dann ja wohl eher. Doch das ist jetzt nur mal so eine Vermutung, man könnte erst dann mehr dazu sagen, wenn man denn wüßte, welche Rolle ein Stammesanführer wohl hatte. Besaß er evtl. mehrere Frauen, oder bestimmte er gar, wer mit Wem vöglen durfte? Ich tendiere eher dazu, dass er ein Erstfi ckrecht haben könnte, danach aber den anderen Platz machte, wenn er befriedigt war. Aber das ist jetzt nur mal so eine bloße Überlegung.

Ich könnte mir übrigens ganz gut vorstellen, dass es eher einen Frauen,- als einen Männerüberschuß gab, einfach weil bei den zahlreichen Jagden etliche von wilden Tieren zerfleicht wurden, oder aber dabei sonstigen Natuwidrigkeiten zum Opfer fielen. In einem solchen Fall ist die Frauenauswahl groß, der Zugang zu ihnen nocheinfacher als sonst, wenn in etwa Parität vorherrscht.

Weiterhin gilt anzumerken, dass in der Steinzeit sehr wahrscheinlich das Verhältnis der Geschlechter unproblematischer als heutzutage war, daher man wohl ohne langes Fackeln hinter den nächsten Busch u.a.m. zu Zweit hinmarschierte und dann tüchtig hockelte.

Angemerkt sei auch, dass die Kindersterblichkeit in dieser Zeit außerordentlich hoch war, Frauen daher wohl auch zu Sex drängten, schon um so für Ersatz zu sorgen.

Erwähnt sei schlußendlich auch, dass wohl in der Hälfte des Jahres das Klima so ungemütlich war, so dass Penis und Vulva eher schlummerten. Erwähnt sei zudem, dass stillende Mütter wohl kaum für Sex zu haben waren, der Geschlechtstrieb läßt während der Stillperiode der Frau meist nach, die Gruppe wird das wohl sehr respektiert haben, denn Kinder waren viel zu kostbar, als dass man sich über das Gebähren und Stillen hinweggesetzt hätte.

Fazit: ichtendiere dazu, dass es keine oder kaum Vergewaltigungen in dieser Zeit gab, doch meine Hand möcht ich hierfür nun wieder auch nicht in ein Feuer legen, ich könnte sie verkohlt wie bei Lehrer Lempel in Wilhelm Busch vorfinden, auch das ist denkbar.

Kommentar von singh19 ,

wow, das nenne ich mal eine Antwort von einem Experten, danke

Kommentar von voayager ,

Danke für den Stern

Den Experten-STatus bekomm ich übrigens nicht, weil ich nämlich nicht artig bin, nicht immer penibel genau die political correctness einhalte und vor allem nicht systemloyal genug bin. Nun denn, verbiegen möcht ich mich nicht!

Antwort
von OlliBjoern, 101

Mal eine praktische Frage: wie sollte man das heute wissen?

Es gab in der Steinzeit (in Mitteleuropa endete diese erst 2200 v.Chr.) meines Wissens nach keine schriftlichen Aufzeichnungen. Aus Funden (z.B. Skeletten) lässt sich das kaum belegen.

Daher würde ich mal sagen: man kann nur darüber spekulieren, aber nichts gesichertes wissen. Lieber diese Frage unbeantwortet lassen.

Antwort
von Maarduck, 115

Es gibt je nach Zählweise ca. 5 große Menschenaffenarten, nämlich Orang-Utans (Borneo- und Sumatra-), Schimpansen, Flachlandgorillas, Berggorillas und Bonobos. 

In allen Arten - bis auf die Bonobos - haben die Männchen das Recht des Stärkeren auf ihrer Seite und Vergewaltigungen finden häufig statt. 

Es gibt ja heute noch Steinzeitkulturen. Die Untersuchungen ihrer Kultur legen nahe, dass der Mensch eine Art Zwischenstellung bzgl. der männlichen Macht einnimmt. Die Männer haben zwar das Recht des Stärkeren auf ihrer Seite und führen die Gruppe, dies aber nicht unbegrenzt. Wer zu dominant auftritt wird getötet. Vergewaltigungen werden teilweise toleriert. Wer aber als Mann hier über die Stränge schlägt, läuft ebenfalls Gefahr von der Gruppe getötet zu werden. 

Kommentar von singh19 ,

Stimmt es auch, dass Rassismus eigentlich etwas normales ist? Ich habe mal gelesen, der Grund , warum wir Menschen, die anders aussehen nicht mögen ist, weil wir uns nicht mit einer ,,fremden Rasse" vermischen wollen. Ich bin nicht rassistisch, aber stimmt das? Oder ist das nur Gelaber? 

Kommentar von Maarduck ,

Es gibt deutlich mehr Tierarten die "rassistisch" sind, als "antirassistisch". Die Natur arbeitet immer eng an der Grenze zur Inzucht. Vor allem verteidigen fast alle Arten ihrer Revier gegen Eindringlinge. Meiner Ansicht nach bildet der Mensch da keine Ausnahme. 

Ich persönlich war aber schon mit einer Türkin und mit einer Tamilin zusammen. Wir Menschen gehorchen dem Diktat unserer Gene nur noch selten. Wir haben ja sogar häufig GV ohne Kinder zu machen, aus Sicht der Natur bzw. unserer Gene eine GANZ GROSSE SÜNDE ;-)

Kommentar von DeutschlandLebt ,

Bei nomadischen Völkerwanderungen kam es aber oft zur Kreuzung der Rassen, als die meisten Völker dann sesshaft wurden nicht mehr.

Kommentar von DeutschlandLebt ,

Ich dachte wir würden hier schon von weiter entwickelten Menschen sprechen und nicht von Affen. Klar gibt es viele Gemeinsamkeiten, aber Affe und Mensch sind sich nicht zu 100% ähnlich (sonst würden die Gorillas ja auch schon so zivilisiert sein wie wir).

Kommentar von Maarduck ,

Naturwissenschaftlich betrachtet sind sich die großen Menschenaffen und der Mensch SEHR ähnlich. Was die Überlegenheit des Menschen gegenüber z.B. Schimpansen ausmacht, ist immer noch ein großes Forschungsthema der Biologie. Die aktuelle Antwort ist wohl, dass der Mensch im Gegensatz zu Menschenaffen so etwas wie ein "Gefühl" für Physik und Technik hat. Außerdem können Menschen wohl besser durch zusehen lernen und sich besser in andere Lebewesen hineinversetzen.

http://www.wissenschaft.de/home/-/journal_content/56/12054/1014009/

Antwort
von soissesPDF, 79

Das Wesen von Sex ist Fortpflanzung.
Keine Veranstaltung von freiwillig, sondern von Trieb.
Sinn des Lebens ist überleben, so hat sich Mutter Natur das eingerichtet.

Wäre dem nicht so, wäre die Geburtenrate nicht ausreichend, falls es eine Verstandesleistung wäre.
Die Moral dient nur dazu eine Massengesellschaft zusammenzuhalten.
Des Wesen ändert sich dadurch nicht.

Antwort
von newcomer, 69

damals regierten noch die Frauen. Wenn der Mann nicht parierte gabs eine auf die Nuss und nichts zu Essen

Antwort
von nowka20, 24

die wußten gar nicht, was das ist!

Antwort
von einzigartigacc, 38

Vergewaltigung wird in Deutschland leiden nicht hart bestraft...

Antwort
von DeutschlandLebt, 62

Die Frauen spielten im Stammesleben eine bedeutende Rolle, sie kümmerten sich um Heim und Kinder und versorgten den Mann wenn er erschöpft von der Jagd kam. Ihre Fruchtbarkeit galt als heilig, denn nur so konnte der Stamm überleben und stärker werden. Frauen wurden also nicht als minderwertige Wesen behandelt.

Geschlechtsverkehr diente also in erster Linie der Fortpflanzung und nicht zur Befriedigung der Lust. 

Kommentar von singh19 ,

Aber nehmen wir 4 Männer interessieren sich für eine Frau? Wer durfte diese haben? Es gab doch sicherlich Streit oder? Wie wurde das denn bestimmt? Hat die Frau einfach geguckt, wer gewinnt und nur den genommen, der sich durchgesetzt hat, weil es ein Zeichen für Dominanz ist?  

Kommentar von DeutschlandLebt ,

Grundsätzlich gab es so etwas wie Liebe schon in der Steinzeit, d.h. dass sich die Menschen schon zu einander gefunden haben. So etwas wie einen Streit um eine Frau gab es sicherlich auch, jedoch nicht überwiegend, da dadurch ja Männer starben, die für das Überleben und die Gemeinschaft wichtig waren. 

Kommentar von Maarduck ,

Die Einehe ist in Steinzeitkulturen SEHR selten. Normalerweise hätte die Frau sich zunächst jeden der 4 genommen und danach hätte sich das irgendwie eingependelt.

Kommentar von DeutschlandLebt ,

Es stimmt, dass die Menschen sich in ihrem Stamm "wild durchgevögelt" haben.

Kommentar von koten ,

Bevor die medizinischen Kenntnisse so weit waren, daß zwischen Geschlechtsverkehr und einer Schwangerschaft ein Zusammenhang erkannt war, diente der Beischlaf ausschließlich der Befriedigung der Lust.

Kommentar von DeutschlandLebt ,

Die damaligen Menschen mussten schon gewusst haben, dass aufgrund von Geschlechtsverkehr eine Schwangerschaft entsteht.

Es sollte ja auch Lust bereiten, damit die Fortpflanzung weiter geht.

Sie haben den Sex sicherlich auch dazu benutzt, um vom anstrengenden Leben abzuschalten.

Kommentar von koten ,

Als Zeitspanne wurde nur Steinzeit angegeben. Ich vermute mal, die soll beginnen dem Übergang vom homo heidelbergensis zum homo sapieln vor ca. 200.000 Jahren und endet mit dem Beginn der Stein-Kupfer-Zeit.

Bist Du wirklich der Ansicht, daß der homo sapiens bereits vor 100.000 bis 200.000 Jahren das gewußt haben? Wieso meinst Du, daß sie es wissen "mußten"?

Kommentar von DeutschlandLebt ,

Naja, der Homo Sapiens hatte damals schon ein Gehirn, ganz zu Beginn der ersten Homos dieser Art wussten sie es vielleicht noch nicht, aber wenn die Frau nach einiger Zeit einen dicken Bauch bekommt und nach Monaten ein Kind gebärt, werden die Menschen das schon irgendwie auf den Sex zurückgeführt haben. Sie haben vielleicht auch beobachtet, dass Frauen, die keinen bzw. längere Zeit keinen Geschlechtsverkehr hatten nicht schwanger wurden.

Unsere Vorfahren konnten schon damals logische Schlussfolgerungen ziehen, unser Gehirn unterscheidet sich auch nach all den Jahrtausenden nicht so übertrieben von dem Hirn des Homo Sapiens.

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