Frage von x9flipper9, 98

Waren die Menschen damals "dümmer"?

Hallo zusammen, die Frage klingt komisch aber ich denk das immer häufiger. Dass Menschen vor der Aufklärung das Wissen von heute nicht haben können, ist mir klar.

Es geht mir aber um die Menschen nach der Aufklärung, Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Wenn ich mir Serien wie Galileo Big Pictures anschaue, fällt mir auf, dass Menschen damals wirklich jeden Sche** geglaubt haben. Außerdem waren Sie in Sachen Diskriminierung und Weltveranschaulichung komplett zurück geblieben. Sie folgten Diktatoren blind, glaubten jedes Wort auch wenn es wissenschaftlich wiederlegt war und benahmen sich teilweise wie Neandertaler.

Kommt mir das nur so vor? Woran liegt das? Liegt es wirklich an dem technischen Fortschritt? Liegt es vielleicht daran, dass die Menschen damals nicht diesen Wissenshunger besaßen wie wir heute?

Antwort
von Kitharea, 26

Wenn ich lese, dass du dir Galileo ansiehst stell ich mir die Frage für aktuelle Menschen. Galileo an sich hat unglaublich viel an Wissensweitergabe eingebüßt in den letzten Jahren - es ist erschreckend wie wenig wichtige Informationen dort noch weitergegeben werden. Big Pictures mag interessant sein aber keinesfalls ein Maßstab für Dummheit. Zumal das Format auch nur hier existiert.
Ansonsten stellt sich die Frage woran man Dummheit festmacht. Es gibt unglaublich viel Wissen welches im Laufe der Zeit verloren ging - einfach weil die moderne Welt es aktuell nicht braucht oder denkt es nicht zu brauchen. Das ist aber normal. Man konzentriert sich auf andere Dinge und vergisst Altes. Das ist einerseits gut - andererseits dumm.
Diskriminierung und "blindes" Folgen von Menschen die angeblich "böse" sind ist Ansichtssache und mitunter geht es einfach nicht anders, weil man dort hineingeboren wurde. Die meisten Menschen leben nach dem Prinzip - eigenes Leben leben, nicht zu viel auffallen - ich muss die Welt nicht ändern ich muss nur mit ihr leben können. Wozu sollte man sich - wenn es jemandem gut geht gegen die vorherrschende Macht wehren sofern man es mit der eigenen Weltanschauung vereinbaren kann. Mitunter weiß man es einfach nicht besser - das ist aber nicht Dummheit - sondern Standard dass man gewisse Dinge nicht sieht, nicht drüber nachdenken will oder kein Interesse daran hat.
Wenn du sagst "glaubten" jedes Wort finde ich das aktuell wenn ich ehrlich bin wesentlich schlimmer als früher. Früher hat sich zwar selten jemand "aufgelehnt" weil es einfach zu gefährlich für das eigene Leben war, aber vom Reden wird es auch nicht besser. Heutzutage glauben die Meisten auch Alles und rennen jedem Trend hinterher. Beweise? Werden von dem gestellt der am Meisten dafür zahlt. Otto-Normalverbraucher hat keine Chance herauszufinden, welche wissenschaftliche "Studie" sinnvoll zusammengestellt wurde und dementsprechend menschlich gute Antworten liefert. Das Wichtige an einer Studie sind nicht die Zahlen sondern zuerst einmal die Basis auf dem die Studie gebaut wird. Wenn man die nicht kennt - ist KEINE Studie der Welt für einen selbst "richtig". Man glaubt in dem Fall auch einfach nur blind. Das ist wie eine mathematische Rechnung bei der man die Variablen nicht kennt. Sie ist unlösbar.
Also - wenn du mich persönlich fragst - ist der Mensch blinder geworden und müßiger sich um die Dinge zu kümmern. Es geht ohnehin nur mehr um's Geld - ECHTE Wissenschaft genauso wie ECHTEN Journalismus gibt es nicht mehr. Alles was wir in den Medien sehen wurde vorbearbeitet und aufgemotzt. In anderen Ländern sehen dieselben Dinge oft komplett anders aus. Aber wir bilden uns ein etwas zu "wissen". Unser Konstrukt besteht nicht aus Wissen, sondern aus Mutmaßungen. Und jeder von uns kann nur hoffen dass er vielleicht die richtigen Informationen hat.
Das ist keine Abwertung jetzt - es ist einfach der Strom der Zeit dem sich keiner entziehen kann. Es ist nicht dumm es ist anders. Jeder einzelne von uns baut seine Welt aus dem was er kennt, erlebt hat, denkt,... insofern ist keiner dumm sondern maximal wenig bereit sich vor die eigene Haustür zu bewegen. Aber auch das ist nicht zu verurteilen. "Dummheit" an sich existiert nicht. Es gibt nur viel zu viele die denken selbst besser zu sein um sich damit besser zu fühlen. Wer Andere abwertet hat angeblich ein Problem mit sich selbst sonst hätte er das nicht nötig. Aber auch das ist - normal.

Antwort
von MarkusPK, 42

Wenn den Menschen die Bildung fehlt, können sie sich auch kein Wissen selbst aneignen. Kaum vorstellbar in der heutigen Zeit, in der es nur noch einen kleinen Anteil an Analphabeten gibt. Aber wer nicht lesen kann, ist ja auch nicht gleich dumm. Ohne den Zugang zur Bildung bleiben einem nur zwei Wege, um eigenständig Weisheit zu erlangen: 

Der einfache ist es, einfach den Menschen zu glauben, die man für weise und gebildet hält. Damals waren dies vor allem die Geistlichen, also Mönche, Priester und Bischöfe, weil diese oft die einzigen waren, die lesen und schreiben konnten und damit Zugang zur Bildung hatten. Das Vertrauen darauf, dass diese Menschen mehr wissen als man selbst,  führt dazu, dass man ihnen alles glaubt, ohne es zu hinterfragen. Man hätte dafür sogar Ärger bekommen! Und auch heute noch halten wir das, was wir abends in der Tagesschau sehen, für die Wahrheit - wir vertrauen darauf, dass studierte Journalisten neutral und auch wahrheitsgetreu berichten. Sind wir deshalb dumm?

Der zweite Weg ist es, selbst Nachforschungen und Beobachtungen anzustellen. Doch dazu fehlen den meisten Menschen - damals wie heute - sowohl die Zeit als auch die nötigen Mittel. Neben der täglichen Arbeit, die wir für unsere Existenz aufwenden müssen, ist dies nur schwer möglich. Dumm sind wir deshalb aber auch nicht.

Wenn man bedenkt, wie hart und arbeitsreich das Leben in der Vergangenheit war, kann man meiner Meinung nach den heutigen Menschen viel eher Dummheit vorwerfen. Heute braucht es nicht viel Zeit, um im Internet Informationen selbst zu recherchieren. Trotzdem sind die Menschen entweder von allem möglichen Blödsinn so abgelenkt, dass sie es nicht schaffen, sich trotz des überwältigenden Angebots an Bildungsmöglichkeiten Wissen anzueignen, oder sie sind dafür einfach zu träge. Die Medien überschwemmen uns ebenfalls lieber mit einer Flut aus Unterhaltung (über das Niveau möchte ich mich gar nicht erst auslassen), anstatt uns Wissen zu vermitteln. Da jedem von und aber heute freisteht, was er sich im Fernsehen ansieht und wie er sich sein Weltbild bildet, kann man heute viel eher mit dem Finger auf die "Dummen" zeigen, als man es mit Menschen aus der Vergangenheit tun kann.

Antwort
von OlliBjoern, 12

Ist das heute wirklich anders? Überprüfen wir mal die einzelnen Punkte.

1) "glaubten jeden Sch...:" Verschwörungstheorien sind sehr beliebt heutzutage, im Politikbetrieb interessieren kaum noch die Fakten, nur noch, wer mit wem... oder wer (angeblich oder auch nicht angeblich) etwas verbockt hat. Es wird sofort etwas geglaubt, solange es nur den eigenen vorgefertigten Haltungen entspricht.

2) "Diskriminierung": weltweit vertreten, von der Diskriminierung von Frauen oder von Schwarzen oder von Hispanics bis hin zur Diskriminierung bestimmter Völker, Religionen, politischer Haltungen.

3) "Diktatoren": gibt es auch heute noch recht viele. Auch dann, wenn sie selber andere Begriffe für sich reklamieren (weil Diktator doch recht negativ klingt).

4) "benahmen sich wie Neandertaler": gibt es bestimmt heute noch (dieses Verhalten; obwohl es mir fast so erscheint, als ob wir den Neandertalern etwas Unrecht tun mit diesem Attribut) 

So viel hat sich meiner Ansicht nach nicht geändert. Die Methoden sind moderner geworden, aber man kann auch mit modernen Methoden anti-soziale Denkweisen umsetzen.

Wissenshunger hat es auch schon früher gegeben. Den gibt es auch heute. Aber Wissen ist noch kein Garant dafür, dass man sich auch sozial verträglich verhält (die Geschichte kennt mehrere Beispiele für Menschen, die sowohl sehr intelligent als auch eiskalt waren, wenn es um die Durchsetzung ihrer Vorhaben ging).

Die USA haben sicher enorme Leistungen im Bereich der Wissenschaft vollbracht. Dennoch haben sie immer noch mit dem Thema Diskriminierung zu kämpfen. Ich glaube nicht, dass es in ein paar Jahrzehnten diesbezüglich riesige Fortschritte geben wird.

Antwort
von Lazybear, 17

Nein menschen waren damals keineswegs dümmer, wissenschaftliche und soziale errungenschaften sind folgen einer langen entwicklung, die auch keineswegs abgeschlossen ist! Wir profitieren heute durch errungenschaften der vorherigen generationen und tragen zu den errungenschaften der nächsten bei! Zudem sind errungenschaften in der wissenschaft und im sozialen keine absoluten wahrheiten, sie sind auch folgen der lebenssituation, unsere vorfahren haben andere karten zugespielt bekommen als wir und auch heute gibt es auf der ganzen welt andere bedingungen die eben ihre errungenschaften bedingen! Wenn du dir die menschen von heutzutage anguckst, merkst du auch, dass die Anzahl der idioten die jeden sche*ß glaubt und die zahl der fanatiker keineswegs geringer geworden ist, da wären religiöse fanatiker, umwelt fanatiker, nationalisten (damit sind keine patrioten gemeint), rassisten, rechte fanatiker, linke fanatiker, veganernazis, kreationisten, flache erde verschwörungstheoretiker und schlecht informierte menschen, die jeden müll im fernseher glauben etc etc etc! Lg

Antwort
von thetee99, 25

Im Grunde hat sich der Mensch seit der Steinzeit physiologisch kaum verändert, außer weniger Details (evtl. weniger Beharrung) und dem Umstand, dass der heutige Mensch i. d. R. Molkenerzeugnisse besser verdauen kann...

Aber die maßgeblichen Veränderungen sind kulturell und gesellschaftlich bedingt.

Die Aufklärung war auch eine gesellschaftliche Revolution mit dem Leitmotiv: "habt Mut, euch eures eigenen Verstandes zu bedienen". In vielen Ländern der Welt gibt es heute das Recht oder die Möglichkeit auf eine Grundbildung, die jedem die Möglichkeit verschafft sich selber zu informieren.

Trotzdem ist es heute noch genau so leicht die Massen z. B. politisch zu bewegen und zu beeinflußen (bspw.: "wir sind das Volk"-Montagsdemos etc.) und es gibt auch heute noch Menschen die jeder Form von Bildung trotzen und gegen eine Evolutionstheorie argumentieren, oder für eine "Flat-Earth-Theorie" usw...

Ich würde sogar eher sagen, dass gerade zu Beginn des 20. Jahrhunderst, Ende 19 Jahrhunderts, "Wissenschaftler" wesentlich höher angesehen waren und zum Teil wie Rockstars ihrer jeweiligen Generation angesehen wurden. Heute ist man als (Natur-)Wissenschaftler kein Rockstar mehr, sondern bestenfalls ein "Freak" oder Sonderling...

Antwort
von WorldHistory99, 3

Nein mit jeder Generation sank die IQ-Zahl und auch andere Tests beweisen, dass die Menschen heutzutage immer unintelligenter werden.

Antwort
von SunKing33, 33

Hallo,

die Menschen früher waren meist nicht so gebildet wie sie es heute sind. Intelligenz ist ein Aspekt, der mit der Lebenswirklichkeit der Menschen zu tun hat und der sich evolutionär entwickelt.

Andererseits vergessen Menschen heute vieles, was die früher lebenden Menschen sehr wohl wussten. Heute wissen 40% der Jugendlichen nicht mehr, warum Weihnachten gefeiert wird. Wer weiß heute noch, wie man mit der Hand ein Wagenrad herstellt, das mehrere Tonnen Gewicht tragen kann?

Keinesfalls sagt der Umfang der Intelligenz etwas über den Wert des Menschen aus.

Alles Gute!

Antwort
von SNewiger, 6

Guten Tag x9flipper9,

sachlich bin ich, 1937 geboren, ebenfalls jemand aus einer längst vergangenen Zeit. Deine Frage verstehe ich so, wie viele Menschen heute sich ihrer "Informiertheit" wegen klüger als alle Vorfahren vorkommen. Informierter ja - aber deshalb klüger? Die meisten nehmen die Information - häufig auch nur die unnützeSensation - mit offenem Mund entgegen und sind zu deren Nutzung nicht befähigt. Sie haben in der Schule "geschlafen".

Dazu hat unser großer deutscher Dichter J. W. von Goethe schon vor etwa 200 Jahren geschrieben: "Ein großer Fehler, dass man sich mehr dünkt als man ist und weniger schätzt, als man wert ist."

Und sein Freund Friedrich Schiller sagte: "Was ist die Mehrheit? Mehrheit ist der Unsinn, Verstand ist stets bei Wenigen nur gewesen."

Nur gibt es in der Menge viele, die auf praktischem Gebiet Spitze sind. Mein Bruder bewies mir Lehrer, also ein "Mundwerker", dass er als "Handwerker" in etwa 40 Minuten die Ventile am Motor meines ersten Autos so einstellte, dass dieses ganz anders und besser lief. Ich hatte das nie gehört und nirgends gelernt.

Deine Frage ist mir zu weit gefasst. Du wirst dich kaum mit einem Programmierer messen können. Dem aber nicht abnehmen können, dass er seine persönlichen Glaubenssätze und politischen Ansichten hat. Oder mit einer OP-Schwester. Sei bitte etwas bescheidener.

Bleibe recht gesund!

Siegfried

Antwort
von Othetaler, 25

Hat sich da so viel geändert?

Heute folgen die Menschen noch genauso bereitwillig Verführern, Populisten und letztlich den Diktatoren.

Die Menschen waren damals sicher nicht generell dümmer. Allerdings waren sie religiös wesentlich dogmatischer. Dem Islam hat die Aufklärung leider gefehlt.

Antwort
von Dahika, 9

fällt mir auf, dass Menschen damals wirklich jeden Sche** geglaubt haben.

Das tun sie doch heute auch. Guck dir doch die Verschwörungstheorien an. Und jedem Diktator laufen sie doch auch hinterher. Nicht alle Menschen natürlich, das taten damals alle Menschen auch nicht.

Und was Diskriminierung... angeht, haben wir uns auch nicht verändert. Ich sage nur: Pegida, AfD.etc...

Die Antwort ist also: Nein, die Menschen waren damals nicht dümmer als wir es sind.

Antwort
von unlocker, 30

Ich glaube nicht dass sich da viel geändert hat. Glauben jeden Sch... (Verschwörungstheorien), folgen Diktatoren blind (Türkei usw.)

Kommentar von x9flipper9 ,

Naja, der Unterschied ist einfach, dass Verschörungstheorien damals ein Volksglaube war und nicht vereinzelte Idioten.

Antwort
von Rilenja, 35

Also ich denke nicht, dass die Menschen zur damaligen Zeit dümmer waren. Es wurden schließlich auch viele Entdeckungen und Erfindungen in der Zeit gemacht, nur war halt die ganze Lebensweise anders und mit der heutigen Zeit nicht vergleichbar.

 

Zum Thema Diktatoren:

Stell dir vor, du lebst in Armut mit deiner Familie und es kommt ein Politiker an, der dir das blaue vom Himmel erzählt. Wenn du verzweifelt bist, hinterfragst du nicht lang, sondern schöpfst Hoffnung. Und Hoffnung ist ja bekanntlich ein starkes Antriebsmittel.´

Viele Diktatoren nutzen doch die Armut ihrer Bevölkerung aus, verbieten Pressefreiheit usw., sperren soziale Netzwerke (um Thema Türkei aufzugreifen), um die Menschen in ihrem guten Glauben zu lassen und zu verhindern, dass Zweifel gestreut werden.

 

Antwort
von GanMar, 26

dass Menschen damals wirklich jeden Sche** geglaubt haben.

Oh, Du mußt gar nicht lange suchen, dann findest Du auch heute noch genug Leute, die ebenfalls jede Menge Sche** glauben.

Antwort
von JBEZorg, 12

Die Menschen waren damals viel klüger als heute. Auch deine Frage zeigt es deutlich. Du kannst nicht Wissen von dir eingetrichterter Propaganda unterscheiden z.B.

Zur Zeit trägt der technische Fortschritt zur Massenverdummung bei. Zu viele Informationsströme. Die Menschen sind desorientiert und landen letzendlich im Schnitt bei völlig sinnleerem "Entertainment". Und dann hört man von denen Wörter wie "Weltveranschaulichung". Aber eine grosse Klappe und fester Glaube besser zu sein als die Vorgänger. Das seht fest.

Kommentar von x9flipper9 ,

Vorab bedanke ich mich bei dir für deine (wenn auch nicht ganz objektive) Antwort. Ich kann jedoch sehr wohl Wissen und "Propaganda" unterscheiden, ist auch nicht schwer das sind zwei völlig verschiedene Paar Schuhe.

Nur solltest du dir die Frage stellen, ob du nicht zu den Verschwörungstheoretikern gehörst, die sagen alle Medien lügen und wären nur Propaganda.

Außerdem, seit wann sind Fragen und Fragen stellen unklug? Ist es nicht eher klug und zeugt es nicht eher von Intelligenz, Fragen über Dinge, die einen interessieren zu stellen um so sein Wissen zu erweitern und die Meinung anderer einzuholen?

Und meiner Meinung nach ist der technische Fortschritt nur ein Ergebnis der größten Stärke der Menschen, nämlich der Geist. Ich gehöre zum Beispiel zu den Menschen, die nicht verstehen was genau an einer Maschine, die für mich die Arbeit erleichtert, dumm sein soll? Das machen Menschen schon seit sie existieren, anders würden wir nämlich nicht überleben können. Natürlich brauche ich weniger Wissen als vorher, aber dieses Wissen und die Fähigkeiten sind meistens nicht freiwillig erlernt und somit für mich auch nicht wichtig, ich würde meinen Horizont viel lieber auf andere Weise erweitern. Ich hätte in der Schule beispielsweise viel lieber andere Themen besprochen als es der Lehrplan vorschreibt und hab somit auch schon mehr als die Hälfte wieder vergessen (Schule ist jetzt 2 Jahr her).

Und ja wir sind besser als die Vorgänger, weil wir politisch  gesehen einen großen Schritt gemacht haben. Damals war Rassentrennung normal, heute ist es ein Verbrechen. Und ja ich weiß, wir sind noch lange nicht am Ende aber besser als damals war es alle mal.

Antwort
von Hardy3, 15

Klugheit und Wissen sind zwei verschiedene Dinge. Das Wissen ist heute größer, zugleich aber auch der Glaube, etwas zu wissen - Halbwissen und Verschwörungstheorien haben Hochkonjunktur, jede bei Facebook verbreitete Behauptung wird als Tatsache weitergetragen. 

Mit ihrem Leben kamen die Leute früher ganz gut zurecht, vielleicht besser als viele zurzeit in unserer Gesellschaft. Lebenstüchtigkeit ist gewiss kein Zeichen von Dummheit. 

Über ein Grossteil der Fragen bei GF (z.B. Freundschaft, Beziehung) hätte man früher bloß den Kopf geschüttelt und über die Dummheit ihrer Nachfahren gerätselt.

Antwort
von Fuchssprung, 15

Damals gab es sehr viel mehr Analphabeten als heute. Wenn du nicht selbst lesen kannst, musst du dich darauf verlassen, was der Pastor dir sagt. Heute finde ich die Situation sehr viel schlimmer. Obwohl die Leute lesen können, obwohl sie von allen Informationen umgeben sind, rennen sie solchen Leuten wie Erdogan, Putin oder Trump hinterher. Da lobe ich mir die Neanderthaler! Die haben es geschafft 200.000 Jahre ohne Technik in einer lebensfeindlichen Umgebung zu Überleben. Die waren garantiert nicht dumm.  

Kommentar von JBEZorg ,

Tja, wahrscheinlich sind sieklüger als du denkst enn sie Putin "nachlaufen"

Kommentar von Fuchssprung ,

Oder sie sind dümmer als sie aussehen.

Antwort
von 01AndiPlayz, 20

Das kommt einem halt im Nachhinein so vor. Betreibe mal ein wenig Selbstreflexion: 

"wirklich jeden Sche** geglaubt haben"

"glaubten jedes Wort auch wenn es wissenschaftlich wiederlegt war"

"benahmen sich teilweise wie Neandertaler"

Tun wir heute alles auch... ;)

Antwort
von Brainus, 27

Es ist in erster Linie eine Frage von Bildung. Damals waren die Menschen lange nicht so gebildet wie heute und viele Informationen standen den Leuten damals nicht zur Verfügung. Die Mächtigen haben die Leute sogar bewusst dumm gehalten. Noch früher gab es z.B. die Bilbel nur in Lateinischer Sprache, was kaum jemand verstanden hat. Wer wenig weißt, kann besser ausgenutzt werden.

Aber: Auch heute vertrauen die ungebildetsten Menschen den einfachsten Parolen.

Kommentar von x9flipper9 ,

Ja klar Bildung!

Hätte ich auch selber drauf kommen können... Danke dir :)

Kommentar von Brainus ,

trotzdem ist es erstaunlich, was Politiker auch heute noch für einen Mist erzählen, rumlügen was das Zeug hält und trotzdem glauben ihnen so viele Menschen.

Kommentar von x9flipper9 ,

Wir haben ja keine andere Wahl, die heutige Demokratie ist einfach nur die Wahl welche Partei nicht ganz so schlecht ist wie anderen.

Zitat aus South Park: "Die Wahl zwischen einer Kotstulle und einem Einlauf".

Kommentar von OlliBjoern ,

Es ist aber auch eine unzulässige Vereinfachung, zu sagen, es habe damals keine gebildeten Menschen gegeben. Die gab es durchaus. Der Fragesteller erwähnte den Beginn des 20.Jahrhundert. 1910 wies z.B. Ernest Rutherford die Existenz von Atomkernen nach.

Du hast nun einen Sprung gemacht in die Zeit vor Luther. Ja, es gab Zeiten, da war die Bibel fast ausschließlich auf Latein erhältlich. Der Klerus und der Adel konnte darin lesen, die Masse der Menschen nicht (daher gab es früher auch viele bebilderte Bibeln, damit auch die Menschen etwas davon hatten, die den Text nicht lesen konnten).

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