Frage von tg0806, 69

Stromstärke reduzieren um Bleiakkus zu laden?

Hallo,

Ich würde gerne einen 1,2 Ah @6V Bleiakku laden. Auf dem Akku steht er soll mit 120mA 14 Stunden geladen werden. Habe ein Gerät das mit 5 Ah @6V lädt. Ist es überhaupt nötig die Stromstärke zu reduzieren? Zieht der Bleiakku vielleicht nur so viel Strom wie er verträgt? Wie kann ich nur die Stromstärke reduzieren ohne die Spannung zu verringern?

Antwort
von Parhalia, 69

Für die Langlebigkeit des Akkus empfiehlt der Hersteller einen Ladestrom von 1/10 der Nennkapazität des Akkus. Das ergibt dann in der Regel die maximal erreichbare Anzahl an möglichen Ladezyklen.

Beim Laden mit deutlich höherem Ladestrom wird sich der Akku einerseits deutlich stärker erwärmen und die Gasentwicklung nebst schädlichen Oxidationsprozessen stark erhöhen. Das kann man nicht ( zu ) oft machen.

Je nach Akkutyp reguliert der Bleiakku je nach Ladezustand zwar in gewissen Grenzen selbst den Stromfluss, aber es muss halt immer im Rahmen der Vorgaben bleiben. 

Messe mal die Leerlaufspannung Deines Ladegerätes und schalte dann mal in Reihe zum Voltmeter eine Glühlampe von einem Fahrradscheinwerfer ( 6 Volt / 2,4 Watt ) dazu in Reihe. Messe dann den Spannungsabfall im Stromkreis.

Wenn Du dann immer noch über etwa 6,9 - 7,2 Volt misst, so belasse die Glühlampe im Stromkreis und schalte dazu noch den Akku in Reihe.

Dann hast Du im Kurzschlussfall schon mal eine Strombegrenzung auf max. 0,4 A. ( 400 mA ). 

Expertenantwort
von Peppie85, Community-Experte für Elektrik & Elektronik, 46

die reduzierung des ladestromes ist eigendlich nur so lange wichtig, wie die ladespannung deutlich höher ist, wie die derzeitige akkuspannung. ich sag mal, wenn er nicht unter 40% restkapazität ist, was er eigendlich nicht sein sollte, damit er nicht vorzeitig stirbt, dann müsste das eigendlich hin hauen, wenn man ihn ungedrosselt auflädt.

lg, Anna

Kommentar von weckmannu ,

haut nicht hin - siehe Antwort von parhalia

Liebe Anna, dein Fach ist Starkstrom, Antworten zu anderen Gebieten sind riskant!

Antwort
von Mikkey, 58

Das Gerät lädt mit 5Ah? Oder doch mit 5A?

Miss einfach mal die Stromstärke, mit der der Akku geladen wird, ein paar Sekunden hält der das schon aus.

Liegt die im Rahmen, ist alles OK, liegt sie über 150mA, musst Du einen Vorwiderstand in den Stromkreis einbauen.

Kommentar von weckmannu ,

Das Meßgerät hat einen Widerstand, deshalb ist der gemessene Strom niedriger als ohne Meßgerät.

Antwort
von IBAxhascox, 55

Ah ist eher eine Angabe für eine Zeit. Dein Akku kann 1 stunde lang 1,2 Ampere liefern. eigentlich sollte es einfach so gehen. ansonsten einen Trafo einsetzen

Expertenantwort
von realistir, Community-Experte für Elektronik, 38

Auf dem Akku steht, was der Hersteller empfiehlt, sonst nichts. Ist wie so manches ähnliche auch eine Art Mogelpackung.

Was unterscheidet deinen Bleiakku von einem im Auto? Außer der Spannung!
Nicht viel. Wird ein Bleiakku im Auto auch so lahmarschig geladen per Lichtmaschine? Na?

Solche Argumente auf Verpackungen dienen meist nur zwei möglichen Zwecken. Sich rausreden können, jemand hat sich nicht an die "Empfehlungen" gehalten. Oder verkaufen von Zusatzprodukten die man angeblich braucht ;-)

Warum brauchen Bleiakkus im Auto keine derartigen Laderegler wie sonst so gerne empfohlen? ;-)

Ich benutze gewisse Laderegler aus anderen Gründen. Diese laden nur bis zur sinnvollen End-Ladespannung, also nicht darüber hinaus.

Ein 12 Volt Bleiakku ist bei 13,8 Volt voll. Bei mehr Volt fängt der an zu gasen, verliert also wenn er nicht gut dicht ist destilliertes Wasser. Macht also keinen wirklichen Sinn einen Akku zu überladen.

Weißt du, ob dein Akkulader nur bis an die sinnvolle End-Ladespannung lädt?
Das mit dem laden ist ähnlich wie mit dem Essen, bzw satt werden ;-)

Man kann es genießen, oder rein schlingen. Ist da was schädlich? Überlebt man reinschlingen nicht?

Kommentar von tg0806 ,

Das Ladegerät sollte bis 7.2 Volt End-Ladespannung laden. Nach deiner Erklärung sollte es doch so sein, dass das Ladegerät den Akku schon nach ca. 20 Minuten Vollständig geladen hat (Da das Ledegerät ja mit 5 Ah lädt). Ist dies wirklich unbedenklich für den Akku?

Kommentar von realistir ,

mache es dir nicht unnötig schwer. Du lässt dich von Angaben beeinflussen, die zwar zutreffend sein können, aber nicht zwangsläufig zutreffen müssen.

Wenn dein Ladegerät mit 5Ah laden kann, bedeutet das noch lange nicht, dass der Akku das benötigt.

Bedenklich für solche Bleiakkus und nicht nur für diese sind Überladung und Unterladung! Du machst einen Akku sehr schnell kaputt, wenn du ihm mehrere sinngemäße Herzinfarkte per Entladung unter seine kritische Grenze verschaffst.

Das wird sogar von den Herstellern verschwiegen, steht nirgends.
Könntest du messtechnisch an die Dinge heran gehen?
Hättest du neben deinem Ladegerät auch ein Labornetzteil? Also eines bei dem du die Lade-Endspannung genau so vor geben könntest wie die Strombegrenzung?

Dann müsstest du noch zwei gleiche Akkus haben, um messtechnisch zu erfassen welche Methode besser wäre.
Aber bleiben wir beim einfachen messen. Könntest du messen, ob dein Ladegerät eine Strombegrenzung macht, oder einfach nur die Lade-Endspannung einhält?

Kommentar von tg0806 ,

Ich weiß, dass es einfach nur die Ladespannung hält, also nicht erkennt, dass der Akku voll ist

Kommentar von Parhalia ,

Auch bei Bleiakkus gibt es gewisse technische wie auch konstruktionsbedingte Unterschiede hinsichtlich Ladezyklen, Leistungsfähigkeit, Hochstromfähigkeit etc. pp. 

So gibt es ja u.A. Blei / Säure, Blei / Vliess und Blei / Gel zyklisch / azyklisch usw. und sofort.

Und ich habe es halt auch schon mal geschafft, einen "Blei / Fliess" von 12V / 6 Ah mit einem simplen Trafolader für Blei / Säure ( 10 und 20A Ladestrom umschaltbar...auf 10 A-Stufe eingestellt  ) zur Überhitzung zu bringen. Der war hinterher nicht mehr glatt und eckig.😕

Und auf Hochstromakkus ( z.B. der Fahrzeugtechnik ) steht keine Angabe zu zulässigen Ladeströmen. 

Kommentar von realistir ,

Hochstromakkus gibt es bei Elektrostaplern, bei Autos ist sowas nebensächlich!

Du lässt dich wohl gerne irre machen von so einigen Angaben;-)

Überlege mal, wenn ein Autoakku beim Motor anlassen mit sagen wir 200 Ampere für 2 Sekunden belastet wird, danach aber mit bis zu 80 Ampere solange du fährst geladen werden kann, ob diese kurzeitige Belastung im Endeffekt nur ein paar Prozent (Kapazität) ausmachen.

Tja, wer Andere für sich denken lässt, hört nur was Andere sagen.
Weißt doch, Mogelpackungen nicht nur in der Pharamindustrie.

Wozu brauchst du zum dick machen eines Blei-Fließ akkus ein 10 A Ladegerät?

Ich mache dir sowas spielend mit einem primitiven Solar-Lader der nur ein paar Bruchteile eines Amperes schafft. Mit dem gasen bei Spannungen über 13,8 Volt beginnt sich der Akku an zu erwärmen.
Diese Erwärmung macht dem dicke Backen, lässt den aufplatzen, nicht diese 10 oder mehr Ampere.

Auf Fahrzeugakkus steht, was gewollt ist ;-) Man suggeriert, dieser da packt sehr viel Strom, also ist sder zum anlassen besser geeignet. Nunja, wenn du nur 1 KW innerhalb von 10 Sekunden aus deinem Stromnetz beziehen würdest, hättest du dann eine hohe Stromrechnung?

Kommentar von weckmannu ,

Die Lebensdauer vom Bleiakkumulatoren verringert sich bei zu hohem Ladestrom. Im Auto macht man Kompromisse, weil man nicht viel Zeit hat. Ich habs probiert: ein müder Akku erholt sich, wenn man ihn mit geringem Strom entlädt und wieder auflädt. Die Schnelllade- Geräte der Werkstatt dienen der Erhöhung des Umsatz - man verkauft früher einen neuen Akku.

Es gibt einen Unterschied zur Pharma - Varta hat Interesse, daß die Produkte hochwertig wirken und empfiehlt deshalb moderate Ladeströme. Man muß es sich etwas schwer machen, wenn man Geld sparen will.

Kommentar von realistir ,

interessante Auslegung, Varta hätte Interesse......
Varta empfiehlt moderate Ladeströme weil Akkuintern chemische Vorgänge ablaufen und solche etwas Zeit benötigen.

Schnell-Lader gibt es nicht um Umsatz zu machen, sondern wenn es mal schneller gehen muss, man nicht Stunden bzw halbe Tage Zeit hat.

Kommentar von Parhalia ,

@realistir, den Akku habe ich ja nicht bewusst "plattgemacht" , sondern der sollte lediglich schnell geladen werden, weil er sich über Nacht leider entlud. ( Licht angelassen ).

Dann kommt Besuch....naja, den Rest muss ich nicht erklären. Das geschah binnen ca. einer Stunde. Deine Ausführungen bzgl. Kapazität und Leistungsentnahme sind absolut richtig. Hier musst Du aber ebenfalls auch die Relationen betrachten.

Aber wie ich eingangs schon erwähnte, geht es bei versiegelten Akkus ,wie ihn der Fragesteller hat, nun mal um Langlebigkeit und einen kleinen aber kontinuierlichen Ladestrom. Denn Bleiakkus müssen ja nicht nur in der Fahrzeugtechnik eingesetzt werden, sondern sie können ja auch als Pufferspeicher für Kleinverbraucher dienen.

Nun aber noch mal zurück zu Deinen Relationen mit den Beispielen "Anlasser" und Lichtmaschine ( Ladestrom ).

Eine durchschnittliche Autobatterie hat im Mittel 45 Ah. Das ergibt ein Verhältnis von Kapazität zu Ladestrom ( bis zu 90A ) von 1:2. Die zugeführten Elektronen werden demnach auch auf eine dementsprechend grössere Oberfläche der reaktiven Bleiplatten verteilt.

Nun setze mal 1,2 Ah in Relation zu 5A Ladestrom.

Und die allgemein gängige Faustformel benennt halt Werte zwischen 1/10 bis etwa max. 1:5 - 1:1 der Nennkapazität zum Schnelladen. Nur kurzzeitig mal höher. Und bei unstabilisierten Trafoladern bliebe hier letztlich auch noch seine lastabhängige Kennlinie zu beachten, denn hier schwankt die Ausgabespannung je nach Belastung. ( je höher die Last, umso weiter sinkt die Spannung in gewissen Grenzen )

Deswegen muss die Leistung eines ungeregelten Ladegerätes halt zur Kapazität des Akkus passen. Denn dann kann sich eine grobe Selbstregulierung aus Ladespannung und Ladestrom auch noch am simplen Trafolader einstellen.

Oder drückst Du eine Heftzwecke mit dem Vorschlaghammer in die Wand😆

Kommentar von realistir ,

du könntest gut als Arzt arbeiten. Der sieht auch nur die Sympthome und handelt nach dem was die Pharmaindustrie empfiehlt. ;-)

Wenn ein Akku bei 14,7 Volt als voll gilt und ein gutes Ladegerät nicht mehr Spannung liefert als 14,7 Volt wieviel Strom kann dann noch fließen? ;-)

Liefert so ein beschissenes Trafoladegerät aber bis zu 17 Volt, dann kann auch noch bei 14,7 V Akkuspannung viel Strom fließen.

Leihe dir doch einfach mal ein Labornetzteil das sowohl Spannung wie Strom gut einstellen lässt. Stelle die Spannung ohne Last auf 14,7 Volt und die Strombegrenzung auf 5 Ampere.

Entlade den Akku und schließ ihn an das Labornetzteil an, beobachte die Werte der Anzeigeinstrumente. Wirst sehen, diese 14,7 Volt sind wie betoniert, das einzige was sich mit der Ladezeit ändert ist der Stromwert. Der wird immer kleiner, je näher der Akku an seine voll-Spannung 14,7 kommt.

Sinngemäß kann sich ein Akku nur "überfressen" wenn er zuviel bekommt. Nach voll oder sinngemäß satt, kommt nichts mehr. Voll ist voll, bzw satt. Voll bedeutet nicht x Ampere, sondern ?

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