Frage von DxsTiinY, 218

Strenggläubige Entbindung mit männlichen Frauenarzt?

Was macht eine syrische Frau wenn sie schwanger ist und zum entbinden geht aber nur ein männlicher Frauenarzt vor Ort ist? Da ja eigentlich der oder die Frauenärztin nach der Geburt noch einmal nachschaut ob alles ok ist. (Die Familie ist strenggläubig)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von isebise50, 87

Dieser Wunsch wird tatsächlich an uns herangetragen - und nicht nur von syrischen, sondern auch (schon vor der Flüchtlingswelle) von Frauen anderer Nationalität oder Glaubensrichtung oder auch z.B. von Vergewaltigungsopfern.

So weit es geht, nehmen wir Rücksicht und versuchen, diesem Wunsch zu entsprechen.

Jedoch kann deshalb kein Dienstplan umgeschrieben oder eine Ärztin in unbezahlter Bereitschaft stehen. Ist ein (männlicher) Arzt im Dienst, hält er sich diskret im Hintergrund und in der Not frisst der Teufel eben Fliegen - dann gibt es keine Diskussion.

Ich selbst habe aber schon diese Problematik andersherum erlebt. Ein junges, deutsches und zum Islam konvertierte Ehepaar, sie vollverschleiert in Burka, er mit Kaftan und Takke wurde von mir unter der Geburt betreut.

Dabei durfte ich als (weibliche) Hebamme dem Mann weder die Hand geben (z.B. zur Begrüßung oder bei der Gratulation) noch ihn anderweitig berühren.

Es war wirklich ziemlich schwierig, ihm sein Kind in den Arm zu legen...

Kommentar von isebise50 ,

Vielen Dank für deine Auszeichnung DxsTiinY!

Antwort
von Michi1010, 132

Dann wird sie die Geburt wohl verschieben müssen. (Das ist natürlich ein Witz). Ich denke sie sollte sich vorher erkundigen ob eine Frauenärztin erreichbar wäre. Wenn in einer Klinik keine Ärztin ist vielleicht eine andere Klinik wählen. Wenn die Schwangerschaft gut verläuft käme auch ein Geburtshaus oder eine Geburt zu Hause mit Hebamme in Frage.

Kommentar von DxsTiinY ,

Aber was wäre wenn alles klappen würde aber dann die Frauenärztin schlagartig krank wäre oder verhindert?

Kommentar von DxsTiinY ,

Hoffe du weist was ich meine

Kommentar von Michi1010 ,

Ich denke du machst dir zu viele Gedanken. Was wäre wenn ? Die Schwangere sollte auf jeden Fall rechtzeitig mit einer Ärztin ihres Vertrauens Kontakt aufnehmen,wenn nicht schon geschehen. Vielleicht kennt diese auch eine Kollegin die ggf. einspringen kann, falls etwas passiert.

Antwort
von kabatee, 79

Was ihr Mann denkt ist hier wohl das unwichtigste was es gibt. Hätte ja seine Frau nicht schwängern müssen oder hätte sich ja eine Frauenarztin anstellen können für diese Zeit. aber nun mal Butter vor die Fische, wir leben hier in einem freien Land und haben freie Arztwahl und Klinkwahl. Allso kann die Frau zur Geburt hingehen wo sie will. Aber ob in der Klinik immer nur eine ärztin vorhanden ist, wage ich zu bezweifeln! ausserdem wäre das diskriminierung eines Mannes, auch das gibt es bei uns. allso sie entbindet nur mit eine Hebame aber wenn es Komplikationen gibt dann wirde man nicht erst diskudieren sonder hier gehts um Leben und Tot! Allso die soll mal ihren Alten auf westlichen Kurs bringen!

Antwort
von mulan, 49

Zwar ist es immer besser, an Intimbereich nur weibliche Ärzte zu lassen, aber im Islam gilt das Prinzip, dass auch Ausnahmen möglich sind, wenn keine Alternative besteht. Der werdenden Mutter muss geholfen werden. Sonst passiert vielleicht was Schlimmes. Das Leben der Mutter hat Priorität. So ist z.B. Abtreibung grundsätzlich verboten. Aber falls eine Situation da ist, wo das Leben der Mutter gefährdet ist, ist es erlaubt. Denn das Leben der Mutter hat Priorität.

Antwort
von Einefrage321, 70

Das steht in keinem Widerspruch zur Religion. Einer muslimischen Frau (ich gehe einfach mal davon aus, dass du darauf hinaus möchtest), ist es nicht verboten einen männlichen Frauenarzt zu besuchen. Oft sind Ärztinnen lieber gesehen, aber der Glaube schreibt es nicht vor. Die Gesundheit steht an erster Stelle, sowohl die eigene als auch die des Kindes. Eine Frau mit Mittelohrentzündung wird bei ihrem Hausarzt auch das Kopftuch abnehmen, die Gesundheit ist erst einmal das Wichtigste. LG 

Ich spreche hier übrigens aus eigener Erfahrung (Mutter, Tante, Schwester etc.)

Kommentar von DxsTiinY ,

Aber ihr Mann ,,befielt,, ihr das nicht mal ein normaler Mann sie ohne Kopftuch sehen darf oder ansprechen darf

Kommentar von Einefrage321 ,

Dann hat ihr Mann absolut keine Ahnung von seiner Religion. Ich würde dir, wenn ihr denn in näherem Kontakt steht, raten ihn man über seine Religion aufzuklären. Sie darf ihrem Körper und erst recht nicht ihrem Kind Schäden zufügen, und das tut sie mit einer viel höheren Wahrscheinlichkeit, wenn sie keine ärztliche Hilfe an ihrer Seite hat. Rede ihm, wenn du ihn denn kennst, ins Gewissen. Er hat ihr an erster Stelle schon mal gar nichts zu verbieten, Punkt Nr. 1 gegen den er verstößt. Und 2., der meiner Meinung nach momentan noch wichtigere Punkt, ein Arzt hat die Aufgabe seiner Frau zu helfen, was sein muss muss sein, ob er das nun gerne sieht oder nicht. 

Du kannst ihm ja die Frage stellen, ob ihm eine gesunde Familie, oder aber die Tatsache dass kein Frauenarzt seine Frau sieht, wichtiger ist.

Antwort
von HalloRossi, 96

Ich denke sie wird dann kurzfristig den Glauben Glauben sein lassen! Eine Frau, gleich welche, kann kurz vor der Entbindung nicht mehr über solche Sachen nachdenken, ich schwöre es!

Kommentar von DxsTiinY ,

So dachte ich es eigentlich auch, bin doch nicht nur ich der Meinung

Kommentar von HalloRossi ,

Allerdings wird in vielen Krankenhäusern darauf Rücksicht genommen, das ist klar! Aber wenn es zufällig nicht anders geht, keine Frau da ist, dann muss der Mann her!

Antwort
von Paguangare, 74

Die Anwesenheit oder Mitwirkung eines Frauenarztes oder einer Frauenärztin ist auch bei einer Krankenhausgeburt nicht vorgeschrieben. Erforderlich ist hierfür lediglich eine Hebamme. Und die sind wohl zu über 99 % weiblich, so dass die Frau nicht Gefahr läuft, in einem Krankenhaus auf ausschließlich männliche Geburtshelfer zu stoßen.

Bei der Vorbesprechung sollte die Frau erwähnen, dass sie nicht von einem männlichen Arzt betrachtet oder untersucht werden möchte. Dann wird sie bestimmt eine Antwort dazu erhalten, wie dies in dem entsprechenden Krankenhaus geregelt ist.

Schwierig wird es nur, wenn Komplikationen auftreten, oder wenn plötzlich ein Kaiserschnitt erforderlich wird. Da muss man mit dem medizinischen Personal vorlieb nehmen, das gerade vor Ort ist, egal ob männlich oder weiblich.

Antwort
von AbuAziz, 36

Eine Muslima kann sich von einem männlichen Frauenarzt behandeln lassen, wenn es tatsächlich keine andere Möglichkeit gibt. Die Gesundheit geht immer vor. Ich habe dazu auch eine Fatwa herausgesucht, damit man sich näher informieren kann:

http://www.islamfatwa.de/krankheit-heilung/144-sonstige-fatawa/1546-von-anderem-...

Ich würde der syrischen Frau dringend empfehlen, sich eine Hebamme zu suchen. Ich weiß, dass dies nicht immer einfach ist, aber einfach suchen.

Antwort
von saidJ, 32

Hallo ,
Sie sind verpflichtet eine muslimische weibliche Ärtztin aufzusuchen wenn sie keine finden können eine nicht muslimische weibliche Ärtztin wenn sie keine finden einen muslimischen männlichen Artzt wenn sie keinen finden einen nicht muslimischen männlichen Artzt .

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