Frage von RyanMcCarthey, 91

Selbstverteidigungssportart?

Hallo, Ich suche eine Selbstverteidigungssportart bei der man allerdings nicht nur darauf setzt dem Gegner bleibende Schäden zu verpassen. Ich würde gerne etwas trainieren was mir im echt Leben dabei hilft mich zu verteidigen also z.B. in Straßenkämpfen. Ich will jetzt nicht jeden der mich "angreift" direkt stark verletzen sondern einfach in der Lage sein mich in Kampfsituationen zu behaupten ohne auf das Gesicht des anderen einzuprügeln wie verrückt. Habe gehört Krav Maga soll so ziemlich mit das effektivste sein wenn es um Selbstverteidigung geht nur schlägt man dabei teilweise schon ziemlich auf die Angreifer ein, oder? Am meisten würde es mich interessieren so etwas zu lernen wie man Angreifer z.B. mit einem geziehlten Kick ausschaltet...Ich fände also Thai boxen bzw. Kickboxen nicht ganz uninteressant nur ist das glaube ich auch ansonsten sehr brutal und eher auf Turnirkämpfe ausgelegt oder? Eine Sportart bei welcher man auch die Beine einsetzt wäre also durchaus interessant für mich. Ich bin sehr motiviert und würde deshalb auch gerne etwas machen was nicht erst nach 1-2 Jahren anfängt erste Erfolge aufzuweisen aber vllt. ist das gar nicht anders möglich... Ich hoffe ich habe jetzt hier nicht zu viel Unsinn geschrieben, ansonsten verbässert mich gerne falls ich falsch liege. Wenn jemand Ideen hat was eventul da geeignet für mich seien könnte dann immer raus damit!

Antwort
von Rottx1512, 26

Hallo :)

Also zu allererst: So etwas wie eine "Selbstverteidigungssportart" gibt es nicht. Entweder du machst Sport oder du machst Selbstverteidigung. Krav Maga zählt nicht als Sport (obwohl man sehr viel schwitzt). Kickboxen, Muay Thai und co. sind alles Kampfsportarten und zählen nicht als Selbstverteidigung. Trotzdem ist es auf der Straße sicher nützlich, aber das kommt auf dich an.

Die Frage ist: Was genau willst du denn jetzt? Du willst Selbstverteidigung lernen, sagst aber, dass man im Krav Maga ziemlich dolle zuschlägt. Jetzt mal eine erstgemeinte Frage: Willst du deine Gegner auf der Straße zu tode streicheln? ;) Es ist völlig natürlich, dass in solchen Systemen, vorallem im Krav Maga, zugeschlagen wird. Selbstverteidigung beinhaltet nicht nur Polizeigriff und co. sondern Tritte, Schläge und auch deinen Kopf musst du wortwörtlich mal verwenden wenn es darauf ankommt.

Du hast also, mehr oder weniger, zwei Optionen: Entweder du trainierst einen Kampfsport wie Kickboxen oder Muay Thai. Dort lernst du Faustkampf, Deckung, Kicken und nimmst an Turnieren teil wenn du es möchtest. Dafür aber hast du keine wie man sich gegen bewaffnete Angriffe, zb Messer oder auch Schusswaffen, zu wehr setzt. Im Krav Maga wird dies nämlich gelehrt, weil es auf Selbstverteidigung ausgelegt ist. Ich selbst bin ebenfalls Kampfsportler und sage nicht, dass Kampfsport einen auf der Straße nicht weiterhelfen könnte. Aber für "Straßenkämpfe" gibt es einen eigenen Bereich. Und der heißt eben Selbstverteidigung.

Hoffe du findest was richtiges :)

Antwort
von AnglerAut, 38

Ju Jutsu.

Das, was jeder Polizist lernen muss, klaut sich aus allen Kampfortarten und Kampfkünsten zusammen, was funktioniert und gut einsetzbar ist.

Legt großen Wert auf Verhältnismäßigkeit, sprich du lernst neben den verletzenden Angriffen auch viel Griffe und Hebel, wie du einen Gegner fixieren kannst ohne ihn gleich schwer zu verletzen.

 

Antwort
von bastler0815, 19


Die einzelnen Sportarten haben meist noch ihre Stilrichtungen, die sich teils deutlich unterschieden. Zum Beispiel ist Kartate im Stil Shotokan sehr auf Wettkampf ausgelegt (verbreiteste Form in Deutschland). Ich hab ca. 8 jahre goju-ryu gemacht, was in Selbstverteidigung weit aus effektiver ist. In meiner normalen Schule konnte selbst der Lehrer als Judo-Schwarzgurt im Sportunterricht nicht gewinnen. Nur ein einziges mal hat mich ein Freund besiegt. Dieser war kleiner, leichter und schwächer als ich, hat aber Ju-Jutsu gemacht. Da hatte er auch ein bisschen mehr Taktik gelernt.
Es ist nicht nur Kraft und Technik die zählt, sondern auch Köpfchen. Er wollte das ich ihn unterschätze, was auch geklappt hat. Daher hatte ich verloren.

Ich hätte trotzdem gegen 99% potentielle Gegner gewonnen. Inzwischen habe ich aber auch noch paar andere Kampfsportarten ausprobiert und bemerkt, dass es auch viel effektivere Arten der Verteidigung gibt. Damit hätte ich dann wohl gegen 99,9%, statt 99% gewonnen.
Zudem ist das Training bei jedem Trainer auch anders. Und auch jeder Körper ist anders. Man wird für jede Selbstverteidigungssportart jemand finden können der gegen einen aus einer anderen gewinnt.
Nach guten Training wirst du auch feststellen, dass es mehr eine Philosophie zu Leben ist, statt ein Kampf. Im Endeffekt wird ein guter Kämpfer nie einen Konflikt suchen bzw. ihn aus den Weg gehen.

Und sollte es doch mal zu einen Kampf kommen, wirst du nach einer gewissen Zeit Training einer jeden Selbstverteidigungssportart gegen jeden gewinnen, der dich mutwillig angreift.

Die Zeit des Trainings, die dafür notwendig ist, ist sicherlich auch von der Art der Sportart abhängig. Viel mehr jedoch, so finde ich vom Trainer bzw. Art des Training, deinen Trainingspartnern und wie die Sportart dir und deinen Körper liegt.

Darum mein Vorschlag:
-schaue was es in deiner Umgebung so gibt
-sortier die stark wettkampforientierten raus (also da wo ein Treffer/Wurf/usw., egal wie gut nur Punkte gibt und es zum Großteil nicht bis zum KO geht )
-gehe zu den anderen für ein Probetraining hin (wird fast überall angeboten)
-schau wie das Training abläuft (Partnerübungen/kämpfe?, wie nah an Realität?)
-wie ist der Trainer und die anderen Leute


Wenn du aber zu schnell große Erfolge haben willst, kann es enden wie bei den Jedi. Du gewinnst dann vielleicht zwar in Kämpfe aber gelernt ihnen aus den Weg zu gehn hast du nicht. Und verletzt wirst du auch sein.

Im Kampf jedoch ist Schnelligkeit und Reflexe besser als pure Stärke. Dafür braucht es aber Zeit und Erfahrung. Muskelkraft kann man sich relativ schnell antrainieren.

Kommentar von Shiranam ,

Zitat: "...gegen jeden gewinnen, der dich mutwillig angreift."

Nein. Das ist Illusion.

Kommentar von bastler0815 ,

Habe ich bisher immer. Warum sollten sie angreifen, wenn sie schon vorher sehen, dass ihre Chancen schlecht stehen?

Hast du andere Erfahrungen gemacht?

Kommentar von Biba85 ,

Wie solln sie das vorher sehen, dass sie keine chance haben?!

Die "ich gewinne sowieso" ist ja wohl die schlimmste einstellung von allen...

Kommentar von bastler0815 ,

hmm, kam wohl anders rüber als vorgesehen. Mir wollte selten jemand etwas und wenn, konnte ich es friedlich beenden bevor es ernst wurde. ergo ist es nie zu einen Kampf gekommen. Das ist die richtige Art zu kämpfen.

Körpersprache, Körperhaltung, Form der Bewegung, die Art der Reaktion usw. hat großen Einfluss auf das Handeln und Denken der Anderen.

Jedem auch schon teils angeboren, fällt dies einem später noch mehr auf.

Opfer von Gewalt haben die Anzeichen meist nicht. Z.B. Schon durch einen geraden Gang kann man die Wahrscheinlichkeit sehr veringern.

In der Regel sucht man den Weg des geringsten Widerstandes. Ein guter Kämpfer wird auch seinen Gegener gut einschätzen können. Die Schwelle für einen Angriff liegt dann weit höher, wenn er sieht das du auch gut bist. Friedliche Optionen sind damit wahrscheinlicher.

Kann er das nicht einschätzen ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass du gewinnst.

Bleiben höchstens noch die, die wesentlich stärker/besser sind. Da hilft dann aber auch nicht die beste Selbstverteidigungssportart. Diese Personen sind aber sehr selten und Kampf anfagen tuen die i.d.R. auch nicht.

Kommentar von Shiranam ,

Bisher wurde ich noch nie körperlich angegriffen. Meine Erfahrung beschränkt sich aufs Sparring. 

Wenn mich aber ein Mann körperlich angreift, der 30kg mehr wiegt als ich und durchschnittlich schlagen kann, dann wird es wahrscheinlich schwer für mich. Langsam, sind solche Leute auch nicht. Bin halt zu leicht und die noch kein Schwergewicht.

Wenn der mich trifft, was ich durchaus für möglich halte, bin ja nicht Superwoman, dann hat das definitv keine positiven Auswirkungen auf mich, trotz jahrelanger Übung. Irgendwo ist Schluß. Bei Überraschung noch viel eher.

Das ist die Realität, bei jedem.

Kommentar von bastler0815 ,

Stimmt, als Frau wirds schwierig. Der Fortpflanzungstrieb ist bei manchen Männern stärker als das Gehirn. Bleibt nur ein Tritt zwischen die Beine und wegrennen.

Antwort
von Gwennydoline, 31

Hi :)

Ich kann sowohl Krav Maga als auch Kickboxen wärmstens empfehlen.
Wichtig ist nur, dass du dir eine gute Schule suchst (in diesem Fall bedeutet das familienfreundlich - in Kampfsportschulen, in denen viele Kiddies rumflitzen laufen nicht so viele "Brecher" rum (meine persönliche Erfahrung!)), und dass du dir aus dem Gelernten das rauspickst, was du für deine Zwecke brauchst... In jedem Bereich wirst du lernen jemanden schwer zu verletzen - das bedeutet natürlich jedoch nicht dass man es anwenden muss :)

Trainingserfolge hat man (meiner Meinung nach) am Schnellsten beim Kickboxen.

Alles gute :)

Antwort
von KurdoKader, 5

Krav Maga wäre in deinem Fall nicht schlecht

Antwort
von RuedigerKaarst, 19

Bei jeder Kampfsportart kann man jemanden ernsthaft, leicht, ider such garnicht verletzen.

Wenn man die Griffe, Schläge und Stellen kennt, kann man jemandem mit einem Hieb ohne bleibende Schäden außer Gefecht setzen.

Steaßenkämpfen solltest Du aus dem Weg gehen und erlerntes nur im Notfall benutzen.

Expertenantwort
von Enzylexikon, Community-Experte für Kampfsport, 20

Ich schließe mich zunächst einmal Rottx1512 in der Grundaussage an.

Es ist ein Unterschied, ob man eine Kampfkunst, einen Wettkampfsport, oder ein reines Selbstverteidigungssystem erlernt, da es unterschiedliche Schwerpunkte gibt.

Bei Kampfkünsten steht häufig die Entwicklung eines ausgeglichenen Persönlichkeit an oberste Stelle. Wettkämpfe gibt es häufig gar nicht und die Fähigkeit zur Selbstverteidigung entwickelt sich mit der Zeit.

Kampfsportarten mit Wettkampcharakter mussten im Vergleich zur Kampfkunst technisch entschärft, oder mit Schutzkleidung kompensiert werden. Hier geht es um Fairness, Fitness, Stressabbau.

Selbstverteidigungssysteme haben keinen besonderen philosophischen Anspruch und verzichten auf Wettkämpfe, um sich ausschließlich dem Aspekt der Selbstverteidigung zu widmen.

Im Bereich der Selbstverteidigung wird häufig vergessen, dass zB Disziplinen wie Krav Maga für Militärs, Polizisten, Personenschützer und Zivilpersonen unterschiedlich vermittelt werden und diese Gruppen eben nicht das gleiche lernen.

Was ist der beste Stil zur Selbstverteidigung?

Den besten Stil für alle Menschen gibt es nicht, weil jeder Mensch unterschiedliche charakterliche und körperliche Voraussetzungen mitbringt.

Das Training macht einen vielleicht gelassener, selbstbewusster, aber krempelt nicht die Persönlichkeit um.

Eine eher zurückhaltende Person wird im Ernstfall also Hemmungen haben, eine harte Technik voll durchzuziehen. Daher sollte sie eher einen Stil wählen, der ihrer persönlichen Veranlagung entspricht.

Man kann sich sowohl mit den Erfahrungen einer Kampfkunst, eines Kampfsports, oder einer SV-Methode im Ernstfall verteidigen.

Lass dich also nicht durch das "Etikett" Kampfkunst/Sport/SV verunsichern. Das ist lediglich eine grobe Unterteilung.

Entscheidend ist nicht der Stil, sondern der Einzelne.

Jemand der auch im Ernstfall die Nerven behält und konzentriert bleibt, wird der Gefahr eher entgehen können, als jemand, der in Panik gerät.

Verliert man die Fähigkeit zur Anpassung an die Situation, ist es egal ob man die 108 geheimen Techniken der Shaolin erlernt, oder das Armee-Elitetraining absolviert hat - wer mental unterliegt, hat schon verloren.

Deshalb ist es wichtig, dass man jenen Stil findet, der einen selbst anspricht, so dass man langfristig motiviert bleibt, um Fortschritte zu machen.

Gerade bei Kampfkünsten ist die Effektivität nicht immer sofort ersichtlich und wer nach wenigen Monaten abbricht, wird nichts signifikantes erlernt haben.

Wichtig ist deshalb, so viel Freude daran zu haben, dass man wirklich dabei bleibt - egal was der Rest der Welt von diesem Stil halten mag. Gerade wenn man motiviert ist, erwartet man keine Wunder nach einem Jahr.

Mein Ratschlag

Suche dir alle Vereine in deiner Umgebung, informiere dich über ihr Angebot, vereinbare Termine für Probetrainings  - und schaue einfach, was dir liegt.

Da kannst du dir auch gleich einen Eindruck vom Umgang der Menschen dort machen, ob es Konkurrenzdenken und Leistungsdruck gibt, ob der Lehrer lieber Geschichten erzählt, als zu unterrichten usw.

Im Zweifelsfall suchst du dir eben einen anderen Verein, der den gleichen Stil anbietet - womöglich gefällt es dir dort besser. :-)

Persönliches

Ich selbst trainiere die japanische Kampfkunst Aikido und habe das wichtigste hier zusammengefasst und mit ein paar Videos kombiniert

https://www.gutefrage.net/frage/welche-kampfsportart-gefaellt-euch-und-warum-wel...

Doch egal für welchen Stil du dich letztlich entscheidest - ich wünsche dir viel Erfolg. :-)

Kommentar von SamserOne ,

Top Kommentar!

Antwort
von Strubbel87, 16

Die Nutzer schreiben immer das was ihnen selbst am besten gefällt. Lass dich nicht beeinflussen und gehe in verschiedene Vereine/Akademien um Probetraininge zu vereinbaren. Nur du selbst kannst herausfinden was zu dir passt und was nicht.
Hier reden ja alle vom Kampfsport, aber es gibt auch noch die andere Seite. Nämlich die Kampfkunst. Dort lernst du nicht einfach nur zuzuschlagen, sondern deinen Körper unter Kontrolle zu haben, was ja auch nicht schadet.
Ich selber mache seit 4 Jahren Taiwan do( nicht so verbreitet ich weiß). Dies gibt es mit Sicherheit auch nicht in jeder Stadt, aber vll hast du ja den Service und wohnst in einer Stadt wo sie es anbieten.

Taiwan do legt viel Wert auf die Ausführung und den Charakter. Es geht nicht darum grundlos Leute zusammenzuschlagen oder nicht, sondern darum deinen Körper unter Kontrolle zu haben.

Atemübungen
Am Anfang jeder Stunde macht man die Atemübungen, die es in drei bewegubgschemen gibt, also in verschiedenen Ausgangspositionen. Der Bewegungsablauf bleibt immer gleich. Dort kommst du vom Alltag runter und arbeitest dich in das Training ein.

•Mediation 
Manchmal macht man auch Mediation. Das ist wenn Tai CHI Musik im Hintergrund läuft, du die Augen schließt und zu deiner Mitte findest.

Aufwärmen
Danach wärmt man sich auf, also läuft runden durch die Halle macht die basisgymnastischen Übungen (Schildkröte,Kobras, Liegestütze, Kniebeugen und strecksprünge) danach dehnt man sich und macht drehgymnastik.

•Basis/Block 
Es gibt Basis Fuß, Knie, Ellenbogen und Faust. Block gibt es Fuß und Faust. Das wiederholt man in jeder Stunde zigfach.

Partnerübungen
Dann gibt es auch immer noch ein partnertraning, das man unterschiedlich von den Gurten mit schutzweste oder ohne macht.

Drachenkatars
Drachenkatars sind eine Kombi von Bewegungen die fließend zusammen ausgeführt werden. 
•Prüfungen und großlehrgänge

Zweimal im Jahr findet eine Prüfung statt. An dieser kannst du teilnehmen und musst je nach Gurt verschiedene Übungen  zeigen. 
Großlehrgänge sind die vorbereitenden Lehrgänge die Pflicht sind wenn man an einer Prüfung teilnimmt.

Ich hoffe ich konnte dir helfen;) bei weiteren Fragen frag einfach.

Mit freundlichen Grüßen
              

Strubbel87;)

Antwort
von KlaroGames, 20

Scharfschützenausbildung bei der Bundeswehr. Da kannst du dich verteidigen bevor der Angreifer es mitbekommt

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community