Frage von Heiduei,

Realismus - Was ist das ??? Oo

Hallo,

wir nehmen Realismus gerade in der Schule im Fach Deutsch durch. Unser Lehrer hat uns schon mehrmals drauf hingewiesen, das die Definition: "Der Realismus will die fassbare Welt objektiv beobachten. Er beschränkt sich jedoch nicht nur auf die bloße Beschreibung der Wirklichkeit, sondern versucht, diese künstlerisch wiederzugeben. Der Autor oder Erzähler darf dabei nicht erkennbar werden."

aus der Wikipedia nicht richtig ist. Was ist Realismus dann ? Stattdessen hat er uns erklärt, das Realismus bedeutet, das die Technischen neuerungen (zur Zeit des Realismus z.B. die Eisenbahn) den Fortschritt der Zeit, der Natur und der Kunst verhindern... Was ist jetzt wahr ? Ich bin total verwirrt O__o

Antwort
von SternenClan,

Realismus ist eine Art etwas zu Besschreiben, bei der es besonders um die möglichst genaue,wahre Beschreibung eines Gegenstands oder ähnlichem geht. In Gedichten/Geschichten sind das dann oft ware Begebenheiten, sprich es ist die wirkliche Welt mit wirklichen Problemen, ohne irgendwelche fantasien. Im Zeichnerischen Bereich beschreibt Realismus eine möglichst genaue Darstelleung eines Objekts, die nicht von der Wirklichkeit abweicht.

Antwort
von jajajasmin,

-Künstler setzen sich über traditionelle Kompositionsgesetze hinweg u. bevorzugen zufällig wirkende Bildausschnitte, ähnlich den Schnappschüssen der eben entwickelten Fotografie

-Malerei des 19. Jh.  beherrscht von großformatigen Historien-, Schlachtbildern , dass passt nach Meinung der Realisten nicht in die moderne Welt

-Gegenbewegung zum Klassizismus und Romantik

-Wiedergabe von allem was das Auge objektiv erfassen kann

-wollte die Realität so wiedergeben wie sie wirklich ist

Sowohl für den Impressionismus, als auch für den Realismus spielte die Erfindung und Entwicklung der Fotografie eine wichtige Rolle. Klar: man konnte jetzt Bilder machen, ohne zu malen. Das verändert die Kunst. Wenn man ein Foto machen kann, ist es nicht mehr so wichtig, perfekt naturalistisch zu malen. Zuvor war das Interesse der Künstler, die Wirklichkeit perfekt abzubilden. Jetzt kann man Fotos machen. Man kann sagen, die Kunst hatte eine Sinnkrise: wozu noch malen?

Der Realismus und der Impressionismus fanden auf diese Frage ziemlich zeitgleich jeweils verschiedene Antworten. Im Impressionismus wird zunehmend "fleckig" gemalt, die Umrisslinien fallen weg, Konturen werden aufgelöst... dadurch wirkt alles, als würde es flimmern (schau dazu z.B. nochmal das Bild "Impression" von Monet an). Im Pointillismus werden aus den Farbflecken und -tupfern dann Farbpunkte. Der Realismus bleibt vorerst noch weitgehend bei der Tradition, alles naturalistisch (also möglichst naturgetreu) abzubilden. Wenn du "Das Eisenwalzwerk" von Menzel anschaust, dann könnte man danach fast die Fabrik nachbauen. Oder "Die drei Frauen in der Kirche" von Leibl - man könnte fast meinen, es handelt sich um ein Foto.

So, und jetzt kommt der Punkt Komposition, auf den sich deine Frage bezieht: Fotos waren noch sehr teuer. Familienporträts aus dieser Zeit wurden daher perfekt angeordnet, alles wirkte gekünstelt. Aber: Fotografen interessierten sich auch für Städte, für Landschaften usw. Und da wird es jetzt für die Kunst interessant: die Fotografen machen Bilder von Städten, Landschaften, Marktplätzen usw. und die Künstler sehen: "Die Wirklichkeit ist nicht so perfekt durchkomponiert und angeordnet, wie wir das jahrhundertelang gemacht haben". Und das greifen jetzt die Realisten und Impressionisten auf. Sie bilden einfach einen Ausschnitt der Welt ab, ohne so besonders große Überlegungen zur Komposition anzustellen (natürlich auch nicht ganz unüberlegt, aber die Kompositionsgesetze sind nicht mehr so wichtig, wie z.B. im Barock). Der typische Schnappschuss war in der Fotografie noch nicht erfunden. Fotografieren war kompliziert und, wie gesagt, teuer. Aber der Blick auf die Welt hat sich verändert. Man fotografiert den Stadtplatz, wie er eben ist, ohne vorher die Pferdekutschen, Marktfrauen und Tauben alle einzeln anzuordnen. Und das greifen die Realisten (und auch Impressionisten, aber noch stärker eben die Realisten) auf. Das ist auch gemeint mit dem Punkt "Zufälligkeiten, Überraschungen des Lichts oder ein schiefgerückter Stuhl werden zum Bildthema". Man will abbilden, wie die Welt zufällig aussieht. Man hebt das Alltägliche, das Gewöhnliche auf einen Sockel und sagt: "das ist jetzt Kunst".

Kommentar von jajajasmin ,

Haha das war jetzt meine halbe Schulaufgabe ^^ ♥

Antwort
von daslebenist,
2 Mitglieder fanden diese Antwort hilfreich

Sind Menschen die nur an die Wahrheit sich selbst klammern und nicht andere Gedanken zulassen. Sie glauben nicht oder fast nicht an die Hoffnung! (Sieh es doch mal Realistisch!)

Kommentar von msjones ,

Wie bitte? Sprichst Du von Literatur?

Kommentar von Bambi90 ,

Blödsinn!!!

Antwort
von msjones,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Weshalb soll denn die Eisenbahn den Fortschritt der Zeit behindern? Bist Du sicher, dass Du das richtig wiedergegeben hast? Ansonsten versteh ich den Lehrer nicht.

Ich denke, was am Wikipedia-Artikel falsch ist, ist folgendes:

Der Realismus versucht schon, alles möglichst wirklichkeitsgetreu zu beschreiben, aber natürlich fließt immer auch das subjektive Bild des Erzählers mit ein.

Trotz aller Subjektivität versucht man dabei aber, klar und einfach zu bleiben. Es wird das beschrieben, was jeder sehen, hören, fühlen kann.

Kitschige innere Konflikte, Gefühlswallungen der Hauptfigur, großartige Metaphern und alles weitere, was die Wirklichkeit verklärt, wird weggelassen (lies mal ein romantisches Gedicht und danach ein realistisches, dann verstehst Du das ganz leicht). Religion usw. wurden in diesem Literaturstil abgelehnt.

Vielleicht hat Dein Lehrer mit dem Eisenbahnbeispiel versucht, Euch klar zu machen, dass die Zeit des Realismus von großen Veränderungen in der Gesellschaft (aufstrebendes Bürgertum, soziale Frage, Arbeiterbewegung) und der Umwelt (große technische Neuerungen, technischer Fortschritt) geprägt war?

Antwort
von Bambi90,
1 Mitglied fand diese Antwort hilfreich

Naja, die Beschreibung deines Autors ist nur halbwahr. Der Realismus stellt real mögliche Welten dar, aber damit wird auch ein Zweck verfolgt, es werden nämlich Parallelen zum Leben des Protagonisten deutlich.

Der Autor wird sowieso in keinem Text erkennbar, das ist schon im Barock so und auch noch heute. Der Text steht für sich und eventuelle Parallelen zum Leben des Autors werden bei der Interpretation nicht berücksichtigt, weil es sich dabei um reine Spekulation handeln muss!!

Zur Eisenbahn: Die Eisenbahn begünstigt den Fortschritt, wird allerdings zu dieser Zeit auch gerne als negativ gesetzt, weil sie u.a. für Veränderung steht, was in diesen Texten nicht als postiv gesetzt wird. Konstanz ist ein wichtiger Wert...

Antwort
von Haaperi,

eine literatur epoche, nicht zu verwechseln mit naturalismus ;)

Keine passende Antwort gefunden?

Fragen Sie die Community