Frage von Schlaufuchs1999, 18

Neuseeland Work and Travel Auto oder nicht?

Hi ich möchte nach der Schule mit zwei Freundinnen nach Neuseeland. Die Sache ist die: wir haben in manchen Dingen vollkommen unterschiedliche Meinungen. Ich wäre eher dafür, ein Auto zu kaufen, sie total dagegen. Deswegen wollte ich mal die fragen, die vielleicht auch schon mal zu Work and Travel in Neuseeland waren: Auto kaufen oder nicht? hier mal so ein paar Infos: ich würde gerne mind. ein halbes Jahr dort bleiben, Kurzzeitjobs, v.a. Saisonarbeit, möchte viel reisen, flexibel sein, ohne eine Organisation Alternative zum gekauften Auto wäre Bus (Intercity, kiwi experience...), Fahrrad usw. Kommt man mit diesen Verkehrsmitteln gut durch? gelange ich auch gut zu abgelegeneren Orten, Farmen zum Arbeiten usw.? Oder ist das Auto die beste (wenn man das so formulieren darf) Alternative?

Danke schon mal im Voraus

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von WalterLemon, 10

Hallo Schlaufuchs :)

Ich war vor zwei Jahren selber sieben Monate zum Work&Traveln in Neuseeland und hatte in der Zeit dort ebenfalls ein Auto - genauer genommen sogar zwei, aber das ist eine längere Geschichte :D

Ehrlich gesagt stand ich vor Beginn meiner Reise, die ich mit meinem Kumpel geplant hatte, vor exakt derselben Frage. Als wir dann in Neuseeland waren und wir immer noch nicht recht wussten, ob nun Auto oder nicht (bei mir war es übrigens auch eher mein Kumpel, der dagegen war :D), waren wir dort dann sehr schnell sehr eindeutig davon überzeugt, dass ein Auto die einzig richtige Wahl ist. Damit du deiner Freundin das auch richtig rüberbringen kannst, hier mal ein paar Argumente von mir:

Punkt eins: Für viele Orchardarbeiten ist ein Auto häufig nicht nur praktisch, sondern sogar Muss und wird bei der Auswahl der Bewerber quasi als Voraussetzung verlangt. Das Problem ist, dass viele Landgüter so riesig sind, dass man schlicht ein Auto braucht, um von einer Arbeitsstelle zur nächsten zu kommen. Bei einem Weingut in der Nähe von Nelson war es sogar so, dass der Wein nicht auf einem großen Gut, sondern auf mehreren Pachtstücken angebaut wurde, die bis zu 20km auseinanderlagen. Wenn der Boss dir dann eines morgens sagt: "So Leute, hier ist nichts mehr zu tun, ab jetzt bitte beim Orchard so und so weitermachen", ist man auf dem Land recht aufgeschmissen. Man kann sich manchmal natürlich auch einigen und mit anderen Leuten mitfahren, die ein Auto haben. Generell ziehen die "Personalchefs" der Landbetriebe aber Backpacker vor, die ein Auto haben. Es erhöht also quasi auch eure Chance auf dem Arbeitsmarkt. 

Punkt zwei: Von dir wurde schon das Thema des public transports angekratzt. Man kann in NZ mit Bussen ganz gut von A nach B kommen, auch Züge fahren natürlich in Neuseeland. Allerdings kommt man so nur gut durch, wenn man vorhat, immer nur von einem größeren Städtchen zum nächsten zu pendeln. Der Reiz in NZ liegt doch aber gerade in der unermesslichen Freiheit, irgendwo hinfahren zu können, wo man gerade Lust hat und gff. auch im Auto zu nächtigen bzw. zu campen. Im Nachhinein war mein Kumpel heilfroh, dass ich ihn (gewissermaßen zweimal) dazu überreden konnte, ein Auto zu kaufen. Das hat uns so viele unvergessliche Momente weit abseits der Wege verschafft, die wir mit Hitchhiken oder gar dem Bus nie im Leben gesehen hätten - Stichwort Fletcher Bay auf der Coromandel Peninsula :)) Mit einem Auto kann man immer überall anhalten, wo man will und Dinge bestaunen auf die man einfach gerade Bock hat - was im Bus nicht geht. Für mich gehört deshalb ein Auto definitiv zum Freiheitsbegriff in Neuseeland dazu. Irgendwo mitfahren und quasi eine Mitfahrgelegenheit mit Leuten aus dem Hostel zu schmieden, haben viele genutzt, die vor allem gerade erst in Auckland angekommen waren und aus der Stadt rauswollten. Auf Dauer funktioniert sowas aber eher selten.

Punkt drei: Ein Auto ist außerdem ein unglaublich praktisches Transportmittel, mit dem man viele Gelegenheitsdinge mit sich rumschleppen kann, ohne jedesmal darauf zu achten, dass der Rucksack nicht überfüllt wird und man sogar etwas im Hostel verkaufen muss, um weiterzukommen. So ging es manchen Leuten, die wir in Hostels angetroffen hatten und die fast nur mit Bus unterwegs waren. Es ist unglaublich entspannt, einfach seine zwei 19kg-Backpacks auf die Rückbank oder in den Kofferraum zu fletzen und loszufahren und sich zwischendurch vielleicht noch ein bisschen Outdoorzeug für den nächsten Mehrtagestrip zu besorgen, was im Bus nicht so einfach geht, da dort natürlich die Gepäckmitnahmen sehr begrenzt sind. So wird es schon mal zu einer echten Odysee, überhaupt einen Sack Reis oder ein bisschen günstiges Obst von einem zum anderen Ort mitzunehmen

Ein Auto ist noch dazu recht einfach zu erwerben und wieder zu verkaufen, wenn ein paar simple Regeln beachtet. Vergleicht nicht die Bürokratie und die Kosten für ein halbes Jahr Autonutzung in NZ mit denen hier in Deutschland. Als Backpacker kommt man mit Versicherung, Zulassung und WoF (quasi TÜV) sehr günstig weg. Die Anschaffungskosten sind sowieso meist gering und wenn man ein paar simple Regeln beachtet (Kauftipps für Autos in Auckland hab ich hier mal gegeben: https://www.gutefrage.net/frage/auto-kauf-in-neuseeland-work--travel?foundIn=lis...), erspart man sich auch unnötige Schwierigkeiten und Reparaturkosten. Ich kann jedenfalls nur jedem ein Auto ans Herz legen, der vor hat (besonders auf der Südinsel!!) ein ordentliches Maß an Freiheit zu genießen und nicht auf den teils sehr dünnen öffentlichen Verkehrsraum oder hitchhiken angewiesen sein will. Das haben wir einmal gemacht, um wieder zu unserem Auto zurückzukommen und waren dann doch unglaublich froh, als wir wieder selber hinterm Steuer saßen und losfahren konnten, wohin wir wollten.

Kommentar von Schlaufuchs1999 ,

Vielen Dank für die ausführliche Antwort und die guten Tipps

Ich denke ich werde dort dann wirklich ein Auto kaufen vor allem weil ich dann flexibler bin

In einem jahr geht's los... ich freu mich schon ;)

Antwort
von Lenn14, 9

Auto ist mit Abstand die beste Art zu reisen. Ich war selber in NZ und ohne Auto wäre es nur halb so geil gewesen.

Einige Pluspunkte

- Man spart Unterkunftskosten. In Neuseeland gibt es massig kostenlose Campingplätze. Man kann entweder im Auto da pennen oder im Zelt. Das Leben aufm Campingplatz ist echt entspannt und man lernt viele Leute kennen

-Man ist flexibel (Busse fahren nur zu bestimmten Zeiten und zu bestimmten Orten)

-Man kommt an entlegene Orte. Viele schöne Orte in NZ werden von Bussen nicht angefahren, weil dort meistens nur ne Schotterpiste hinführt

-Man kann immer massig Essen in den Kofferaum packen

-Für viele Jobs brauch man ein eigenes Auto, weil die Arbeitsplätze außerhalb der Städte liegen

Nachteile des Autos

- Wenn man Pech hat, kauft man einen Schrotthaufen und muss Geld für Reparaturen ausgeben.

- Nicht so abenteuerlich wie Trampen oder Radfahren

LG

Kommentar von Schlaufuchs1999 ,

Vielen dank für die guten Tipps und Argumente ☺

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