Frage von Mmsh19, 81

Könnt ihr mir im Fach Ethik Themen für d. Präsentationprüfung vorschlagen?

Hallo, ich mache derzeit mein Abitur und habe in ein paar Monaten meine Präsentationsprüfung in Ethik. Wir dürfen uns 4 Themen aussuchen. Ich bin mir bei 2 Themen schon sicher, die wahrscheinlich fast jeder nimmt. •Abtreibung & •Organspende. Vlt möchte ich noch Sterbehilfe nehmen. Außerdem habe ich mir gedacht, dass irgendwas über Flüchtlinge interessant wäre, aber da weiß ich nicht genau, auf was ich mich direkt fixieren soll. Habt ihr Vorschläge zu dem Thema Flüchtlinge oder auch weitere andere interessante Themen?

Antwort
von Spockyle, 47

Irgendwas in Richtung Wirtschaftsethik vielleicht? Wie können Unternehmen, die ja erstmal auf Gewinn ausgerichtet sind, Ethik in ihr Konzept aufnehmen (Karl Homann ist da so ein Name), evtl sogar Ethik als Gewinnsteigerung (zB durch Werbung)?

Wie sollten Menschen behandelt werden, die an einem Unternehmen berechtigtes Interesse haben (sog. ethische Stakeholder, zB Anwohner an einer Fabrik), wie werden sie derzeit behandelt?

Welche Verantwortung haben Firmenbosse? Welche Verantwortung hat der Einzelne?

Für Flüchtlinge kann man was ähnliches machen: Welche Verantwortung hat der Einzelne gegenüber Flüchtlingen? Wie lässt sich diese Verantwortung im realen Leben umsetzen? Gibt es sowas wie die "Verantwortung eines Flüchtlings", wie er sich zu verhalten hat? Im Bezug auf Flüchtlinge auch: Die Handy-Debatte (Kennst sicher: "Wie können die so arm sein, die haben ja alle ein teures Handy!" Carola Mesterling hat dazu ein paar Aufsätze veröffentlicht)

Solche Sachen wie Tierschutz/Tierrecht/Tierethik: Ist es moralisch vertretbar, in Zeiten von BSE 10 000 Rinder zu töten, nur weil die evtl infiziert sein könnten? Die moralische Diskussion um Veganismus und Omnivorismus;

Das sind jetzt nur paar Sachen, die mir grad eingefallen sind. Zu allen diesen Sachen gibt es gute Literatur und man kann sie klein halten, aber auch schön groß ausbreiten :)

Antwort
von covia, 21

Steig doch mal beim Thema Sterbehilfe nicht mit der Null-Acht-Fünfzehn-Leier ein! Das Thema Sterbehilfe wird ja bei uns völlig neurotisch behandelt. Wir gehen davon aus, der Todgeweihte will nicht an Schläuchen in einem Krankenhaus enden, sondern würdig zu Hause. Wir gehen davon aus, dass er eine künstliche Lebensverlängerung nicht will und dies in einer Patientenverfügung bei klarem Kopf niedergelegt hat. Nur dann kann ethisch von Sterbehilfe gesprochen werden.

Bei der Diskussion geht es um Sterbehilfe mit Hilfe eines endgültigen Cocktails, der schmerzfrei, sicher und schnell zum Tode führen soll. Und bei der
Null-Acht-Fünfzehn-Ethik geht es um die Frage, ob ein anderer Mensch diesen Cocktail besorgen und verabreichen darf.

Ich sehe die Ausgangssituation als unethisch an, nämlich das selbstbestimmte Verlassen des Lebens an einen Chemiecocktail oder ein ähnliches Produkt zu binden! Das erlebe ich als unethisch. Die Planeten zerstörende Konsumgesellschaft will auch beim letzten Gang noch konsumieren, nämlich einen besonders "wertvollen" Konsumartikel und macht dafür erfolgreich Marketing. Das ist zutiefst unethisch!

Wer das Leben verlassen will, hat einen völlig natürlichen Weg: er hört auf zu trinken! Dehydration genannt. Er braucht jemanden, der ihn begleitet und ihm die Lippen und die Zungenspitze feucht hält. Dieser Weg aus dem Leben ist ein langsames Einschlafen über etwa 4 Tage. Fällt dem Sterbenden ein, dass er noch unbedingt etwas regeln muss, macht er sich bemerkbar, trinkt, kommt wieder an Deck und regelt seine Sache. Der Sterbende steuert seinen Prozess. Der endgültige Cocktail verrichtet unumkehrbar seinen Job, ohne die Möglichkeit der Selbststeuerung nach der Einnahme.

Ich habe Menschen auf dem selbstgesteuerten Weg der Dehydration begleitet. Ich weiß, selbst Menschen, die nicht mehr "geschäftsfähig" sind, können diese Entscheidung treffen und realisieren. Ich leiste Sterbebegleitung und lehne Sterbehilfe ab!

Unethisch ist eine Gesellschaft, die "Verdursten" als Horrorgespenst darstellt, dies in den Köpfen der Menschen verankert und sie so von ihrer natürlichen Möglichkeit abschneidet, friedlich, schmerzfrei, einschlafend und selbststeuernd in eine uns unbekannte Welt zu gehen, wenn ihre Zeit gekommen ist.


Antwort
von grubenhirn, 46

Nimm lieber etwas im Bereich Neuroethik:

Können Roboter leiden oder besser: Ab wann kann man davon sprechen, dass ein komplexes, kybernetisches System Leid empfinden kann?


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