Kann nicht glauben dass sie tot ist?

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5 Antworten

Hallo Cansu26,

einen geliebten Menschen zu verlieren ist zweifellos eine traumatische Erfahrung. Gerade am Anfang ist es besonders schwer. Wahrscheinlich stehst Du noch immer unter einem Schock. So unmittelbar mit dem Tod konfrontiert zu werden, ist vermutlich die schlimmste Erfahrung, die Du bisher gemacht hast.

Vielen, die einen Menschen verloren haben, den sie sehr geliebt haben, geht es ähnlich wie Dir. Sie wollen einfach nicht wahr haben, dass dieser Mensch nun nicht mehr da ist. Gerade jetzt ist es wichtig, Gefühle der Trauer zuzulassen. Manche, die mit einem Verlust fertig werden mussten, haben gemerkt, dass es gut ist, seine Trauer zu durchleben. Warum? Es kann den Druck erleichtern, wenn man seine Gefühle heraus lässt. Diese Gefühle jedoch zu unterdrücken, mag in körperlicher und auch in seelischer Hinsicht großen Schaden anrichten. Dazu, die Trauer zu durchleben, gehört auf jeden Fall zu reden! Vielleicht kannst Du Dich einem mitfühlenden Freund oder Verwandten anvertrauen. Auf keinen Fall aber solltest Du versuchen, alles mit Dir allein auszumachen.

Ich bin einmal auf einen Text in der Bibel gestoßen, der in diesem Zusammenhang sehr gut passt. Dieser Text ist dem Bibelbuch Hiob entnommen. Dieser Hiob sagte nach dem Tod seiner 10 Kinder, sowie einiger anderer dramatischer Erlebnisse, folgendes:"Meine Seele empfindet bestimmt Ekel vor meinem Leben. Ich will meiner Besorgnis um mich freien Lauf lassen. Ich will in der Bitterkeit meiner Seele reden!"(Hiob, Kapitel 10, Vers 1).

Hiob tat also etwas sehr Wichtiges. Er behielt seine bedrückenden Gedanken nicht für sich, sondern redete mit anderen darüber und fand so Erleichterung. Etwas Ähnliches sagte auch Shakespeare in Macbeth: " Gib Worte deinem Schmerz, Gram der nicht spricht, preßt das beladene Herz, bis daß es bricht". Wenn Du also Deine Erfahrungen und Gefühle in Worte kleidest, kannst Du Dich zum einen selbst besser verstehen und findest auch ein gewisses Maß an Erleichterung. Sehr hilfreich wäre es natürlich, wenn Du jemanden zum Reden hast, der selbst einen geliebten Menschen verloren hat und den Verlust erfolgreich überwunden hat. Durch ihn könntest Du vielleicht praktische Anregungen erhalten, die Dir helfen, Deinen Kummer zu bewältigen. Es kann aber auch sein, dass es Dir überhaupt nicht danach ist, über Deine Gefühle zu sprechen. Was dann? Manchen hilft es, das, was sie bewegt, aufzuschreiben und es später wieder zu lesen. Auch auf diesem Weg kann man seiner Trauer Ausdruck verleihen und fühlt sich hinterher besser.

Etwas anderes, was die Trauer erleichtert, ist weinen. Das Vergießen von Tränen gehört mit zum Heilungsprozess und man braucht sich dafür nicht zu schämen. In der Zeit der Trauer werden manche sogar zusätzlich mit Schuldgefühlen geplagt. Sie meinen, irgendein Versäumnis habe mit zum Tod des Angehörigen beigetragen. Wenn Du je so empfinden solltest, dann brauchst Du nicht zu denken, das sei nicht normal. Auch hier ist es eine Hilfe, über seine Gefühle zu sprechen, statt sie für sich zu behalten.

Das, was einem Trauernden jedoch am meisten hilft ist das Versprechen Gottes, die Toten eines Tages wieder zum Leben zurückzubringen. Jesus beschrieb das einmal mit folgenden Worten:
" Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden, ..." (Johannes, Kapitel 5, Verse 21, 28 u. 29a). Die Bibel spricht hier von der Auferstehung der Toten.
Diese Verheißung beschreibt, das Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden, und zwar unter besseren Verhältnissen als heute.

Ich selbst habe vor wenigen Jahren meine beiden Elternteile und meine Schwester verloren und finde bis heute in dem eben zitierten Text großen Trost. Ich habe außerdem schon oft festgestellt, dass ein persönliches Verhältnis zu Gott manches besser ertragen lässt. Wenn man sich glaubensvoll im Gebet an ihn wendet, dann ist er nicht nur ein passiver Zuhörer, sondern er kann uns helfen, mit der Situation besser umzugehen und nicht in Hoffnungslosigkeit zu versinken.

LG Philipp

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Meine Mutter ist leider vor kurzem verstorben ich bin 14 ich lenke mich ab und schaue alte Fotos an und denke mir was ich für eine schöne Zeit mit ihr hatte. Das du vor Trauer nicht klar denken kannst hätte sie sicherlich nicht gewollt so denke ich es mir bei meiner Mutter zumindest, hoffe ich konnte dir helfen.

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Sie ist auch immernoch da zwar nur in gedanken und wenn dein kopf realisiert das sie kein teil mehr deines tagesablaufes ist bemerkst du es schon.
Behalte sie immer in erinnerung bei mir hat es auch lange gedauert bis ich realisiert habe das meine mama tot ist obwohl ich zu klein war und sie dadurch nicht kannte.

Mein beileid :(

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Liebe(r) Cansu,

ich fühle mit Dir. 

Es ist schwer, wenn man mir 15 einen so wichtigen Menschen verliert, und Du stehst noch unter Schock. 

Da ist es ganz normal, daß Du erwartest, daß die Türe aufgeht und die Verstorbene hereinkommt. Du fühlst Dich wie in einem Alptraum und möchtest, daß er endlich vorbeigeht. Leider ist das kein Traum, sondern bittere Realität.

Trauere und weine, wenn Dir danach ist, es gibt keine Verhaltensregeln, was angemessen ist. Und sprich mit anderen Menschen, die sie auch gekannt haben. Geteilte Trauer ist halbe Trauer.

Gib Dir die Zeit, die Du brauchst, um Abschied zu nehmen.

Ich umarme Dich,

Giwalato

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Das tut mir wirklich sehr sehr leid.

Ich verstehe dich. Niemand kann damit einfach so umgehen. Es wird eine Weile dauern, bis du dich daran gewöhnst und es nicht mehrst weh tut, aber  du wirst sie/ihn nie vergessen.

Ich kann dir sagen, dass der Schmerz nachlässt und du dich daran gewöhnst aber das braucht Zeit.

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