Frage von Spongifreak01, 171

Kann man mit einem Teleskop 13,7 Milliarden Lichtjahre weit schauen?

Wenn das mögliche wäre würde man doch auch in der Zeit zurück schauen und somit den Urknalls beobachten können. Oder irre ich mich da?

Antwort
von kami1a, 68

Hallo! Ganz so weit geht es noch nicht aber schon interessant dass man quasi in die Vergangenheit schauen kann. Wir schauen - und übrigens auch hören - permanent in die Vergangenheit. Beim Schall ist das einfach zu beweisen - schon beim Echo hören wir in die Vergangenheit weil der Schall Zeit braucht um unser Ohr zu erreichen. Beim Licht ist das auch so aber dieses ist so schnell dass ein so einfaches Experiment nicht ausreicht. Immerhin braucht das Licht bis zum Mond nur 1 Sekunde. 

Aber das Licht erlaubt es Dir immerhin - wissenschaftlich belegt - in die Vergangenheit zu schauen. Das Nachbarsystem unserer Milchstraße ist der Andromedanebel. Hätte da jemand ein Superfernrohr und würde die Erde beobachten - was würde er jetzt in diesem Moment sehen? Die ersten Urmenschen.

Schaust Du nachts in günstiger Lage nach oben so kannst Du Mit dem bloßen Auge bis zu 3000 Sterne ( astronomische Größenklasse 6 ) sehen. Dabei sind auch Sterne die es schon seit tausenden Jahren nicht mehr gibt - aber Du siehst sie. Und es gibt da wo Du schwarze Dunkelheit siehst seit tausenden von Jahren Sterne die Du nicht sehen kannst weil ihr Licht Dein Auge noch nicht erreicht hat.

Ich wünsche Dir alles Gute.

Antwort
von PhotonX, 84

Ganz bis an den Urknall kommt man nicht heran, denn in den ersten ~400 Tausend Jahren war das Universum nicht durchsichtig. Aber seit es durchsichtig geworden ist, kann es betrachtet werden, allerdings nicht im optischen sondern im Mikrowellenbereich. Dort sieht man dann folgendes Bild: https://de.wikipedia.org/wiki/Hintergrundstrahlung Im optischen Bereich kommt man, so weit ich weiß, nicht ganz so weit, kenne da aber die aktuellen Zahlen nicht.

Kommentar von Spongifreak01 ,

Interessant, danke :)

Antwort
von Steffile, 74

Die am weitesten entfernte Galaxie die wir im Moment sehen koenen ist 13.1(?) Mrd Lichtjahre entfernt, aber wenn das James Webb Teleskop 2018 startet, werden wir bestimmt interessante Sachen sehen koennnen.

Den Urknall selbst werden wir nicht sehen koennen, nur erste Hitzespuren 380000 Jahre nach dem Urknall konnten beobachtet werden (das ist die Mikrowellenhintergrundstrahlung). Direkt nach dem Urknall gab es noch keine Photonen, es gab noch kein Licht. Dark Ages wird diese Phase genannt, als noch keine Atome geformt waren.

Expertenantwort
von Hamburger02, Community-Experte für Physik, 70

Im Prinzip hast du das korrekt erkannt: streng genommen guckt man mit einem Teleskop nicht in die Ferne (was dort heute passiert) sondern man guckt in die Vergangenheit.

Antwort
von Weltraumdackel, 26

Die Frage ist ja auch irgendwie verrückt. Selbst wenn es theoretisch möglich wäre, müsstest du ja genau den Zeitpunkt erwischen, indem das Licht des Urknalls dein Teleskop erreicht hat, also genau 13,7xxxx Mrd Jahre (Dienstags um 9:00 wie Prof. Lesch immer sagt).

Ausserdem ist der Urknall auch keine gewöhnliche Explosion in einem bestehenden Raum. Der Raum wurde durch den Urknall erst geschaffen und eben auch die Zeit.


Antwort
von AlderMoo, 85

Du kannst auch ohne Teleskop so "weit" schauen, sehn wirst Du allerdings mit herkömmlichen Teleskopen nicht viel oder besser gesagt, nichts. Da versagen ja selbst die wissenscfhaftlichen Geräte auf der Erde und außerhalb.

Kommentar von Spongifreak01 ,

Aber theoretisch wäre es doch möglich wenn man so weit schauen könnte. Oder?

Kommentar von AlderMoo ,

Nein. Einige Zeit nach dem Urknall (etliche Mio. Jahre) war die Materie so dick wie Erbsensuppe, undurchsichtig, viel zu dicht, mit nichts zu durchdringen. Danach bildeten sich dann nach der "Reinigung" durch Materie und Antimaterie Materieansammlungen, Sterne und so weiter, auch noch alles recht dicht beieinander...

Kommentar von Spongifreak01 ,

Achso Danke :)

Antwort
von Ribelploz, 48

Man kann mit einem Teleskop, und auch mit den Augen theoretisch unendlich weit schauen. Die Frage ist nur, mit welcher Vergrößerung, mit welcher Auflösung/Schärfe und mit wie viel Lichtsammelvermögen.

Was man für die Reste eines Urknalls hält, ist die kosmische Hintergrundstrahlung, und die untersucht man mit Radioteleskopen.

Kommentar von weckmannu ,

In der Physik gibt es kein "unendlich". Es gibt überall praktische Grenzen: die Abschwächung der Strahlung durch die Entfernung, das Auflösungsvermögen des Teleskops durch die Größe des Objektivs, die Empfindlichkeit der Netzhaut oder Kamera usw.

Antwort
von ALEMAN2015, 52

Du hast recht, wir sehen in der Zeit zurueck, d.h. wir sehen z.B. eine Galaxie da, wo sie vor 13 Mrd. Jahren ihr Licht abgestrahlt hat. Wenn es einen Urknall gab, dann muessten all diese "alten" Galaxien ja dicht beieinander liegen, da damals das Universum ja viel kleiner war als heute. Das tun sie aber nicht. Also kann es eigentlich keinen Urknall gegeben haben.

Kommentar von Jonny1776 ,

Diese Begründung ist schwammig und zusammenhanglos. Den Urknall gab es, und dabei sind erst die Atome entstanden. Das ist auf Grund der Mikrowellenhintergrundstrahlung und dem so genannten "Echo des Urknalls" nachgewiesen.

Kommentar von ALEMAN2015 ,

Die Hintergrundstrahlung beweist gar nichts. Eine Mikrowellenstrahlung kann verschiedene Ursachen haben.

Kommentar von weckmannu ,

Es ist nicht irgendeine Mikrowellenstrahlung. Man kann aus der beobachteten Struktur sogar das Alter ihrer Entstehung, das aus anderen Beobachtungen auf 13,8 Mia. Jahre berechnet wird, bestätigen. Du solltest nicht aus den wenigen Infos, die du hast, einseitige Schlüsse ziehen. Die seriöse Kosmologie berücksichtigt viel mehr Daten, als dem Nichtfachmann bekannt sind. Wenn ein Lehrstuhlinhaber für Kosmologie,  Prof. Harald Lesch, darüber Vorträge hält, ist es ziemlich gewagt, als relativer Laie das Gegenteil zu behaupten. Ich habe an der Uni Konstanz gemeinsam mit ca. 50 Physik Studenten ein ganzes Semester Kosmologie gehört. Dabei haben wir 2 Konstanzer Professoren und den Lehrstuhlinhaber für Kosmologie aus München als Vortragende gehabt. Alle die gescheiten jungen Leute konnten beliebige Fragen zum Thema stellen, hatten aber nichts einzuwenden dagegen, daß man ihnen ganz selbstverständlich die Urknalltheorie vortrug. Kannst du sicher sein es besser zu wissen?

Kommentar von ALEMAN2015 ,

Von Regener wurde schon 1933 eine Hintergrundstahlung von 2,8K postuliert, aber eine permanente, und ganz ohne Urknallidee.

Kommentar von weckmannu ,

@aleman  ---

Woher nimmst du die Angabe, die alten Galaxien lägen nicht dicht beieinander? In den Aufnahmen von sogenannten "deep space fields" Gebieten ist genau das Gegenteil sichtbar: man sieht eine dichte Ansammlung von alten Galaxien.

Man hat mit Dir vor ein paar Tagen schon mal über den Urknall und darüber diskutiert, dass das Gros der Kosmologen, darunter auch Einstein - er hat deshalb seine ART korrigiert --- schon seit den 30er Jahren zu der Auffassung gekommen ist, daß die Expansion des Weltall die beste Erklärung für die beobachteten Daten ergibt. Einige Nobelpreise sind seitdem dazu vergeben worden. Wenn du das ignorieren willst, qualifizierst du dich als krasser Aussenseiter.

Kommentar von ALEMAN2015 ,

Die HDF-Aufnahmen zeigen alte  Galaxien in space-fields ganz unterschiedlicher Richtungen, sie sind also nicht dicht beieinander.

Fuer meine Meinung zu dem Thema sind uebrigens ausschliesslich Sachargumente entscheidend und nicht die Meinung einer Gruppe von Kosmologen.

Kommentar von uteausmuenchen ,

"Sachargumente" wie die von Manfred Pohl, der keinen einzigen Beobachtungsbeleg für seine abstrusen Behauptungen anführen kann?

Kommentar von weckmannu ,

So unterschiedlich sind die Richtungen durchaus nicht, denn das ganze Feld hat am Himmel nur die Ausdehnung von ein paar Bogenminuten. 2.) glaubst du wirklich, daß die Astronomen die Entfernungen nicht ausgemessen, mind. abgeschätzt, haben, ehe sie die Aussage machen, man habe dicht beieinander liegende Galaxien beobachtet. Die moderne Astronomie arbeitet viel professioneller, als sich viele laienhafte Beobachter vorstellen.

Kommentar von weckmannu ,

Wir diskutieren hier nicht nur über "eine Gruppe von Kosmologen", sondern über die überwiegenden Mehrheit derer, die beruflich damit arbeiten, und " alemane" wird damit zurechtkommen müssen, daß auch viele der hier diskutierenden es vorziehen ihr Wissen aus sicherer Quelle zu beziehen und skeptisch gegenüber Aussagen sind, die Lehrbüchern aus renommierten Verlagen widersprechen. Schon Newton sagte: er steht als Zwerg auf den Schultern von Riesen. Er meinte damit die Verdienste seiner Vorgänger.

Ein junger Student verläßt sich heute auf die Aussagen von anerkannten Forschern, weil er nicht alles nochmal erforschen kann, um rasch in neue Gebiete vorstoßen zu können. Ich habe z.b. die chemischen Analysen von Otto Hahn zur Uranspaltung nicht selbst nachgemacht, sondern beziehe mein Wissen darüber unbesehen aus dem Lehrbuch - nur so hat man die Chance in dem riesigen Meer des Wissens nicht unterzugehen.

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