Frage von Yuurie, 28

Jungfrauen/Jungmänner in der Gesellschaft, warum diese Verzweiflung und dieser Druck?

Hallo. :)

Da ich seit den letzten Tagen im Bett gefesselt bin, schaue ich hin und wieder mal Dokumentationen, schaue mir Fragen auf gutefrage an und und und.

Und bei einem Thema bin ich in letzter Zeit öfter hängengeblieben, weil in mir das Gefühl aufkommt, dass es für viele Menschen einfach einen sehr hohen Stellenwert hat, was ich persönlich nicht so richtig nachvollziehen kann - ohne das jetzt böse zu meinen.

Und zwar geht um das Thema Jungfräulichkeit bzw. Sex und Beziehungen.

Ich habe sehr oft Beiträge gelesen und auch Dokumentationen und auch Aufklärungsvideos geschaut. Und auch da in den Kommentaren haben sich viele Menschen über dessen Jungfräulichkeit geäußert.

Ganz besonders oft habe ich die Frustration vieler raus gelesen (oft Männer ab 25 aufwärts), die auf mich richtig verzweifelt wirkten, dass sie noch Jungmänner sind und Angst haben, mit ansteigenden Alter nicht mehr "zum Zug" zu kommen.

(Bei Frauen habe ich dann öfter gelesen, dass sie glauben, sie seien zu hässlich und niemand möchte sie haben. Allerdings habe ich von Frauen nicht sooo viel gelesen).

Viele machen sich dann automatisch schlecht. Sie sind zu klein, zu unattraktiv, es liegt an deren Unerfahrenheit, sind zu schüchtern.... Oder sie sehen die Schuld nicht bei sich, sondern bei anderen. Alle Männer/Frauen sind schlecht, niemand will mich, also sind alle sch*iße usw.

Auch ich bin unerfahren und bald 25 (weiblich). Ich habe kein Problem damit, es offen preis zu geben. Warum auch? Es ist ja nichts Schlimmes. Daher hat das Thema schon größeres Interesse für mich geweckt. Erst recht, weil ich es ganz anders sehe. Und ich vieles dennoch nicht verstehe.

Zum Beispiel verstehe ich nicht, wie die Menschen sich da so sehr Druck machen lassen. Die Gesellschaft schreibt doch einem nicht vor, mit wann man die erste Beziehung und/oder Sex haben muss. Woher kommt dieser Drang?

Warum haben auch viele Menschen mitunter das Gefühl, allein zu sein und suchen deshalb eine/n Partner/in? Ist man denn wirklich alleine? Ich mein, man hat doch Freunde und Familie (zumindest die Meisten), inwiefern ist da man da alleine? Oder spricht man da von einem anderen Alleinsein?

Und warum ist dieser Stellenwert, Nicht mehr Jungfrau/mann sein zu wollen und so früh wie Möglich Sex und eine Beziehung haben zu wollen so groß?

Warum machen die Menschen sich so verrückt, dass einige sogar so verzweifelt sind, dass sie sich am liebsten das Leben nehmen wollen?

Das sind so Dinge, die ich mich wirklich frage und das, ohne jemanden verurteilen zu wollen. Weil das für mich so schwer vorzustellen ist.

Für mich hat das alles keinen hohen Stellenwert und wenn es bei mir so kommt, dass sich was ergibt, passiert es. Wann und ob ist mir nicht wichtig. Man kann ja auch schlecht etwas "vermissen", was man nicht einmal kennengelernt hat, oder?

Daher frage ich mich, woher kommt das alles?

Ich bitte euch, das auch ernst zu nehmen, da es auch ein ernstes Thema ist. Danke. :)

Antwort
von exxonvaldez, 27

Es ist halt einfach scheixxe nach Hause zu kommen und zu wissen, dass keiner wartet. -Jeden Tag alleine einzuschlafen, aufzuwachen, usw.

Kommentar von Yuurie ,

Erstmal danke für deine Antwort. :)

Bitte fasse das jetzt nicht negativ auf, aber das ist für mich noch nicht so ganz schlüssig. Man kann ja dann auch praktisch in einer WG leben oder ein auch sich ein Haustier anschaffen, dann ist man ja auch nicht "alleine". Und generell... so richtig alleine ist man doch eigentlich gar nicht..?

Kommentar von exxonvaldez ,

Also ich bin echt froh, dass ich WG nicht mehr machen muss!

Und ein Haustier ist nicht dasselbe. (Abgesehen davon dass es jeden Tag ca. 10 h alleine wäre.) Es antwortet nicht, gibt keine Ratschläge, streitet nicht, usw.

Natürlich ist man nicht so "richtig alleine". Aber abends im Bett dann doch schon. Und reden und teilen kannst du auch nicht mit jedem alles. Und dann ist da noch die Sache mit dem Sex...

Und mit jedem Jahr, was du als Single verbringst, verlierst du unweigerlich ein Jahr das du mit jemandem hättest teilen können.

Antwort
von RescueDada, 11

Also ich bewundere wirklich deine Ansicht, wie hast du das geschafft, dich so wenig von dem Gedanken der Gesellschaft beeinflussen zu lassen? Ich persönlich habe auch die ganze Zeit gedacht "wieso denken alle, mit 16 schon Sex haben zu müssen?", aber mit der Zeit habe ich es einfach geliebt feiern zu gehen und mit Jungs zu tanzen und sie heiß zu machen und ich habe jetzt schon wirklich Lust auf Sex, habe nur Angst, dass es wehtut, weshalb ich wohl auf eine feste Beziehung warten muss, da es sonst peinlich werden könnte. das ist also im Prinzip meine Entscheidung. als ich 16 war, fand ich die Gedanken der Gesellschaft albern, dachte mir höchstens, ich könnte schon mal meinen ersten Kuss haben^^, aber jetzt , in dem Moment, in dem jeder Junge, den ich kennenlerne, schon Sex hatte, komme ich mir bisschen dumm vor. Wahrscheinlich liegt es auch daran, dass ich ein bisschen Komplexe habe, was meinen Körper betrifft. Wenn ich jetzt voll die großen Brüste hätte etc., würde ich mir als  Sexpartner wohl auch viel wertvoller und begehrter vorkommen. Und dann würde ich es wahrscheinlich als Trophäe sehen, noch Jungfrau zu sein. Gut, momentan sehe ich das auch noch ein bisschen so, weil mich ja dann ein Junge, den ich liebe, entjunfern darf :)


vllt kann man das ein bisschen auch mit dem feiern-gehen vergleichen. das ist nicht dasselbe, wenn man es später mal macht, wie wenn man es früh ausprobiert. mit den leuten, für die das alles auch neu ist. und die das genauso feiern wie man selbst.

Kommentar von Yuurie ,

Was heißt geschafft.. Ich schaue mir alles von der Ferne an und bilde mir von allem ein eigenes Urteil anstatt der Mehrheit zu folgen und es dem gleich zu machen.

Was das feiern betrifft, war ich das nur 2 mal im Leben und da bin ich auch bewusst nur mit meinen liebsten, engsten Freunden und bleibe immer nüchtern (generelle Abneigung zu Alkohol). Daher sind die Vergleiche für mich persönlich nicht sonderlich nachvollziehbar. Aber vielleicht mehr was für die anderen Leser. :)

Und sich als Trophäe sehen... Bloß nicht. Ich hasse es schon, wenn mann es so empfindet. Ich bin eher dafür, dass man mich als menschliches Wesen respektieren und achten sollte und nicht als Frischfleisch oder als Trophäe, als Gegenstand, den man für eine Nacht 'gewinnen' kann und das war's auch schon.

Wir sind keine reinen sexualobjekte, sondern menschliche Wesen. Daher verstehe ich es auch nicht, warum du es liebst, die Männer auf dich 'heiß' zu machen, welcher Sinn steckt dahinter? Ich hasse es schon, wenn Mann mich auch nur länger als normal ansieht, ich will gar nicht begehrt werden.

Und glaube mir, große Brüste ziehen nur die perversen und notgeilen an (schreibe aus Erfahrung), da wirst du nicht viel von haben außer Frust und davon genervt zu sein.

Das Leben als Frau ist abgrundtief beschissen, um das mal direkt zu formulieren. Am liebsten wäre ich geschlechtslos, aber dass es nie so sein wird, muss ich mich wohl mit abfinden. :)

Antwort
von MrRomanticGuy, 11

Also bei der Überbevölkerung kommt es mir nicht so vor, als gäbe es zuwenig Beziehungen und Jungfrauen. ^^

Kommentar von Yuurie ,

Naja, bedenke, dass die meisten Jungfrauen auch so tun, als wären sie keine mehr, damit sie nicht von der Gesellschaft verstoßen werden. Den Meisten ist es peinlich und schämen sich für deren Jungfräulichkeit, was an der Gesellschaft liegt. Gibt auch ganz extreme Fälle, wo Leute deswegen einfach nicht mehr leben wollen. Also was macht viele? Entweder, wie gehen darunter kaputt oder sie versuchen, sich anzupassen und es zu 'verstecken'.

Wobei das unnütz ist, da Jungfräulichkeit an sich gar nichts schlimmes ist. Das ist keine ansteckende Krankheit, wo Leute deswegen sterben. Eigentlich ist das gar nichts schlimmes. Sondern ganz normal. Trotzdem grenzen viele Menschen einen aus und betrachten uns wie jemand aus einem anderen Planeten. Und das ist etwas, was einfach nicht geht und worum es mir bei der Frage auch letztendlich ging.

Kommentar von MrRomanticGuy ,

Also so schlimm ist es bei mir nicht. Mich fragen nur Leute warum ich noch nie eine Beziehung hatte und wollen mich verkuppeln, leider aber mit den falschen Personen. ^^ Veräppelungen gabs nur währen der Pubertät, aber im Berufsleben und so ist es eher Mitleid, weil viele nicht glauben können daß man als Single glücklich sein kann oder im Zölibat. ^^

Kommentar von Yuurie ,

Das ist das, was du erlebt hast. Dein Erlebtes kannst du allerdings nicht automatisch auf die Allgemeinheit beziehen. Auch ich habe meine eigenen Erkenntnisse zu dem Thema, die ganz anders abliefen. Statt Mitleid war es Fassungslosigkeit. Die Leute verstanden es nicht und suchten sich für sie 'logische Gründe' (z.b. Religion, man sei so unattraktiv, wolle sich für die 'richtige' Person aufheben usw.), anstatt einfach mal auf die Idee zu kommen, dass man ohne Partner auch ein glückliches und zufriedenes Leben haben kann.

Aber viele andere leiden darunter. Verstehst du? Und darum ging es mir hier. Die Jungfrauen, die darunter leiden und unter gesellschaftlichen Druck stehen, sollten wissen, dass es nichts gibt, worüber sie sich schämen oder unnormal fühlen müssten. Bloß, weil die Gesellschaft es nicht anerkennt bzw. als unnormal empfindet (was es nicht ist).

Kommentar von MrRomanticGuy ,

Wer Selbstbewußtsein hat macht sich darüber eh keine Gedanken was andere Leute denken. Gibt auch die andere Seite daß Leute es lächerlich finden wenn mein in einer Beziehung ist oder Sex hat. ^^

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