Ist der kategorische Imperativ im Alltag anwendbar?

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3 Antworten

Hallo

In der Zeit in der wir heute Leben ist es verdammt schwer danach zu leben, den der K.Imperativ setzt vorraus ,dass dein Handeln auf die Gesellschaft Rückwirkend positiv einfällt.

Die Gesellschaft zur Zeit, lebt nach dem schnellen Motto, alles Tagesfristig zu erreichen, der K.Imperativ würde den heutigen Menschen mit seinen befriedigungen ( Materieller Basis ) überfordern.

Die Lüge wird im Moment auf die Maxime gestellt und gelebt. Der  K.Imperativ wird sich erst nach dem Politisch/Religiös/Wirtschaftlichen Zusammenbruch etablieren. Dauert aber noch...

Um einen K.Imperativ zu festigen, wird das alte System Zerbröseln, wenn dann ein neues System, ein anderes Verhältnis aus Naturalen Stoffen, Wirtschaft und darausfolgend Politik aufgebaut ist, wird der K.Imperativ manifest.

In diesem System wird der K.Imperativ oft missbraucht für Toleranz ( = Ertragen Müssen ) um den Stuss der Politiker durchzusetzen...


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Der kategorische Imperativ lautet: „Handle so, dass die Maxime (der Grundsatz) deines Willens jederzeit zugleich Prinzip einer allgemeinen Gesetzgebung sein könne“. Die  Frage ist, ob eine solche von Kant geforderte (moralische) Handlungsmaxime, die er kategorisch und als Imperativ verstand, den Menschen nicht überfordert. Man schaue sich in der Welt um: wer handelt schon nach solchen streng moralischen Maximen? Außerdem berücksichtigt der kategorische Imperativ, der aus der Vernunft abgeleitet wird, zu wenig die animalische Natur des Menschen, die - wie er fordert - von der Vernunft kontrolliert bzw. unterdrückt werden soll.

Aus diesem Grunde ist die „Institutionenethik“ Hegels m. E. realistischer. Die moralischen Pflichten (gemäß dem kategorischen Imperativ) stellen sich dem handelnden Individuum als das „abstrakte Gute“ dar, welches ein permanentes Sollen verlangt und dem Individuum als Beschränkung erscheint. Die sittlichen Institutionen dagegen (z.B. die Verbote gemäß den Strafgesetzen) treten ihm als das „konkrete Gute“ gegenüber, das in vorhandenen Gesetzen, Gewohnheiten etc. gültig ist. Die Pflichten, die von den sittlichen Institutionen an die Menschen ergehen, sind nichts anderes als die notwendigen Bedingungen, unter denen sich die Freiheit oder die Idee des Guten konkretisiert. Dies gilt aber nur, wenn diese Institutionen die adäquate Verkörperung des Vernünftigen sind. Der Mensch muss überzeugt sein, dass die Institutionen keine anderen Interessen als die wesentlichen Interessen des Individuums vertreten. Dann erst sind die Institutionen vernünftig. Institutionenethik sind also allgemeine Regeln, die das Moralische auf die Interessenlage aller Individuen bezieht. Der Mensch muss sich in der institutionalisierten Ethik wiedererkennen.

Da der Mensch immer nur nach seinen Interessen handelt, ist es unvernünftig, ihn auf eine abstrakte Moral zu verpflichten, die seinen Interessen zuwiderläuft. Konkret heißt das: Mord, Diebstahl, Betrug usw. sind auch Bestandteil der Institutionenethik; dagegen gehören weitergehende moralische Gebote wie Rücksicht-nehmen, fair handeln, höflich miteinander umgehen, Respekt vor einander haben, die Interessen eines anderen nicht verletzen, anständig sein, ein guter Mensch sein u. ä. nicht zur Institutionenethik, da derartige Verpflichtungen zum Gut-sein oft den Interessen des einen oder anderen Individuums widersprechen (z.B. wird jemand, der im Leben vorankommen will, oft rücksichtslos, ruppig, unfair vorgehen müssen; man sagt: das ist „gemein“, aber es ist „institutionell“ nicht verboten). 

Fazit also: der kategorische Imperativ lässt sich als rigorose Anweisung zum moralischen Handeln nicht immer rein verwirklichen. Realistisch ist allein die Ethik der Institutionen, der man sich unterwerfen muss, weil das dem Interesse des Einzelnen vernünftigerweise entspricht. Eine weitergehende Verpflichtung, ein guter Mensch zu sein, wird dabei nicht gefordert; die Institutionenethik interessiert das nicht.




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Ich finde dass es anwendbar ist. Mir fällt jetzt keine Situation ein, wo ich mich nicht daran halte. 

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