Ist in der Bibel inzest verboten?

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12 Antworten

Um diesen Punkt im richtigen Licht zu sehen, muss man den Kontext berücksichtigen. Vorab erwähnt, handelt es sich um die erst einmal wertfreie Niederschrift gewisser Ereignisse, die die Entstehung von zwei Nationen erklärt, die mit den späteren Israeliten in einer gewissen Beziehung standen, die Ammoniter und die Moabiter.

Lot wird in der Bibel als „gerecht“ bezeichnet, was bedeutet, dass er sich an die Gebote Gottes gehalten hat. Wie kam es dazu, dass er mit seinen beiden Töchtern Geschlechtsbeziehungen hatte? Anscheinend waren
die Verlobten seiner Töchter in Sodom umgekommen und aus seiner Zufluchtsstadt Zoar hatte man ihn vielleicht vertrieben. So lebte er allein mit seinen beiden Töchtern in einer Höhle.

Zur damaligen Zeit war es fast ein Unding, keine Nachkommen zu haben und die Töchter Lots sahen wohl keine realistische Möglichkeit zu einer Ehe.

War Lot damit einverstanden, mit seinen eigenen Töchtern  Geschlechtsbeziehungen zu haben? Im 1. Buch Mose, Kapitel 19, Vers 33
steht: „So gaben sie ihrem Vater während jener Nacht wiederholt Wein zu
trinken; dann ging die Erstgeborene hinein und legte sich zu ihrem Vater; er
aber wußte nicht, wann sie sich niederlegte und wann sie aufstand.“
Und genauso lief es eine Nacht später ab, als auch seine zweite Tochter zu ihm kam. Lot wurde von seinen Töchtern so betrunken gemacht, dass ihm gar nicht bewusst wurde, was da passierte. Das wäre nicht notwendig gewesen, wenn er freiwillig Inzest mit seinen Töchtern begangen hätte.

Später gab es im mosaischen Gesetz sehr eindeutige Verbote, was Beziehungen zwischen engeren Verwandten betraf.

Auch im Neuen Testament wird von einem Fall berichtet, der in diesem Zusammenhang interessant ist. Im 1. Korintherbrief, im Kapitel 5 schreibt Paulus über ein Geschehen in der dortigen Gemeinde: „Tatsächlich wird
von Hurerei unter euch berichtet und von einer solchen Hurerei, wie es sie
selbst nicht unter den Nationen gibt, daß ein gewisser [Mann] die Frau [seines] Vaters hat.“

Die Frau wird nicht als seine Mutter bezeichnet, so dass es sich wahrscheinlich um seine Stiefmutter gehandelt hat, womit er nicht
blutsverwandt mit ihr gewesen sein dürfte. Trotzdem wurde diese Verbindung als anstößig betrachtet und dieser Mann wurde exkommuniziert. Wieviel anstößiger wäre das gewesen, wenn es sich tatsächlich um seine leibliche Mutter gehandelt hätte.

Somit ist eindeutig klar, dass Inzest heute von Gott verurteilt wird und von Christen, die Gott gefallen möchten, nicht ausgeübt werden darf.

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Ich meine, gemäß altem Testament eindeutig nein und gleichzeitig eindeutig ja, also im Prinzip zweideutig.

Aus der Geschichte von Sodom und Gomorrah geht hervor, daß Lot und sein Anhang von Gott als annehmbar empfunden wurde, obwohl es sich da um eine Familie handelte, für die Inzucht gar kein Problem war (1. Mose 19, 30-36).

Andere Bibelstellen verurteilen Inzucht bzw. das, was dem vorausgeht.

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Laut der Bibel ist Inzest nicht nur nicht verboten, sondern sogar gottgewollt, sprich Gott selbst befürwortet Inzest und zwingt Menschen sogar dazu.

Neben dem Beispiel welches du aufgezählt hast, hätten wir noch Adam und Eva, die beiden ersten Menschen, welche durch Inzest die Welt bevölkerten, bis sie im Moses-Mythos von Gott höchstselbst wieder entvölkert wurde und nur Moses, seine Söhne und ihre Familien übrig waren um die Welt erneut zu bevölkern, wieder durch Inzest, denn die entferntesten Verwandten hierzu waren Cousins und Cousinen ersten Grades.

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Kommentar von Dummie42
29.11.2016, 18:49

Wo steht denn bitte, dass Adam und Eva Geschwister waren?

Und wo steht, dass nur Moses und seine Familie übrig blieben?

Wenn du jetzt Noah meist, die Sintflut-Geschichte ist deutlich älter als die Bibel.

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Dieser TExt hat mit "Inzest erlaubt/verboten" nichts zu tun. Es wird einfach eine Begebenheit geschildert. 

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Ja, die Bibel verurteilt Inzest aufs Schärfste. Die Geschichte von Lot und seinen Töchtern ist aber, wie die meisten biblischen Erzählungen, rein deskriptiv. Will heißen, die Dinge werden so beschrieben, wie sie sind bzw. stattgefunden haben, und nicht wie sie sein sollten. Was aber nicht übersehen darf: Dieser Inzestfall geht Hand in Hand mit einem weiteren abscheulichen Verbrechen, nämlich dass jemand gefügig gemacht und als menschliches Sexspielzeug benutzt wurde, noch dazu vom eigenen Fleisch und Blut. Heute nennt man das gemeinschaftlichen sexuellen Missbrauch widerstandsfähiger Personen. Das macht in Sachen Verwerflichkeit dem vorliegenden Inzest ernsthafte Konkurrenz! 

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Die Bibel ist genau wie der Koran eine Ansammlung von Geschichten, Sagen, Märchen, Verhaltensmaßregeln, Drohungen, Verheißungen, etc. pp. und wurde von vielen Menschen geschrieben, über Jahrhunderte hinweg. Da wurde redigiert, ausgelassen, hinzugefügt, ganz wie es beliebte.

Den gleichen Wahrheitsgehalt haben Grimms Märchen.

Wenn die Theisten diese "heiligen" Bücher nicht immer so wörtlich nehmen würden, ginge es der Welt besser.

Ich kann auch "Das Kapital" oder "Mein Kampf" zu einer Religion erklären, trotzdem sind und bleiben es nur Bücher. Also bitte nicht alles so ernst nehmen!

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Kommentar von Bolonese
30.11.2016, 06:17

Wenn die Theisten diese "heiligen" Bücher nicht immer so wörtlich nehmen würden, ginge es der Welt besser.

Es ist genau andersrum! Wenn die Welt dieses Buch erster nehmen würden, mehr danach leben würden, gäbe es weniger Leid, Hunger, Kriege. Sünden....auf dieser Welt!

Die Welt hat sich von Gott entfernt, er schaut lange zu, lässt es lange laufen, aber irgendwann wird er wieder eingreifen. Wir leben jetzt schon in der Endzeit, lange dauert es nicht mehr dann wird er handeln (müssen).

Bleib nicht stur, lese die Bibel und verstehe! Ich sage dir ohne Glaube wirst du kein ewiges Leben haben!

Dieses angebliche "Märchebuch" ist wahres Wort Gottes, über 3000 Prophezeiungen haben sich bereits erfüllt, die restlichen paar hundert werden es auch noch erfüllen!! Garantiert!!

Denk bitte mal darüber nach. lg

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Ja, in der Bibel ist Inzest verboten.

Diese Erzählung endet damit, dass sowohl Ammoniter als auch Moabiter Ergebnis eines Inzests sind, da die Töchter den Vater betrunken machen und in diesem Zustand zu ihm eingehen (Gen 19,31-38). 

Im Hintergrund steht ein Wortspiel um die Namen der Kinder: Moab wird als „vom Vater“ und Ben-Ammi als „Sohn des Verwandten“ gedeutet. 

Es geht um die Frage:

Wer darf legitime Landansprüche auf das Land im Jordangraben erheben? Alle – natürlich judäisch-israelitischen – Stimmen sind sich einig, dass Moab und Ammon keine Landansprüche haben. 

http://www.bibelwissenschaft.de/wibilex/das-bibellexikon/lexikon/sachwort/anzeigen/details/lot-2/ch/3fa79edc35c0945bb832072ad65feb90/

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Kommentar von 666Phoenix
29.11.2016, 20:28

Richtig! Es geht wie bei sehr vielen Begebenheiten aus der ach so göttlichen Bibel (!) nicht um Moral, Ethik, Bescheidenheit, Sauberkeit in den familiären Beziehungen u. ä, sondern um Geld und Macht! 

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In der Bibel werden falsche Verhaltensweisen nicht verschwiegen. Daher ist auch der Bericht, den Du erwähnst in der Bibel enthalten.

Was den Inzest betrifft - sowohl die Kinder von Adam und Eva, als auch die Enkel von Noah waren gezwungen, untereinander zu heiraten. Da Adam und Eva aber vollkommen erschaffen wurden, bestand deshalb keine gesundheitliche Gefahr. Später erhielt dann aber das Volk Israel ein klares Verbot darüber, nahe Verwandte zu heiraten. 

Du findest dieses Verbot zum Beispiel in 3. Mose Kapitel 18 ab Vers 6


 



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Kommentar von Aabaab
30.11.2016, 07:37

Sturmwolke, Danke für diese klare und hilfreiche Erklärung, DH!

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ist verboten 

3.Mose 18,7
7 Du sollst mit [a ] deinem Vater und deiner leiblichen Mutter nicht Umgang haben. Es ist deine Mutter, darum sollst du nicht mit ihr Umgang haben.

mit ausnahme

1.Mose 19,32
32 So komm, laß uns unserm Vater Wein zu trinken geben und uns zu ihm legen, daß wir uns Nachkommen schaffen von unserm Vater.

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Schmuddelgeschichten gibt es reichlich im alten Testament. Da haben wir mit Lot und seinen Töchtern eine über Inzest.

Komm jetzt aber bloß nicht auf die Idee, im Judentum oder Christentum sei Inzest deshalb erlaubt.


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Da hat sich irgend einer eine Geschichte ausgedacht, weil die halt in dem Märchen dramturgisch gerade reinpasste.

Zudem war das so streng nicht, als man das zusammengereimt hat, da wurde noch aufs Munterste umeinander in der Familie (beieinader gelegen).

Du musst den Beduinen das nachsehen, die wussten das halt nicht besser. Nimms nicht tragisch.

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Inzest wurde erst mit dem mosaischen Gesetz verboten. Vorher war er es nicht. Abraham hat ja auch seine Halbschwester geheiratet.

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