Frage von Imago8, 174

Ist es naiv, sich "einen Menschen für Alles" zu wünschen?

Lange Version:

Ist es naiv, sich einen Menschen (Partner oder Partnerin) zu wünschen, der alle oder zumindest den Großteil meiner Bedürfnisse erfüllen kann? Oder ist es einfach allzumenschlich? Gibt es einen bestimmten Grund dafür, dass so viele Menschen (meine Erfahrung) diesen Wunsch in sich tragen, oft verknüpft mit Vorstellungen von monogamer Partnerschaft, Ehe usw.?

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Expertenantwort
von Kajjo, Community-Experte für Beziehung, Liebe, Partnerschaft, ..., 13
  • Nein, ich finde es nicht naiv, auf eine Partnerschaft zu hoffen, in der die wichtigsten partnerschaftlichen Bedürfnisse von dem Partner auch tatsächlich gestillt werden -- im Gegenteil sollte genau das so sein und es gibt doch auch genug stabile Partnerschaften, die beweisen, dass das funktionieren kann.
  • Man sollte aber natürlich erwachsen genug sein zu unterscheiden zwischen solchen Bedürfnissen, die typischerweise partnerschaftlich sind und solchen, deren Befriedigung durch den Partner man nicht erwarten kann, z.B. weil man selbst dafür verantwortlich ist oder weil sie einfach nicht durch einen Partner erfüllt werden können oder sollten. 
  • So sind zum Beispiel gegenseitige Zuneigung und Vertrauen, Füreinanderdasein in guten und schlechten Zeiten und natürlich Sexualität typischerweise Bedürfnisse, die in einer Partnerschaft vom Partner abgedeckt werden sollten. Auch eine Wirtschaftsgemeinschaft und gemeinsames Freizeitverhalten ist in einem gewissen Maße für die meisten glücklichen Partnerschaften wichtig. Aber beim Freizeitverhalten sollte die Erkenntnis beginnen, dass nicht ein Partner die gesamte Freizeit abdecken sollte, sondern auch andere Sozialkontakte wünschenswert und sogar nötig sind.
Antwort
von Dxmklvw, 72

Wünschen tut sich jeder viel, wenn der Tag lang ist.

Eine Umkehrüberlegung könnte auch sein, ob es Sinn machen würde, sich selbst zu umzustellen, daß man nur noch solche Bedürfnisse hat, die ein anderer vollständig erfüllen kann.

Das Ergebnis unter dem Strich wäre dann dasselbe. Doch die Überlegung selbst zeigt an, daß beide Möglichkeiten dadurch geprägt wären, daß sie Bedürfnisverarmung als Kern hätten, weil dann die Möglichkeit erst einmal fehlen würde, auch weitere nicht in der Matrix enthaltene Bedürfnisse nach und nach zu erfüllen, unabhängig davon, bei wem solche Bedürfnisse dann vorliegen.

In einer Partnerschaft besteht ja ständig die Möglichkeit, die persönliche Umgebung auf solche Bedürfnisse zu reduzieren, die dann auch vollständig erfüllt werden können.

Doch genau das will man ja gar nicht, sondern es macht Spaß, sich auch immer wieder an neue und ungewohnte Aufgaben heranzuwagen, um nicht schon nach kurzer Zeit in der Langweile des Alltagseinerlei zu versickern. Das erweckt zwangsläufig mehr oder weniger stark auch neue Bedürfnisse, die man sich mit etwas Mühe meistens auch gegenseitig erfüllen kann, solange sie nicht einem von beiden total gegen den Strich gehen.

Kommentar von Imago8 ,

Der letzte Abschnitt gefällt mir am besten an deiner Antwort.

Von der Umstellung auf "weniger Bedürfnisse haben" halte ich nicht so viel.

Das wird leider von viel zu vielen Menschen verlangt.

Kommentar von Naiver ,

Hallo Dxmklvw...,
erkundige dich einmal, ob "Bedürfnisse" (sind ja nicht nur Wünsche) so mal eben ab- und anstellbar sind. Ich vermute, dass das nicht möglich ist. Informiere uns dann hier bitte! :- )

Kommentar von Dxmklvw ,

Es gibt einen Unterschied zwischen Bedarf und Bedürfnis.

Antwort
von Andracus, 57

Also meiner Ansicht nach geht es in einer Ehe/monogamen Partnerschaft, wie du so schön sagst, nicht in erster Linie darum, sich gegenseitig Bedürfnisse zu erfüllen. Man kann nicht von einem Menschen erwarten, einen zu "erfüllen" oder "glücklich" zu machen. Denn das kann er nicht. Es wird immer wieder Momente der Enttäuschung, der Uneinigkeit geben, Streitpunkte, die in einem Kompromiss enden müssen. Abgesehen davon, dass ich der Überzeugung bin, dass nur Gott Erfüllung geben kann, liebe ich meinen Partner nicht, weil er meine Bedürfnisse erfüllt, sondern weil ich ihn Liebe. Wahre Liebe ist meiner Meinung nach auch nicht anhand von Talenten, oder äußeren Merkmalen einer Person festzumachen, nicht mal unbedingt an Interessen. Die bahnen nur den Weg für ein Gefühl, das an viel weniger greifbare Bedingungen geknüpft ist. Man kann jemanden lieben und unglücklich mit ihm sein.

Zusammenfassung: Ich sehe Partnerschaft und Erfüllung von Bedürfnissen als zwei Prinzipien, die nur sehr begrenzt wirklich voneinander abhängig sind. Aber ja, ich glaube jeder hat Bedürfnisse, die Erfüllung brauchen, und viele erheben Anspruch auf diese Erfüllung durch eine bestimmte Person, die dem aber, meiner Ansicht und Erfahrung nach, niemals vollständig gerecht werden kann.

Kommentar von Imago8 ,

Danke für deine Antwort!

Man kann jemanden lieben und unglücklich mit ihm sein

Das stimmt. Aber wieso eigentlich?

Kommentar von Andracus ,

Gerne!

Weil man Bedürfnisse haben kann, die so groß sind und/oder die so weit weg von dem sind, was der Geliebte bieten kann, dass das Lieben und Geliebtwerden allein nicht mehr ausreicht, um einen Glückszustand zu schaffen. Es ist in solchen Fällen, als wolle man Blutverlust durch Wasserinfusionen wettmachen - trotz aller Bemühungen beider Seiten, wenn sie denn unternommen werden, ist die Beziehung dann zum Scheitern verurteilt. Diese Bedürfnisse entstehen manchmal erst im Laufe der Zeit, manchmal sind sie schon immer da und bleiben lange unentdeckt oder verleugnet.

Im übrigen finde ich das Thema hochinteressant, weil es mich herausfordert, eine Einstellung zum ersten Mal wirklich in Worte zu fassen, und auch sonst. Daumen hoch.

Kommentar von Imago8 ,

Danke, ja deine Worte sind gut.

Aber wenn eine Person einem Wasser statt Blut gibt, warum will man das Blut weiterhin von gerade dieser Person?

Kommentar von Andracus ,

Weil man sie liebt. Ich bin darauf jetzt nur am Rande eingegangen, aber ich habe mir neulich mal Gedanken darüber gemacht, warum ich ausgerechnet meinen Freund liebe. Und mir sind viele plausible Argumente eingefallen. Er ist auf verschiedenen Gebieten begabt, nicht übernatürlich, aber schon ein bisschen über dem Durchschnitt. Wir haben (wahrscheinlich überdurchschnittlich) viele gemeinsame Interessen Er sieht gut aus, er hat viel von dem, was ich schon immer attraktiv fand an Männern. Er hat mir Wertschätzung und Interesse gezeigt, als ich noch extrem unsicher unter Leuten war, keinen Sinn für Mode hatte (ganz im Gegensatz zu ihm) und ich schon fürchtete, als alte Jungfer zu sterben (das war vor einem Jahr, da war ich fast neunzehn^^). Lange Rede, kurzer Sinn - bei keinem dieser Attribute hätte ich sagen können, dass ich ihn speziell deswegen liebe. Ich bin zu dem Schluss gekommen, dass Liebe etwas ist, was durch gewisse äußere Faktoren (und dazu zähle ich auch innere Werte!) zwar hervorgerufen und auch wieder gehemmt werden kann, was aber nicht per se durch diese Faktoren ausgemacht wird. Ich sehe mich in dem Punkt in der Annahme bestätigt, dass alle wahre Liebe, die von Menschen empfunden werden kann, ein Abglanz der göttlichen Liebe ist, weil sie letzten Endes irrational ist. Der Unterschied ist, dass der Mensch Liebe zwar immer noch an Bedingungen knüpft, ganz automatisch - aber was genau diese Bedingungen sind, das kann ich dir im einzelnen auch nicht sagen. Bestimmt sind einige davon recht oberflächlich im Vergleich zu anderen und variieren von Fall zu Fall.

Kommentar von Imago8 ,

irrational, aber vielleicht nicht unergründlich, wer weiß...

Antwort
von Giustolisi, 16

Ich finde es nicht naiv. Naiv wäre nur die Vorstellung dass es einfach ist und jeder dieses Glück haben kann.
Am Ende läuft es auf einen Kompromiss raus.
Man kann schlicht nicht erwarten, das ein Partner/eine Partnerin alle Ansichten und Hobbys teilt. Deswegen gewährt man sich Freiraum, um alles was beide mögen gemeinsam zu machen. Macht man gemeinsam zu viele Sachen, die nicht beide mögen, funktioniert es nicht. Macht man zu wenig gemeinsam, funktioniert es auch nicht. Man muss also genug gemeinsame Interessen Haben, damit gemeinsame Aktivitäten beiden Spaß machen.

Evolutionsbiologisch hat Monogamie für unsere Spezies Vorteile. Menschliche Weibchen suchen sich den geeignetsten Partner aus, da sie nur eine begrenzte zahl an Nachkommen hervorbringen können. Diese brauchen das bestmögliche Erbgut und den bestmöglichen Ernährer, u hohe Überlebenschancen zu haben. Auch aus Sicht des Mannes ist Monogamie von Vorteil. Er kann zwar unzählige Nachkommen zeugen, aber ohne seine Versorgung hatte die in der Vergangenheit nur geringe Überlebenschancen. Investiert er seine Energie also in die Nachkommen eines einzigen Weibchens, steigen seine Chancen, dass sein Erbgut in Form seiner Nachkommen überlebt.

Antwort
von berkersheim, 48

Eine Partnerschaft, in der einem die Rolle zukommt, die Bedürfnisse des anderen zu erfüllen (sprich eine versteckte Sklavenhalterei), hält nur so lange, wie der andere diese einseitige Ausbeutung duldet. Partnerschaft gelingt nur, wenn man auch immer danach fragt, was man für den anderen tun kann, wie man sich gemeinsam gut organisieren kann, um gut durchs Leben zu kommen im Rahmen der Vorstellungen, die beiden gemeinsam sind.

Kommentar von Imago8 ,

Meine ja garnichts einseitiges. Das kommt in der Frage so rüber, kann sein. Aber geht es nicht in Beziehungen auch um die gegenseitige Erfüllung von Bedürfnissen?

Kommentar von berkersheim ,

Klar ist das so. Aber man muss aufpassen, dass eine Beziehung nicht zu einem Warenhaus wird. Das gehört dazu, aber Liebe ist mehr, ist auch geben ohne zu fordern, ist Vertrauen ohne sekundengenaue Abrechnung, ist gemeinsames Verstehen. Das fällt einem teils auch einfach zu und nicht alles kann "erarbeitet" werden.

Kommentar von Dirndlschneider ,

Best Kommentar ever .......;o)..........

Antwort
von segler1968, 39

Das ist naiv und auch unnötig. Es ist doch schön, viele tiefe Freundschaften zu haben, die einen glücklich machen. Und von manchen wird man sich trennen, weil verschiedene Wege gegangen werden. Warum alles auf eine Karte setzen? Dem wird keiner gerecht.

Antwort
von Schwoaze, 54

Ja es ist naiv - und egoistisch. Man vergisst, dass eine so enge Partnerschaft aus ständigem Geben und Nehmen besteht.

Kommentar von Imago8 ,

Es geht mir in der Frage weniger um Einseitigkeit. Leider klingt sie so. Natürlich ist es ein Geben UND Nehmen. Es geht mir in der Frage weniger um das "ICH", sondern mehr um das "EINE Person".

Antwort
von WanderIgelchen, 80

Na ja, es wird sicher jemanden gebe, der einige deiner Wünsche/Kriterien erfüllen kann. Aber selbst wenn nicht, du fängst irgend wann an, so ziemlich alles an der Person zu lieben, sogar manche Schwächen. Wenn man verliebt ist, wirkt die Person gleich viel toller und schöner, deshalb ist das nicht wirklich unrealistisch. 

Antwort
von rolfmengert, 10

Sich einen Partner zu wünschen, der in vielen Lebenssituationen mit meinen eigenen Haltungen, Vorlieben, Erwartungen und Gewohnheiten harmonisiert, ist sicher eine realistische Einstellung. 

Dass der Partner die Bedürfnisse erfüllt, finde ich dagegen mehr als fragwürdig, weil man dazu ja vermutlich sog. Dienstleister in Anspruch nehmen kann. Ich denke dabei an eine Putzhilfe, einen Gärtner, einen Sportcoach oder einen Babysitter. 

Früher wäre Deine Vorstellung eher stimmig gewesen, als die Männer sich noch eine gute Köchin wünschten und die Frauen einen beruflich erfolgreichen Ernährer. Aber heute sind solche Vorstellungen eher weniger gefragt. Heute schauen die Menschen bezüglich einer möglichen Partnerschaft vermehrt danach, ob sie über die gleichen Situationen lachen können, ob sie bezüglich der Freizeitgestaltung ähnliche Vorstellungen haben und ob sie in ihrer Wertewelt (z.B. Vegetarier, Ökofreak, Tierfreund, Naturliebhaber, finanziell anspruchslos, Esoteriker, Diskutierer, usw.) gute Übereinstimmungen finden können. Dass dazu auch ein relativer Gleichklang im erotischen Bereich gehört, ist ohnehin selbstverständlich. 

Ich denke also, dass Du Dir die Sache mit der "Bedürfnisbefriedigung" eher abschminken solltest, denn wenn Du mit solchen Sprüchen bei modernen weiblichen Geschöpfen punkten willst, kann es sein, dass Du mit langen Wartezeiten und vielen Enttäuschungen rechnen musst.

Antwort
von Naiver, 49

Hallo Imago...,
das ist wie mit der Freundschaft und die Schwoaze hat ganz recht:
Das Glück der Liebe und jene Erfüllung deiner kühnsten Träume ist immer NUR gemeinsam möglich! Nein - es wäre naiv (damit kenne ich mich aus ;), auf die restlose Erfüllung DEINER alleinigen Wünsche/Forderungen/Bedürfnise zu hoffen oder sie gar zu fordern...! Solche Typen gibt es aber!

Wenn jedoch du und deine Partnerin es aktiv schafft, den Partner glücklich zu machen und ihr damit beieinder glücklich seid, dann ists gar nicht mehr naiv, aber eben eine sehr bewusste Partnerschafts-Arbeit!

Ich schrieb oben "ist wie Freundschaft" = du hast bestimmt auch sone und solche Freunde, der eine ist gut zum miteinander Zocken - mit dem anderen kann man gut über "Gott und die Welt" reden. Es mag auch ganz selten Freunde geben, mit denen alles möglich ist. Und genauso selten/wertvoll schätze ich es auch ein, jenes Glück der Liebe zu erleben. Ich glaube, erst alte Leute wissen, ob und wann das bei ihnen war. :- )

Kommentar von Naiver ,

Durch die anderen komme ich erst darauf,
dass es dir vielleicht um Polygamie geht? Ja klar... diese Idealfrau
gibt es sicher auch -- Sie und ihre vier Stammlover!   ;- ))

Kommentar von Imago8 ,

Polygamie...ja, darum gehts natürlich auch.

Ideal. Was ist schon ideal? Vielleicht will ich ja jemanden, der mich hin und wieder einfach in Ruhe lässt. Mein Bedürfnis nach Alleinsein wäre somit erfüllt. ^^

Kommentar von Naiver ,

Jepp, das wäre vielleicht sehr bewusst von uns, wenn wir uns vorher gut klarmachten, was wir vom zukünftigen Partner an Bedürfnisbefriedigung erwarten - das schafft Ordnung unter den Antragstellerinnen! ;- ))

Kommentar von Imago8 ,

wäre vielleicht sehr bewusst von uns, wenn wir uns vorher gut
klarmachten, was wir vom zukünftigen Partner an Bedürfnisbefriedigung
erwarten

Ich glaube das täte tatsächlich vielen Beziehungen gut, wenn den beteiligten bewusst wäre, was sie voneinander erwarten.

Kommentar von Naiver ,

Genau, das meine ich: "Was erwartest du von mir? Was kann ich für dich tun?" Und das bitte in Liebe und einer "Freundschaft", die ich für Liebespartnerschaften für unverzichtbar halte! :- )

Kommentar von Imago8 ,

Noch besser, wenn man etwas für jemanden tun kann, obwohl er es nicht erwartet hatte.

Kommentar von Naiver ,

Na bitte, da ist sie, die IDEALfrau!
Und ich setze gerne nochmal nach: Es ist nicht "naiv", darauf zu hoffen und alles dafür zu tun, ein solcher Idealpartner selbst zu sein! Da hilft sie wieder, diese wunderbare Lösung:

                    "Verschenke, was dir fehlt!" :- )

Und nur, weil es unseren Eltern nicht gelang, heißt es nicht, das wir es nicht könnten! :- )

Kommentar von Imago8 ,

sehr inspirierend, danke!

Antwort
von Hyaene, 2

Nö, das ist normal und ich denke, das geht den meisten Menschen so. ^^

Auch ist es normal, dass die Menschen sehr, sehr oft Erwartungen an andere haben, welchen sie selbst nicht im entferntesten nachkommen können. "Fehler" passieren jedem mal. Man kann aber versuchen sich so gut wie möglich an seine eigenen "Regeln" zu halten. 

Was die monogame Beziehung betrifft. 

Realistisch und vor allem ehrlich gesehen, ist der Mensch eigentlich nicht monogam, sonst würde er nicht ständig betrügen. Zumindest ist dies bei den meisten Menschen so. Da macht auch das Geschlecht keine Unterschiede. In einer "normalen" Beziehung kommt es einfach auf die Stärke der Liebe und vor allem auch auf die Persönlichkeit des Menschen an, welche Rolle Charakter und Loyalität für ihn spielen, wurde vorher vereinbart, dass man sich treu ist... 

Antwort
von SturerEsel, 40

Ich finde, dass dies biologisch nur natürlich ist. Die meisten suchen nach einem geeignetem Partner, um sich fortzupflanzen. Da reicht es schon, sich nicht riechen zu können - dann passt es eben nicht. :)

In unserer Fantasie stellen wir uns den idealen Partner vor: gleiche Interessen, gleiche politische Einstellung, gleichen Geschmack etc. pp.

Wirklich interessant ist es jedoch, nach dem ersten "Liebesflash" die Unterschiede festzustellen und zu respektieren. Das ist im Grunde viel spannender als in allem übereinzustimmen. :)

Antwort
von Richard30, 16

Also ich find diesen Wunsch nur normal, sogar teilweise richtig. Es ist gut gewisse Ansprüche zu haben, nur sollte man schauen worin diese liegen.

Den idealen Partner, den masgeschneiderten wird man niemals finden, man wird einen Finden, der aber gut passt, dann wird man BEIDE daran arbeiten müssen, sich nach und nach aneinander anzupassen.

Ein Partner sollte halt deine Werte und Moralvorstellungen teilen, eine sehr wichtige Sache, er sollte auch Charaktermäßig passen, auch solltet ihr eure Zeit miteinander langfristig verbringen können, ohne das es Langweilig wird (also es sollte nicht nur Sex der Grund sein, der die ganze Beziehung überhaubt noch zusammen hält) und ohne das ihr euch auf die Nerven geht.

Da sollte man auch auf keine Kompromisse eingehen.

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Der Rest, also aussehen (ja, auch aussehen ist wichtig, es gehört halt auch dazu, wenns auch eher nebensächlich ist, aber es gehört dazu), hobbies e.c.t, das alles ist dann etwas, wo man halt schon womöglich Kompromisse eingehen muss.

Man muss sich aber halt auch immer im klaren sein, dass auch der Gegenüber dann das Anrecht auf sowas hat, also nicht nur er muss einem ein idealer Partner sein, auch umgekehrt.

Kommentar von Imago8 ,

Hm. Findest du, ein Bedürfnis ist gleichzeitig ein Anspruch? Am Ende schreibst du noch "Anrecht". Ist das für dich dasselbe?

Kommentar von Richard30 ,

Naja ein Bedürfnis hast du, einen Anspruch kannst du aktiv stellen. Ein Anspruch muss ja nicht gleich dem Bedürfnis sein, so könnte z.B ein Drogensüchtiger das Bedürfnis nach der Droge haben, wenn er aber Clean bleiben will, würde er kein Anspruch auf die Droge stellen.

Und Anrecht: Naja wenn du ja den idealen Partner finden willst, oder einen ziemlich passenden, dann dürfte in diesem Fall auch er das gleiche erwarten, er hätte also auch das Anrecht darauf, das du ihm ein idealer oder ziemlich passender Partner wärst.

Wenn du was kaufst, kriegst du was, der Gegenüber hat dann das das Anrecht ne Gegenleistung zu erhalten. So meinte ich das quasi.

Kommentar von Imago8 ,

Hm, das klingt ja gerade so, als wären Beziehungen nur Tauschgeschäfte.

Kommentar von Richard30 ,

Rein pragmatsich gesehen sind sie das. Aber du musst dir dann halt überlegen, mit wem du diese "Allianz" eingehen willst. Aber es ist natürlich weitaus mehr, es ist ja noch sehr sehr viel Emotion und sowas dabei, dieser wiederum stärken das ganze.

Aber stell dir das doch wie ein Feuer vor. Ein Feuer wärmt, hält unter anderem am Leben (wenns Kalt ist oder so) spendet Energie e.c.t, aber das Feuer ist ja das, was man daraus bekommt. Das ist quasi die Emotion, das was man Empfindet.

Dieses Feuer muss aber aufrecht erhalten werden und hier kommt dann halt der pragmatische Teil. Egal wie angenehm ein Feuer ist, du musst da Holz reinwerfen, musst drauf achten, dass das Holz passend ist e.c.t. In ner Beziehung ist es ja ähnlich, du musst die halt pflegen (also beide müssen das, der Gegenüber auch).

So wieder zum Feuer: Das Feuer erhitzt aber auch das Holz, anfangs noch nen lockeres aber wildes Strohfeuer, irgendwann ein intensives und kaum löschbares Glühen was auch wirklich Hitze bringt. Auch in der Beziehung hat man dann den Emotionalen teil, der anfangs noch sehr ungerichtet und wild ist, irgendwann aber geordnet und viel stärker und tiefer ist.

Also es ist halt beides Wichtig, damit meine ich halt nur, das ne Beziehung auch wirklich Arbeit bedeutet, aber es ist halt eine die man gerne macht und die einem Spaß macht

Kommentar von Imago8 ,

der Vergleich mit einem Feuer gefällt mir irgendwie. :)

Antwort
von verwirrtesmausi, 40

der Wunsch ist nachvollziehbar, kann aber nicht erfüllt werden, weil es nicht angeht , dass einer alle Bedürfnisse eines anderen erfüllen kann/soll

eine Beziehung bedeutet GEBEN und NEHMEN, nicht AUSNUTZEN

Jeder von beiden muss auch mal nachgeben, geduldig sein oder über seinen Schatten springen, damit die Beziehung Bestand hat

Kommentar von Imago8 ,

Ich meinte nicht, dass es NUR um die Befriedigung eigener Bedürfnisse gehen soll in einer Partnerschaft. Aber es ist doch Bestandteil des Gebens und Nehmens, dass der andere wenigstens einen Teil meiner Bedürfnisse erfüllt. Warum sollte ich sonst überhaupt mit jemandem in Kontakt treten?

Kommentar von verwirrtesmausi ,

du hast geschrieben : alle oder Großteil der Bedürfnisse

Kommentar von Imago8 ,

ja, es ist etwas verwirrend. Es könnte ja auch beide Beteiligten so denken/ fühlen.

Kommentar von verwirrtesmausi ,

"wenigstens einen Teil... erfüllt" der andere erfüllt sie nicht gezielt! das ergibt sich , weil man sich mag und immer besser kennenlernt

Kommentar von verwirrtesmausi ,

"warum..." weil du ihn/sie magst und dich neben ihm/ihr ohne Grund wohlfühlst, weil du ihn/sie vermisst wenn man nicht beieinander ist, das nennt man LIEBE bzw. VERKNALLT SEIN (vielleicht warst du noch nicht richtig verliebt... das kommt noch...) ??? ich muss besser seine Bedürfnisse erfüllen, damit er mich nicht verlässt... käse... Keiner denkt so, grenzt an erduldeter psychischer Gewalt...

Antwort
von elisabetha0000, 4

Warum erfüllst du dir deine Bedürfnisse nicht selbst? Warum sollte das jemand anderes tun? So etwas ist schon in vornhinein zum Scheitern verurteilt. Wenn jemand alle deine Bedürfnisse erfüllen soll, wo bleiben dann seine Eigenen?

Menschen kommen zusammen um miteinander etwas zu lernen und miteinander zu wachsen. Warum trennen sich so viele Paare? Weil sie das nicht tun, und auch nicht bereit sind dafür!

Niemand ist für dein Glück verantwortlich, außer du selbst!

Kommentar von Imago8 ,

Wie soll ich bitte mein Bedürfnis z.B. nach Intimität selbst erfüllen? ^^

Antwort
von 04728, 13

Ich glaube es ist absolut menschlich sich jemand zu wünschen mit dem restlos alles machen kann damit man nie mehr alleine ist. Allerdings ist es glaube ich auch absolut naiv.

Antwort
von nowka20, 18

ja, das ist es, denn die wirklichkeit ist zu kompliziert, als das ein mensch alles kann.

deshalb wurden die menschheit ja differenziert in völker, nationen, stämme, gruppen, familien.

Antwort
von Meli6991, 32

Einen Menschen an seiner Seite zu haben ist Segen ubd Fluch gleichzeitig.

Kommentar von Imago8 ,

Genau. Je nachdem, wer gerade auf der Fahrerseite sitzt.

;-)

Kommentar von Meli6991 ,

Es ist eben ein auf und ab

Antwort
von josef050153, 4

Ja, das ist naiv. Alle Menschen sind unvollkommen und man muss lernen, damit umzugehen.

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