Ich komme nicht mit Tod des Bruders klar?

10 Antworten

das ist am anfang immer so. wenn du es nicht aushältst, such dir einen therapeuten für trauerbewältigung und lass dir helfen

Ich kann dich sehr, sehr gut verstehen. Diese Trauer musst du zulassen, sie ist völlig normal. Dein Bruder wäre stolz auf dich, wenn du es auch ohne ihn schaffen würdest. Mache alles, was du dir vorgenommen hast, erreiche deine Ziele, dein Bruder ist immer noch ein Vorbild für dich und wird es immer bleiben.

Gehe zum Arzt und lasse dir ein Rezept verschreiben, damit du psychologische Hilfe bekommst. Das hilft dir vielleicht ein wenig bei der Trauerbewältigung.

Yazaan 
Fragesteller
 19.01.2020, 09:14

Danke!

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Ich kann dich gut verstehen. Meine Mutter starb als ich 16 war.

Der Schmerz war unfassbar. Aber hier mein Rat an dich:

Nimm dir die Zeit die du brauchst und sag auch deiner Familie und deinen Freunden was du brauchst und besonders was du nicht brauchst. Nur dann können sie für dich da sein. Schäm dich nicht wenn du weinen musst, egal weswegen oder wo.

Es wird irgendwann weitergehen müssen, und das ist anfangs sehr schmerzhaft. Es gibt kein Rezept dafür den Alltag zu meistern und niemand kann dir sagen wie lange es dauern wird, bis du wieder etwas zur Ruhe kommst.

Ich wünsche dir viel Kraft.

Herzliches Beileid!

In diesem kurzen Artikel findest Du viele praktische Tipps:

Wie kann ich mit meiner Trauer leben?

https://wol.jw.org/de/wol/d/r10/lp-x/1101994003

Das wird darin behandelt:

  • Die Trauer durchleben — Wie?
  • Mit Schuldgefühlen fertig werden
  • Mit Zorn fertig werden
  • Hilfe von Gott

Und diese Tipps werden besprochen:

  • Vertraue auf Freunde
  • Achte auf deine Gesundheit
  • Schiebe größere Entscheidungen hinaus
  • Hab Geduld mit dir
  • Sei nachsichtig mit anderen
  • Sei vorsichtig mit dem Gebrauch von Medikamenten oder Alkohol, um mit deiner Trauer fertig zu werden
  • Kehre zu deiner alltäglichen Beschäftigung zurück
  • Fürchte dich nicht, deine tiefe Trauer zu überwinden
  • Sei nicht übermäßig besorgt

Schau Dir auch die Infos unter dem Reiter Ähnliches Material an.

Wünsche Dir und Deiner Familie für die Zukunft viel Kraft und alles Gute!

Hallo Yanzaan,

einen lieben Menschen durch den Tod zu verlieren ist immer eine traumatische Erfahrung! Mein herzliches Beileid! Gerade am Anfang ist es besonders schwer. Manche fühlen sich innerlich leer und empfindungslos, oder plötzliche Stimmungsschwankungen und Weinkrämpfe machen ihnen zu schaffen.

Offensichtlich geht es Dir ja ähnlich! Nun liegt ein längerer Weg der Trauer vor Dir. Du fragst Dich sicher, wie Du diese schwere Zeit nur überstehen sollst. Da ich mich mit dem Thema etwas näher beschäftigt und leider auch persönliche Erfahrungen habe, möchte ich Dir ein paar Tipps dazu geben.

Viele, die einen Verlust erlitten haben, durchlaufen verschiedene Phasen der Trauer. Der Prozess des Trauerns läuft bei jedem jedoch etwas anders ab. Vielleicht sagen Dir manche, Du würdest zu viel oder aber nicht genug trauern. Versuche Dich durch solche Äußerungen nicht aus der Bahn werfen zu lassen. Die Anderen haben kein Recht, Dir vorzuschreiben, wie Du zu handeln oder zu empfinden hast.

Auch wenn die Art zu trauern bei jedem anders ist, kann es jedoch auch sein, dass Du nicht in der Lage bist, Dich mit der Realität, d.h. mit dem Tod der geliebten Person, abzufinden. Falls das bei so ist, wäre es gut, die Hilfe mitfühlender Freunde zu suchen. Das offene Gespräch mit anderen könnte ein Ausweg aus dieser Sackgasse sein.

Einem Trauernden stellt sich auch immer wieder die Frage, wie er am besten mit der Situation umgehen kann. Ist es z. B. normal, Schuldgefühle zu haben oder zornig zu sein? Oder ist es richtig, die Gefühle der Trauer zu unterdrücken und den Starken zu spielen?

Manche, die mit einem Verlust fertig werden mussten, haben gemerkt, dass es gut ist, seine Trauer zu durchleben. Warum? Es kann den Druck erleichtern, wenn man seine Gefühle heraus lässt. Diese Gefühle jedoch zu unterdrücken, mag in körperlicher und auch in seelischer Hinsicht großen Schaden anrichten. Dazu, die Trauer zu durchleben, gehört auf jeden Fall zu reden!

Ich bin einmal auf einen Text in der Bibel gestoßen, der in diesem Zusammenhang sehr gut passt. Dieser Text ist dem Bibelbuch Hiob entnommen. Dieser Hiob sagte nach dem Tod seiner 10 Kinder, sowie einiger anderer dramatischer Erlebnisse, folgendes:

"Meine Seele empfindet bestimmt Ekel vor meinem Leben. Ich will meiner Besorgnis um mich freien Lauf lassen. Ich will in der Bitterkeit meiner Seele reden!"(Hiob 10:1). Hiob tat also etwas sehr Wichtiges. Er behielt seine bedrückenden Gedanken nicht für sich, sondern redete mit anderen darüber und fand so Erleichterung.

Etwas Ähnliches sagte auch Shakespeare in Macbeth: " Gib Worte deinem Schmerz, Gram der nicht spricht, preßt das beladene Herz, bis daß es bricht". Wenn Du also Deine Erfahrungen und Gefühle in Worte kleidest, kannst Du Dich zum einen selbst besser verstehen und findest auch ein gewisses Maß an Erleichterung.

Sehr hilfreich wäre es natürlich, wenn Du jemanden zum Reden hast, der selbst einen geliebten Menschen verloren hat und den Verlust erfolgreich überwunden hat. Durch ihn könntest Du vielleicht praktische Anregungen erhalten, die Dir helfen, Deinen Kummer zu bewältigen.

Es kann aber auch sein, dass es Dir überhaupt nicht danach ist, über Deine Gefühle zu sprechen. Was dann? Manchen hilft es, das, was sie bewegt, aufzuschreiben und es später wieder zu lesen. Auch auf diesem Weg kann man seiner Trauer Ausdruck verleihen und fühlt sich hinterher besser.

Etwas anderes, was die Trauer erleichtert, ist Weinen. Das Vergießen von Tränen gehört mit zum Heilungsprozess und man braucht sich dafür nicht zu schämen. In der Zeit der Trauer werden manche sogar zusätzlich mit Schuldgefühlen geplagt. Sie meinen, irgendein Versäumnis habe mit zum Tod des Angehörigen beigetragen.

Wenn Du je so empfinden solltest, dann brauchst Du nicht zu denken, das sei nicht normal. Auch hier ist es eine Hilfe, über seine Gefühle zu sprechen, statt sie für sich zu behalten. Letztendlich haben wir keine Macht über das Leben eines uns nahestehenden Menschen.

Bei der Trauer um einen lieben Menschen kann auch die Hilfe von Gott ein ausschlaggebender Punkt sein. Ich fand einmal einen sehr schönen zu Herzen gehenden Text in der Bibel, der folgendermaßen lautet: "Wenn aber aufrichtige Menschen zu ihm rufen, hört er sie und rettet sie aus jeder Not. Der Herr ist denen nahe, die verzweifelt sind, und rettet jeden, der alle Hoffnung verloren hat" (Psalm 34:18, Hoffnung für alle).

Das, was einem Trauernden jedoch am meisten hilft ist das Versprechen Gottes, die Toten eines Tages wieder zum Leben zurückzubringen. Jesus beschrieb das einmal mit folgenden Worten:

" Denn so, wie der Vater die Toten auferweckt und sie lebendig macht, so macht auch der Sohn die lebendig, welche er will. Wundert euch nicht darüber, denn die Stunde kommt, in der alle, die in den Gedächtnisgrüften sind, seine Stimme hören und herauskommen werden...zu einer Auferstehung" (Johannes 5:21, 28 u. 29a). Diese Verheißung beschreibt, das Millionen von Verstorbenen wieder auf der Erde leben werden. Wie schön wird es dann sein, sie wieder in die Arme schließen zu können!

Ich wünsche Dir viel Kraft dabei, Deine schwere Trauer zu ertragen und dass Du Menschen an Deiner Seite hast, die Dich stützen und Dir beistehen! Alles Gute!

LG Philipp

Yazaan 
Fragesteller
 20.01.2020, 12:02

Danke ! Eine sehr schöne Antwort.

ich liebe meinen Bruder sehr und es tut weh dass er weg ist ...ich weiß nicht wie lange es dauert bis ich die Trauerphase überstanden habe :/

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Philipp59  21.01.2020, 07:25
@Yazaan

Gerne! Vielen Dank!

Wie lange die erste und schlimmste Trauerphase dauert, ist von Person zu Person unterschiedlich. Das hängt auch z.T. davon ab, wie viel Trauerarbeit man leistet.

Alles Gute und viel Kraft!

LG Philipp

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