Frage von netflixanddyl, 88

Hund wehrt sich bei Griff um Halsband?

Hey :)

Es geht hier um eine ca. 4 jährige Bernersennenhündin. Sie ist superlieb, bellt, beißt und knurrt einen nie an und hat ausch noch nie nach irgendjemandem geschnappt.

Nun, vom Wesen her ist sie (wie Bernersennen nunmal sind) öfters echt stur und dickköpfig, aber ein toller Familienhund und mit Spaß an viel Bewegung. Sie hat so gesehen keine Macken.

Das einzige, was mir aufgefallen ist, ist, dass sie es hasst, wenn man sie am Halsband packt und so nah an sich führen will. Dann springt sie hoch, schlägt mit ihrer Vorderpfote nach der Leine und windet und dreht sich bis man loslassen muss oder lässt sich einfach fallen.

Könnte es daran liegen, dass sie generell beim Gassi gehen viel an der Leine zieht und immer vorläuft? Vielleicht stört es sie, dass sie das dann nicht tun kann. Leider hat sie nie gelernt, neben einem ("bei Fuß") zu laufen, sondern sie läuft immer so weit es geht vor.

Also woran könnte es liegen, dass sie nicht am Halsband gepackt und so geführt werden will? An kurzer Leine gehen macht sie ja schließlich auch.

PS: Sie wurde auch nach unserer Information nie misshandelt als Welpe.

Danke fürs Lesen :D

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Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von Berni74, Community-Experte für Hund, 40

Also, meine Berner Sennenhündinnen waren und sind nie stur.

Warum greifst Du ins Halsband und ziehst sie zu Dir? Es ist doch viel schöner, wenn der Hund das freiwillig tut.

Wenn ich in solcher Form Druck ausübe, versuchen meine Hunde auch, mir auszuweichen oder entgegenzuwirken. Druck erzeugt Gegendruck.

Ich an Deiner Stelle würde erstens daran arbeiten, daß sie nicht mehr an der Leine zieht. Sei konsequent. Wenn sie zieht, bleib stehen und warte solange, bis sie von selber etwas zurück kommt. Sobald die Leine locker ist, gehts weiter.

Ich weiß, daß das total nervig ist und daß man da gerade am Anfang keinen Meter vorwärts kommt. Aber es wird besser werden!

Zweitens würde ich die Aufmerksamkeit des Hundes verbessern. Gerade beim Berner geht das super übers Futter und beim Füttern. Bei uns ist es so, daß meine Hunde für alles, was sie wollen, "um Erlaubnis bitten", sprich mich vorher anschauen und auf meine Freigabe warten müssen - Fressen, zur Tür raus gehen, losflitzen, nachdem die Leine abgemacht wurde usw.

Überleg Dir ein Freigabe-Kommando (bei uns ist es OK) oder vielleicht habt Ihr sowas ja auch schon. Dann stellst Du den Napf auf den Boden, hinderst Deinen Hund daran, sich einfach draufzustürzen, und sobald sie sitzt (oder steht) und DICH ANSCHAUT, gibst Du das Futter frei. Genauso machst Du es dann auch in anderen Situationen (aus dem Haus gehen, nach dem Ableinen loslaufen, Spielzeug holen usw). Du wirst sehen, wenn Du das wirklich konsequent durchziehst, wird sie allgemein viel mehr auf Dich achten und nach Dir schauen.

Dann würde ich ihr noch das "richtige" Kommando "Fuß" beibringen - das bedeutet, der Hund läuft mit der Brust auf Höhe Deines Knies links neben Dir und SCHAUT DICH AN. Sowas macht sich auch sehr gut auf einem Hundeplatz beim Begleithundetraining. Da Berner sehr arbeitsfreudige Hunde sind, würdest Du ihr damit ih einen großen gefallen tun.



Kommentar von netflixanddyl ,

Ich zerre ja nicht an ihr, ich will sie lediglich so führen. Unter anderem da sie Roller und Motorräder nicht leiden kann und ich sie lieber dann das Stück führen wöllte, wenn eins vorbeifährt. Und ich bin auch schon dran ihr Bei Fuß beizubringen und hören tut sie eigentlich gut.

Kommentar von Berni74 ,

Es ist besser, sie nicht an straffer Leine zu führen, sondern sie dazu zu bringen, die Roller und Motorräder zu ignorieren.

Das nächste ist ja - Du siehst einen Roller oder ein Motorrad - weißt, Dein Hund könnte möglicherweise darauf reagieren, also nimmst Du die Leine straff. Das ist für Deinen Hund sofort das Signal, daß etwas im Busche ist. Damit verstärkst Du unbewußt ihr unerwünschtes Verhalten noch, denn Du gehst mit einer Erwartungshaltung in die Situation.

Besser wäre folgendes:

Du könntest zum Beispiel das Anschauen trainieren, und sie dann, wenn so eine Situation ist, ins "Sitz" nehmen und Dich anschauen lassen. Macht sie das toll, gibts Futter. Anfangs öfter, später dann erst, wenn die "Gefahr" vorüber ist.

Es ist gerade am Anfang immer leichter, derartige Situation in einer Ruheposition zu bewältigen als aus der Bewegung heraus.

Kommentar von netflixanddyl ,

danke :)

Antwort
von LukaUndShiba, 30

Ich bin wohl nun kein Profi und man kann meine Antwort nicht auf eine Gold Waage legen aber beim lesen kam mir dierekt in den Sinn das sie da wohl mal schlechte Erfahrung gemacht haben muss. 

Wo habt ihr sie denn her gehabt? Privat gekauft oder Tierheim? Privat kann viel erzählen und verschweigen wenn der Hund als welpe / Junghund mal am Halsband gepackt und hochgehoben wurde. (Manche Leute machen auch einen auf CM und ziehen gerne mal die leinen so hoch das der Hund vorne in der Luft hängt wenn er was macht was er nicht soll) und wenn sie aus nem Tierheim kommt auch die können nicht alles wissen. 

Kommentar von netflixanddyl ,

Wir haben sie bei einem Züchter gekauft, der (im Nachhinein bemerkt) aber wohl eher auf Geld aus war, anstatt gute Hunde verkaufen zu wollen. Sie hat zB eine doppelte Wolfskralle. Am Tag, an dem wir sie heimholen sollten, haben wir auch erst erfahren, dass sie einen Nabelbruch hat. Nicht schmerzhaft aber durch eine teure OP lösbar. Am liebsten hätten wir sie dagelassen, aber sie war schon anbezahlt und nur noch die letzte Unterschrift nötig. In der Zuchtlinie kommen wohl öfters diese Brüche vor. Also, wie du sagst, der Typ war unseriös und ihm wäre dies zuzutrauen. Wir haben sie glaub ich mit 9 Wochen bekommen..

Antwort
von Weisefrau, 20

Hallo, es wäre sicher gut mit dem Hund eine Hundeschule zu besuchen. Die Erziehung ist bei einem Hund nie abgeschlossen, da muss man immer dranbleiben. 

Das ziehen am Halsband mögen viele Hund nicht! Es stellt für den Hund eine bedrohliche Situation da. 

Ich kann mir vorstellen das es bei Euch an der Bindung Hund-Besitzer, Erziehung und Vertrauen noch etwas zu verbessern gibt.

Antwort
von adventuredog, 34

Dieser Nackengriff wurde früher von sogenannten Hundeexperten bei aufmüpfigen Hunden angewendet um sie zu disziplinieren. Das ist eine genauso veraltete, teils tierschutzrelevante und überholte Erziehungsmethode wie der Alphawurf oder die Anwendung eines Stachelhalsbandes. 

Der Nackengriff,  oder auch Nackenschütteln, dient in der Hundewelt einzig und allein dazu, Beute totzuschütteln!

Die Hündin wehrt sich also zu recht, da sie in dem Moment große Angst um ihr Leben verspürt. Sich einfach fallen lassen bedeutet: sich totstellen und hoffen der Überlegene lässt ab.

Stur und dickköpfig muss ein gut erzogener und feinfühlig geführter Berner auch nicht sein. Ganz im Gegenteil: sie lernen schnell (leider auch das Falsche) und lieben es mit ihren Menschen gemeinsam aktiv zu sein. Bitte kaufe dir das Buch Calming Signals von Turid Rugass

  http://www.amazon.de/Calming-Signals-Die-Beschwichtigungssignale-Hunde/dp/393618...

es wird helfen die Zeichen und Signale der Hündin richtig zu deuten und aus eurem bisherigen hintereinander ein MITEINANDER zu machen.

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"PS: Sie wurde auch nach unserer Information nie misshandelt als Welpe"

Das vielleicht nicht, aber falsch erzogen bzw nicht sorgsam u liebevoll genug aufgezogen und geprägt schon.



Kommentar von netflixanddyl ,

Ich kann es aber nicht verstehen.. sie lässt sich im Nacken berühren, am ganzen Hals eigentlich. Und hören tut sie so oder so. Das einzige Problem ist das Führen mit der Hand am Halsband.

Kommentar von adventuredog ,

Im Nacken berühren und in aufregenden (?)  Situationen am Halsband "packen" fühlt sich aus Sicht des Hundes anders an.

Wurden mal die Wirbelsäule und speziell die Halswirbel untersucht? Hunde die jahraus jahrein an der Leine ziehen haben häufig Wirbel die aus dem Lot gekommen sind und Schmerzen in bestimmten Situationen auslösen.

Ich würde den Hund mal einer guten Hundephysiotherapeutin vorstellen.

Kommentar von Berni74 ,

Naja, ne.... das ist ja nicht das einzige Problem, denn Du hast geschrieben, daß sie an der Leine zieht und keine Roller und Motorräder leiden kann.

Dennoch, so, wie Du Deine Maus beschreibst, ist sie durchaus lernfähig. Daher empfehle ich Dir, mit ihr über positive Verstärkung zu arbeiten. Du wirst sehen, sie wird das unerwünschte Verhalten ganz ohne Druck (und das ist der Griff ins Halsband) abstellen.

Kommentar von netflixanddyl ,

Danke Berni 74. Ich werds mal versuchen, danke für die Antwort :)

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