Frage von immamura, 52

Habe einen Buderus 4w, also wasserführenden Kaminofen, der einen Pufferspeicher bedient.?

Habe seit 6 Jahren täglich Druckverlust bis auf 0,3bar wärend der Heizsaison. Seit diesem Sommer auch täglich trotz neuen Druckausgleichsbehälter vor 2 Jahren. Der Tausch hatte überhaupt keinen Effekt. Wenn der Kaminofen läuft oder auch der Gasbrenner, steigt der Druck bis auf 3 bar. Der Kreislauf verliert dann Wasser über ein Druckventil, das bei 3 bar aufmacht (hat Heizungsbauer bestätigt). Ist vielleicht dieses Überdruckventil defekt? Oder liegt es an einem immer noch zu kleinen Ausgleichsbehälter? Was noch aufgefallen ist: seit Inbetriebnahme der Heizungsanlage vor 6 Jahren war immer hörbar Luft im Kreislauf, wenn der Druck abgefallen war. Nun ist gar nichts mehr zu hören, wenn wieder Wasser aufgefüllt wurde. Seit der Bauphase habe ich nur noch wenig Vertrauen in Heizungsbauer. Vielleicht kann mir eine das Vertrauen urückgeben.

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von realistir, 39

Soso, du hast wenig Vertrauen in Heizungsbauer. Hast du mehr Vertrauen in dich, obwohl du ähnlich mangelhaft mit deinem Anlagenproblem umgehst?

Was soll der Unsinn mit höherem Druck als anlagentechnisch notwendig?
Wie hoch ist der höchste zu bedienende Heizkörper? Wie hoch ist die Wassermenge die in dieser Anlage notwendig ist?

Meistens genügen 0,7 Bar Vordruck bzw 0,3 Bar "mehr" Druck vom MAG, dem Ausdehnungsgefäß.

Das Ausdehnungsgefäß hat den Mengenzuwachs der Wassermenge zu kompensieren, die bei Erwärmung auf X Grad zunimmt.

Folglich lässt sich das nötige Ausdehnungsgefäß rechnerisch ermitteln.
Ich gebe dir eine entsprechende Info eines Fachmannes an die Hand und empfehle dir diesen Fachmann namens Bosy. Er ist Heizungsspezi!

Hier der Link zu der entsprechenden Sache.
http://www.bosy-online.de/hydraulischer_Abgleich/AuslegungvonAusdehnungsgef%E4%D...

Wenn du alles nach .de/ weg lässt, kommst du auf dessen Hauptseite.

Nun lese, was nötig ist um ein passendes MAG für deine Anlage zu finden und was nötig wäre. Vielleicht lernst du nebenher auch etwas mehr als mancher Heizungsbauer der sich kaum informiert.

Kommentar von realistir ,

oh, ich habe einen wichtigen Punkt noch vergessen, deshalb dieser Nachtrag.

Du redest oben in deiner Frage von einem Gasbrenner! Folglich gibt es in diesem Geräteteil "auch" ein Ausdehnungsgefäß. Normalerweise!

Falls es also zwei Ausdehnungsgefäße gibt, muss das zu klein dimensionierte außer Betrieb genommen werden. Es sollte nur ein einziges MAG mit passender Volumenmenge für die anlagenerforderlichen Notwendigkeiten bestehen.

Eventuell erhitzt dein Kamiofen die Wassermenge der Anlage höher als dein Gasbrenner. Das sollte natürlich entsprechend berücksichtigt werden! Sorge bitte für eindeutige Verhältnisse.
Nur ein MAG und ausreichend groß für die Wassermenge und erforderliche Ausdehnung bei Temperaturerhöhung auf höchstmögliches Anlagenniveau.

Berechnungsgrundlagen gab ich dir oben indirekt.

Kommentar von immamura ,

Der Gasbrenner ist eine Brennwerttherme (so heißt das glaube ich) mit 12kW. Tatsächlich hängt daran an der Decke befestetigt ein MAG mit ca. 5l Inhalt. Vor diesem MAG hängt das Überdruckventil, das bei 3 bar aufmachen soll. Gerade lief darüber das Wasser in einem kleinen Rinnsaal in den Ausguß. Der Druck im Heizkreislauf lag bei 2,8 bar, die Temperatur im Wasserofenkreislauf bei 60 Grad.

Das Haupt-MAG, das ausgetauscht wurde, hat 80l (Druck 1,2 bis 6 bar). Nach der Formel ist das sehr sehr großzügig bemessen. Systemvolumen sollte berechnet bei ca. 100l liegen, laut Heizungsbauer damals etwa 50l. Insofern war der Austausch eine gute Idee des Heizungsbauers.

Nach der Heizsaison lasse ich nochmal einen Heizungsbauer kommen, um das kleine MAG abzuklemmen und einen Abdrücktest für den Ofenkreislauf machen zu lassen. Wobei mir der physikalische Effekt des Abklemmens des kleinen MAGs nicht einleuchtet.
Ich bedanke mich jedenfalls bei den beiden Experten sehr, sehr herzlich und ich habe das Vertrauen in die Heizungsbauer fast schon wieder zurüchzugewonnen.

Ich melde mich dann zu Beginn der nächsten Heizsaison und werde berichten.

Vielen Dank!

Antwort
von peterobm, 19

Der Druck im Heizkreislauf lag bei 2,8 bar, die Temperatur im Wasserofenkreislauf bei 60 Grad.

warum wird in der Anlage mit 2,8 Bar gefahren? da reichen normal 1,5 - 1,8 Bar. Bei jedem Gerät ist ein Hydraulik-Plan mit dabei, dem sollte Folge geleistet werden. Seite 15 www.feuerdepot.de/media/catalog/files/IM_Blueline_4W_2011_06.pdf Dabei können eklatante Fehler gemacht werden. 

Noch eine kleine Lektüre: http://www.haustechnikdialog.de/forum/t/60328/Erfahrungsaustausch-Buderus-4W-Was...

Komplettstation wurde verwendet? 

Antwort
von bit77, 52

So wie es aussieht, hat die Luft beim erstellen der Highzung dafür gesorgt, daß der Ausgleichsbehälter die Ausdehnung ausreichend kompensiert. Jetzt, wo keine Luft mehr im Heizsystem ist, reicht der Ausgleichsbehälter nicht mehr aus. Je stärker das Wasser erhitzt wird, desto höher die Ausdehnung. Dies kann nur durch einen größeren Ausgleichsbehälter kompensiert werden. Man kann aber auch etwas Wasser ablassen, denn eine Heizung funktioniert auch mit weniger Druck einwandfrei. Im warmen  Zustand auf 2 bar absenken, so dürfte trotzdem genug Druck herrschen. Wenn der höchste Heizkörper nicht höher als 10 m Wassersäule steht, dann funktioniert die Heizung immer noch einwandfrei, selbst mit nur 1,2 bar Druck wenn die Heizung kalt ist. In unserer Hütte (Ich habe nachgesehen) sind jetzt im Moment 1,8 bar Druck im Heizsystem bei 45 Grad Vorlauftemperatur, bei 70 Grad hat sie immer so 2,3....2,6 bar (Notbetrieb oder Kaminkehrerstellung). Mit weniger Druck wäre das Problem sicher zu lösen. Oder sehe ich das falsch? Sind etwa nur 0,3 bar Druck im System? Dann ist vielleicht irgentwo ein Ventil geschlossen. Oder ist die Druckdifferenz 0,3 bar?


Antwort
von bit77, 40

Hab mir die Frage nochmal durchgelesen und Du schreibst "bis auf 0,3 bar". Wenn soviel verloren geht, ist vielleicht etwas undicht. Aber: wenn ein Überdruckventil öffnet, dann lässt es nicht nur etwas Druck ab, sondern wesentlich mehr als die hier eingestellten 3 bar. Da kann es schon sein, daß das Ventil erst bei 0,3 wieder schließt. Senke den Druck und warte ab.


Kommentar von immamura ,

Vielen Dank. Die Überlegung mit der Luft klingt völlig logisch. Der Druck sinkt täglich von ca. 3 bar  bis auf 0,3 bar im System ab (mal auf 0,6, mal auf  0,8 bar, das ist unterschiedlich). Ich fülle dann nur Wasser bis zu einem Druck von 1,3 bis 1,5 bar nach. Wenn die Heizung oder Kaminofen laufen, steigt der Druck von alleine auf ca. 3 bar. Dass irgendwo ein Hahn nicht geöffnet ist, kann ich mir auch vorstellen, obwohl ich alles gecheckt habe. Bin eben kein Heizungsbauer. Vorlauftemperatur habe ich auf 40 Grad eingestellt.

Aber was soll undicht sein? Es gibt im Haus  nirgends Wasserschäden zu sehen. Wenn der Druckabfall so stark ist und ich jeden Tag gefühlte 500ml Wasser seit Jahren zumindets in der Heizsaison nachfülle, hätte ich doch schon längst einen Wasserschaden bemerkt, oder?

Kommentar von bit77 ,

wenn der Druck in so kurzer zeit so schnell abfällt, dann kann auch der Kessel bzw. der Kamineinsatz defekt sein. Wenn da nämlich nur tropfenweise Wasser austritt, wird es durch das Feuer sofort verdampft. Davon merkt man überhaupt nichts, ausser daß das Wasser halt fehlt. Jetzt würde man einen Heizungsbauer benötigen, der den verdächtigen Kessel abdrückt um eine Undichtigkeit festzustellen.

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