Irgendwie finde ich das Wort Hausfrau degradierend bzw. abschätzig. Es hat leider immer einen kleinen Beigeschmack, wenn man sagt, dass man "nur" Hausfrau ist. Toll finde ich die Werbung, in der eine Hausfrau und Mutter sagt, dass sie ein kleines Familienunternehmen leitet. Meine Tante, die 4-fache Mutter und Hausfrau ist, sagt immer, dass sie Mutter sei und zu Hause arbeitet. Intelligente Zuhörer fragen dann auch nach bzw. nicken zustimmend. Wäre es nicht mal an der Zeit, dass man auch hier ein zeitgemäßeres Wort findet?

Ich finde das Wort Hausfrau gar nicht abwertend oder schlecht!
Ich frage dich jetzt, warum du ein "nur" davor setzt? Genau dann bekommt es nämlich einen Beigeschmack, aber nicht vom Wort selbst, sondern vom abwertenden Gebrauch durch dich, oder andere.
"Familienmanagerin"? - gut, das bin ich aber auch wenn ich berufstätig bin und Familie habe - da gibt es auf alle Fälle noch ein größeres Zeitmanagement zu bewerkstelligen.
Warum wollt ihr mit Gewalt gute deutsche Begriffe, die in Ordnung sind, in etwas verwandeln, daß sich nach mehr Wichtigtuerei anhört?
Warum wird aus einer Verkäuferin eine Store-Managerin, oder aus einem Vermögensberater ein Investment-Advisor?
in der werbung von vorwerk sagt man es doch:
familienmanagerin, ist doch ein wirklich gutes wort für hausfrau.

Hier in Frankreich sagt man "maîtresse", aber ich fürchte, in Deutschland kommt das nicht so gut.
soust am 11. Juli 2007 07:53 ...na ja, übersetzt also: "Meisterin", gerne auch "Herrin", obwohl das natürlich Machosprache ist, aber die Richtung ist doch schon mal gut.
Steh doch dazu, daß Du Hausfrau bist. Nur wenn man händeringend eine "profesionellere" Bezeichnung dafür sucht, hat es einen schlechten Beigeschmack.
Das stimmt,..wie bei der Putzfrau: Reinigungsfachkraft oder bei Hausmeister: Facilitymanager....das ist so, als wäre es einem wohl bewusstm dass der job nicht der beste ist, will aber nicht einen auf diskriminierung machen und erfinet daher so namen,..aber eigentlich ist das ja dann auch diskriminierend....

Ich schließe mich den Antworten an, die den Werbespot zwar gut finden, die Bezeichnung Familienmanagerin aber nicht so sehr geeignet.
Es wird nichts nützen, einen teilweise negativ besetzten Begriff einfach nur auszutauschen. Dass "Hausfrau" heutzutage dem Tätigkeitsbild nicht mehr richtig entspricht, weil eine Ehefrau und Mutter inzwischen ein halbes Organisationsgenie sein muss, um den Terminkalender der ganzen Familie unter einen Hut zu bringen, ist klar. Nur: da bräuchten wir einen Ideenwettbewerb, so wie damals für das Gegenteil von "satt", den ich persönlich nicht wichtig fand.
Familienmanagerin jedenfalls hat für mich den gleichen Status wie "Raumpflegerin": ein hochgestochenes Wort, das nicht für den Alltag taugt - für den Werbespot und einen Gedankenanstoß allerdings schon.

Also Familienmanagerin finde ich nicht gut. Heutzutage nennt sich ja alles Manager/in. Die Putzfrau= Hygienemanagerin. Der Hausmeister= Facility Manager u.s.w. Das ist ja fast schon lächerlich. Hausfrau ist doch o.k. Und jeder der einen Haushalt führen muß, und daß sind wir fast alle, wissen die Arbeit einer Hausfrau zu schätzen.
Ich kann mich dem Lob von Hausmann nur anschliessen. Supergute Frage, du hast völlig recht. Und die Idee mit der "Familienmanagerin" finde ich richtig gut.
Homemanagerin
soust am 11. Juli 2007 07:54 Bitte nicht!
Finde ich toll, die Idee, aber ich habe keine Alternative...

Meine Mutter hat sich immer als Hausfrau bezeichnet und ich als ihr Sohn war stolz auf sie. Ich hasse solche arroganten Selbst-Bezeichnungen, die nur Minderwertigkeitskomplexe vertuschen, wie "Flugbegleiter/in" (statt Steward/ess) oder "Raum-Kosmetiker/in" (statt Putzfrau/-mann).
"Ich führe ein erfolgreiches kleines Familienunternehmen"!
Familienmangerin ist ein guter Ersatz für Hausfrau.
Beim Bewerbungstraining wurde den Hausfrauen das sogar als Tip für den Lebenslauf gegeben. Hört sich einfach besser und professioneller an.
Knowledge am 2. November 2007 15:42 Hört sich eher arrogant an.

Familienmanagerin, wie in der Werbung ist doch toll
1000 Daumen hoch... lass das "nur" weg und sei stolz, wenn Du sagst Du bist Hausfrau.
Und zu den Wichtigmach-Berufsbezeichnungen fällt mir noch was böses ein: Ein bekannter von mir ist verkäufer in einem Sex-Shop - der wäre dann ein Erotik-Logistiker....
:-)))
Na klar, wir kaufen unsere Wurst auch schon lang in keiner Metzgerei mehr, sondern im "Aufschnittstudio"!
..und ich hoffe, du hast dann auch deinen eigenen "Käse-Designer"? ;-) DH