Lydia95 am 15.06.2009 um 2:25 Uhr
Was ist das Nichts? Gibt es eigentlich das Nichts? Etwas, das nichts hat, nichts ist, keine Grenzen und gar nichts hat? Gibt es das? Oder gibt es das nicht? Und warum gibt es das (nicht)?
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Also ich denke mal, es ist so: wenn es das "Nichts" gäbe, dann wäre es ja "Etwas", da aber "Nichts" das Fehlen von Allem bedeutet, kann es das Nichts ja nicht geben. Denn "Etwas" ist ja immer. Ist doch logisch? Oder nicht(s)?
Es ist zwischen einem Nichts in einem relativen Sinn und einem Nichts in einem absoluten Sinn zu unterscheiden. Ich deute das in der Frage gemeinte Nichts wegen der Aussage über ein „gar nichts“ als absolutes Nichts und stimme entsprechend ab.
Syntaktisch ist „Nichts“ die Nominalisierung des unbestimmten Pronomens „nichts“, das als „nicht (irgend)etwas“ verstanden werden kann. Semantisch (in seiner Bedeutung) ist Nichts meistens die durch eine Negation ausgedrückte Verneinung des Seins oder Seiendem bzw. der Gegensatz zu Existenz.
Eine relatives Nichts ist ein Mangel an bzw. eine Verneinung/das Fehlen von etwas Bestimmten und damit stets nur in einem Bezug nichts.
Ein absolutes Nichts wäre bezugslos und eine völlige Indifferenz. Es kann Gegenstand des Denkens werden, wobei sich aber herausstellt, damit nicht sinnvoll weiterdenken zu können, weil der Begriff im Grunde inhaltslos ist. Etwas, das es gibt, ist und hat Existenz. Dazu wäre es aber nötig, in irgendeiner Weise ein Etwas zu sein. Sobald ein angenommenes absolutes Nichts als Etwas gedacht wird, ist es kein absolutes Nichts mehr. Es tritt also ein logischer Widerspruch auf – das absolute Nichts hätte zugleich in derselben Hinsicht eine Eigenschaft (dies auch noch sein Wesen ausmacht) und hätte sie nicht.
Im Bereich der Naturwissenschaften ist in leerer Raum oder ein Vakuum (wenn ein Herstellen zu 100 % gelingen sollte) strenggenommen kein absolutes Nichts, weil es Ereignisse und Materie gibt. In der Mathematik gibt es die leere Menge, die ein Behälter ohne Inhalt ist.
Über Gedanken zum Nichts informieren Nachschlagewerke, die den Begriff auch philosophiegeschichtlich darstellen.
Parmenides sagt, Nichts sei nicht. Es könne weder erkannt noch aufgezeigt werden.
Die Atomisten nahmen das Nichts als eine in der Wirklichkeit existierende Leere an, in der sich die Atome bewegen können.
Platon erkannte in einem relativen Nichts ein Prinzip der Verschiedenheit/Andersheit (verschieden zu etwas Bestimmten/anders als etwas Bestimmtes).
Aristoteles sah folgende Bedeutungen:
a) Nichts ist insofern, als es etwas Bestimmtes nicht ist (z. B. etwas Nicht-schönes sein).
b) Nichts wird durch einen falschen Satz ausgedrückt.
c) Potentielles (Mögliches) kann von Aktuellem (Verwirklichtem) unterschieden werden.
Für die Stoiker war das Nichts ausschließlich an einem Ort in Gedanken(bloß Vorgestellten.
Im Neuplatonismus ist das Nichts ungestaltete Materie als das nur Potentielle und vom Seienden Verschiedene und außerdem in gewisser Weise das Eine, das vor aller Verschiedenheit und allem Seiendem ist.
Thomas von Aquin sah das Nichts bei Naturdingen entweder als überhaupt kein Seiendes oder Materie, die nur in einem möglichen Sinn etwas ist, bei Gedankendingen entweder als Privation (begriffliche Einschränkung), eine besondere Art der Negation, oder als Fiktion (in der Wirklichkeit nicht anzutreffender Gegenstand).
Duns Scotus betrachtete das Nichts als Leugnung der Möglichkeit des Seins, im Sinn einer Unmöglichkeit.
Georg Friedrich Wilhelm Hegel untersuchte das Nichts als Moment im Werden. Reines Sein und reines Nichts sind eine völlige Leere oder Bestimmung- und Inhaltslosigkeit bestimmbarer Abstraktionen. Das unmittelbar genommene reine Sein ist reine Abstraktion und damit das Absolut-Negative. Die Begriffe des Seins und Nichts gehen ineinander über und es entsteht als neue Kategorie das Werden (Dialektik). Das Miteinander der Gegensätze ist ein verwickelter Gedanke. Eine eigenständige Existenz eines absoluten Nichts könnte daraus aber nur mit einem Verstoß gegen den Widerspruchssatz abgeleitet werden.
Für Martin Heidegger war das Nichts etwas ohne weitere Bestimmung, das transzendentale Objekt des ontologischen Horizonts der Transzendenz. Ein abweisendes Abrücken der Welt verweise auf das entgleitende Seiende im Ganzen. Das Nichts offenbare sich auf der Ebene existenzieller Erfahrung (z. B. begegnet es in der Angst), mit dem Verstand sei es nicht begreifbar. Die Aussagen enthalten eine Absage an die Logik im Bereich der Metaphysik (Widersprüche werden in Kauf genommen) und sind rational kaum nachvollziehbar.
Im Existentialismus von Jean-Paul Sartre ist das Nichts ein Wirklichkeitstyp der Negativitäten (Entfernung, Abwesenheit und dergleichen). Das Bewußtsein (Für-Sich-sein) setzt sich in Distanz zu etwas anderem.
Am ehesten kann ein sehr ursprüngliches Nichts, das vielleicht sogar eine letzte Wirklichkeit ist, in einigen asiatischen Weisheitslehren gefunden werden, die aber nicht einfach zu deuten und rational nachzuvollziehen sind.
Im Laotse, (Lao-Tse, Lao-Tze, Lao-tzu) zugeschriebenen Werk „Tao de King“ (bzw. in anderer Schreibweise Daojejing; Tao bzw. Dao bedeutet „Weg“, „Leben“, „Sinn“ oder Ähnliches) kommt ein sehr ursprüngliches „Nichts“ vor (1. Teil, 1), das möglicherweise als existentieller Grund für das wesenhaft immerwährende Sein gedeutet werden kann (alle wesenhaften Dinge kommen in ihrem immerwährendem Sein aus dem immerwährendem Nichts hervor):
„Kann das Dao Dao sein, wenn es nicht das immerwährende Dao ist?
Können Namen bezeichnen, wenn sie nicht die immerwährend-richtigen Namen sind?
"Nichts" ist der Name für den Anfang von Himmel und Erde.
"Sein" ist der Name für die Mutter aller Dinge.
Darum will ich über das immerwährende Nichts aus diesem (Anfang) her sein Geheimnis erkunden,
und ich will über das beständige Sein aus diesem (Muttersein) her seine Grenzen erkunden.
Jetzt treten sie gepaart zusammen auf, aber unter verschiedenen Benennungen.
Gemeinsam heißen sie "Ursprung". Das Ursprüngliche hat aber wiederum einen Ursprung.
Das aber ist das Tor zu allem Geheimnisvollen.“
Im Buddhismus sind für das erleuchtete Freisein alle endlichen Wesen vom Standpunkt der absoluten Existenz aus grundlos und damit leer und nichts. Das Nichts wird als Leerheit gedacht.
Aus solchen Traditionen und einer Auseinandersetzung mit abendländischer Metaphysik hat die Kyōto-Schule, eine japanische Denkrichtung, Ideen über in absolutes Nichts entwickelt.
die neusten erkenntnisse der physik zeigen, dass selbst im vakuum (das für mich bis dahin typischste "nichts") energie vorhanden ist. energie ist also überall.. von daher kann es kein nichts geben. ja ich weiss.. unpraktische antwort - aber die frage selber ist ja schon nicht gerade praktisch ;)
Ja, indirekt nachgewiesen sogar.

kann man sich nur schlecht vorstellen

es gibt nichts, gar nichts, und überhaubt nichts !

Ja,ist nachgewiesen!
romy1987 am 15. Juni 2009 02:30 von wem?und was ist es dann#?
Naja, das ist es eben. Es ist nichts. Schau mal: Es gibt einen Raum seit dem Urknall. Raum und Zeit beeinflussen sich aber (Einstein). Demzufolge muss, da sich der Raum ausbreitet hinter unserem Universum Nichts sein, da es keinen Raum gibt. Und wo es keinen Raum und keine Zeit gibt, kann es auch nichts anderes darin geben.
Ergänzung: Unser Universum dehnt sich ins Nichts. Und das Nichts darf man sich jetzt nicht, wie die meisten, als schwarze Suppe vorstellen, sondern wirklich: Dort ist nichts. Selbst ein schwarzer leerer Raum ist etwas. Dort ist aber nichts.
romy1987 am 15. Juni 2009 02:42 is doch schon krass oder bzw auch beindruckend

muss es wohl geben, denn von nix kommt nix heißt es ja:-)
ja gibt es. "nichts" ist ja als "nichts" definiert, und somit muss es existieren.wir können uns nichts darunter vorstellen, aber bedeutet das gleichzeitig, das es nicht existiert?

Man kann es schlecht beschreiben, aber Viele haben es im Kopf.

.....schau dir mein Konto an: Da ist NICHTS drauf......

Es ist eine Beschreibung für etwas, das im Grunde nicht beschreibbar ist. "Im Nichts ist Alles enthalten..." Es ist so ähnlich wie mit der "Ewigkeit". Jeder kennt das Wort und doch ist es schwer vollstellbar.

...als linguistisches Synonym für etwas nicht Greifbares, etwas Wesenloses, das Nichtsein, die Leere oder für eine bestimmte Entität. Dieses "Nichts" ist ein schwieriges Thema. Dabei unterscheidet sich der Gebrauch des Wortes u.a. in der Sprachphilosophie und der Metaphysik.
es gibt kein nichts, denn "nichts" ist unendlich und gäbe es dann tatsächlich dieses nicht endene "nichts", gäbe es auch nicht "etwas" also, da ich davon ausgehen muss, dass es etwas gibt, muss ich auch davon ausgehen, dass es kein nichts gibt.

Es ist immer irgendetwas da, und sei es nur energie. Jeder der sich in der physik ein bisschen auskennt, würde das selbe sagen. (siehe oben) :DDD

Ich sage mal:
Nichts ist per Definition nichts. Also kann Nichts nicht etwas sein. Etwas muss es aber sein, damit es existiert. Also existiert Nichts nicht.
Etwas macht nur Sinn, wenn diesem Etwas etwas gegenübersteht, das nicht dieses Etwas ist. Insofern ist "etwas nicht sein" wesenhaft und damit Eigenschaft. Eigenschaft kann substantiviert werden, wie zum Beispiel "die Freundlichkeit". Also ist Nichts in seiner Eigenschaft als Wort existent.
Wenn nun Nichts als Wort existierte aber nicht in Wirklichkeit, so wäre es Unsinn, von Nichts zu sprechen. Damit also Etwas einen Sinn hat, muss es Nichts geben.
Wenn Es Nichts gibt, so widerspricht sich Nichts dadurch selbst, dass es existiert, weil es ja dann gleichsam etwas wäre. Nichts ist aber das Gegenteil von Etwas. Vielleicht so: Das Wort "Nichts" ist ein Wort, dass auf nichts verweist. Es ist also, an der Existenzfrage gemessen, ein sinnloses Wort. Nichts desto trotz hat Nichts aber einen Sinn, sonst würden wir von Nichts nicht sprechen.
Nichts hat Sinn. Da Nichts auf nichts verweist, kann es seinen Sinn nur durch den Verbund von Worten erhalten, mit denen es innerhalb eines Satzes in Zusammenhang steht. Der Sinn von Nichts hängt also vom Etwas ab, das nicht Nichts ist. Dies ist ein weiteres Indiz dafür, dass Nichts nicht existiert, weil seine Natur, also sein Wesen nicht von ihm abhinge, sondern von einem Etwas, das von diesem Nichts verschieden ist.
Man kann es also dergestalt formulieren, dass Nichts die Abwesenheit von Etwas markiert, also automatisch mit dem Etwas in die Welt tritt und von diesem Etwas abhängt. Dies gilt aber für jenes etwas genauso. Denn ich bin nur ich, so lange ich nicht auch noch jemand anders bin. Meine Identität wird dadurch mitbestimmt, dass ich sie mit niemandem teilen muss. Das ist ihr wesenhaft. Das Nichts gehört also zum Wesen des Etwas, wenngleich sich beide ausschließen. Da wir gesagt haben, dass das Nichts nicht existiert, und wir aus diesem Grunde darauf verweisen, so müssen wir von Etwas, dass wir ja von diesem Nichts nicht unterscheiden können, weil es nicht existiert, dasselbe sagen. Wenn Nichts und Etwas auf dasselbe verweisen, so ist die einzig sinnvolle Aussage das Paradoxon:
Weder das Nichts existiert, noch dass Nichts nicht existiert. Weder das Etwas existiert, noch das Etwas nicht existiert. Aber dadurch ist ja nichts ausgesagt, eigentlich nur, dass wir nicht sagen können, wie es sich verhält. Also bleibt mir zum Schluss nur, die Worte eines großen Mystikers zu wiederholen, der da sagte:
"Wovon man nicht sprechen kann, darüber muß man schweigen."

Wenn ich gestern nicht erst den Bericht in der Lausitzer Rundschau gelesen hätte, würde ich diese Frage mit nein beantworten. Und haben Weltraum Forscher in den USA festgestellt, das in mitten einer Galaxie (sorry Name fällt mir jetzt nicht ein) ein Nichts sein soll. Und unsere persönliche Grenze in unseren Köpfen endet nur dort wo wir sie gesetzt haben
ne naturlich gibt es das nichts nich is ja nichts
es gibt das nichts, solange ich das glaube.