Frage von Beamer33, 262

Fahrpreisnacherhebung wegen Sitzen in 1. Klasse im RE mit überfüllter 2. Klasse - nachdem gebuchter Anschluss-ICE wegen Verspätung bei der Bahn verpasst wurde?

Hallo zusammen,

ich bin vor Kurzem von Stuttgart nach Essen gefahren. Es war eine Verbindung 2. Klasse unter anderem mit 2 ICEs, wobei der erste Verspätung hatte und ich deshalb den Anschluss ICE verpasst habe. Die 2. Klasse des REs, den ich daraufhin genommen habe, war komplett überfüllter (die Gänge waren voll von stehenden Leuten). Ich habe mich, weil ich einen Tisch zum Arbeiten brauchte, dann in die 1. Klasse gesetzt. Der Schaffner hat dann eine Fahrpreisnacherhebung in Höhe von 60 Euro gestartet, weil ich mit (ICE) Ticket für die 2. Klasse in der 1. Klasse des RE saß. Die Bahn besteht weiterhin darauf, dass ich diese 60 Euro auch zahle. Ich ärgere mich, denn ich habe ein ICE Ticket gebucht, was ja teurer ist. Ich hätte dort an jedem Platz einen Tisch zum Arbeiten gehabt. Im RE gibt es nur in der 1. Klasse Tische (und in jenem Zug auch nur in der 1. Klasse überhaupt Sitze), weshalb ich dort saß. Ich hatte zudem 1 Stunde Verspätung, als ich in Essen ankam.

Kann die Bahn diese 60 Euro Zahlung durchdrücken, bzw. was sind meine Rechte in der beschriebenen Situation?

Antwort
von Rolf42, 197

Grundsätzlich ist eine Fahrkarte nur in der angegebenen Wagenklasse gültig. Bei Überfüllung kann die erste Klasse für alle Fahrgäste freigegeben werden (was nach meiner Erfahrung auch gemacht wird), aber ein Anspruch darauf besteht nicht.

Rechtsgrundlage ist der der § 13 der Eisenbahn-Verkehrsordnung (EVO):

(1) Der Reisende hat Anspruch auf Beförderung in der Klasse, auf die sein
Fahrausweis lautet. Ein Anspruch auf einen Sitzplatz oder auf
Unterbringung in der 1. Klasse bei Platzmangel in der 2. Klasse besteht
nicht. Der Tarif kann Ausnahmen zulassen. Das Eisenbahnpersonal ist
berechtigt, den Reisenden Plätze anzuweisen. Auf Verlangen der Reisenden
ist es verpflichtet, für deren Unterbringung zu sorgen.

http://www.gesetze-im-internet.de/evo/__13.html

Antwort
von Gneisenau, 156

Ob Recht oder Gesetz ist nicht entscheidend, sondern der Mut sich an den Service der DB zu wenden und den Fall wahrheitsgetreu zu schildern und Beweise vorlegen kannst. Wenn der so war, wie Du es darstelltest, ist die Bahn ggfs. bereit, einer Kulanz zu zustimmen. Wer will schon verärgerte Kunden?

Antwort
von Rockuser, 170

Das ist leider so Rechtens, was die Bahn da macht. Du hättest einen ICE später fahren müssen.

Antwort
von Johannisbeergel, 164

Erstmal ist wichtig, ob du tatsächlich eine Stunde Verspätung hattest und dies evtl auch von einem Schaffner bestätigt bekommen hast. Denn je nachdem kannst du einen Anteil deines Fahrpreises auch rückerstatten, so um die 25-50% je nachdem wie lange es nun genau war. 

Betreffend der 60€: Dein Ticket war nunmal nicht für die erste Klasse gültig, auch wenn es im RE war. Überfüllung rechtfertigt das nicht, da man quasi die Beförderung bezahlt - keine Platzgarantie.

Antwort
von vitus64, 142

Das ist völlig richtig so. Du hattest ein Ticket für 2. Klasse und darfst damit nicht in der 1. Klasse fahren.

Was du gemacht hast, war einfach nur dreist und damit kommt man eben nicht immer durch.

Antwort
von Maarduck, 141

Wenn es gerecht zugehen würde in unserem Staat, dann bekämst du vor Gericht auch Recht und sogar eine Entschädigung für die Verspätung. Die Bahn konnte den Vertrag den sie mit dir geschlossen hatte nicht einhalten, und da wäre die 1. Klasse im RE zzgl. Entschädigung für dich wegen der Verspätung der bestmögliche Ersatz gewesen, um euren Vertrag beiderseitig zu erfüllen.

Es geht in der BRD aber nicht gerecht zu, sondern die Bezieher von Kapitaleinkommen werden bevorteilt. Da kann man nichts machen.

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