Frage von gromio, 163

DIE BEICHTE - kann der Priester tatsächlich Sünden vergeben und den Beichtenden mit Gott versöhnen?

Auszug aus einem Kommentar der katholischen Kirche über die Sündenvergebung durch eine Beichte:

Durch die Beichte wird an zwar mit Gott, mit der Kirche und mit seinen Mitmenschen versöhnt, allerdings muss man für begangene Schuld auch weiterhin geradestehen.>

Quelle: http://www.katholisch.de/glaube/unser-glaube/beichte

Ermächtigte nicht Jesus seine Apostel, Sünden zu vergeben?

Joh. 20:21-23 (JB): „ ,Wie mich der Vater gesandt hat, so sende auch ich euch.‘ Und als er dies gesagt hatte, hauchte er sie an und sagt zu ihnen: ,Empfanget heiligen Geist. Welchen ihr die Sünden nachlasset, denen sind sie nachgelassen, und welchen ihr sie behaltet, denen sind sie behalten.‘ “

Wie verstanden die Apostel diese Worte, und wie wandten sie sie an? In der Bibel wird nicht ein einziges Mal davon berichtet, daß ein Apostel eine Beichte unter vier Augen abgenommen und Absolution erteilt hätte. Allerdings sind die Voraussetzungen, unter denen man von Gott Vergebung erlangt, in der Bibel festgelegt. Die Apostel konnten unter der Leitung des heiligen Geistes feststellen, ob jemand diese Voraussetzungen erfüllte, und aufgrund dessen erklären, ob Gott ihm vergeben hatte oder nicht. Siehe zum Beispiel Apostelgeschichte 5:1-11; 1. Korinther 5:1-5 und 2. Korinther 2:6-8.

Siehe auch das Thema „Apostolische Nachfolge“.

Gelehrte sind sich über den Ursprung der Ohrenbeichte nicht einig

In der Catholic Encyclopedia von R. C. Broderick heißt es auf Seite 58: „Die Ohrenbeichte gilt seit dem 4. Jahrhundert als anerkannte Methode.“

In der New Catholic Encyclopedia wird gesagt: „Viele zeitgenössische katholische und protestantische Historiker schreiben die Privatbeichte als übliche Erziehung den Kirchen von Irland, Wales und Britannien zu, wo die Sakramente einschließlich des Bußsakraments vom Abt eines Klosters und von seinen Ordensgeistlichen ausgeteilt wurden. Der klösterliche Brauch der Beichte unter der öffentlichen und privaten geistlichen Anleitung diente offensichtlich als Vorbild, als man die periodische Beichte und die Andachtsbeichte für die Laienschaft einführte. . . . Die Lossprechung von geheimen Sünden zur Zeit der Beichte und vor Abgeltung der Bußauflage wurde jedoch erst im 11. Jahrhundert eingeführt“ (1967, Bd. XI, S. 75).

Der Historiker A. H. Sayce schreibt: „Aus den Ritualtexten geht hervor, daß sowohl die öffentliche als auch die private Beichte in Babylonien praktiziert wurde. Es hat tatsächlich den Anschein, als sei die Privatbeichte die ältere und üblichere Form gewesen“ (The Religions of Ancient Egypt and Babylonia, Edinburgh, 1902, S. 497).

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von sonnenblume2929, 46

Nur Gott kann richten und Sünden vergeben... weder Jesus, weder Moses oder Abraham oder Muhammad oder ein Priester oder Rabbiner... nur Gott allein. Gott ist der Richter. 

Antwort
von Willy1729, 75

Hallo,

laut Katechismus der Katholischen Kirche löste die Privatbeichte, eingeführt im 7. Jh. durch irische Mönche, die bis dahin übliche Praxis ab, daß getaufte Christen, die sich einer schweren Verfehlung schuldig gemacht haben, oft jahrelang öffentlich Buße tun mußten, bevor sie wieder in die Gemeinschaft der Kirche zurückkehren durften. Oft war diese Form der Buße und Wiedereingliederung nur einmal im Leben möglich. Im Wiederholungsfall - ein weiterer Mord oder Ähnliches - wurde man für immer aus der Kirche ausgeschlossen.

Auch der Getaufte hat nach Ansicht der Katholischen Kirche eine Neigung zur Sünde und bedarf immer wieder der Umkehr, weil die Sünde von Gott und damit auch von der Kirche trennt. Herr über die Vergebung ist natürlich Gott. Der Priester, der die Vergebung zuspricht oder ablehnt, fügt sich in den Willen Gottes ein. (Inwieweit dies einem Menschen möglich ist, sei dahingestellt).

Vorgeschrieben ist nur die jährliche Beichte schwerer Sünden. Im Bewußtsein, eine sogenannte Todsünde begangen zu haben, darf die Kommunion nicht empfangen werden, bevor der Sünder sich nicht einem Priester anvertraut und die Vergebung empfangen hat. Die Beichte sogenannter läßlicher Sünden wird aber dringend empfohlen.

Es ist klar, daß die Kirche, seit sie zu einer weltumspannenden Organisation geworden war, nicht mehr handeln konnte wie zur Zeit der Apostel, als es eine noch überschaubare Zahl von Christen gab und Zeitgenossen, die noch den irdischen Jesus Christus erlebt hatten. Daß eine gewisse Ritualisierung erfolgte, ist nachzuvollziehen.

Die evangelische Kirche kennt zwar auch die Beichte, wertet sie aber nicht als Sakrament und schreibt sie nicht vor. Dennoch stehen auch evangelische Pfarrer wie katholische Geistliche unter Schweigepflicht und dürfen den Büßern die Vergebung der Sünde, die durch Jesu Tod am Kreuz erfolgt ist, zusagen. Die Beichte ist hier aber nicht ritualisiert, sondern eine Art seelsorgerliches Gespräch, bei dem Gebet, Vaterunser, Gnadenzusage und Segen nicht fehlen.

Herzliche Grüße,

Willy

Kommentar von gromio ,

Vielen Dank Willy, aber eigentlich ist Dein Kommentar KEINE ANTWORT AUF MEINE FRAGE. ODER DOCH?

CHEERIO

Kommentar von Willy1729 ,

Herr über die Vergebung ist natürlich Gott. Der Priester, der die Vergebung zuspricht oder ablehnt, fügt sich in den Willen Gottes ein. (Inwieweit dies einem Menschen möglich ist, sei dahingestellt).

Nach Ansicht der katholischen Kirche kann und darf der Priester sozusagen im Auftrag Gottes Sünden vergeben oder behalten.

Kommentar von Pestilenz3 ,

Vergiss es willy, er WILL es nicht verstehn/so sehn. Er sucht eine bestätigung in einer einziger frage die da wohl lautet: "ich muss nicht beichten(-." (?!?!?!) Und er sucht absolution/bestätigung dafür.

Gib sie ihm einfach 😄

Kommentar von Willy1729 ,

Als Protestant kann ich wohl schlecht einem Katholiken (?) erzählen, daß er nicht zur Beichte gehen soll.

Wenn ich den Katholischen Katechismus aber recht verstanden habe, ist die Beichte ohnehin nur bei schweren Sünden, nicht bei läßlichen, vorgeschrieben. Dort wird sie allerdings wärmstens empfohlen.

Das Problem bei einer ritualisierten Beichte ist doch wohl, daß sich ein magisches Verständnis entwickeln kann. Durch den korrekten Ritus wird Gott mit Hilfe des Priesters sozusagen gezwungen, einem Menschen zu vergeben. Das ist sicher nicht die Ansicht der katholischen Kirche, kann aber zu einer Art Volksaberglauben mutieren.

Außerdem wird Sünde auf einzelne Taten reduziert, was die Sache nicht trifft. Sünde ist eine grundsätzliche Trennung von Gott, die durch einen Menschen nicht überwunden werden kann und die durch keinerlei frommes Werk aufzuheben ist. Erst durch den stellvertretenden Tod des sündlosen Sohnes Gottes wurde diese Trennung überwunden. Die Vergebung der Sünde wird dem Gläubigen durch die Sakramente zugesprochen.

Der grundsätzliche Unterschied zwischen katholischer und evangelischer Auffassung besteht darin, ob der Mensch zu dem Heil, das ihm durch Christus erworben wird, etwas beitragen kann und muß oder nicht. 

Nach Auffassung Luthers kann das Heil nur allein Werk Jesu Christi sein. Wenn es auch vom Werk des Menschen abhinge, könnte man sich der Vergebung niemals sicher sein.

Er nennt s den fröhlichen Wechsel: Jesus Christus tauscht sein sündloses und vollkommenes Leben gegen mein schuldbeladenes Leben ein. Das ist von jedem Menschenwerk unabhängig, so schwer das auch zu begreifen ist, weil wir nach dem Motto Lohn gegen Arbeit leben und bei bedingungslosen Geschenken immer mißtrauisch sind.

Willy

Kommentar von Wurzelstock ,

Willy, Du hast den Unterschied zwischen katholischer und evangelisch-lutherischer Heilsauffassung gut beschrieben (soweit ich es als theologischer Laie beurteilen kann.)

Für Außenstehende erscheint es aber möglicherweise etwas schief, wenn Du das Bußsakrament auf die Beichte einengst. Damit wird nur das Bekenntnis vor einem anderen Menschen bezeichnet. Das ist zwar eine Conditio sine qua non, aber nicht die einzige. Es gehören dazu Reue, und Vorsatz zur künftigen Vermeidung.

Diese drei kognitiven Vorgänge ermöglichen erst eine Absolution, und sie ist unabhängig davon, ob sie von einem Beichtvater ausgesprochen wird oder nicht. Du kannst leicht erkennen, dass dies weniger Fragen der Theologie sind, als vielmehr der Psychologie.

Auch aus dieser Perspektive gibt es ein Für und Wieder. Sie macht aber die beabsichtigte Heilswirkung (das "Sakramentum") transparent, ohne sich in die sinnlose Rechthaberei zu verzetteln, ob derjenige, der in solchen Fällen grundsätzlich nie mitdiskutiert, das auch so sieht oder nicht.

Deshalb gefällt mir dein erster Satz auch so gut:
"Als Protestant kann ich wohl schlecht einem Katholiken (?) erzählen, daß er nicht zur Beichte gehen soll."

Kommentar von gromio ,

Genau, Willy, danke. Aber wie ich bereits ausführte, Pestilenzia will das nicht begreifen, gibt es KEINE BIBLISCHE LEGITIMATION an Menschen, die solche befähigt, Sünden zu vergeben.

Selbst JESUS handelte so - Vergebung gibt es ALLEIN VON GOTT.

Wozu also eine Beichte wie bei Katholiken üblich? Der Tradition wegen? weil es immer so war?

Ein Christ muß DEN WILLEN GOTTES tun, nicht den WILLEN Rom's.

oder?

Kommentar von Willy1729 ,

Christus hat den Aposteln gesagt: Wem ihr die Sünden vergebt, dem sind sie auch bei meinem himmlischen Vater vergeben; wem ihr sie behaltet, dem sind sie auch bei meinem himmlischen Vater behalten.) Von daher wird das abgeleitet, daß Menschen Sündenvergebung zusprechen können oder es eben auch nicht tun können. Der Priester handelt nach Ansicht der katholischen Kirche sozusagen im Auftrag Gottes.

Es ist aber auch ein Unterschied, ob man in eigener Regie vergibt, oder ob man eine durch Gott erfolgte Vergebung zuspricht. Auch nach Ansicht der katholischen Kirche bleibt Gott der Herr der Beichte.

Wer mit der Auffassung der katholischen Kirche Probleme hat, ist ja nicht gezwungen, katholischer Christ zu bleiben. Es gibt schließlich noch andere Konfessionen, bei denen die Priester bzw. Pfarrer (Priester gibt es in der evangelischen Kirche nicht) eine andere Rolle spielen und auch die Auffassung von Buße, Beichte und Vergebung eine andere ist.

Willy

Antwort
von telemann2000, 59

Hallo gromio. 

Wie funktioniert das eigentlich? Eine Frage stellen um sie anschließend selbst zu beantworten? 

Mir fällt in diesem Zusammenhang ein, dass Zeugen Jehovas sich vor Gericht in einen der amerikanischen Bundesstaaten bemüht haben, das Beichtgeheimniss ebenfalls auf ihre Religionsgemeinschaft anwenden zu dürfen. Damit soll verhindert werden, dass intere Dokumente den Gerichten vorgelegt werden müssen... 

Antwort
von Wurzelstock, 57

Während die Überschrift eine Glaubensfrage vermuten lässt, scheint es sich doch eher um eine kirchengeschichtliche Recherche zu handeln. Hierzu ist mir folgendes bekannt:

Beichte und Lossprechung ist Teil des Bußsakramentes. Das gab es zur Zeit der Apostel nicht. Ursprünglich gab es nur das "Bußinstitut".

Durch die Taufe - es war durchweg eine Erwachsenentaufe - wurden alle Sünden vergeben. Der Neuling gelobte, sich von Sünden rein zu halten, und wurde darin duch die Homilie - das ist die Predigt - in jedem Gottesdienst unterstützt. Sie gehört zu den ältesten und wichtigsten Bestandteilen des christlichen Gottesdienstes. Das spiegelt sich auch in den Apostelbriefen wieder.

Dennoch begann jeder Gottesdienst mit einem gemeinsamen Sündenbekenntnis, und der kollektiven Vergebung durch den Bischof, die sich auf dessen Binde- und Lösegewalt berief. Die Gemeinde wirkte aber dabei mit. (Das ist bis heute im "Confiteor" erhalten geblieben)

Aber es gab auch schwerwiegende Verfehlungen einzelner. Das wurde mit Rausschmiss geahndet. Auch das spiegelt sich in den Apostelbriefen wieder. Für solche Fälle gab es im Laufe der ersten zwei bis drei Jahrhunderte durch das Bußinstitut eine zweite Chance. Der Sünder musste individuell vor der Gemeinde "in Sack und Asche" bekennen, eine Bußzeit verbringen, und wurde dann neu aufgenommen. Dies war nur einmal möglich. Von der Neuaufnahme ist durch Tertullian eine Formel überliefert: "Aber nur einmal, da bereits zum zweitenmal."

Im Rahmen dieses Bußinstitutes gab es Sünden, die nicht vergeben wurden - sogenannte Todsünden. (Zu deren Liste gehörte in den ersten zwei Jahrhunderten der Ehebruch.)

Von einem Bußsakrament im heutigen Sinne, sowie von einer Ohrenbeichte, ist mir aus den ersten drei Jahrhunderten des Christentums aus dem Stehgreif nichts geläufig.

Vielleicht sollte man bedenken, dass alle Weiterentwicklungen nicht einheitlich verliefen, stets von heftigen Kontroversen gekennzeichnet waren, und grundsätzlich zu Spaltungen führten. Dabei war manchmal nicht klar, wer eigentlich wen rausgeschmissen hatte, und in wenigstens einem Fall gingen die frommen Väter sogar mit Knüppeln aufeinander los.

:-(

Kommentar von gromio ,

Ein weit verbreiteter Irrtum wird von Dir zitiert, ich möchte die Gelegenheit nutzen, anzuregen, darüber nochmals nachzudenken:

Du schriebst:

Durch die Taufe - es war durchweg eine Erwachsenentaufe - wurden alle Sünden vergeben.

Dies ist nicht korrekt, sieh die folgenden Ausführungen:

Ein neuer Grund für die Taufe

6, 7. (a) Zu welchem Zweck taufte Johannes? (b) Was war neu, als die Nachfolger Jesu getauft wurden?
6 Johannes taufte aus einem anderen Grund als die Nachfolger Jesu (Johannes 4:1, 2). Er taufte Menschen zum Zeichen ihrer Reue über Sünden, die sie gegen das mosaische Gesetz begangen hatten (Lukas 3:3).* Als Nachfolger Jesu getauft wurden, spielte etwas Neues eine Rolle. Zu Pfingsten 33 u. Z. forderte der Apostel Petrus seine Zuhörer auf: „Bereut, und jeder von euch lasse sich im Namen Jesu Christi zur Vergebung eurer Sünden taufen“ (Apostelgeschichte 2:37-41). Petrus wandte sich zwar an Juden und Proselyten, doch sprach er weder von der Taufe als Zeichen der Reue über Sünden gegen das mosaische Gesetz noch wollte er sagen, die Taufe im Namen Jesu stelle ein Abwaschen von Sünden dar (Apostelgeschichte 2:10).

7 Bei diesem Anlass gebrauchte Petrus den ersten der „Schlüssel des Königreiches“. Zu welchem Zweck? Um seinen Zuhörern die Erkenntnis zu erschließen, dass für sie die Möglichkeit bestand, in das Königreich der Himmel einzugehen (Matthäus 16:19). Da die Juden Jesus als Messias verworfen hatten, waren Reue und das Ausüben von Glauben an ihn ein neues, wichtiges Erfordernis, um Gott um Vergebung bitten zu können und sie gewährt zu bekommen. Diesen Glauben konnten sie öffentlich zu erkennen geben, indem sie sich im Namen Jesu Christi im Wasser untertauchen ließen. Auf diese Weise symbolisierten sie ihre persönliche Hingabe an Gott durch Christus. Alle, die heute Gottes Wohlgefallen wünschen, müssen denselben Glauben ausüben, sich Jehova Gott hingeben und sich zum Zeichen ihrer rückhaltlosen Hingabe an Gott, den Höchsten, der christlichen Taufe unterziehen.

wie gesagt, ein weit verbreiteter Irrtum. Dies wird um so deutlicher, wenn man darüber nachdenkt, dass in fast  allen traditionellen christlichen Kirchen KINDER getauft werden.

Eigentlich ja Säuglinge.

Welchen Sinn soll die Taufe ZUR SÜNDENVERGEBUNG bei Säuglingen oder Kleinkindern haben?

Cheerio

Kommentar von Wurzelstock ,

Also doch Glaubensfragen. Du glaubst doch nicht im Ernst, dass ich mich darüber streite - hä?

Kommentar von gromio ,

Keine Glaubensfrage, sondern eine Vernunftfrage. UND darüber ist  nicht zu streiten, nicht nötig, nein.

Kommentar von Wurzelstock ,

Gromio, es gibt Vernunft und Unvernunft; Glaube und Unglaube, und Glaube oder Wissen.

Dann gibt es noch Rechthaber und Unrechthaber. Die Rechthaber verfügen über zusätzliche Gegensatzpaare: "Glaube und Vernunft", "Verstandbenutzung und Herzenssache".

Du solltest wenigstens begreifen, dass solche nützlichen Beliebigkeiten nur im Gespräch eingesetzt werden können - als vorletzte Ultima Ratio: Sie klingen so bieder, dass der Gegenüber automatisch taktvoll nickt.

Die Ultima Ratio selbst aber, wenn alle Stricke gerissen sind, ist die treuherzige Versicherung: "Aber wir meinen es ehrlich."

Spätestens darauf kann das gerührte Opfer des Predigers seine Bestätigung nicht mehr verweigern, und damit prahlst Du dann im theokratischen Unterricht, gelle?

Wie willst Du eure Masche denn hier schriftlich zum Erfolg führen, ohne dass sie jederzeit durchschimmert?

Mir ist es sowas von egal, was Du für vernünftig hältst, wenn es nicht einmal den Hauch einer Überprüfbarkeit hat.

Ich frage mich aber, was einen vernünftigen Menschen dazu bringen kann, über anderer Leute Sündenlast zu schwadronieren, obwohl die damit bestens klar kommen. Halte es wie Du willst! Es interessiert keinen!

Kommentar von telemann2000 ,

Auf diese Weise symbolisierten sie ihre persönliche Hingabe an Gott durch Christus. Alle, die heute Gottes Wohlgefallen wünschen, müssen denselben Glauben ausüben, sich Jehova Gott hingeben und sich zum Zeichen ihrer rückhaltlosen Hingabe an Gott, den Höchsten, der christlichen Taufe unterziehen...

Das mit der Hingabe scheint ja wohl auch ein weit verbreiteter Irrtum zu sein, Gromio....

'Hingabe' ist kein allgemeines christliches Erfordernis. Es bezog sich im AT auf die Priesterklasse und im NT auf Jesus Christus. Desweiteren wird im NT der Begriff auch in einem negativen Zusammenhang gebraucht .... 


Antwort
von ludpin, 57

Wers glaubt wird selig. Allerdings ist das nicht von der Wissenschaft erwiesen. Also nicht nachweisbar und wird auch nie bestätigt werden.

Antwort
von Raubkatze45, 39


"für die begangene Schuld auch nach der Beichte gradestehen"

Die Erklärung dafür hast du sicher auch gelesen, warum man auch nach
der Beichte für die Folgen der Tat verantwortlich ist. 

" Das ist beispielsweise der Fall, wenn man eine Straftat verübt hat. Die weltlichen Strafgesetze behalten weiterhin ihre Gültigkeit."

Jesus Christus hat den Aposteln und deren Nachfolgern die Vollmacht erteilt, in Seinem Namen Sünden zu vergeben oder zu behalten. Der Priester in apostolischer Nachfolge kann nicht selbst Sünden vergeben, sondern ist lediglich das Werkzeug, der Kanal, durch den Gottes Barmherzigkeit fließen will. Ohne Bekenntnis können aber keine Sünden vergeben werden.

In der Bibel steht nirgendswo, dass die Apostel keine Vergebung zugesprochen hätten und die ersten Christen ihre Sünden nicht bekannt hätten. Der Apostel Paulus weist sogar auf die Wichtigkeit des von Christus eingesetzten Bußsakramentes hin, so dass man annehmen muss, dass es auch so praktiziert worden ist. Allerdings kannte man die heutige Beichtpraxis damals noch nicht. Es wurde öffentlich bekannt und auch öffentlich Buße getan. Dies geschah vor allem bei den „Kapitalsünden“ wie Mord, Ehebruch und Glaubensabfall. Die bedeuteten ein öffentliches Ärgernis und deshalb hatte die Buße auch einen öffentlich- kirchlichen Charakter. Man bekannte seine Schuld vor der ganzen Gemeinde und bat um Buße. Die Gemeinde betete 40 Tage für die Büßer, bis sie wieder eingegliedert wurden. 

Erst im frühen Mittelalter kam es zu einer anderen Form des Bußsakramentes. Das Schuldbekenntnis wurde dem Priester  geheim anvertraut und das Beichtgeheimnis entstand.  Dadurch wollte man vermitteln, dass nicht nur der „öffentliche Sünder“ der Vergebung bedarf,sondern jeder Christ, der schuldig geworden ist.

Aber:  Was ist nach deinen umfangreichen Recherchen   eigentlich noch deine Frage ? 









Kommentar von gromio ,

Nun, die Frage ist nach wie vor die Frage.

Denn die katholische Kirche zB hält nach wie vor an der Beichte fest, warum eigentlich?

Zu einer Deiner Aussagen:

In der Bibel steht nirgendswo, dass die Apostel keine Vergebung zugesprochen hätten und die ersten Christen ihre Sünden nicht bekannt hätten.

Mit Verweis auf meine komprimierten Recherchenergebnisse, siehe Erläuterungen zur Frage, ist es GENAU UMGEKEHRT:

ES WAR NIE PRAXIS, das die APOSTEL Sünden vergeben haben, da diese wußten - wie Jesus - dass NUR GOTT Sündern vergeben kann.

Also, DU bist offenbar ein Exempel dafür, dass hier diese Frage genau so gestellt werden muß, denn warum hält man an der BEICHTE fest, wenn doch klar ist, das

a) deren Ursprung nicht christlich    und

b) deren gewünschte Wirkung nicht vorhanden 

ist.

Hmmm?

Kommentar von Pestilenz3 ,

Gromio, du hältst an einem irrglauben (im sinne von..) fest.

Die beichte ist ein grundpfeiler der katholischen kirche. 

Die apostel haben sehrwohl sünden vergeben, siehe bibel. 

Es kam sogar vor das der eine oder andere tote erweckt hat. Wie das alles also ohne gottes "odem" im genick ? 

Kommentar von gromio ,

Sie irren, Eure Pestilenz, sie irren. Der Irrglaube ist auf der Seite der Katholiken, nicht auf meiner.

Es sei denn, Du kannst das mit der Bibel erläutern......

...nur zu.......

Kommentar von Wurzelstock ,

Raubkatze, Du schreibst:

"Der Apostel Paulus weist sogar auf die Wichtigkeit des von Christus eingesetzten Bußsakramentes hin,..."

Kannst Du die Stelle angeben, wo er das tut? Mir ist keine bekannt.

Wohl aber eine aus dem ersten Johannesbrief, die eher etwas anderes besagt (5,16): "...Es gibt eine Sünde zum Tode. Nicht von der sage ich, dass er Fürbitte einlegen soll...."

Diese Todsünden waren aufgelistet. Ab dem 3. Jahrundert gab es um jede einzelne einen harten Kampf um die Löschung. Es begann mit der Sünde des Ehebruchs.

Antwort
von derzockerXD, 59

Kann der Priester tatsächlich Sünden vergeben und den Beichtenden mit Gott versöhnen?

Meiner Meinung nach ist das ganze ziemlicher Unsinn. 

Du wirst dir jetzt sicher denken: Warum?

Ganz einfach. 

1. : Warum sollte uns eine Religion dazu veranlassen, sich mit Gott verbunden zu fühlen? Ich meine Gott hat alle Menschen erschaffen, und vor Gott sind meiner Meinung nach alle gleich. Egal welcher Herkunft und welcher Glaubensrichtug. Egal ob jemand christlich oder nicht religiös ist. Ich denke es ist eine einfachere Verbindung zwischen dem Mensch und Gott. 

2. : Warum sollte Gott uns bestrafen oder sauer auf uns sein? Er hat uns erschaffen, er hat unsere Eigenschaften und unseren Charakter bestimmt. Also wenn jemand was böses tut, dann müsste Gott eigentlich maximal nur sauer auf sich selber sein, dass er uns z.B. die Fähigkeit gab, Mord an der eigenen Spezies zu tun. Ganz minimalistisches Beispiel: Stell dir vor, du gehst mit deinem Hund im Wald gassi und lässt ihn von der Leine. Der Hund erkunden alles aus neugier und auf einmal ist er verschwunden. Bist du sauer auf den Hund weil er neugierig ist und wegläuft, oder bist du auf dich selber sauer weil du so blöd warst und ihn aus den Augen verloren hast oder ihn von der Leine gelassen hast? In den meisten Fällen wohl letzteres, denn du bist intelligenter als der Hund und hättest es wissen müssen. 

Natürlich wird sich Gott jetzt nicht immer grün und blau ärgern wenn sich wieder zwei Menschen in den Haaren liegen und sich erschießen, denn er ist ja allwissend. Also wusste er das und es erfüllt einen Zweck. Vielleicht zum Beispiel den Zweck die Bevölkerung zu regulieren, um eine Überbevölkerung der Welt zu verhindern. Aber das weiß nur Gott, und wir werden es nie herausfinden. 

Ich hoffe das regt dich, und auch ein paar andere zum nachdenken an. 

MfG 

Antwort
von Eselspur, 40

Jesus hat Versöhnung gelebt und - nach katholischem, orthodoxen und altorientalischem Verständnis - das Sakrament der Versöhnung eingesetzt. Die konkrete Form des Sakraments (wie aller anderer Sakramente) hat sich geschichtlich entwickelt. 

http://www.kath-kirche-kaernten.at/images/themenbilder/Geschichte_des_Bu%C3%9Fsa...

http://theologie_de.deacademic.com/115/Bu%C3%9Fsakrament

Kommentar von gromio ,

Selbst Jesus wußte, das Vergebung und damit Versöhnung allein durch GOTT möglich ist.

DESHALB sagte er, am Marterpfahl, kurz vor seinem Tod:

Lukas, Kapitel 23

[Jesus aber sprach: „Vater, vergib+ ihnen, denn sie wissen nicht, was sie tun.“]]* Ferner warfen sie Lose, um seine Kleider zu verteilen.+

Warum sollte er GOTT um Vergebung bitten, wenn er selbst es tun kann?

Es mag sein, dass sich die Beichte und deren Bedeutung geschichtlich entwickelt hat - sie hätte jedoch niemals entwickelt werden dürfen, da sie mit biblischen Grundsätzen über Versöhnung und Vergebung nicht vereinbar ist, und die Geschichte bietet eine Fülle von Beispielen, dass die Beichte zum Machtmissbrauch der jeweiligen Kirchenvertreter genutzt wurde.

Aber keine Sorge:

Buch Prediger, Kapitel 12

13 Der Abschluß der Sache, nachdem man alles gehört hat, ist: Fürchte den [wahren] Gott,+ und halte seine Gebote.+ Denn das ist des Menschen* ganze [Pflicht]. 14 Denn der [wahre] Gott selbst wird jederlei Werk ins Gericht über alles Verborgene bringen im Hinblick darauf, ob es gut ist oder böse.+

cheerio.

Kommentar von Eselspur ,

Hallo Cheerio,

du stellst eine interessante Frage, die wohl viel mit dem Selbstbewusstsein Jesu zu tun hat. In Mk 2 kannst du lesen, wie auch Jesus Sünden vergeben hat - und das auch mit einer Heilung unterstrichen hat: 

"Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben!" (Mk 2,5)

Dass die Kirche an Macht gewinnen soll halte ich nicht für besonders logisch. Die Sünden werden ja vergeben und das Beichtgeheimnis ist sehr streng. Heute beichtet man üblicherweise anonym. Wie soll das theoretisch überhaupt missbraucht werden?

Über den Sinn der Beichte siehe den als zweiten von mir geposteten Link!

LG

Kommentar von gromio ,

Für Jesus und seine Sündenvergebung gilt dasselbe wie für seine Apostel: Sie alle wußten durch den Heiligen Geist, dass GOTT die Sünden der betroffenen vergeben hatte.

Interessanterweise sagte selbst Jesus NICHT

" Ich habe Dir Deine Sünden vergeben".....

sondern

" Deine Sünden sind Dir vergeben.....", es bleibt also offen, wer TATSÄCHLICH für die Vergebung verantwortlich ist.

Dies klärte Jesus jedoch bald,z.B. im Vaterunser oder bei Seiner Ermordung : In beiden Fällen erklärte JESUS, dass GOTT vergeben könne und würde - NIEMAND sonst.

Macht: Wissen ist macht, Anonymisierung ist nur bedingt gegeben, "man kennt seine Schafe, insbesondere die schwarzen...", ich verweise gern auf die Rolle von Priestern in Verbindung mit Mitgliedern der Mafia.......

cheerio.

Kommentar von Nadelwald75 ,

Hallo gromio, nehmen wir mal den Text im Zusammenhang:

Als Jesus ihren Glauben sah, sagte er zu dem Gelähmten: Mein Sohn, deine Sünden sind dir vergeben! 6 Einige Schriftgelehrte aber, die dort saßen, dachten im Stillen: 7 Wie kann dieser Mensch so reden? Er lästert Gott. Wer kann Sünden vergeben außer dem einen Gott? 8 Jesus erkannte sofort, was sie dachten, und sagte zu ihnen: Was für Gedanken habt ihr im Herzen?9 Ist es leichter, zu dem Gelähmten zu sagen: Deine Sünden sind dir vergeben!, oder zu sagen: Steh auf, nimm deine Tragbahre und geh umher? 10 Ihr
sollt aber erkennen, dass der Menschensohn die Vollmacht hat, hier auf der Erde Sünden zu vergeben. Und er sagte zu dem Gelähmten: 11 Ich sage dir: Steh auf, nimm deine Tragbahre, und geh nach Hause!

Kommentar von Eselspur ,

wenn du einmal in Rom bist, gönne dir den Besuch von San Bartolomeo all’Isola, wo es Erinnerungsstücke zu Märtyrern des 20. Jahrhunderts gibt. Die Abteilung von der Mafia ermorderter Priester kann manch gescheites Schreiben wieder auf den Boden der Tatsachen bringen!

Kommentar von gromio ,

Die gibt es natürlich auch, aber ein Risiko für den Beichtenden sind Priester potentiell immer.......die Priester mussten deshalb sterben?

Vielleicht....

Antwort
von josef050153, 20
  • Ein Priester und auch der Papst kann keine Sünden vergeben, das kann nur Gott.
  • Durch kein Ritual können Sünden vergeben werden. Dazu sind mehrere andere Dinge notwendig:
        Reue
        Umkehr
        Bekenntnis (auch gegenüber den Geschädigten)
        Wiedergutmachung

Was ein Priester (aber auch jeder andere) tun kann, ist aber diese Vergebung jemandem zusprechen.

Kommentar von gromio ,

aha.....Vergebung zusprechen, was bedeutet das GENAU, bitte?

Kommentar von josef050153 ,

Das bedeutet (meist in einem seelsorgerlichen Gespräch oder Gebet) jemandem zu bekräftigen, dass Gott ihm seine Sünden vergeben hat.

Antwort
von gottesanbeterin, 29

Nein, das kann ein Priester natürlich nicht, doch er kann  vorgeben, es zu können, er kann auch überzeugt sein, es zu können.


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