Muss ich unbedigt bei einem pfarrer beichten?

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8 Antworten

Im Kern des Christseins steht eine vertrauliche Gebetsbeziehung zwischen Gott und dem einzelnen Menschen. Dabei ist "beten" ganz einfach und formlos "reden mit Gott". Da kannst du alles los werden, was dir auf dem Herzen liegt: Liebe, Freude, Trauer, Wut, die guten Taten und deine schlechten Taten, deine Erfolge und deine Fehler.

Wenn du also regelmäßig so zu Gott betest, dann "beichtest" du ihm auch ehrlich deine Sünden. Dann lebst du auch im Vertrauen darauf, dass er dir die Sünden vergibt gemäß seiner Zusagen (die in der Bibel aufgeschrieben sind):

http://www.bibleserver.com/text/LUT/1.Johannes1%2C9

Dann brauchst du auch keinen Pfarrer.

Die katholische Lehrmeinung sieht das anders, denn die katholische Kirche drängelt sich nun einmal zwischen Gott und Mensch hinein, an eine Stelle, wo niemand etwas zu suchen hat, weil da Jesus ist, der die direkte Verbindung zwischen Gott und Mensch gebahnt hat.

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Hast du schon einmal gemerkt, dass du bestimmte Sünden zwar im 'stillen Kämmerlein' bekannt hast, aber dass du trotzdem keinen Frieden im Herzen bekommen hast und nicht den Eindruck hattest, diese Sünde ist vergeben?

In 1.Johannes 1 steht

wenn wir aber im Lichte wandeln, wie er im Lichte ist, so haben wir Gemeinschaft miteinander, und das Blut Jesu Christi, seines Sohnes, reinigt uns von aller Sünde.  Wenn wir sagen, wir haben keine Sünde, so verführen wir uns selbst, und die Wahrheit ist nicht in uns; wenn wir aber unsere Sünden bekennen, so ist er treu und gerecht, daß er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von aller Ungerechtigkeit.

Manchmal ist es nötig, dass wir unsere Sünden ans Licht bringen. Öffentlich bekennen bei einem Menschen, der geistlich gereift ist, dem man abspürt, dass er eine tiefe Beziehung zu Jesus hat, verschwiegen ist und dich nicht verurteil.

Mir hilft es immer wieder sehr, wenn ich einfach keinen Frieden im Herzen bekomme, um dann meine Seelsorgerin anzurufen und ihr zu sagen, das und das ist passiert usw. Also meine Sünden vor Gott mit ihr als Zeugen bekenne, sie ans Licht bringe. Nur Licht vertreibt die Dunkelheit.

Nehmen wir mal an, mein Mann wäre fremdgegangen, es täte ihm leid und er würde das im Stillen Gott bekennen. Ich denke, darüber könnte ich nur lachen. 

Wenn es ihm aber dermassen leid täte, dass er bereit wäre, sich so zu demütigen, dass er es bei einem geistlichen Bruder bekennen würde, dann könnte ich sehen, dass es ihm ernst ist. Sich demütigen, 'öffentlich' zugeben 'so bin ich, das habe ich getan', das ist doch ganz was anderes, nicht? Das kann man ernst nehmen.

Und, nicht zu vergessen, wenn der Teufel (der ja unser Ankläger genannt wird) kommt und sagt ' ha, du, was bist du schon? Weisst du noch, all die Sünden...? ha ha..und du willst Christ sein? " Dann kannst du sagen "an dem und dem Tag habe ich diese Sünde vor Gott gebracht und der und der Gottesmann ist davon Zeuge!! Schluss mit der Anklage, es ist vergeben!

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Nur in der katholischen Kirche gibt es einen Beichtstuhl. Ein Zwangsmittel zur Offenbarung gegenüber einem Fremden dass dafür sorgen sollte Angst zu verbreiten. Und wenn Du einen Fehler gemacht hast musst Du 54 Vaterunser beten zur Vergebung. Doch wer hört  dir dabei  zu. In der Bibel steht geschrieben, dass allen Menschen sobald sie sterben von Gott Vergebung der Sünden erhalten und selbst ungetaufte in sein REich aufgenommen werden, was auch immer sich dahinter verbergen mag. Ich persönlich habe große Zweifel an Religion und Gott. Die neuesten Erkenntnisse der Quantentheorie sagt aus, dass die Erschaffung unseres Universums und der Erde, kein Gott vorhanden gewesen ist.

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Unabhängig von der katholischen Lehrmeinung möchte ich ein paar zwischenmenschliche Aspekte einbringen (als jemand, der die Thematik früher auch wie der Fragensteller gesehen hat):

Manchmal tut es gut, wenn man Sachen, die einem auf der Seele liegen, ausspricht und einem anderen Menschen weitergibt. Natürlich käme da auch ein Freund infrage, aber sicherlich ist es hilfreich, wenn das Gegenüber sich auskennt, einem Ratschläge erteilen kann (dafür werden Pfarrer ja ausgebildet) und einem dann anschließend auch noch Gottes Sündenvergebung direkt zusprechen kann.

Ich würde es auch nicht als "muss", sondern eher als "kann" oder "darf" formulieren, denn wo kann man heutzutage noch zu einem Fehler stehen, ohne dafür Konsequenzen erwarten zu müssen. Zumal man sich den Priester frei auswählen kann. Da gibt es ja die unterschiedlichsten Charaktere. Auch zur äußeren Form sind keine Vorgaben gegeben.

Unabhängig darf man immer gewiss sein, dass auch das Gegenüber Fehler macht, und man eigentlich immer auf Verständnis stoßen wird.

Ich hab jedenfalls noch niemals negative Erfahrungen gemacht.

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du kannst dich irgendwo hinknien und deine verfehlungen aufzählen, aber was bringt das?

an sich geht es darum, das ein anderer einschätzt, wie schlimm deine verfehlungen sind und vielleicht auch dir einen tip geht, wie du diese ausbügelst oder in zukunft vermeidest.

also wenn du mit jemand gerauft hast und hast ihm den pulli zerrisssen, das du ihm einen neuen kaufst, bzw. ihn flickst.

ist doch sinnvoller, als wenn du meinst, das gott sagt, ist in ordnung und du nächste woche wieder eine rauferei hast.

oder hast du eien standleitung zu gott und er sagt dir, was er von deinem verhalten hält?

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Beim Beichten geht es um das öffentliche Bekenntnis der Schuld. Im katholischen Brauchtum bedeutet das eben, dich im Beichtstuhl zu erleichtern.

Du kannst nach dem Grundsatz der Bibel die Beichte natürlich auch beim Betroffenen vornehmen. Bedeutet: wenn du geklaut hast, geh zu dem Bestohlenen und beichte ihm deine Verfehlung. Das ist auch ein öffentliches Schuldbekenntnis.

Du kannst dich auch einfach in einem Freundeskreis erleichtern. Hauptsache, die Sache ist keine "Geheimsache". Es gibt auch einen Online-Beichtstuhl.

Wenn man nach dem Sündenbock geht, wie er im alten Testament festgehalten ist, musste der Hohepriester die Sünden auf den Sündenbock übertragen, in dem er seine Hand aufgelegt hat und die Sünden laut vorgelesen hat. Wenn du deine Sünde dem Priester nicht bekannt gibst, kann er sie nicht auf den Sündenbock übertragen.

Ich kann dir nur sagen, was es bei mir persönlich bewirkt hat: ich habe gelernt, meine Fehler einfach offen einzugestehen. Letztlich macht doch jeder Fehler, aber zu lernen, dazu zu stehen, ist eine praktische Sache. Wenn alle Menschen lernen würden, ihre Fehler einzugestehen, wären viele Probleme schon gelöst. Gott bringt und das eben auf diesem Weg bei.

Alles wird gut. Hab keine Angst. Den richtigen Weg zu gehen führt immer an ein gutes Ziel.

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Es ist die Frage, ob man wirklich zu Menschen gehen und ihnen Sünden beichten muss? Wir können doch direkt im Gebet Gott unsere Sünden beichten, um Vergebung bitten und uns der biblischen Verheißungen sicher sein, dass uns unsere Sünden dann auch vergeben werden.

1. Johannes 1,9: "Wenn wir unsere Sünden bekennen, ist er treu und gerecht, dass er uns die Sünden vergibt und uns reinigt von jeder Ungerechtigkeit."

Zum Thema "Beichte" und was die Bibel dazu sagt, möchte ich einen sehr interessanten Artikel posten (Quelle: Gotquestions):

"Frage: "Was sagt die Bibel zur Beichte der Sünden an einen Priester?"

Antwort: Das Konzept, das man zur Beichte der Sünden zu einem Priester gehen soll wird nirgendwo in der Bibel gelehrt. Erstens lehrt das Neue Testament nicht, das es Priester im Neuen Bund geben soll. Statt dessen lehrt das Neue Testament, das alle Gläubigen Priester sind. 1. Petrus 2:5-9 beschreibt die Gläubigen als „heiliges Priestertum“ und als „königliches Priestertum“. Offenbarung 1:6 und 5:10 beschreiben beide die Gläubigen als „ein Königtum und Priester“. Im Alten Bund mußten die Gläubigen sich Gott durch die Priester nähern. Die Priester waren Vermittler zwischen den Menschen und Gott. Die Priester brachten die Opfergaben im Namen der Menschen zu Gott. Dies ist nicht länger erforderlich. Wegen dem Ofer, das Jesus darbrachte, können wir uns dem Thron Gottes jetzt mit Kühnheit nähern (Hebräer 4:16). Der Tempelvorhang, der bei Jesu Tod in zwei Teile zerriss, war das Symbol dafür, das die trennende Wand zwischen Gott und der Menschheit nun zerstört war. Wir können uns Gott auf direktem Wege nähern., wir selbst, ohne das ein menschlicher Mittler gebraucht wird. Warum? Weil Jesus selbst unser Hohepriester ist (Hebräer 4:14-15; 10:21), und der einzige Mittler zwischen uns und Gott (1.Timotheus 2:15). Das Neue Testament lehrt, das es Älteste geben soll (1.Timotheus 3), Diakone (1.Timotheus 3), Bischöfe (Titus 1:6-9), und Pastoren (Epheser 4:11) – aber keine Priester.

Wenn es zur Beichte der Sünden kommt, dann wird den Gläubigen in 1. Johannes 1:9 gesagt, das sie ihre Sünden Gott beichten sollen. Gott ist treu und gerecht das Er uns die Sünden vergibt wenn wir sie Ihm beichten. Jakobus 5:16 spricht davon, das wir unsere Vergehungen „einander“ bekennen sollen, aber dies ist nicht das selbe wie zur Beichte zu einem Priester gehen, wie es die römisch-katholische Kirche lehrt. Priester/Kirchenanführer werden nirgends im Kontext von Jakobus 5:16 erwähnt. Außerdem verbindet Jakobus 5:16 die Vergebung der Sünden nicht mit dem Bekennen der Sünden „zueinander“.

Die römisch-katholische Kirche basiert ihre Praxis der Beichte von Sünden zu einem Priester hauptsächlich auf katholischer Tradition. Katholiken weisen auf Johannes 20:23 hin, „Wenn ihr jemandem die Sünden vergebt, dem sind sie vergeben, wenn ihr sie jemandem behaltet, sind sie (ihm) behalten“. Von diesem Vers leiten Katholiken ab, das den Aposteln die Autorität gegeben war, Sünden zu vergeben, und das diese Autorität an die Nachfolger der Apostel weiter gegeben wurde, d. h. den Bischöfen und Priestern der römisch-katholischen Kirche. Es gibt einige Probleme mit dieser Auslegung. (1) Johannes 20:23 erwähnt nirgends das Bekennen der Sünde. (2) Johannes 20:23 verspricht nirgends, oder erwähnt auch nur, das die Autorität zum Vergeben der Sünden an die Nachfolger der Apostel weiter gegeben würde. Jesu Versprechen war gezielt an die Apostel gerichtet. (3) Das Neue Testament sagt nirgendwo, das die Apostel jemals Nachfolger haben würden. Gleicherweise weisen Katholiken auf Matthäus 16:19 und 18:18 (binden und lösen) als Beweis für die Autorität der Sündenvergebung der Katholischen Kirche hin. Diese drei oben genannten Punkte treffen auf auf diese Verse zu.

Nochmal, das Konzept, das man zum Beichten der Sünden zu einem Priester gehen soll wird nirgendwo in der Schrift gelehrt. Wir sollen unsere Sünden Gott bekennen (1. Johannes 1:9). Als die Gläubigen des Neuen Bundes brauchen wir keine Mittler zwischen uns und Gott. Wir können direkt zu Gott gehen wegen dem Opfer, das Jesus für uns darbrachte. 1. Timotheus 2:5, „Denn einer ist Gott, und einer ist Mittler zwischen Gott und Menschen, der Mensch Jesus Christus“."

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Auch wenn ich kein wirklich religiöser Mensch bin, würde ich mal wagen zu behaupten, dass Pfarrer sozusagen "verifizierte gläubige" sind, sich durch (welchen prozess auch  immer man mahen muss um pfarrer zu sein) bewiesen haben, dass sie in gottes wille handeln oder denken, ansonsten könnte ich dir ja auch deine sünden vergeben, und ich bin Atheist!

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