Frage von Anmagor, 32

Aussprache von Wörtern und Namen deutlich machen in der deutschen Sprache?

Beispiel: Pompeii (Film "Pompeii" Stadt "Pompeji") Kennt man den Begriff nicht, könnte man auch Pomm - pai aussprechen anstelle von Pomm - pee - ih. Der Gedanke war, dass ` oder ´ dabei helfen könnten z.B. Pompeíi oder so mit ´ beim ersten i. Wozu sollen áéíóú mit so einem Strich sonst gut sein? Ich muss mich gerade mit der Sprache auseinandersetzten. Erst jetzt fällt mir auf, was für eine bodenlose Katastrophe die Deutsche Sprache ist (und vermutlich auch andere irdische Sprachen). Da stimmt ja überhaupt nichts. Man spricht meistens ganz anders als man schreibt. Z.B. Ei gesprochen = Ai anstatt "ey" (kein=kain) und für viele wichtige Dinge (Situationsbeschreibungen, Ansprache geschlechtsneutraler [ohne natürliches Geschlecht] Menschen "es"??? etc. usw.) Furchtbar. Nebenfrage wenn grad' beantwortbar: Wer ist für den Kram eigentlich verantwortlich? Bald tun wir nur noch Mist sprechen machen ;8°)

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von OlliBjoern, 31

Dabei hilft natürlich die Lautschrift (internationales phonetisches Alphabet, IPA). Deine Beobachtung ist richtig, Deutsch hat eine relativ lausige Buchstaben - Phonem - Korrespondenz.

Phonetisch "ai" wird "ei" geschrieben, und "oi" wird "eu" geschrieben. Und vieles andere mehr. Solche Dinge wie "sch" und "ch" lassen sich ganz gut wie folgt erklären:

Deutsch ist eine germanische Sprache (also nicht sehr eng mit Latein verwandt), und verwendet eine lateinische Schrift. Latein kannte diese Laute (die wir "sch" und "ch" (2 Laute!) schreiben) gar nicht, und im Deutschen musste so ein Notbehelf her.

Kroatisch macht es etwas kürzer (und eleganter). Unter anderem gibt es š, ž, č, was verschiedene Frikative darstellt (das erstere wie unser "sch"). In der kyrillischen Schrift gibt es eigene (nicht-lateinische) Zeichen für diese Phoneme (so wird Serbisch in kyrillischer Schrift geschrieben, auch wenn es dem Kroatischen sehr nahe steht). Kroatisch verwendet dagegen auch ein lateinisches Alphabet (mit Diakritika).

Übrigens verwendet Isländisch durchaus á,é,í,ó,ú, aber das sind keine "Akzente" (wie im Französischen), sondern Unterscheidungszeichen für z.B. Diphthonge oder "Längenzeichen", á = au, é = je, í = ii, ó = ou, ú = u  (u = ü). "ég á líf" = jeg au liiv

"Sögu íslenskunnar má skipta í þrjú skeið." (Man kann die isländischen Sagen in drei Phasen trennen) Nur Isländisch hat noch die germanischen (!) (Runen-) Zeichen þ (englisches stimmloses "th") und ð (englisches stimmhaftes "th"). Der Rest ist auch dort von lateinischen Buchstaben bestimmt.

Antwort
von landregen, 25

Pompei ist kein deutsches Wort, sondern kommt aus dem Italienischen. Wenn man e und i mehr oder weniger getrennt und nicht als Diphtong ausspricht (Doppelvokal), lässt es sich kaum vermeiden, dass ein "j" mit anklingt bei der Aussprache. Das ist ganz natürlich.

Akzente auf den Vokalen (áéíóú) sind in der deutschen Sprache nicht üblich. Die findet man meist auf Worten, die aus dem Französischen übernommen worden sind.

Das grammatische Geschlecht hat nichts mit dem biologischen Geschlecht zu tun. Grammatik und Biologie - das darf man nicht durcheinander werfen.

Allerdings drückt sich umgekehrt das biologische Geschlecht in der Regel auch im grammatischen Geschlecht aus: Der Mann, die Frau, der Kater, die Katze.

Dafür, dass wir korrekt sprechen und schreiben, ist jeder selbst verantwortlich. Die Sprache hat keine Einzelperson erfunden und verantwortet, sondern sie hat sich entwickelt, und sie entwickelt sich auch weiterhin. Sprache ist nicht Mathematik und auch kein Gesellschaftsspiel, das sich an logische Regeln zu halten hat, sondern ein dynamischer und kreativer Prozess.

Wir Deutschen können noch froh sein mit der Aussprache unserer Schriftsprache. Denk an Englisch Sprechende: fine- fain; courage - karridsch usw. oder Französisch: fleuve - flööw

Antwort
von Anmagor, 25

Ehrlichen Dank an alle! Leider kann ich nur eine bevorzugte Antwort wählen. Ich bin jetzt noch ein wenig weißer im Gesicht, weil es für meinen Text immer schwieriger wird, aber da kann man wohl nichts machen, wenn etwas bisher nicht für die Aussprache vorgesehen war.

Ich werde noch eine Lösung für einige solcher Probleme finden
müssen. Vor allem das Reden über biochemische Geschöpfe ohne männliches oder weibliches Geschlecht wird schwierig werden, wenn es sich nicht um ein "er / ihn / sein ..." oder eine "sie / ihr ..." handelt und man ein "es" unbedingt vermeiden will. Eine Lösung wäre allgemein nützlich. Bevor die Grußformel "Sehr geehrte ....." eine ganze Seite lang ist, damit sich auch ja keiner benachteiligt fühlt ;8°)

Ich werde wohl mal wieder aus der Reihe tanzen. Das Kuddelmuddel ist ja nicht hinzunehmen. Jmd. Wortvorschläge ;8°D Vielleicht etabliert es sich.

Kommentar von Anmagor ,

Hmm - ja da muss ich einiges ändern. Das fiktive Land Nawiteii mache ich zu Nawiteji usw. Hätte mir gerne andere Lösungen gewünscht. Aber für die korrekte Aussprache dieser Imaginationen sind die Änderungen hilfreich. Anpassung ist wohl der bessere und einfachere Weg und reduziert die Probleme u.a. weil ich in dieser Sache gerne mit vielen Vokalen arbeite. Ein paar Umschreibungen bleiben eh nie aus. Juden - Juden haben viele lustige Wörter für Eigenschaften / Situationen ;D.

Danke nochmal - geholfen hat es schon; da ich jetzt sicher bin, dass ich ein paar Dinge anders machen muss.

Mit guten Wünschen

anmagor

Antwort
von Minilexikon, 14

Wenn du geschlechtsneutral schreiben willst, greife einfach so oft es geht auf ein generisches Femininum, Maskulinum oder Neutrum zurück und weise am Anfang des Textes einmal darauf hin. Das nimmt dir viel Arbeit ab, denke ich.

Kommentar von Anmagor ,

Ich werde Umschreibungen und Namen verwenden und generisches Maskulinum; sofern die Art, Gattung o.ä. nicht bevorzugt weiblich beschrieben werden sollte auf Grund bestimmter Eigenschaften.

Darauf Hinweisen werde ich im Laufe des Textes ebenfalls umschreibend. Letztlich wird es offensichtlich sein.

Vielen Dank

Kommentar von Anmagor ,

Gerade fällt mir ein Beispeil ein.

Im "Hobbit" gibt es Trolle ohne Geschlecht. Man nutzt hier das Maskulinum. Passend. Es heißt z.B. ja auch: Der Troll und nicht das oder die Troll.

Zitat aus dem Film (grob): "Schieß ihm in seine Weichteile!" - "Sowas hat der doch gar nicht!"

Kommentar von Minilexikon ,

Ja, das ist eindeutig ausschließlich das grammatische Geschlecht, nicht aber das biologische, genau.

Antwort
von Tuplo, 27

Such dir mal ein Buch über die mittelhochdeutsche Sprache (nicht geographisch sondern zeitlich gemeint). Dann wirst du feststellen, dass man früher tatsächlich "keyne"(mit ey) statt "keine" gesagt und geschrieben hat. Die Wandlung zu "Ei" (= Ai) kam dann über die Lautverschiebung. Beispiel: Sag 20 mal flüssig nacheinander "keyne", dann fällt dir vielleicht auf, dass der sprachliche Weg von "ey" zu "ei" nicht sehr weit ist.

Die von dir benannten Buchstaben áéíóú findest du in der deutschen Sprache übrigens nicht, dafür ä, ö,und ü, damit bei der Silbentrennung nicht jemand auf die Idee kommt, aus der Höhle eine Ho-ehle zu machen.

Geschlechtsneutralität ist ein Phänomen, dass erst seit etwa zehn Jahren sprachlich die Rolle spielt -> viel zu kurz um dauerhaften eingang in den Sprachgebrauch zu finden.

Und das Schriftsprache und Alltagsidiom nicht identisch sind, merkst du ohnehin an all den "Boah-Fett-MEGA-krass, Alta" -Kiddies.

Verantwortlich für den Zustand einer Sprache sind immer deren Anwender.


Kommentar von Anmagor ,

Ich finde, dann sollten wir die Rechtschreibung anpassen. Wenn wir z.B. "ai" sagen sollten wir auch "ai" schraiben ;8D Auch wenn's erst wieder ungewohnt ist.

Antwort
von Jovian, 24

1. Lautsprache -> Wikipedia. 

2. Verantwortlich dafür ist die Geschichte. 

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