Frage von erikaydin386, 88

Angst vor der Zukunft , Tod der Eltern ,?

Hallo liebe GuteFrage-Community , Ich mache mir in letzter Zeit oft Gedanken über meine Zukunft . Es läuft in der Schule alles super , ich kann nicht klagen , jedoch habe ich Angst vor der Zukunft bzw. den Tod meiner Eltern . Ich würde nicht wissen , wie ich mit dieser Erfahrung umgehen sollte . Wie haben die älteren User hier , dieses Gefühl verarbeitet ? Danke im Voraus

Hilfreichste Antwort - ausgezeichnet vom Fragesteller
von rotesand, Community-Experte für Kleidung, Auto, Mode, Schule, 76

Hallo!

Ich verstehe dich sehr gut. Bin bei meinem Opa aufgewachsen, der auch mein offizieller Erziehungsberechtigter war & das Sorgerecht hatte.. er hat mir Mutter und Vater in einer Person ersetzt so gut er konnte. Meine Oma starb schon, als ich noch ein kleiner Junge war, bin praktisch komplett beim Opa aufgewachsen, der von meinem Onkel unterstützt wurde.

Mein Opa war 65, als ich geboren wurde ... und meine größte Sorge in meiner ansonsten glücklichen & auch schulisch guten Jugendzeit war, was denn mit mir passieren sollte für den Fall, wenn er stirbt. Ich war 15, als er 80 wurde ---------> und erst recht ab dieser Zeit fuhr so eine latente Angst immer mit. 80 war damals eine gigantische Zahl, vor der ich allertiefsten Respekt hatte & meine größte Angst war, was sein würde wenn er denn stirbt während ich vllt. noch unter 18 & noch Schüler sein sollte. Er hatte zwar für den Fall eine mich begünstigende Lebensversicherung abgeschlossen & auch eine monatliche Apanage für mich festgelegt, sodass es finanziell geregelt gewesen wäre -------> aber ich machte mir, das war viel schlimmer, ganz große Sorgen, wo ich dann hinkommen würde.

Letzten Endes hat er dann noch knapp 10 Jahre gelebt & starb mit fast 90... da stand ich längst auf eigenen Beinen, sodass dieses Horrorszenario nicht eintrat. Aber ich verstehe deine Sorge sehr gut.

Ich habe damals stets versucht, schlicht nicht laufend dran zu denken.. klar, in schwachen Stunden hielt ich mir dieses "was KÖNNTE passieren, wenn der Opa stirbt?" immer wieder vor Augen.. aber trotzdem, ich ließ es nie omnipräsent sein sondern behielt es eher sporadisch im Hinterkopf. Das half mir.

Ich rate dir, es genauso zu tun wie ich damals... denke einfach nicht dran, genieße die Zeit die du mit deinen Eltern verbringen kannst & versuche keine Angst zu haben. Denn Angst steht wie ein böser Schatten über allem & macht einen ganz krank... ist nicht empfehlenswert!

Hoffe, ich konnte dir helfen :)

Antwort
von PPanther92, 86

Hallo,

meine Mutter starb an Weihnachten 2013 bereits mit 43 Jahren infolge einer inneren Blutung. Ich bin jetzt 23 Jahre alt. Viel zu früh. Aber was ich gelernt habe, ist, dass man nie unvorbereitet sein sollte, nur für den Fall. So redeten wir oft über den Tod, was mit ihrem Körper geschehen soll, wo sie bestattet werden soll und wie.

Von Vorteil sind auch ein Testament, Lebensversicherung und Patientenverfügung.

Mir z. B. hat das sehr geholfen, dass ich da einen Plan hatte, den ich Stück für Stück abarbeiten konnte, entsprechend den "Anweisungen meiner Mutter. Und auch sonst hilft es, wenn du dich in schwierigen Zeiten mit Menschen umgibst, die mit dir reden, dich trösten.

Das Älterwerden seiner Eltern hat aber einen Vorteil gegenüber dem abrupten Ende meiner Mutti: Man kann sich  über die Jahre mehr und mehr mit dem Gedanken anfreunden, dass Mama/Papa/Oma/Opa etc. evtl. nicht mehr da sind. Sehr viel Zeit, um alle Eventualitäten durchzuspielen.

Liebe Grüße

Antwort
von feirefiz, 30

Der Tod ist etwas Normales - wir haben uns aber sehr von ihm entfernt. Ich fínde es mittlerweile nicht mehr schwer, einen älteren Menschen gehen zu lassen. Viele wollen dann auch gehen, wenn das Leid zu groß wird. ich finde es menschlich, im Tod auch eine Erlösung zu sehen.

Traurig macht mich der Tod von menschen, die ihr Leben noch nicht gelebt haben, die noch Aufgaben haben - von Jugendlichen, jungen Eltern.

Gibt es denn einen konkreten Anlass, dass du so denkst? Krankheiten, sind deine Eltern alt und gebrechlich?

Wenn nicht: Hab keine Angst davor. Im Nachhinein würde ich dir empfehlen, früh Gespräche darüber zu führen, welche Wünsche deine Eltern haben bezüglich ihres Lebensendes. Und sich Notizen dazu zu machen! Und auf eine Patientenverfügung zu bestehen!

Mein vater liegt gerade im sterben und ich hätte gern gewusst, wie er abzutreten gedenkt. Aber ich wusste es nicht und er hat keine schriftlichen Angaben gemacht. Gesprochen hat er aus Angst vor dem Tod auch nicht darüber und ich dachte, ich hätte noch Zeit. Ich kann also nur raten und ihn jetzt endlich gehen lassen. ich bin mir bei einem sicher - er hätte sein leiden nicht verlängern wollen ohne Aussicht auf Besserung. Und für ihn werde ich froh sein, wenn es vorbei ist - vielleicht schon morgen.

Antwort
von staffilokokke, 68

Ich bin mittlerweile Vollwaise. Die "Rolle" des Sohnes ist mir also abhanden gekommen. Keine Sonntagsbesuche mehr, keine kindliche Gemütlichkeit und auch keine bedingungslose Liebe.  Der Tod meiner Mutter kam überraschend und tat mehr weh, als jeder Schmerz, den ich jemals erlebte. Aber im Laufe der Zeit, jetzt sind es fünf Jahre, ist es so gut wie verheilt. Richtig heilen wird es nie, dafür war der Einschlag einfach zu stark. Aber durch gute Freunde habe ich das Lachen wieder gefunden und ich bin dadurch auch offener und selbstbewusster geworden. 


Antwort
von Sozialfall0000, 53

Ich versteh dich. Ich bin 19 und denke mir manchmal, dass das schlimmste was mir in meinen jungen Jahren passieren könnte, der Tod meiner Mama wäre. Manchmal denk ich auch zb. über meine Oma nach. Sie hat keine Eltern mehr und ich frage mich tatsächlich, warum sie das nie erwähnt, nie offen trauert und vor allem, nicht wirklich darüber nachdenkt. Ich schätze, weil wir (Tochter, Enkel) nun ihre Familie ist, so wie es bei mir (noch) meine Mama und meine Brüder sind. Da ist dann alles anders. Aber trotzdem wird es immer schlimm sein, egal ob man wichtige Menschen mit 20 oder mit 40 Jahren verliert. Die Zeit ist der schlimmste Feind des Menschens.

Antwort
von Mandrinio, 62

Seine Eltern zu verlieren ist ein hartes Los.

Ich habe lange gebraucht, dass zu verarbeiten und sehr oft geträumt, dass sie ja noch da wären. Im Traum war das auch wirklich so.

Zudem macht sich auch dann das Gefühl breit, bald der nächste zu sein.

Aber das alles gehört zum Leben dazu und - das muss man akzeptieren. so schwer es fällt.

Deswegen ist es wichtig eine eigene Familie zu haben, wo man neue Aufgaben und Verantwortungen hat.

Das Leben geht weiter - immer weiter !

Antwort
von Ggggggggg13, 60

Wenn dir solche Gedanken kommen vergiss nie: Du hast die Macht über deine Gedanken. Wenn du über soetwas nicht nachdenken willst, dann tue es auch nicht. Genieße die Zeit die du hast und trauere nicht aufgrund eines Ereignises was es noch nicht mal gibt. Wie till eulenspiegel der weint wenn er bergabfährt weil er weiß, er muss gleich wieder bergauf und der sich beim erklimmen des Berges freut weil er weiß er darf gleich wieder bergabwärts fahren. Wenn du älter bist wird der Tod auch verständlicher und damit erträglicher für dich. Du verstehst besser warum Menschen sterben. Du wirst es als Notwendigkeit erkennen und es leichter verkraften. Aber bitte hör auf über so etwas nachzudenken, was erst in vielen Jahren passieren wird und dich nur belasted.

Antwort
von skytang, 49

Mit der buddhistischen Philosophie versuche ich, das Dasein und die Passierende zu akzeptieren.

Antwort
von Horse111, 63

Das habe ich auch...

Antwort
von Spirit528, 53

Diese Szene erklärt es ganz gut.

Kommentar von Spirit528 ,

Und als Großmutter starb hörte ich dieses Lied in Dauer-Repeat: http://www.last.fm/music/Mariama/_/In+The+Wind

Aber ich hatte das in einer Acapella-Version, die wirklich subkutan geht.

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