Frage von bugra55, 721

Als Türke sich als Atheist "outen"?

Hey ich bin 16 Jahre alt und Türke. Ich habe seit einigen Jahren schon den Glauben an Gott verloren und weiß nicht wie ich es meinen Eltern sagen soll. Sie sind nicht wirklich gläubig aber Sie vertrauen sehr auf Gott. ZB wenn irgendwas gutes geschieht danken Sie Allah dafür. Deswegen weiß ich nicht zurecht wie sie reagieren würden. Soll ich es für mich behalten weil meine Mutter mich eh nicht zu religiösen Sachen aufzwingt wie beten fasten usw.

Antwort
von Andrastor, 345

oute dich ihnen gegenüber gar nicht, oder erst, wenn du auf eigenen Beinen stehst und nicht mehr von ihnen abhängig bist.

So ersparst du dir viele Probleme und Sorgen.

Atheismus ist ein Zustand, keine Religion, daher musst du dich weder dir gegenüber noch sonst jemandem gegenüber als Atheist beweisen oder outen.

Kommentar von bugra55 ,

Vielen Dank :)

Kommentar von Andrastor ,

gern geschehen

Antwort
von TimeosciIlator, 240

Es gibt keinen Grund sich bezüglich seiner Weltanschauung outen zu müssen. Deine Mutter scheint ebenfalls dieser Ansicht zu sein. Deshalb verhält sie sich Dir gegenüber, was dieses Thema betrifft, tolerant und rücksichtsvoll. Sie weiß, dass Deartiges jeder für sich selbst ausmachen kann und sollte.

Kommentar von bugra55 ,

Gute Antwort vielen Dank :)

Kommentar von TimeosciIlator ,

Gern geschehen :)

Antwort
von HansH41, 329

Ich würde an deiner Stelle nicht darüber sprechen. Es ist deine Sache.

Antwort
von Dhalwim, 400

Behalte es vorerst für dich, wenn du dann mal gefragt wirst (von deinen Eltern natürlich, wenn sie dir nicht gefährlich werden könnten) dann kannst du dich ruhig "outen".

Kenne auch einen Türken, der ein "strenggläubiger" Atheist ist und sich nicht von Gott leiten lässt. Aber letzten endes musst du es Wissen und mit deinem Gewissen vereinbaren. Wenn deine Eltern dich dafür verspotten sollten oder ähnliches (was Ich jedoch nicht hoffe), dann waren das nie wirklich deine Eltern, denn die wollen ja nur das beste für ihr Kind.

Im Katholizismus ist es nicht anders, wenn man aus der Kirche austritt, ist man, wenn auch minimal gebrandmarkt und hat dadurch dann ein Handicap sein Leben lang. (Ist wie Gruppenzwang, nur im höheren Ausmaß),

LG Dhalwim

Kommentar von HansH41 ,

"Im Katholizismus ist es nicht anders, wenn man aus der Kirche austritt, ist man, wenn auch minimal gebrandmarkt und hat dadurch dann ein Handicap sein Leben lang. (Ist wie Gruppenzwang, nur im höheren Ausmaß),"

Dhalwim, wie kommst du nur auf so eine falsche Aussage?

Ein Drittel der deutschen Bevölkerung ist konfessionslos, ich auch. Kein Mensch hat mich jemals "gebrandmarkt" oder nur fragend angesprochen, warum ich konfessionslos bin.

Kommentar von Dhalwim ,

Irrtum, du meinst wie Ich auf solch eine richtige Aussage komme? Ok es ist gut möglich, dass das bei dir der Fall ist, NUR es gibt tatsächlich Gegenden in der Schweiz und in Österreich wo sowas gang und gebe ist.

Das eigene Kind könnte von den anderen verspottet werden, weil es das einzige "ohne Konfession" ist (ist ca. wie bei Homosexuellen, die Kinder haben, die Kinder werden verspottet weil sie "Zwei Väter" haben.)

Noch Fragen?

Kommentar von HansH41 ,

Wieviele Homosexuelle mit zwei Kindern gibt es und wie viele Konfessionslose? In Deutschland sind rund 35 Millionen Menschen konfessionslos. Die Schweizer Zahlen müsste ich googeln.

In der Sache der Frage sind wir uns einig.

Kommentar von Dhalwim ,

Nein, Ich bin immernoch der Meinung, sobald er sich quasi "outet" kann's möglich sein, dass er Probleme kriegt (muss aber nicht),

Und so müsste es sich auch entweder im Evangelikalismus oder Katholizismus sein (austritt = kann sein, ärger mit frommen Menschen.)

Das mit den Homosexuellen war ein Beispiel, vielleicht nicht das allerbeste, und mag auch sein, dass es in deinem sozialen Umfeld nicht der Fall sein wird, wenn man nicht fromm ist, kriegt man deswegen auch keinen ärger am Hals.

Aber es gibt immernoch Gegenden, wo man in teufel's Küche kommt, oder einen die Leute in den "Rücken" fallen mehr oder weniger.

Kommentar von Priol23 ,

Ja, die Gegenden gibt es. Bayrische Dörfer z.B. Mir hat man in der 10. Klasse davon abgeraten, aus der Kirche auszutreten. Man war besorgt darum, dass ich keinen Job bekäme, wenn auf meinem Lebenslauf 'Ohne Bekenntnis' stünde.

Kommentar von Dhalwim ,

Genau das meine Ich, nicht überall aber z. T.

Kommentar von Chip976 ,

Dementsprechend musst du auch argumentieren: 

Wer sich als gläubiger Katholik bekennt brandmarkt sich. Schließlich sind 1/3 der Bevölkerung Konfessionslos, und ein großer Teil glaubt auch nicht an den Christlichen Gott. De facto gibt es mehr Menschen die nicht katholisch sind als Katholiken, die, die wirklich gebrandmarkt sind müssten also die Katholiken sein. Ich hoffe du erkennst wie unsinnig das ist.

Kommentar von Dhalwim ,

Ich bezog mich da eher auf einen "ehemaligen" Katholiken "unter" Katholiken. Das was du JETZT sagst ist schon klar, aber erst so spät.

Vorallem Ich wiederhole nochmal, 1/3 der Bevölkerung, ja aber es gibt Gegenden wo das NIRGENDS der Fall ist.

Kommentar von spmuc ,

Abgesehen davon kann es zu Problemen kommen, wenn du bspw. Kindergärtner/Krankenpfleger/... werden willst, und die einzigen Betriebe in deiner Gegend den christlichen Kirchen gehören. Die dürfen nämlich nach gutdünken diskriminieren und feuern im Zweifelsfall auch mal nen Arzt, der nicht Kirchenmitglied ist. In öffentlichen Beschäftigungsverhältnis oder bei einem privaten Arbeitgeber ist das unmöglich (-> AGG).

Ich hab auch nach meinem Abschied von der Religion knapp 3 Jahre ein recht vergiftetes Verhältnis zu meiner Oma gehabt, weil die sich nicht damit abfinden konnte, dass ich "Heide" bin.

Kommentar von Dhalwim ,

Ja, Gruppenzang halt. Nur im etwas größeren Ausmaß.

Kommentar von bugra55 ,

Vielen Dank :)

Antwort
von Priol23, 182

Ich würde auch empfehlen, es erst mal für dich zu behalten.

Ich kenne mich mit der orientalischen Kultur praktisch nicht aus, deshalb besteht mein Posting wahrscheinlich zu 100% aus Vorurteilen.

Hier in der Community habe ich schon öfter gelesen, dass viele muslimische Eltern locker mit dem Thema umgehen. Aber es reicht schon ein religiöser Onkel, der auf die Familien aller seiner Geschwister Einfluss nimmt und den Vater so lange beknetet, bis dann doch... die Tochter Kopftuch trägt... doch nicht aufs Gymnasium geht... usw.

Antwort
von Leyla25, 71

Ich finde du solltest es ihr sagen! Rede mit deinen Eltern darüber sie werden mit dir drüber reden das sind deine Eltern sie wollen das beste für dich hab keine angst mach es einfach irgendwann kommt sowie so alles raus

Antwort
von Loris64, 137

Ich bin sozusagen ein Agnostiker/Atheist. Ich gratuliere dir zu deiner Meinung. "Glauben an Gott verloren" ist allerdings nicht die Aussage eines 100%igen Atheisten. :-)

Outen. Das brauchst du nicht aktiv in alle Welt rauszuposaunen. Deinen Eltern (deiner nächsten Umgebung)brauchst du das auch nicht aktiv zu sagen. Eventuell checken sie das ohne nachzufragen. Erst wenn sie dich direkt fragen, kannst du damit rausrücken. Immer so, dass du sie nicht verletzt in ihrem eigenen Glauben.

Kommentar von bugra55 ,

Super Antwort. Vielen Dank :)

Antwort
von 35turk35, 273

Du kennst deine Eltern am besten. Du musst das entscheiden. :)

Kommentar von bugra55 ,

Schwer einzuschätzen :)

Antwort
von gh7401, 158

Behalte es für dich. Später wirst du sehen, wofür das gut war. Für deine Familie und dich.

Antwort
von Unknown34, 112

Sag es lieber nicht bizim Türkler.... weisst du ja selbst :D

Kommentar von bugra55 ,

Hahah bakalim aber die müssen dass akzeptieren :D

Kommentar von Unknown34 ,

Naja müssen nicht manche sind so manche sind so überleb das nur baska Bir sey istemiyorum

Kommentar von bugra55 ,

Ok abartma hahaha :D

Antwort
von realsausi2, 165

Als Türke bist zu zu allererst mal Angehöriger des türkischen Staatsvolkes. Auch wenn Erdowahn es gern so hätte, ist die Türkei noch kein muslimischer Staat.

Worauf Du wohl hinaus willst, ist, dass Du, wie die meisten Türken, Moslem wärest, wenn Du an einen Gott glauben würdest. Weil das einfach die kulturelle Tradtion der meisten ist, die in der Türkei sozialisiert sind.

Nun schließe ich aus Deinem guten Deutsch, dass Du wohl eher in Deutschland lebst als in der Türkei. Hier hast Du uneingeschränkt das Recht, ab 14 Jahren über Deine weltanschaulische Präferenz zu entscheiden. Solltest Du einen deutschen Ausweis besitzen, bist zu genau so ein Deutscher wie ich.

Die Entscheidung ist aber in aller ersten Linie eine Sache, die nur Dich was angeht. Du bist niemandem darüber Rechenschaft schuldig. Auch gibt es keinen zwingenden Grund, diese Entscheidung anderen auf die Nase zu binden.

Wenn Du das Gefühl hast, es wäre sinnvoll und hilfreich, Deinen Eltern von Deiner Entscheidung zu berichten, sollest Du das tun. Wenn nicht, dann nicht.

Dabei solltest Du bedenken, dass Deinen Eltern, als im Glauben verhafteten Menschen, diese Freiheit, die Du für Dich in Anspruch nimmst, nicht gleichermaßen vertraut und selbstverständlich ist. Religion ist immer eitel und auf sich selbst bezogen. Auch wenn Deine Eltern keine Fanatiker sind, ist, so wie Du sie schilderst, Glaube für sie ein Element ihres Denkens.

Was Du nicht machen solltest, ist, Dich an religiösen Handlungen zu beteiligen. Das wäre Heuchelei. Aber wenn Deine Eltern sowas nicht einfordern, sollte das vermeidbar sein.

Vielleicht kommt der Tag, an dem es Dir geraten erscheint, Deine Eltern einzuweihen, später. Wenn Du älter bist, vielleicht aus dem Haus gehst und Du ihnen zeigen kannst, dass Du auch ohne Glauben einen guten Start ins Leben hinbekommen hast.

Horche in Dich, was Dir richtig erscheint. In Deinem und dem Interesse Deiner Eltern. Dann wirst Du die richtige Entscheidung treffen können.

Kommentar von bugra55 ,

Vielen Dank :)

Kommentar von Unknown34 ,

Grundsätzlich vertrete ich ja was du sagst aber der Anfang ist etwas schwachsinnig und ich rede nicht über ERDOGAN, über den kann man lange streiten, manche mögen ihn manche nicht (ich bin so in der Mitte). Jedoch ist Circa 99% der Bevölkerung in der Türkei muslimisch und das wollte ich nur noch mal anmerken.

Mfg

Kommentar von realsausi2 ,

der Anfang ist etwas schwachsinnig

Ganz schön dreiste Worte. Nur weil Du nicht verstehst, was ich meine, bin ich doch nicht der Trottel.

Der Staatsgründer der modernen Türkei, der den Ehrennamen Atatürk, Vater der Türken bekam, hat einen laizistischen Staat eingerichtet, dessen erklärte Trennung von Staat und Religion uns noch zur Ehre gereichen würde.

Der Islam ist keine Staatsreligion in der Türkei. Auch nicht unter Erdowahn. Niemand ist Muslim, weil er Türke ist.

Soviel Schwachsinn musst Du schon aushalten.

Kommentar von bugra55 ,

Ne nicht ganz. Du musst dir das so vorstellen in der Türkei werden Atheisten nicht anerkannt. Dann kannst du schon mal 10% abziehen. Ich hab ma bei einer Reportage gehört dass 2 mio Türken irgendwie tengristen sind. Deswegen heißt Gott auf Türkisch tanri und auf Alttürkisch hieß es noch tengri.

Kommentar von asd333 ,

Ej, vorsicht, ich bin nicht - "bist zu genau so ein Deutscher wie ich", auf keinen fall ein deutscher, ich bin stolz ein Türke zu seyn,klar?

Kommentar von realsausi2 ,

Geh spielen...

Antwort
von KnorxyThieus, 62

Ich an deiner Stelle würde, wenn dich dein Vortäuschen eines Glaubens zu sehr belastet, das Ganze andersherum angehen ... geh nicht zu ihnen und sag ihnen, dass du Atheist bist, sondern sprich sie auf religiöse Fragen an und diskutier so alle möglichen Widersprüche im Koran heraus. Dann sehen sie, dass deine "Ungläubigkeit" fundamentiert ist.

Argumente kannst du dir auch gerne hier besorgen ;)

Antwort
von furkansel, 151

Ich würde sie nicht unnötig enttäuschen und traurig machen an deiner Stelle.

Antwort
von Cosinera, 70

Also wenn dich deine Eltern nur Lieben wenn du ein Moslem bist, na dann läuft etwas gewaltig schief. Sein eigen Fleisch und Blut sollte man immer lieben und beschützen egal was du glaubst , tust oder bist !!

Steh dazu das du auch ohne irgendwelche "Götter"  gut durchs Leben kommst. Sei du selbst und ahne niemanden nach!

Antwort
von nowka20, 49

das gibt nur große unruhe.

ich rate dir ab!

Antwort
von KayneAnunk, 214

Ich bin selber Ex-Muslima und würde es dir nicht empfehlen, dich bei deinen Eltern zu outen, da die meisten Muslime bei sowas nun mal strenger sind und es oft gar nicht tolerieren können.
Kommt aber auch darauf an, wie religiös deine Eltern sind.
Eigentlich kann man es gut einschätzen, wie die Eltern reagieren würden.
Tu "einfach" so, als seist du noch Muslim, bis du finanziell nicht mehr abhängig von deinen Eltern bist oder wegziehst usw.
Ich weiß, es ist schwer und kann einen psychisch sehr belasten und ist vllt. nicht der beste Tipp, aber so habe ich persönlich es momentan leichter. Ich will nicht weitere "Probleme machen."

Kommentar von bugra55 ,

Zum Glück zwingen mich meine Eltern nicht zum fasten usw. Naja aber trotzdem auch wenn sie nicht strenggläubig sind weiß man nie :)

Antwort
von Berlikatze, 189

Behalte es für dich.

Sexualität und Religion ist etwas, was nur einen selbst angehen sollte. ;)

Antwort
von Bodybuilder99, 201

Es ist deine Entscheidung. Ich glaube an ein Wesen ja , aber man kann es nicht beweisen.

Kommentar von bugra55 ,

Jeder darf selber entscheiden ob er glaubt oder nicht.:)

Antwort
von illerchillerYT, 188

Sag es einfach. Du hast hier ja Religionsfreiheit!

Antwort
von erkennungslos, 147

Da siehst du wieder wie schlecht und intolerant Gläubige Menschen sind. Ein Grund mehr ein Atheist zu sein. Ich würde es ihnen erst sagen, wenn sie dich zu etwas religiösen auffordern. Sag es ihnen aber schonend und vielleicht nicht, dass sie ihre Zeit mit der Religion verschwenden und genauso gut Superman anbeten könnten.

Wenn sie damit nicht einverstanden sind, zieh mit 18 aus und sch+++ auf die Gläubigen, deren Religion anscheinend für Nächstenliebe und Menschlichkeit stehen, sie aber keine Toleranz anders denkender Menschen entgegen bringen können und sich für was besseres halten.

Atheisten vereinigt euch!

Kommentar von bugra55 ,

Da gebe ich dir recht. Wir Atheisten haben meistens mehr Menschlichkeit als die religiösen.

Kommentar von realsausi2 ,

Wir Atheisten haben meistens mehr Menschlichkeit als die religiösen.

Solche Verallgemeinerungen sind immer gefährlich. Atheismus sagt über einen Menschen erst mal nicht mehr, als dass er nicht an einen Gott glaubt.

Alles andrere, im Guten wie im Bösen, kann man auch bei Atheisten finden.

Tatsache ist aber, das viele Atheisten den Gedanken des Humanismus nahestehen, sie mehr das Verbindende als das Trennnende zwischen Menschen suchen.

Aber nicht, weil sie Atheisten sind. Sie sind eher aus den gleichen Gründen Atheisten wie sie Humanisten sind.

Kommentar von erkennungslos ,

Ich würde aber sagen, dass Gläubige immer gefährlicher sind als Atheisten, da sie so leicht in die Irre zu führen sind und Märchen als Wahr erachten und sich an irgendwelche erfundenen Maßstäbe und Regeln halten.

Kommentar von realsausi2 ,

Gläubige sind leichter instrumentalisierbar. Das ist richtig. Aber die Disposition muss nicht zwingend gottbezogen sein.

Auch andere Ideologien können diesen Mechanismus bedienen.

Antwort
von peterm55, 137

Du outest dich damit nicht,ganz im Gegenteil.

Antwort
von DerBuddha, 46

eigentlich leicht zu beantworten..............:)

da gott jedem menschen die freie entscheidung zugesichert hat, kann sich auch jeder mensch gegen einen glauben entscheiden OHNE dafür von gläubigen bestraft werden zu dürfen, denn wenn ein gläubiger einen anderen menschen aus religiösen gründen bestraft oder tötet, handelt er selbst gegen gott...........:)

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