Ahmadiyya - aus westlicher Perspektive: Gut oder schlecht?

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6 Antworten

Ganz wie man es nimmt. Das Problem bei der Ahmadiyya ist, dass sie sowohl von muslimischer Seite, als auch von nicht-muslimischer Seite kritisiert wird, was es um so schwerer macht, die Wahrheit über diese Gemeinde herauszufinden.

Interessant ist aber bei der Kritik, dass sich die Kritiker untereinander widersprechen. Von muslimischer Seite wird der Ahmadiyya - und das seit ihrer Entstehung - vorgeworfen, sie seien Agenten der britischen Regierung, würden den Islam spalten wollen und von Juden unterstützt werden. Hierzulande wird der Ahmadiyya dagegen vorgeworfen, sie sei antisemitisch, und würde gegen den Westen agieren und die Herrschaft an sich reißen wollen (was ja keinen Sinn mach da sie ja britische Agenten sind ;).

Für mich wird bei solchen Widersprüchen klar, das die Kritiken falsch sind. Klar ist die Ahmadiyya stark wert-konservativ und will den ursprünglichen Islam leben, doch nach dem Selbstverständnis der Ahmadiyya ist dieser Islam eben ein friedlicher. Der Gründer behauptete z. B. das alle Kriege in der Frühzeit Verteidigungkriege waren und hob soger diesen krigerischen Dschihad für diese Zeit auf.

Was aber deine Frage anbelangt, wie die Ahmadiyya zu Toleranz, Säkularität etc. steht, muss man ihr zu gute halten, dass sie alle Weltreligionen als ursprünglich wahr erachtet, selbst die polytheistischen. Der Gründer sah sich sogar als eine Wiederkunft von Buddha und Krishna an. Weiterhin ist die Ahmadiyya explizit für eine Trennung von Staat und Religion. Ich empfehle dir dazu das Buch vom 4. Kalifen der Ahmadiyya selbst "Islam - Antwort auf die Fragen unserer Zeit", wo diese Themen eingehend behandelt werden:

http://www.ahmadiyya.de/bibliothek/art/islam-antworten-auf-die-fragen-unserer-zeit/

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Kommentar von yaara
11.12.2016, 00:14

Wow. Hammer Kommentar, vorallem, dass sich die Kritiker untereinander widersprechen, hast du sehr gut beobachtet.

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Die Ahmadiyya erscheinen mir (fast so wie die Aleviten) erheblich besser im 21. Jahrhundert angekommen zu sein, wie etwa die meisten Sunniten. Das fällt mir immer wieder auf, obwohl ich ein "Ungläubiger" bin.

Insbesondere in ihrer häufig metaphorischen Auslegung der Koran-Texte sind sie den Sunniten einen Schritt voraus. Ich kann sie daher eher akzeptieren als andere muslimischen Gruppen, die ich bestenfalls toleriere.

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Hallo,
Die Ahmadiyya Muslim gemeinde siehr sich als Reformgemeinde.
Die lehren der Gemeinde beruhen auf die wahren lehren des Islams
Das Problem mit ehrenmorde liegt nicht an der Religion sondern an der Kultur.
Die Ahmadiyya Muslim Gemeinde spielt unter den anderen muslimischen glaubenseichtungen eine einzigartige Rolle, da sie u.a. Von anderen Muslimen als nicht muslimisch betrachtet werden und in vielen muslimischen Ländern verfolgt werden und auch getötet, im Namen Allahs.

Und zum Punkt die Gemeinde finanzieren.
Für die ausenstehenden ist es vielleicht übertrieben, jedoch sehe ich sowas als selbstverständlich.

Die Ahmadiyya Muslim Gemeinde hat verschiedene unterorganisationen wie zb. Die khuddamul Ahmadiyya (org für Männer) und für Frauen gibt es ebenfalls eine frauenorganisation die sich lajna immaillah nennt.
Dadurch können und sind die Frauen berechtigt selbstständig ihren Wünschen nachzugehen wie sie mögen.
Sie sind auch auf Twitter instagram aktiv usw.
Für weitere Fragen stehe ich gerne zur Verfügung :)
Lg

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in ihren Grundpositionen ist Ahmadiyya ebenso fundementalistisch wie die Sunniten: Die Ahmadiyya-Bewegung verurteilt zwar Gewalt (Terror, Cihad) als Mittel der Ausbreitung des Islam. Sie aber hält streng am islamischen Pflichtenkanon (Gebet, Fasten, Almosen) und der traditionellen islamischen Rollen- und Aufgabenverteilung für Frau und Mann fest. Ihr Fernziel, das durch massive Missionsanstrengungen erreicht werden soll und durch finanzielle Hochbelastung ihrer Mitglieder finanziert wird, besteht in der Errichtung eines Welt-Kalifats. Nur ihre Werbe-Methoden sind medienwirksamer, moderner gestaltet. Der westlichen, säkularen Kultur stehen sie aber ebenso feindlich gegenüber wie der orthodoxe Islam insgesamt.

Ahmadiyya ist extrem antichristlich und scheut auch vor Diffamierung der Person Jesu nicht zurück: er sei ein Säufer gewesen, Übertretungen der jüdischen Gesetzesvorschriften, die Beleidigung seiner Mutter und Respektlosigkeit gegen jüdische Priester, die  Kontaktaufnahme zu Frauen von schlechtem Ruf und Charakter, die Rückführung des Stammbaums Jesu auf eine Prostituierte, aber auch Charaktervorwürfe wie Falschheit, Arroganz, Bosheit, Feindschaft gegen die Gerechten, Lüge und Feigheit.

Von Sunnitischen Autoritäten werden sie als häretische Sekte eingestuft, der auch die Pilgerfahrt nach Mekka untersagt ist.

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Kommentar von sirahHD
05.08.2016, 06:16

Wow. Den ersten Teil kann man ja vielleicht ja noch als Argumentation durchgehen lassen aber der zweite ist ja schon fast beleidigend. Jesus ist für Muslime und Ahmaddies eine absolute heilige Person. Er war rein von jeglichen Mängeln und ein wahrer Prophet. Das hat der Begründer der Gemeinde auch so dargestellt. Er sagt selbst, er sei die Reinkarnation Jesus. Wäre doch der absoluter Irrsinn, wenn sich als Reinkarnation eines schlechten Menschen bezeichnen würde. Weiterhin ist Maria auch ein absolutes Vorbild im Islam/Ahmadiyyat. Sie ist die einzige Frau, die namentlich, im Quran erwähnt wird. Und ihre Frömmigkeit wird in Quran explizit erwähnt. Und seit wann sind Sunnitsche Autoritäten und die Regelungen Saudi-Arabienens irgendein Maßstab? Allein schon das Sunnitsche Gelehrten andere Muslime als Ungläubige bezeichnen, was im Islam verboten ist, macht ihr Argument schon problematisch. Ja und bitte führen Sie die Rollenverteilung mal weiter aus. Darauf bin ich mal gespannt. Vergessen Sie dabei nicht die überdurchschnittlicheb akademischen Leistungen der Ahmaddie Frauen nicht und die anerkannte Strukturierung der gleichberechtigten Frauenorganisation auch nicht. Mfg

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Die Antwort auf deine Frage ist eigentlich recht einfach.

Alles in dem der Islam drin steckt, ist schlecht und gefährlich für den freien Teil der Welt.

Und in der Ahmadyya-Bewegung steckt zweifellos ein starker Teil Islam drin, auch wenn sie sich von außen betrachtet ganz "zahm" geben.

Den Rest deiner Frage kannst du dir im Netz selbst beantworten.

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  • Die Ahmadiyya sind ein echtes Problem ,sie sprechen gerne im Namen des gesamten Islams ,obwohl sie von keinerlei Muslimen als Muslimen anerkannt werden .Und daher gar keine solche Autorität besitzen.
  • Da diese  selber gewisse Gewaltätigkeiten in der Islamischen Lehre ablehnen ,erwecken sie dann den Eindruck,der  gesamte Islam wäre eine  eine friedliche Religion wie der Christliche gelebte Glaube ,Was der Islam  objektiv nicht ist , da er ja die Weltherrschaft anstrebt auch im Politischen Sinne .
  • Das Gemeinsame Fundament aller Muslime ,ist : der Koran und Sunnah .Also  neben dem Koran auch Hadit und Scharia .Die Scharia Gesetzgebung die unabdingbarer Bestandsteil des ISlams ist  lehnt diese Sekte ab ,daher gelten sie eben auch nicht als Muslime .Etwa so wie die Zeugen Jehovas nicht von den anderen Christen nicht anerkannt und als Christen gesehen werden .Da sie fundamental andere Lehren lehren un die Fundamente des Glaubens ablehnen .
  • Diese  Achmadiyya sind im Grunde eine Art von Esoterikern eben  näher zum Islam als näher zu einer anderen Religion ,Sie verkündigen dass der Messias  Jesus Christus bereits wieder gekommen sei .Und zwar in der Person von Mirza Ghulam Ahmad.
  • Dazu kann ich als Christin nur sagen ,es steht geschrieben :_________So alsdann jemand zu euch wird sagen: Siehe, hier ist Christus! oder: da! so sollt ihr's nicht glauben._________ Matthäus 24,23
  • Von Ehrenmorden habe ich unter Christen im Übrigen noch niemals etwas gehört ,du etwa ? Wo passierte solches im Verlaufe der Geschichte im Christentum ?
  •  Wir Christen sollen jeden Sünder lieben aber die Sünde benennen anstatt sie gutzuheissen .Das ist ein Grosser Unterschied zu einem Ehrenmord .
  • Ich denke auch  nicht dass diese Gruppe mit den EU Durchschnittsbürgern gleichgestellt werden kann .Da ist eine ganz andere  art der Weltanschauung am Werk...
  • Das Christentum ist übrigens keine "westliche"Religion sie kam zu uns aus dem vorderen Orient .
  • Aber vermutlich meinst du eher eine Religion ohne moralischen Anspruch ,das findest du faktisch nur im Buddhismus .Das ein Atheistisches Leidbewältigungsmodell ist .
  • Demokratie ist kein Wort das in einem  Theologischen Vokabular vorkommt ,da die Demokratie die Herrschaft des Volkes bedeutet .Bei Gott kann es immer nur eine Hierarchie sein ,und das bedeutet nichts als Ordnung ..und ist nicht schlechter als die berühme Demokratie .wie viele irrtümlich immer meinen . 
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Kommentar von RastundRatlos
27.06.2016, 00:05

Nun, ich habe mal gehört, dass "Ehrenmorde" unter Mexikanern weit verbreitet sein sollen. Solange die Glaubensvertreter (in dem Fall die kath. Kirche) das scharf verurteilen, ist das ja dann definitiv nicht die Religion und das dürfte ja auch der Fall sein.

Das Christentum, bzw. die kath. Kirche, habe ich in Anführungszeichen als "westlich" bezeichnet, da sie nun mal ihr Zentrum hier hat und auch zahlreiche Mehrheitsbevölkerungen westlicher Länder katholisch sind (und sie "trotz" all dieser Westlichkeit eben eine negative Haltung zur Homosexualität wahrt). Aber klar, das Christentum stammt natürlich aus dem Orient :)

Insgesamt danke für die ausführliche Antwort. Auch wenn ich sagen muss, dass ich im Anblick aller Antworten doch nicht sagen würde, dass ich die Ahmadiyya so ganz verurteilen kann bzw. es nicht will: Ein "Totschlagargument" gegen sie wie bspw., dass sie Frauen das Autofahren verbieten würden ist zumindest nicht aufgezeigt worden.

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