Frage von PizzaHollandais, 821

Gibt es hier Ex Ahmadis bzw. Austreter die bewusst aus der Ahmadi Muslim Gemeinde ausgetreten sind?

Salam u Aleikum, liebe Leute . Also, ich bin selbst Ahmadi gewesen und bin immer noch in der Gemeinde. Ich bin, wie viele andere darin geboren worden. Meine ganze Familie ist Ahmadi. Nur habe ich nun, nach viel Lesen, Vergleichen mit anderen Gelehrten des Islams, Beten, für mich persönlich festgestellt, dass dies nicht der absolute "wahre" Islam ist. Ich sage zwar nicht , wie viele andere die keine wirkliche Ahnung über Ahmadies haben, dass diese keine Muslims wären, da nur Allah allein sowas weiß. Jedoch sehe ich die Gemeinde nicht mehr als das richtige an auch wenn sie soviel tolles tun. Es gibt halt einige Fehler, aus meiner Sicht, die sich ja jeder selbst findig machen kann, wer Interesse hat und nicht blind geleitet werden möchte.. . Naja meine eigentliche Frage ist, ob denn jemand hier auch so wie ich denkt oder Ähnliche Erfahrungen gemacht hat ? Ich bin nicht offiziell ausgetreten, da die Ahmadi Gemeinde es einem echt schwer macht, indem sie den Familienmitgliedern des Ausgetretenen es verbietet Kontakt zu der Person zu haben, egal ob Mutter, Vater, Bruder , Schwester , und wenn jemand Kontakt aufnimmt, diese dann mit Exkommunizierung droht, ... das ist schon für mich echt absurd und unislamisch! Daher ist es sehr schwierig für mich dies zutun , da ich sonst sämtlichen Kontakt verlieren könnte und ich noch mit meiner Familie wohne und nicht verheiratet bin. Ich denke der Innere Glaube zählt ja als erstes. Gibt WS hier jemanden der die gleiche Erfahrungen macht, wie geht ihr damit um?? Wie macht ihr das mit Eltern und Ehe ?? Meine Mutter Weiß von meiner Sicht und versteht mich, nur will sie nicht dass ich austreten. Hab Gott sei Dank eine lockere Mutter. Ich freue mich auf positive Antworten. Und BITTE ich will hier keine Bekehrung von Ahmadies.... Ich hab meine innere Entscheidung schon gefällt!

Antwort
von Cameleon, 484

Hallo PizzaHollandais,

ich bin auch Ahmadi und mache mir schon seit Jahren Gedanken, ob die Jamaat auch wirklich das Richtige für mich ist oder besser gesagt, die wirklich einzig wahre Religion ist. Wie du auch beschrieben hast, gibt einige schwerwiegende Fehler im System der Gemeinde, mit denen ich so auch nicht einverstanden bin. Auch die von dir angesprochene Drohungen seitens Jamaat, falls man als Sohn oder insbesondere Tochter von der Gemeinde austritt, der Kontakt mehr oder weniger verboten wird, finde ich absurd. Es gibt auch viele andere Dinge die mich stören, auf die ich jetzt nicht eingehen möchte. Es gibt aber auch viele gute Aspekte, die ich gut finde, aber für mich als ,,perfekte" Religion eben nicht ausreichen. Naja, mich interessiert wie es bei dir so gelaufen ist? Gibt es was neues? Würde mich freuen, von dir war zu hören. 

Gruß, Cameleon;-)

Kommentar von Fragean123 ,

Hallo Cameleon,

mir geht es wirklich ähnlich, diese Drohungen finde ich mehr als albern und gehören nach meinem Verständnis nicht zu einer "liebe für Alle und Hass für keinen - Mentalität"

Nur ist es eben Schade wenn man Themen hat, immer nur beschwichtigende und ausschweifende antoworten bekommen und keine richtige Erklärung und wenn einem gar nichts mehr einfällt sagt man ist halt so. punkt....

Kommentar von Cameleon ,

Hallo Fragean,

sehe ich genau so wie Du. Das Heuchlerische ist ja, dass man den Satz ,,Es soll keinen Zwang im Glauben geben" überall propagiert, aber gleichzeitig, die Eltern mit der Exkommunikaation droht, falls man mit der aus der Jamaat ausgetretenen Tochter den Kontakt sucht/aufnimmt. Es ist zwar kein direkter, aber zumindest ein indirekter Zwang, in dem man vorsätzlich die ausgetretene Person aus der Familie ausgrenzt. Man tötet oder steinigt zwar diese Person nicht, was die Jamaat logischerweise ablehnt. Aber durch den Kontaktabbruch, könnte man in gewisserweise auch (zumindest kurzfristig und bei einigen Personen) von einem mentalen toten Zustand sprechen, wie ich finde. Kurzum: Die töten einen mental. Dass bei den Eltern sogar so ein hoher mentaler Druck entstehen kann, zeigt sich beim fürchterlichen Ehrenmord durch die mitteralterlich denkenden Eltern an Tochter Lareeb der Ahmadiyya Gemeinde Darmstadt. Hierzu gibt es viele Zeitungsartikel.

Wie ich sehe, bist Du durch die Heirat mit einem Nicht-Ahmadi automatisch exkommuniziert worden. Finde es selbst als Mann schwachsinnig, dass Männer Nicht-Ahmadis oder gar Nicht-Muslima heiraten dürfen, aber die Ahmadi-Frauen dieses Recht nicht haben - aber man gleichzeitig von der Gleichberechtigung spricht - gerecht wäre, wenn beide die gleiche Möglichkeit hätten. Aber ist nur meine persönliche Meinung, und ich weiß, das meine Denkweise gegen das islamische Gesetz ist.

Bist du eigentlich jetzt generell keine Muslima mehr oder nur Nicht-Ahmadi?

Kommentar von Fragean123 ,

Hallo Cameleon,

du bringst es total auf den Punkt und ich stimme dir voll zu. Wie du es bereits seehr treffend gesagt hast der Satz:,,Es soll keinen Zwang im Glauben geben" wird ja sehr hoch gehalten und stetts gepredigt, jedoch nicht gelebt und das ist für mich etwas, dass mir total negativ aufstoßt: es werden dinge immer nur gepredigt jedch nie gelebt. Ein sehr gutes Beispiel ist auch, dass Werte wie Ehrlichkeite etc. sehr hoch gehalten werden und die Leute dazu bewegt werden zu spenden (Jaanda zu zahlen) ABER was man sehr oft sieht (nicht überall) aber dennoch oft, dass die Familien von Sozialhilfe leben und ich finde das geht überhaupt nicht, Sozialhilfe beziehen aber verpflichtet sein Jaanda zu zahlen das geht nicht, wie war dass doch gleich mit der ehrlichen Arbeit? (Die übrigens auch immer gepredigt wird)

Ja, den Ehrenmord- Fall den du gerade schilderst habe ich in den Medien auch verfolgt, und das ist nun mal die Wahre Natur der meisten Ahmadis eine mitterlalterlich Denkweise.

Zu dem Thema dass, Männer Nicht-Ahmadis oder gar Nicht-Muslima heiraten dürfen, aber die Ahmadi-Frauen dieses Recht nicht haben. Das wurde mir damit begründet, dass die entstandenen Kinder aus der Ehe im Falle einer Trennung ja dem Mann zugesprochen werden, und daher der Mann auf jeden Fall ein Ahmadi sein muss.....Naja.....

Ich bin nach wie vor Muslima, ich bete und wenn ich es schaffe faste ich auch, jedoch entspricht meine Denkweise glaube ich einfach nicht dem Islam.

Kommentar von PizzaHollandais ,

Hi Cameleon,

danke für deine Antwort.

Also, erstens wundere ich mich sehr, dass hier soo viele geantwortet haben, hätte ich nie erwartet, freut mich sehr! xD

Es ist ja nun bisschen Zeit vergangen, und irgendwie habe ich mich mit meiner Situation angefreundet, sehe keine andere Wahl. Ich möchte halt nicht den Kontakt zur Famlilie verlieren. Ich werde auch für nen Tag auf Jalsa gehen... mache auch ab und zu bei anderen Sachen mit in der Jamaat. Das einzige auf was ich hoffen kann ist, einen Ahmadi zu heiraten, der ebenfalls im Herzen keiner mehr ist lol.. Ich denke auch, dass es für Männer einfacher ist als für Frauen damit umzugehen. Und außerdem habe ich als älteste Schwester in meiner Familie, eine große Verantwortung gegenüber meinen jüngeren Geschwistern, daher ist es noch schwieriger auszutreten.. aber naja, habe mich ja in meiner Situtaion irgenwie zurecht gefunden. Und der Islam an sich ist mehr schon wichtig, wüsste auch nicht wie ich sonst zu solchen Veranstaltungen komme, wenn nicht der Jamaat.

Und wie schauts bei dir aus? Bist du ausgetreten? Wie verhälst du dich so in der Situation?

Liebe Grüße

Kommentar von Cameleon ,

Hi,

freut mich, dass du dich gemeldet hast.

Zunächst einmal: Nein, ich bin nicht ausgetreten.

Das liegt zum einen daran, dass ich mich familienintern noch nicht offen darüber geäußert und ich einfach zu viel Respekt für meine Eltern habe. Man ist nun mal leider in einer Zwickmühle: Einerseits möchte man am liebsten sofort austreten, aber andererseits liebt man seine Eltern zu sehr, um diesen Schritt ,,einfach" zu gehen. Mir ist bewusst, dass meine Eltern mir das Beste wünschen, und für sie das Beste für mich nur in Verbindung mit der Jamaat möglich ist. Also wie du siehst, geht´s mir ähnlich. But life goes on! :) Naja andererseits, vielleicht irre ich mich bei dem Ganzen und mach mir umsonst so viel Gedanken. Wer weiß?

Ich kann aber deine Situation ehrlich gesagt auch nicht ganz nachvollziehen. Ich frage mich nämlich, was dich genau an der Jamaat stört, dass du auch behauptest dass die Jamaat ,,einige Fehler" hätte? Bis auf den Khalifen (bzw. Glaube an Messias) gibt es doch kaum gravierende Unterschiede zu anderen Moslems..?

Antwort
von Herzliche, 362

Hallo liebe Leute,

ich habe mich wegen eurem Beitrag erst angemeldet.

Ich bin eine junge pakistanische Ahmadi. Zumindest wenn's um meine Mutter geht. Es ist eine sehr komplexe Angelegenheit bei mir.

Aber ich bin bin gerade echt baff über eure Texte, ihr habt mir wirklich aus tiefster Seele gesprochen!!! Ich bin also nicht die einzige, oder zumindest einer der wenigen.

Ich sehe das ganz genauso. Diese Gemeinde besteht für mich aus Lügen und nach außen sich gut präsentieren. Alles nur Show, man bekommt von Anfang an eine Gehirnwäsche die sich über die ganze Kindheit zieht und wenn man sich selbst nicht informiert und recherchiert, dann kommt man da nie raus.

Mein Papa ist damals für meine Mama vom Sunniten zum Ahmadi konvertiert, aus Liebe. (aber nicht aus eigener Überzeugung, sondern nur damit die Hochzeit stattfindet darf!). Damit kam er aber nicht mehr klar, was verständlich ist und lebt als Muslime mit Sunnitischen Glauben. Er wurde aus der Gemeinde "raus geschmissen".

Meine Mutter kann das nicht nachvollziehen warum ihr das angetan hat, obwohl Sie vor der Heirat wusste, das er dies nicht aus eigener Überzeugung tut. Warum sollte er seine Religion ein leben lang unterdrücken und vorspielen was anderes zu glauben? Ich finde es gut das es offen lebt, was er auch innerlich glaubt.

Nun, viel geschrieben, es kommt aber noch einiges dazu.. :D

Ich bin seit circa. 4 Jahren mit einem türkischen Jungen zusammen, liebe Ihn aus tiefstem Herzen und würde für nichts auf der Welt jemanden anderen bevorzugen. Er ist der jenige mit dem ich heiraten will, Kinder will, alles will! Ich bin eine sehr selbstständige, selbstbewusste und offene Frau. Arbeite schon immer, war nie abhängig von irgendwen, habe mich nie unterbuttern lassen.

Ich kürze mal etwas ab..

Das Problem das ich wesentlich habe, ist das mein Mann (Türke+Sunnite) ist und ich auch den Sunnitischen glauben lebe. (auch vor seiner Zeit). Und das ist für meine Mutter das schlimmste was ich Ihr antun könnte!

Mittlerweile hat sie sich damit arrangiert. Mein Vater ist wie gesagt lockerer und dem zugestimmt. Das war ein jahrelanger Kampf mit Problemen, Höhen, Tiefen, mit allem was dazu gehört. Aber unsere Liebe war stark genug allen zu zeigen das wir trotzdem zusammen bleiben. Nur wird kein Angehöriger, Verwandte, also eigentlich alle meine Verwandten hier zu meiner Hochzeit kommen. Meine Mutter inklusive. Sie sagt, sie darf es von Hazoor (Oberhaupt) aus nicht und damit auch keine der Ahmadi Verwandten. Mein Mann hat hier leider nicht viel Verwandte, deshalb werden wir wahrscheinlich mit 10 Leuten da stehen. Mein Mann denkt aber das alle kommen. Er weiß nicht das meine eigene Mutter nicht zur Hochzeit Ihrer Tochter kommen darf. Wie soll ich das Ihm erklären? Ich kann es nicht nachvollziehen das eine Mutter lieber auf andere Menschen schaut, mit denen sie sowieso kaum was zutun hat, anstatt Ihre eigene Tochter an so einem wichtigen Tag zu unterstützen.

Ich lebe alleine, somit bin ich dem allem nicht ausgeliefert und die Arbeit lenkt auch ab. Aber was bitteschön ist das "Liebe für alle und Hass für keinen"??

Liebe hört bei denen da auf, wenn es kein Paki oder Ahmadi ist!! Dann sieht man die Realität, wie gespielt und scheinheilig das doch ist!!!

Ich musste das mal rauslassen.. aber es ist schön zu wissen, das man sich Rat holen kann, von Menschen die ähnliches erlebt haben.

Kommentar von Fragean123 ,

Hallo liebe @Herzliche

Ich kann mich sehr sehr gut in dich hineinversetzen, da es mir ähnlich ging, ich hatte die Themen mit meinen Eltern zwecks Konvertierung meines Mannes, (zu Beginn gab es oft Außeinandersetzungen und Streit) Aber meinen Mann (mitlerweile sind wir verheiratet) auf gar keinen Fall aufgeben, denn der Glaube meines Mannes (er ist Muslimischer Sunnit - wenn man das überhaupt so sagen kann) beeinflusst meinen Glauben überhaupt nicht.

Deine Mutter kennt es nicht anders meine Liebe, sie ist vermutlich in einer Umgebung groß geworden, in der es normal war und man hat sich nicht wirklich großartig gedanken gemacht, und du hast absolut recht, es ist schwierig deinem Mann zu erklären, dass deine Mutter zu DEINER Hochzeit nicht kommt, nur weil dann irgendwelche Leute etwas sagen.

Es ist sehr schade, dass deine Mutter dir in dieser schönen Phase nicht zu Seite stehen möchte, aber sei froh, dass dein Vater zu dir hält, mit der Zeit wird sich das wieder einrencken :)

Scheinheiligkeit kennt halt keine Grenzen, aber das sollte dich nicht weiter stören, vorallem wenn du so selbstständig bist :)

Lass dich von denen nicht ärgern....

LIebe Grüße

Kommentar von Ahra2308 ,

Hallo @herzliche

Ich bin in der selben situation. Bin 21 paki und ahmdi geboren natürlich, bin auch nicht überzeugt und möchte einen türken heiraten. Er ist sogar bereit fuer mich zu konvertieren aber es gibt da andere probleme... ich muss mit jmnden daurueber sprechen der/die dasselbe durchmacht, ich brauch dringend hilfe ich weiss nicht mehr weiter. Könntest du mich bitte privat irgendwie anschreiben, Danke ..

Antwort
von NoshK, 323

Magst du vielleicht genauer darauf eingehen, inwiefern sich für dich herausgestellt hat, dass diese Gemeinde falsch ist?

Wäre dir dankbar!

Viel Erfolg weiterhin und alles Gute!

Kommentar von PizzaHollandais ,

Hi NoshK,

danke für deine Antworten.

Also, erst einmal muss ich sagen, dass die Jamaat im Großen und Ganzen ja nicht absolut schlecht ist, sie macht auch viel Gutes, aber was einige Lehren angeht, da zweifle ich sehr!  Ich hab viel im Internet recherchiert. Habe viele andere Islamische Imame gehört. Ich finde einer der besten ist Nouman Ali Khan. Meiner Meinung nach, wie ja hier die anderen auch schon genannt haben, lehrt die Jamaat einen blinden Gehorsam. Man muss einfach alles akzeptieren, was der Khalif sagt, ohne HInterfragung, und immer wieder dieses Motto "Liebe für Alle, Hass für Keinen" ist einfach nur heuchlerisch... Ich meine, man wird automatisch da rausgeschmissen, wenn man einen Nicht-Ahmadi heiratet?! Wo bleibt da das Motto...

Naja, außerdem gibt es noch einige andere Dinge, wie bspw. die Erklärung von Adam und Eva, dass sie ja nicht wirklich die ersten Menschen auf der Erde seien, wo bitte steht das so im Quran? Und das ja Afghanistan verflucht sei, weil sie damals den angeblichen Messiahs nicht akzeptiert haben, und es deswegen dort immer noch Krieg und Armut herscht?! Abusrd....! Solche Sachen eben..

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.

Liebe Grüße

Kommentar von NoshK ,

Hi, leider konntest du mir nicht helfen. Ich habe im Moment auch viel um die Ohren, nehme mir aber sehr gerne die Zeit, um auf deinen Beitrag zu antworten.
Ich möchte dich zu aller erst ein weiteres Mal darauf hinweisen, dass du dafür was Mitglieder oder Sadran der Jamaat tun und sagen, nicht die Jamaat verantwortlich machen kannst.
Weiterhin fände ich es absurd und sinnlos mein Leben mit einer Person zu verbringen, die nicht dieselben spirituellen Ziele und Wünsche hat wie ich.
Ich glaube du verstehst nicht was der Islam ist. Der Islam ist nicht nur eine Religion, der Islam ist eine Lebensweise, die über das Leben und das Materielle hinausgeht. Wenn meine Partnerin nicht von dem überzeugt ist, was ich glaube, was erwarte ich dann für ein Leben? Wie soll ich dann denn den Islam leben? Diese Welt stellt nur einen kleinen Teil des Islams dar.
Selbstverständlich muss du nicht das akzeptieren, was der Khalif sagt, du hast die Möglichkeit selbst zu recherchieren. Bist du der Meinung der Khalif hat Unrecht, darfst du auch gerne austreten (s. Hani Tahir).
Ich wünsche dir weiterhin alles Gute! Liebe Grüße

Antwort
von tablikh, 261

Hallo zusammen,

ich habe mir einige Beiträge hier durchgelesen aber nicht alle. Ich bin selber vor ca. 2 Jahren aus der Ahmaddiya Jammat ausgetreten. Leider habe ich nach mehrmalige Bitte noch immer keine Bestätigung oder Schreiben zu meinem Austritt und Löschung meiner Daten erhalten. Obwohl sie in der Moschee meinen Austritt bekannt gegeben hatten, und mir eine Bestätigung zugesagt haben. Vielmehr haben die alles mögliche getan um mir irgendwie Sozialen schaden zu zufügen. Meinen Verwandten, die noch in der Gemeinde sind wurde auch mit Konsequenzen gedroht, falls sie mich auf ihre Hochzeiten oder derartige Veranstaltungen einladen. Du wirst auf allen Wegen versucht wie ein Abtrünniger und Verräter behandelt.

Die meisten Menschen stecken einfach unwissend drin, und denen ist seit Jahren schon das Hirn gut durch gewaschen worden. Mit "Liebe für alles und Hass für keinen" hat das nichts zu tun. Für die meisten Anhänger ist das jetzt schon ihre Identität geworden, und das häufig schon in der zweiten oder dritten Generation.

Sie ist nur eine Institutionalisierung von einer Religion, die Ihre Wurzel aus dem indischen Subkontinent hat. Sie agieren intern wie eine Sekte, und jegliche Konflikte und Kriminalität werden häufig unter dem Tisch gekehrt. Sie führen eine Politik, die nicht weniger Korrupt ist als die in Indien oder Pakistan. Das hat nichts mit Religion oder so zu tun. Das einzige was sie gut können ist sich mit den Regierungen gut zu kooperieren. Das könnt ihr auch aus dem ZDF Beitrag über die Ahmaddys, über Ausbeuten der Flüchtlinge ist entnehmen. Da gibt eine SPD Sprecherin auch einen kurzen verzweifelten Beitrag dazu. Man könnte ein Buch für weitere Details zusammen fassen, das ist aber hier nicht gefragt.

Ihr Müsst nur den Mut und Überzeugung haben da auszutreten, und die ganze Angst mache drum herum ist alles nur maßlos übertrieben. Du kannst in deinem Leben wieder sehr gut ausfiltern, und das ist das beste was dir passieren kann.

Antwort
von Fragean123, 435

Hallo Liebe Pizza Hollandeis,

ich bin auch gebürtige weibliche Ahmadi und bin aus Überzeugung ausgetreten (geht ganz einfach, wenn du einen Nichtahmadi heiratest) haha

Und ich sehe es auch wie du, dieser blinde gehorsam und diese blinde Leitung ohne Raum zum denken finde ich extrem unislamisch, und prinzipiell gefallen mir die Aussagen der Jamaat, aber die Umssetzung ist echt totaaal unprofessionel und für mich manchmal mit Erinnerungen an das Mittelalter behaftet.

Und meine Eltern, haben ganz normal Kontakt zu mir, ich gehe immer zu meinen Eltern, meine Eltern kommen zu mir (sie lasssen sich das nicht verbieten und kommunizieren das offen)

ich würde mich freuen, mich näher mit dir ausstauschen zu können


Kommentar von PizzaHollandais ,

Hi Fragean123,

deine Antwort ist zwar etwas her, aber ich muss hier erst mal klar kommen, wieviele Antworten ich hier bekommen hab, hätte ich gar nicht erwartet xD .

Danke erst mal für deine Antwort! Hm also bei dir scheints ja dann trotzdem gut zu klappen . Ich denke dass liegt wohl an deiner offenen Meinung deiner Familie. Das hat leider nicht jeder...

Wie ist es denn mit deinen Eltern, wurden die nicht von der Jamaat irgendwie mit einem Rauswurf bedroht?

Liebe Grüße

Kommentar von Fragean123 ,

Hi meine Liebe, freut mich dass dir die Antworten helfen konnten. Naja du schreibst zwar mittlerweile hast du dich mit der Situation angefreundet, aber das ist doch nicht das wahre. Ich verstehe dich du möchtest auch ein Vorbild für deine Geschwister sein, aber ist offene Denken und Dinge hinterfragen anstatt einfach alles zu glauben nicht erstrebenswert für dich? Ich meine die Jamaat sagt ja selbst man soll die "westlichen" Dinge hinterfragen, ja aber warum kann man denn nicht auch in den eigenen Reihen kritische Fragen stellen ohnde dafür einen "schlechten Ruf" abzubekommen???

Ja, du hast recht das Glück hat nicht jeder, jedoch muss ich sagen, haben wir in der Familie auch ein relativ gutes Verhätnis zueinenader sprich immer für einen da gewesen etc.

Nein, meinen Eltern wurde damit nicht gedroht, sie haben halt mich exkommuniziert (womit ich auch echt kein Problem habe) denn man glaubt im herzen PUNKT.

Und am Anfang ging das auch nicht sooooo gut meine Liebe, ab und an ist es immer noch Gesprächspunkt, so ist es nicht. Aber für mich ist es wichtig im Herzen einen festen Glauben zu Gott zu haben.

Ich hoffe du findest eine bessere Lösung als die jetztige.

Liebe Grüße

Antwort
von gohar96, 394

Hallo, 

ich befinde mich in einer ähnlichen Situation, nur dass ich mich mit meinem Zweifeln angefreundet habe. Ich habe lange Zeit geglaubt, dass das System unfehlbar ist, allerdings nach eigenem Recherchieren festgestellt, dass es einige Aspekte gibt, die nun mal umstritten sind und über die mir keiner Auskunft geben möchte, stattdessen versucht man diesen auszuweichen. Man fühlt sich in der Tat allein gelassen, was ziemlich verstörend ist, vor allem wenn man in einer geschlossenen Gemeinschaft zu sein scheint. Ironischerweise scheint gerade der Gedanke einer Gemeinschaft einem dann zu vertrösten wenn man in Glaubensdingen von seinen Zweifeln übermannt wird. Meine Angst aber besteht darin, dass ich womöglich gänzlich vom Glauben abfallen könnte und das möchte sicherlich nicht. Ich bin froh, dass ich damit nicht allein bin. Alles Gute!

Antwort
von NoshK, 409

Assalamo Alaikum

Hi, Das was Mitglieder der Jamaat oder Amtsträger mit dir machen darfst Du nicht auf die Jamaat beziehen...

Mein Vater wurde damals vor ca. 15 Jahren von einem hochrangigen Vertreter der Jamaat im Namen der Gemeinde um einen 6-stelligen Betrag betrogen. Auch andere Amtsträger, die heute noch ganz oben mit dabei sind, wollten meine Eltern keinen Glauben schenken.

Aber die Sache flog auf, auch wenn die Hälfte des Geldes spurlos verschwand.

Meine Eltern trafen den Vierten Khalifen, dessen Gebete meine Familie auch heute noch begleiten. Gott sei Dank, kamen meine Eltern niemals auf den Gedanken, die Jamaat zu verlassen.

Also überleg dir bitte ganz genau, was Du da vor hast und worum es geht.

Mich persönlich nerven diese "Sadraan" manchmal auch richtig, aber was solls... Solange meine Beziehung zum Khalifen und zu Allah stimmt, können diese Leute mir nichts anhaben.

Inshallah wird das wieder.

Gruß NoshK

Wasalam

Kommentar von Fragean123 ,

Liebe NoshK,

das was du erzählst, hat ja nichts mit der Geschichte von PizzaHollandeis (dem Verfasser) zu tun, den Sie hat ja keine schlechte Erfahrung mit einem Amtsträger gemacht, sondern ist aus Überzeugung der Meinung, dass dies für Sie nicht der wahre Weg ist.

Und ja die Sadar können echt super nerven, aber da muss man sich eben ein dickes Fell anschaffen.

Kommentar von NoshK ,

Liebe/r Fragean123,

"Es gibt halt einige Fehler, aus meiner Sicht, die sich ja jeder selbst findig machen kann..."

Meiner Meinung nach, ist das Verhalten der Amtsträger, das einzige Problem, das Konsequenzen für die Mitglieder der Jamaat haben könnte. Ich sage bewusst "könnte", weil ein ganz kleiner Bruchteil unserer Sadran, keine Ahnung von den Lehren der Gemeinde/des Islams hat und dort Rollen missbraucht werden.

Ich weiß zwar nicht, worauf du hinausmöchtest, finde es dennoch ein wenig lächerlich, wenn jemand meint, er/sie sei in der Lage Gedanken zu lesen.

Andernfalls bitte ich dich, mir zu erklären, was du denn nun unter diesen besagten "Fehlern" verstehst.

No offense, no hate, machts gut:)

Kommentar von Fragean123 ,

sorry ich weiß nicht wovon du sprichst?....ist deine Antwort auf mein Kommentar bezogen? Ich hab von keinem Fehler gesprochen? Und Gedanken lesen? WOW....das wäre manchmal in der Tat hilfreich, dennoch steht dies nirgendwo?....Hilf mir bitte auf die Sprünge, ich seh keinen Zusammenhang zwischen deiner Antwort und meinem Kommentar

Kommentar von NoshK ,

Gedanken lesen? nein haha, bin verrutscht :$

Kommentar von Cameleon ,

Hallo NoshK,

ich bin selbst Ahmadi. Mich persönlich trifft dein Story mit dem verlorenen Geld und dem 4. Khalifen als ,,Konflifktlöser" oder wie man es nennen mag, emotional überhaupt nicht. Zum einen ging es um das schöne Geld, wonach jeder Mensch strebt und dafür schnell mal unethisch wird. Dass der Khalif mit seinen Gebeten etc. eure Situation in irgendeiner Art und Weise verbessert hat, ist euer Glaube und nicht euer Wissen! Zum anderen darf man nicht vergessen, dass die Jamaat öfters sehr parteiisch ihre Entscheidungen trifft. Grob ausgedrückt heißt es, Amtsträger helfen oft diejenigen (z.B. Verwandte, Freunde), die sie mögen. Es läuft meist alles sehr politisch ab. Von einer ,,Gottes-Gemeinde" kann man sicherlich was anderes erwarten.
Zu den sogenannten ,,Saadran": Ich finde es im Allgemeinen respektlos, andauernd die Amtsinhaber zu kritisieren, um dabei die Jamaat selbst in Schutz zu nehmen. Jeder Mensch, wie auch der Amtsinhaber, macht Fehler und hat von Natur aus schlechte Eigenschaften in sich. Das darf man nicht vergessen. Nur weil es ein Ahmadi Amtsträger ist, muss es nicht alles glatt laufen. Dass Ahmadis bessere Menschen (bzw. wahren Muslime) im Gegensatz zu Nicht-Ahmadis sind, das innerhalb der Jamaat propagiert wird, ist m.E. übrigens ein großer Irrtum. Des Weiteren erhalten die Saadran von der Zentrale, und die wiederum von Hazoor, Anweisungen wie und was sie zu machen haben. Dass der Sadr und andere dir mal auf den Keks gehen müssen, wird nun mal auch ,,von oben" vorgeschrieben. Macht es euch bitte nicht immer so einfach, in dem man Amtsträger kritisiert, und die wirklichen Probleme dadurch untergehen.

Friedliche Grüße,

Cameleon

Kommentar von NoshK ,

Hi,

...sehr parteiisch ihre Entscheidungen trifft. Grob ausgedrückt heißt es, Amtsträger helfen oft diejenigen (z.B. Verwandte, Freunde), die sie mögen. Es läuft meist alles sehr politisch...

dann das:

..."Saadran": Ich finde es im Allgemeinen respektlos, andauernd die Amtsinhaber zu kritisieren, um dabei die Jamaat selbst in Schutz zu nehmen. Jeder Mensch, wie auch der Amtsinhaber, macht Fehler und hat von Natur aus schlechte Eigenschaften in sich. Das darf man nicht vergessen.

Ich verstehe nicht, worauf du hinaus willst + du entkräftest dein eigenes Argument...

Antwort
von Mark1616, 507

Nunja, Exkommunizierung klingt ja noch ziemlich gut im Vergleich zu den Strafen, die in anderen islamischen Glaubensrichtungen für Apostaten gelten. Wäre für dich der Tod "islamischer"? ;)

Deine Geschichte klingt ziemlich ähnlich zu denen vieler (Ex-) Zeugen Jehovas. An deiner Stelle würde ich mich mal auf deren Aussteiger - Seiten informieren, eventuell findest du dort Informationen die du auf deine Situation anwenden kannst.

Kommentar von PizzaHollandais ,

Danke für die Antwort.

Ich denke es kommt viel drauf an wie man den Islam auslegt. Der Tod wäre für mich so gesehen noch unislamischer !! Da im Quran eindeutig steht, dass es keinen Zwang im Glauben gibt und jeder für sich selbst vor Gott verantwortlich ist. ...

Ich habe auch nach solchen Internetseite gesucht, habe aber nur eine gefunden, eine kanadische , die nicht so aktiv ist.  
Und du hast Recht. Man kann es schon ein klein wenig mit den Zeugen Jehovas vergleichen. 

Antwort
von halloschnuggi, 502

Ich persönlich habe nicht die Erfahrung gemacht habe aber freunde die der ahmadia angehören, bei den ist auch so nichts islamisch...  Google mal nach Sabatina James, die frau ist echt komisch finde ich. Passt aber zu deiner Geschichte.

Kommentar von PizzaHollandais ,

Die Frau ist Anti islamisch xD ... und echt sehr komisch, die ist verhemmt gegen den Islam und redet viel Blödsinn. Sie war auch nicht in der Ahmadi Gemeinde. Sie wurde wohl sehr schlecht behandelt und schiebt alles auf den Islam Ich bin Muslimin . Daher passt es nicht zu meiner Geschichte


Kommentar von halloschnuggi ,

Sie ist Pakistanerin und gehörte zu den ahmedin, ob sie mit einer gemeinde zu tun hatte weiß ich jetzt nicht.

Kommentar von PizzaHollandais ,

Ich hab viel über Sie gelesen und Videos geschaut. Sie gehörte nicht zur Ahmadi Gemeinde.

Kommentar von halloschnuggi ,

Alles klar. Aber wenn deine Gemeinde so ein stress machen sollte droh die mit Polizei ich meine was hat deren art mit dem Islam zu tun

Antwort
von furkansel, 462

Was sind ahmadis?

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