Ritalin ja oder nein?

Hallo, Bevor ich meine Frage stelle, zuvor mal ein paar Informationen... Ich bin 16 Jahre alt und schon seit der Grundschule verhaltensauffällig. Ich war schon bei 2 Psychologen und einem Psychater, was aber nicht wirklich was gebracht hat... ADHS wurde aber diagnostiziert. Nach der Grundschule besuchte ich eine Realschule, auf der ich in der 7. Klasse wegen meines miserablen Benehmens sitzen blieb. Das Wiederholungsjahr wurde noch schlimmer, mein Verhalten, Arbeitsverweigerung und die nicht vorhandene Teilnahme am Unterricht, führte dazu, dass ich das Schuljahr wieder nicht schaffte und dadurch von der Schule verwiesen wurde. Ich sollte in eine Klinik, was aber von meiner Mutter abgelehnt wurde. Ich bin nun auf einer Privatschule (auch Realschule). Das 8. Schuljahr verlief genau 2 Monate normal, dann ging es wieder los... die 9. Klasse war die reinste Katastrophe! Ich stand wieder kurz vor dem Schulverweis, kam dann aber doch in die 10. Klasse, da man auf dieser Schule nicht sitzen bleiben kann. Nun bin ich in der 10., und schon wieder in Therapie! Ich will nicht dass es so weiter geht !

Nun zu meiner Frage : Ich habe vorgeschlagen bekommen Ritalin zu nehmen, allerdings bin ich mir der nicht gerade harmlosen Nebenwirkungen bewusst! Ich sehe allerdings keinen anderen Ausweg mehr und will nun fragen ob ihr es für sinnvoll haltet, oder was ich noch tun kann?! Ich will weder in eine Klinik, und auch nicht mehr von der Schule fliegen! Mein Verhalten äußert sich durch hibbeln, ich kann nicht lange stillsitzen, ich will einfach immer irgendwas tun, ich bin leicht ablenkbar, unkonzentriert, leicht aggressiv zu bekommen und versuche während des Unterrichts immer im Mittelpunkt zu stehen, indem ich störe, das heißt z.B. Papierkügelchen werfen, auf dem Stuhl schaukeln, halt einfach provokative Sachen, die dafür Sorgen dass ich Aufmerksamkeit bekomme... Schadet Ritalin arg? Würde es mir helfen, oder sind die Nebenwirkungen es nicht wert? Darf ich mit 16 Jahren alleine zum Arzt und mir eventuell Ritalin verschreiben lassen, oder muss meine Mutter dort dabei sein ?

Ich freue mich über eure Antworten, danke schonmal!

Lg teamsheen

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Auf jeden Fall solltest du dieses Medikament ausprobieren!

Das Problem bei MPH/Ritas ist es, dass es eigentlich genau das Gegenteil bewirkt, was Google dir versucht weißzumachen. Ich möchte hier auf gar keinen Fall ein solch mächtiges Medikament verherrlichen, da es ja sogar unter das Betäubungsschutzmittelgesetz fällt (du müsstest übrigens ein Elternteil mitnehmen, wenn du ein Rezept von deinem Psychiater bekommen und dieses auch in der Apotheke 'einlösen' möchtest, sonst bekommst du nämlich weder den Schein, noch - logische Schlussfolgerung - das Medikament). Ich bin ebenfalls 16 Jahre alt und nehme es seit 2 Monaten, jeden Tag 30mg (nie auf nüchternem Magen, da mir sonst schlecht wird und die Wirkung ist dann auch schwächer). Nach ungefähr 20 bis 40 Minuten nach der Einnahme merke ich ein total angenehmes Gefühl, und mit dem Gefühl kommt dann die Konzentration. Ich war nicht mehr müde, obwohl ich kaum vorher geschlafen habe. Das ganze klingt ungefähr nach 3 bis 4 Stunden ab. Oh, und die Appetitlosigkeit kam bei mir erst nach einer Woche.

Zwischendurch habe ich es für drei Tage abgesetzt. Willst du wissen, was mir passiert ist? Ich habe mich sehr schlecht gefühlt! Eigentlich habe ich mich so gefühlt, wie vor der Einnahme, um exakt zu sein. Soll das heißen, dass ich jetzt schon abhängig von dieser hammerharten Droge bin? So abhängig, dass ich mich schon nach drei Tagen ohne schlecht fühle?

Um 10:30 Uhr hatte ich einen Termin bei meinem Psychiater - also habe ich die Antwort auf meine Fragen heute morgen bekommen.

Anfangs habe ich Tag und Nacht Ritalin gegoogled - einfach, weil ich wissen wollte, wieso es so verrufen ist, da ich mich jedes mal so prächtig gefühlt habe nach der Einnahme. So viel besser als vorher. Und das ist offensichtlich Grund genug für irgendwelche Quacksalber oder Möchtergern-Journalisten, angsteinflößende Berichte über Ritalin im Internet zu verfassen, die einen im Endeffekt einfach nur Kirre machen sollen, aus welchem Grund auch immer. Oder besser noch es gleich als Droge zu bezeichnen, weil die Struktur der von Amphetaminen ähnelt. Die Personen, die so über Ritalin reden, sind entweder Leute, die es noch nie im Eigenversuch probiert haben, oder Leute, die einfach falsch aufgeklärt wurden - gerade aufgrunddessen dieses Schwachsinns. Wieso sollte es schlimm sein? Wieso wird es als Droge bezeichnet? Weil ich mich nach der Einnahme gut fühle? Wenn ich mich gut fühle, fühle ich mich besser als vorher. Und das ist meines Wissens nach der Sinn von Medizin, oder nicht? Schnell, verbrennt alles an Ibuprofen und Paracetamol und dergleichen! Körperliche Schmerzen kann man ja auch anders bekämpfen, mh? Versuchen wir es doch mal mit Spazieren gehen. Das ist bestimmt besser, als Drogen gegen die Schmerzen zu schlucken!

Mein Psychiater sagte mir also folgendes - Wenn ich mich nach drei Tagen ohne Ritas schlecht fühle, da ich mich genau so fühle wie vorher (deprimiert und unverstanden), dann ist das ein gutes Zeichen. Es ist definitiv ein Grund, es weiterhin zu nehmen. Und trotzdem bin ich nicht abhängig. Es zeigt sich so lediglich, dass es anschlägt und somit steht es fest, dass dir geholfen wird. Und das ist eine super gute Sache.

Eine Abhängigkeitsentstehung ist außerdem wirklich extrem selten. MPH wird jeden Tag komplett vom Körper wieder abgebaut. Wieso sollte man es also überhaupt irgendwann wieder absetzten? AD(H)S verschwindet ja nicht! Man hat diese Störung sein Leben lang, und wenn man einen Psychiater hat, der einem Zugang zu Ritalin verschafft, eben weil man es gut gebrauchen könnte, liegt es noch immer an einem selbst, was er daraus macht. Er kann versuchen, weiterhin so zu leben wie vorher oder er kann es medikamentös versuchen - das bleibt jedem stets selbst überlassen! Wäre ja auch schlimm, wenn es nicht so wäre. Ich habe mich dafür entschieden und bereue es kein bisschen. Wenn ich es mein Leben lang nehme, was ich auch vorhabe, bezahle ich ab meinem 18. Lebensjahr 10€ pro Rezept - das sind in etwa 30 Cent pro Tablette (mein Psychiater sagte schon, dass er mir dann immer ein Rezept für eine Packung Tabletten fertig macht, die für einen Monat reicht, damit ich erstens nicht mehr so oft kommen brauche, wenn ich dann halt schon älter bin und zweitens nicht immer so viel bezahlen muss). Vergleiche das jetzt einmal mit einer rauchenden Person, die für ihre echt bestehende Sucht 5€ pro Tag ausgibt.

Irgendwie ergibt das alles Sinn, oder? Mein Psychiater ist wirklich gut. Ich bin froh und dankbar, nach zwei Psychologen, die beidesamt wirklich sehr, sehr strange waren endlich einen Arzt gefunden zu haben, der mir wirklich hilft.

Probiere es einfach aus. Es wird dich nicht abhängig machen, es wird dir nicht schaden. Und wenn du es wieder absetzt, kann dir höchstens passieren, dass du dich so fühlst, wie vorher - also so, wie du es hier beschrieben hast. LG

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Ritalin ist kein Amphetamin!

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Berufsschulpflicht (NRW) obwohl ich bereits an der Abendschule meinen Realschulabschluss nachmache?

Hallo,

Ich bin 16 Jahre alt und mache derzeit meine FOR (Realschulabschluss) an der Abendschule nach. Meinen Hauptschulabschluss habe ich bereits, habe mir aber fest vorgenommen, meinen Realschulabschluss ebenfalls zu machen. Ich wurde an zahlreichen Berufskollegs oder auch -schulen in meinem Umkreis ohne ersichtlichen Grund abgelehnt - es hieß immer, alle FOR-Kurse an den Kollegs seien bereits überfüllt. Also habe ich mich dann bei der Volkshochschule für den FOR-Lehrgang der Abendschule einschreiben lassen und gehe nun auch schon seit 2 Wochen dort zur Schule. Gleichzeitig arbeite ich noch auf Minijob-Basis als Aushilfe in einer Bäckerei, damit ich auch tagsüber etwas zu tun habe. Arbeiten gehe ich von 06:00 Uhr bis 10:00 Uhr, zur Schule von 18:15 Uhr bis 21:30 Uhr.

Jetzt habe ich erfahren, dass ich zusätzlich noch in eine Klasse für Jugendliche unter 18 ohne Berufsausbildungsverhältnis gehen muss, da meine Berufsschulpflicht noch immer besteht (und dann auch noch bei dem bekanntlich schlimmsten Berufskolleg im ganzen Umkreis, auch bekannt als "Sammelstelle der Assis" - und nein, der Titel kommt nicht von mir, haha). Ich habe mich beim örtlichen Schulamt informiert und mir wurde gesagt, dass kein Weg daran vorbei führen würde. Im Internet aber habe ich auf Seiten, die bestimmte Gesetzte und Paragraphen NRWs auflisten (vertrauenswürdige, nachweisbare, wahrscheinlich sogar staatlich geleitete Seiten also) gelesen, dass man diese Pflicht umgehen kann, indem man einen anderen Schulabschluss an Schulen der Sekundarstufe II nachholt. Abendrealschulen sind auch unter diese Kategorie gefallen. Nun meine Frage:

Wieso muss ich ein oder vielleicht sogar zwei mal pro Woche in eine Klasse, in der ich höchstwahrscheinlich nichts weiter tun werde, als zusammen mit Menschen, die WIRKLICH keinen Bock haben, wirtschaftliche Themen zu besprechen, die ich bereits in der Hauptschule durchgenommen habe? Wieso ist es akzeptabel für Jugendliche unter 18 mit Berufsschulpflicht, tagsüber an einem Kolleg einen Abschluss nachzuholen, abends wiederum unter dem exakt gleichen Druck und Voraussetzungen an einer Abendschule nicht? Ich will unter keinen Umständen in diese Arbeitslosenklasse. Ich kriege schon Angstzustände, wenn ich nur daran denke, dass ich mich Montag anmelden muss. Ich kenne bereits 80% der Personen und die Meisten sind wirklich sehr respektlos und unhöflich im Umgang mit anderen Menschen. Vor allem aber habe ich Angst, dass ich dem Abschlussprüfungsdruck der Abendschule dadurch nicht mehr gewachsen bin, da ich auch noch durch meinen Job und "persönliche Erledigungen" reichlich weniger Zeit für das Lernen hätte, wenn ich parallel auch noch in diese Klasse muss. Die Abendschule IST doch eine Schule der Sekundarstufe II, sonst könnte ich dort meine FACHOBERSCHULREIFE doch gar nicht machen. Also wieso bitte wird der Abschluss, den ich dort mache, anerkannt, die Schule selbst aber nicht?

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Ach ja:

Sollte ich meiner Berufsschulpflicht nicht nachkommen, sprich die Arbeitslosenklasse nicht besuchen, droht mir laut Schulamt ein hohes Bußgeld.

Wenn ich diese Pflicht nicht umgehen kann, werde ich das alles - persönliches (Haushalt und häufige Arzttermine), Schule und Arbeit (bzw. Minijob) - definitiv nicht mehr unter einen Hut kriegen können. Ich kenne mich lange genug, um das zu wissen. ^^ Also, ich würde mich über hilfreiche Antworten von Personen, die vielleicht etwas Ahnung auf diesem Gebiet haben, sehr freuen.

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