*Gesang
Auf jeden Fall solltest du dieses Medikament ausprobieren!
Das Problem bei MPH/Ritas ist es, dass es eigentlich genau das Gegenteil bewirkt, was Google dir versucht weißzumachen. Ich möchte hier auf gar keinen Fall ein solch mächtiges Medikament verherrlichen, da es ja sogar unter das Betäubungsschutzmittelgesetz fällt (du müsstest übrigens ein Elternteil mitnehmen, wenn du ein Rezept von deinem Psychiater bekommen und dieses auch in der Apotheke 'einlösen' möchtest, sonst bekommst du nämlich weder den Schein, noch - logische Schlussfolgerung - das Medikament). Ich bin ebenfalls 16 Jahre alt und nehme es seit 2 Monaten, jeden Tag 30mg (nie auf nüchternem Magen, da mir sonst schlecht wird und die Wirkung ist dann auch schwächer). Nach ungefähr 20 bis 40 Minuten nach der Einnahme merke ich ein total angenehmes Gefühl, und mit dem Gefühl kommt dann die Konzentration. Ich war nicht mehr müde, obwohl ich kaum vorher geschlafen habe. Das ganze klingt ungefähr nach 3 bis 4 Stunden ab. Oh, und die Appetitlosigkeit kam bei mir erst nach einer Woche.
Zwischendurch habe ich es für drei Tage abgesetzt. Willst du wissen, was mir passiert ist? Ich habe mich sehr schlecht gefühlt! Eigentlich habe ich mich so gefühlt, wie vor der Einnahme, um exakt zu sein. Soll das heißen, dass ich jetzt schon abhängig von dieser hammerharten Droge bin? So abhängig, dass ich mich schon nach drei Tagen ohne schlecht fühle?
Um 10:30 Uhr hatte ich einen Termin bei meinem Psychiater - also habe ich die Antwort auf meine Fragen heute morgen bekommen.
Anfangs habe ich Tag und Nacht Ritalin gegoogled - einfach, weil ich wissen wollte, wieso es so verrufen ist, da ich mich jedes mal so prächtig gefühlt habe nach der Einnahme. So viel besser als vorher. Und das ist offensichtlich Grund genug für irgendwelche Quacksalber oder Möchtergern-Journalisten, angsteinflößende Berichte über Ritalin im Internet zu verfassen, die einen im Endeffekt einfach nur Kirre machen sollen, aus welchem Grund auch immer. Oder besser noch es gleich als Droge zu bezeichnen, weil die Struktur der von Amphetaminen ähnelt. Die Personen, die so über Ritalin reden, sind entweder Leute, die es noch nie im Eigenversuch probiert haben, oder Leute, die einfach falsch aufgeklärt wurden - gerade aufgrunddessen dieses Schwachsinns. Wieso sollte es schlimm sein? Wieso wird es als Droge bezeichnet? Weil ich mich nach der Einnahme gut fühle? Wenn ich mich gut fühle, fühle ich mich besser als vorher. Und das ist meines Wissens nach der Sinn von Medizin, oder nicht? Schnell, verbrennt alles an Ibuprofen und Paracetamol und dergleichen! Körperliche Schmerzen kann man ja auch anders bekämpfen, mh? Versuchen wir es doch mal mit Spazieren gehen. Das ist bestimmt besser, als Drogen gegen die Schmerzen zu schlucken!
Mein Psychiater sagte mir also folgendes - Wenn ich mich nach drei Tagen ohne Ritas schlecht fühle, da ich mich genau so fühle wie vorher (deprimiert und unverstanden), dann ist das ein gutes Zeichen. Es ist definitiv ein Grund, es weiterhin zu nehmen. Und trotzdem bin ich nicht abhängig. Es zeigt sich so lediglich, dass es anschlägt und somit steht es fest, dass dir geholfen wird. Und das ist eine super gute Sache.
Eine Abhängigkeitsentstehung ist außerdem wirklich extrem selten. MPH wird jeden Tag komplett vom Körper wieder abgebaut. Wieso sollte man es also überhaupt irgendwann wieder absetzten? AD(H)S verschwindet ja nicht! Man hat diese Störung sein Leben lang, und wenn man einen Psychiater hat, der einem Zugang zu Ritalin verschafft, eben weil man es gut gebrauchen könnte, liegt es noch immer an einem selbst, was er daraus macht. Er kann versuchen, weiterhin so zu leben wie vorher oder er kann es medikamentös versuchen - das bleibt jedem stets selbst überlassen! Wäre ja auch schlimm, wenn es nicht so wäre. Ich habe mich dafür entschieden und bereue es kein bisschen. Wenn ich es mein Leben lang nehme, was ich auch vorhabe, bezahle ich ab meinem 18. Lebensjahr 10€ pro Rezept - das sind in etwa 30 Cent pro Tablette (mein Psychiater sagte schon, dass er mir dann immer ein Rezept für eine Packung Tabletten fertig macht, die für einen Monat reicht, damit ich erstens nicht mehr so oft kommen brauche, wenn ich dann halt schon älter bin und zweitens nicht immer so viel bezahlen muss). Vergleiche das jetzt einmal mit einer rauchenden Person, die für ihre echt bestehende Sucht 5€ pro Tag ausgibt.
Irgendwie ergibt das alles Sinn, oder? Mein Psychiater ist wirklich gut. Ich bin froh und dankbar, nach zwei Psychologen, die beidesamt wirklich sehr, sehr strange waren endlich einen Arzt gefunden zu haben, der mir wirklich hilft.
Probiere es einfach aus. Es wird dich nicht abhängig machen, es wird dir nicht schaden. Und wenn du es wieder absetzt, kann dir höchstens passieren, dass du dich so fühlst, wie vorher - also so, wie du es hier beschrieben hast. LG
Ritalin ist kein Amphetamin!
Ach ja:
Sollte ich meiner Berufsschulpflicht nicht nachkommen, sprich die Arbeitslosenklasse nicht besuchen, droht mir laut Schulamt ein hohes Bußgeld.
Wenn ich diese Pflicht nicht umgehen kann, werde ich das alles - persönliches (Haushalt und häufige Arzttermine), Schule und Arbeit (bzw. Minijob) - definitiv nicht mehr unter einen Hut kriegen können. Ich kenne mich lange genug, um das zu wissen. ^^ Also, ich würde mich über hilfreiche Antworten von Personen, die vielleicht etwas Ahnung auf diesem Gebiet haben, sehr freuen.