Alkoholiker-Vater, wie soll ich mich jetzt verhalten?

Mein Vater ist seit 12 Jahren Alkoholiker, in seinen „Trinkphasen“ wird/wurde er oft aggressiv, sprich rumschreien, Teller, Tische und Türen kaputt machen etc. Seit 2014 wurden die Aggressionen jedoch besser.

2014 ging es mir psychisch sehr schlecht, ich hätte Depressionen und eine Belastungsstörung. Ich habe mich auch teils selbst verletzt, meine Mutter und meine Schwester haben das früh gemerkt, mein Vater nicht.

An einem Abend, als er meine Mutter beleidigt hat und ich dann in meinem Zimmer geweint habe, kamen alle 3 zu mir und mein Vater hat herausgefunden, dass ich mich selbst verletzt habe. Er konnte nicht damit umgehen, das als letzter zu erfahren und ist „ausgerastet“. Er hat ein großes Messer aus der Küche geholt und gesagt, ich soll mir vor seinen Augen den Arm aufschneiden und ihm zeigen wie ich das mache, weil „allein kann es ja jeder“.

Meine Mutter, meine Schwester und ich sind dann zu meiner Oma gezogen, in der Zeit hat mein Vater offenbar viel getrunken, aber nach ein paar Tagen kamen meine Mutter und ich zu ihm zurück. (Meine Schwester war damals schon 21 und blieb bei meiner Oma.)

Ich komme bis heute nicht mit der damaligen Situation zurecht, ich bin ihm gegenüber abweisend und auch ignorant. Ich spreche fast nie mit ihm, weil ich ihn seitdem komplett anders sehe und er es auch nicht bereut. Er meinte, er würde es wieder machen, weil das seine Aufgabe als Vater ist. Das schlimmste dabei ist fast, dass er an dem Abend nicht einmal betrunken war.

Er hat vereinzelt getrunken in den letzten Jahren, heimlich natürlich, und wir haben selten darüber gesprochen. Ich merke es zwar meistens, aber er redet sich immer raus und lügt.
Letztes Wochenende, als meine Schwester zu Besuch war, war er dann sehr betrunken.
Zuerst hat er uns wieder ins Gesicht gelogen, dann hat er es zugegeben, auch dass er davor schon einige Male getrunken hat. Er meinte, er ist trocken, aber auch dass er nicht aufhören will, weil es „Spaß macht“ und er es unter Kontrolle hat.
Irgendwann wollte er die Aufmerksamkeit auf mich lenken und hat die Messersache wieder angesprochen, er meinte, er und ich sind gleich und dass ich Schuld bin, dass er trinkt. Weil ich kaum mit ihm rede und seitdem so kalt zu ihm bin.
Ich bin seit 2 Jahren in Psychotherapie und bin auf einem guten Weg, weil ich an meinen Problemen arbeite. Er dagegen will weder in die Klinik noch geht er zur Gruppe.

Meine Mutter ist co-abhängig, indem sie ihn weiter unterstützt, dabei sollten wir ihn verlassen oder zumindest ein Ultimatum stellen.
Meine Therapeutin möchte, dass ich zu meiner Oma ziehe, ich bin 18 und das würde gehen, aber ich will meine Mutter nicht allein mit ihm lassen.
Sie hat am Sonntag mit ihm geredet, aber jetzt ist es wieder so als wäre nichts gewesen. Und weil sie eben so co-abhängig ist und seinen Alkoholismus damit unterstützt, kann ich auch nicht darüber reden.

Familie, Freundschaft, Alkohol, Psychologie, alkoholiker, alkoholmissbrauch, Liebe und Beziehung
6 Antworten
Weitere Inhalte können nur Nutzer sehen, die bei uns eingeloggt sind.