Gründungszuschuss - ich fühle mich diskriminiert?

Ich bin seit Dezember letzen Jahres arbeitsuchend und bewerbe mich seither erfolglos. Zu mir: Gelernter Bürokaufmann, in den 30ern mit Migrationshintergrund. In jedem Beruf, in dem ich bisher gearbeitet habe, leidete ich unter Menschen, die einen gewissen Rassismus an den Tag legen. Beispiele: Ich habe einen 3 Tage Bart - eine Kollegin im Flur begegnet mir und sagt "iiiH ein Terrorist". Nächste Firma: Wir sitzen zusammen in der Mittagspause, die Kollegen schicken sich Bilder von Flüchtlingskindern, die am Meer gestorben sind, machen sich darüber lustig. Nächste Firma: Kollegen schicken sich Videos von "Hitler" Collagen und machen sich darüber lustig. Nächste Firma: Ein Kollege spricht über mich und nennt mich nicht bei meinem Namen, sondern sagt "der Türke". Solche "Kollegen" habe ich in jeder Firma (6 Firmen in 8 Jahren) gehabt, dass ich nicht in diese Teams gepasst habe, sollte mehr als eindeutig sein. Nun habe ich auch keine Lust, weiter in solchen "Teams" zu arbeiten und wieder nach meiner Probezeit gekündigt zu werden. Ich möchte mich selbstständig machen und meinen Erfolg selbst in die Hand nehmen, das ist mein Recht.

Meine Bekannte (ebenfalls deutsch, ohne Migrationshintergrund) hat den Gründungszuschuss der Arbeitsagentur wahrgenommen und ihn auch bewilligt bekommen (die Vorraussetzungen für einen Gründungszuschuss erfüllte Sie, ebenso wie ich sie jetzt erfülle). Nun habe ich gestern bei der Agentur für Arbeit angerufen, mir wurde ein Rückruf meiner Berufsberaterin zugesichert. Am selben Abend bekam ich dann einen Anruf, jedoch war das nicht meine Berufsberaterin, sondern Ihre Vertretung.

Sie grüßte höflich, erläuterte mir dann, dass sie mich anruft, weil ich den Gründungszuschuss beantragen wolle. Dies bestätigte ich, gleich darauf sagte sie dann, dass das nichts werden würde, ich sei zu jung. Ich hab sie dann unterbrochen und ihr das Beispiel meiner Bekannten erläutert, interessierte sie garnicht. Daraufhin habe ich ihr die Beispiele mit der Diskriminierung erläutert, habe ihr dann auch im selben Atemzug erklärt, dass solche Diskriminierungen immer dazu führen, dass ich nicht in die "Teams" passe und entlassen werde.

"Das da jetzt Hitler-Videos gezeigt werden, ist kein Indiz dafür, dass sie nicht ins Team passen". Boah, dieser Satz war zu viel... ich hab mich bei der Kuh für Ihren Anruf bedankt und aufgelegt. Ich fühle mich echt ungerecht behandelt, ich habe das Gefühl, als wolle man mich "abspeisen" und mir meinen Erfolg im Leben nicht gewähren. Ich weiss genau, wie das in den Büros abläuft. Passiver Rassismus ist real. Dass der jetzt zur Arbeitsagentur überschwappt, ist mies.

Diskriminierung, Rassismus, Arbeitsagentur für Arbeit
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