Ein Praktikumsvertrag ist in der Regel (d.h. wenn es wirklich nur ein Praktikum ist) gerade kein Arbeitsvertrag, da es am Austausch Arbeit gegen Geld fehlt: der Praktikant "arbeitet" nicht, sondern "praktiziert" (d.h. gewinnt berufspraktische Erfahrungen), das Unternehmen zahlt normalerweise kein Entgelt.

Auch durch das "Praktizieren" erhält das Unternehmen jedoch i.d.R. gewisse Arbeitsleistungen, denen eine Gegenleistung gegenüberstehen muss. Diese besteht dem Sinn eines Praktikumsvertrages nach darin, dass der Praktikant diejenigen berufspraktischen Erfahrungen gewinnt, die für seine Ausbildung sinnvoll sind.

Erfüllt das Unternehmen seinen Teil des Vertrages nicht, bleibt m.E. (auch aus rechtlicher) Sicht nichts anderes übrig, als den Vertrag wegen Vertragsbruchs des Unternehmens zu beenden. Sollten hierdurch Nacheile für das Studium entstehen, könnte sich das Unternehmen unter Umständen nach sogar schadenersatzpflichtig machen.

Diese Einschätzung erfolgt natürlich ohne Kenntnis der Umstände im Detail, insbesondere in Unkenntnis des Praktikumsvertrages.

Anworten wie "hat noch keinem geschadet" und "Lehrjahre sind keine Herrenjahre" halte ich in diesem Zusammenhang übrigens für neben der Sache liegend, da es sich hier ja offenbar um ein Pflichtpraktikum im Rahmen eines Studiums handelt.

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