Wird man hier in Deutschland erst mit 25 Jahren volljährig, was die Mündigkeit betrifft Anspruch auf Sozialhilfe zu haben?

Es existiert bzw. existierte ein Gesetz, dass die Volljährigkeit bis ins späte 19. Jahrhundert hierzulande erst mit Vollendung des 25. Lebensjahres eintrat. Es gab eigentlich kein Gesetz, welches dieses Gesetz ungültig gemacht hätte. Es wurden nur neue Gesetze hinzugefügt, aber es regelt nichts wirklich, welches Gesetz jetzt seine Gültigkeit verloren hat, oder nicht. Bis ins späte 20. Jahrhundert wurde man schon mit 21 volljährig.

Da diese Gesetze eigentlich immern noch existieren, wird man (auf bestimmte Bereiche bezogen) wirklich erst mit 21 oder mit 25 volljährig. Einige andere Gesetze basieren auch auf diesen alten Gesetzen.

Beispielsweise bekommt man vom Jugendamt noch bis 21 Unterstützung, oder man kann auch noch bis 21 mit Jugendstrafrecht bestraft werden. Es gibt auch noch sämtliche andere Gesetze, die auf dem alten Gesetz bzgl. der Volljährigkeit ab 21 basieren.

Dann gibt es noch Gesetze welche darauf basieren, dass man erst mit 25 Volljährig wird. Basierend auf diesem alten Gesetz wurden dann neue Gesetze beschlossen. Das wäre dann z.B. das mit der Sozialhilfe. Wer unter 25 ist und auf Sozialhilfe angewiesen wäre, hat keinen Anspruch bzw. ist in diesem Bereich unmündig solange man unter 25 ist. Man wird dann eben an die Eltern verwiesen, und nur diese hätten praktisch das Recht dazu, Sozialhilfe für jemanden zwischen 18-25 zu empfangen. Dafür gibt es auch extra diese U25 Anträge. Aber ich frage mich, wieso das über die Eltern läuft? Man ist ja laut einem anderen Gesetz schon ab 18 volljährig und müsste praktisch auch bezogen auf das Empfangen von Sozialhilfe mündig sein?

Ich stelle diese Frage jetzt, weil ich selber von so einem Problem betroffen bin. Man wird in sämtlichen Bereichen eingeschlossen, und mit sind dadurch schon einige Probleme entstanden.

Ein Beispiel wäre, das ich einen Brief von der KK bekam, dass mich das JC abgemeldet hat. Vom JC bekomme ich aber keine Auskunft weil ich U25 bin und alles über die Eltern laufen muss. Ich bekomme praktisch keinerlei Rechenschaft, ob überhaupt Geld an die Eltern gezahlt wird und das JC will mir dazu nichts sagen. Nun habe ich Post von der KK bekommen, dass ich mich melden soll wegen dem Versicherungsverhältnis und es hat auch schon mal meine Karte nicht funktioniert.

Ein Antrag wäre praktisch nötig, damit überhaupt Beiträge an die KK gezahlt werden. Selber hat man U25 keinen Anspruch selber Antrag zu stellen, und die Eltern sind nicht dazu verpflichtet. Man ist U25 praktisch unmündig in diesem Bereich und ggf. laufen Schulden bei der KK auf.

Anderes Beispiel wäre Vermögensauskunft. Da hätte ich eigentlich alles offenlegen müssen. War aber nicht möglich weil Leistungen nur an Eltern überwiesen werden. Der Gerichtsvollzieher hätte aber wissen müssen, ob oder wie viel Geld überwiesen wird. Anspruch auf das Konto der Eltern zu sehen hat er aber nicht, also ist es unmöglich eine Vermögensauskunft abzugeben.

Geld, Versicherung, Deutschland, Politik, Recht, Gesetz, Krankenversicherung, Gesundheit und Medizin, Hartz IV, Jobcenter, Sozialhilfe, volljährigkeit, Wirtschaft und Finanzen
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Ist es rechtens, dass jemand Geschäftsunfähiges von monatlich 120 Euro leben muss und vom Betreuer das Geld nicht eingeteilt wird und man angelogen wird?

Ich erwähne erst mal, dass besagte Person (nennen wir sie hier einfach mal Person X) mittlerweile nicht mehr unter Betreuung steht. Es geht dabei um einen Zeitraum von 2 Jahren, wo die Person im Alter zwischen 19-21 Jahren unter gesetzlicher Betreuung (mit Einwilligungsvorbehalt) stand, und geschäftsunfähig war.

Nun zur damaligen Situation: Person X lebte bei einem Elternteil in einer Bedarfsgemeinschaft. Beide waren zum damaligen Zeitraum Sozialhilfebezieher, wobei Anträge und Leistungen lediglich über das Elternteil liefen. Person X war gesundheitlich angeschlagen und konnte nicht arbeiten, hatte aber dennoch einen Minijob wo sie monatlich zwischen 100 bis 150 Euro verdiente.

Person X bekam zum Betreuer zu hören, dass der Betreuer keinen Einfluss auf das Geld hat und es nicht eingeteilt werden kann, da die Leistungen (solange man unter 25 ist) nur zu den Eltern überwiesen werden. Das Elternteil meinte jedoch, dass keine Leistungen überwiesen werden, oder meinte dass für den Anteil für Person X nur 10, 20 Euro überwiesen werden. Person X bekam auch keinerlei Auskünfte vom Jobcenter und letztendlich musste sie über einen Zeitraum von 2 Jahren von monatlich 120 Euro leben.

Person X bekam lediglich eine Unterkunft gestellt (wo nicht mal Heizungen vorhanden sind). In der Wohnung war überall Schimmel. Für Lebensmittel und die ganzen anderen Sachen musste sie selbst aufkommen. Die 120 Euro haben nicht einmal für Lebensmittel gereicht. Person X verursachte zudem Schulden bei Online-Shops weil sie Lebensmittel bestellte und nicht zahlte.

Die Person hat sich auch schon damals bei Gericht beschwert, aber wurde dann auch noch gedemütigt und es wurde mit einer Einweisung gedroht. Außerdem bekam die Person zu hören, dass sie doch arbeiten gehen soll oder in eine WfbM gehen soll, wobei die Person (laut Diagnosen) so schwer krank ist, dass sie nicht arbeiten kann/konnte. Eine Reha wurde sogar schon abgelehnt.

Im Endeffekt steht Person X jetzt mit sehr hohen Schulden da und muss monatlich immer noch von so wenig Geld leben. Jetzt ist die Frage, ob man rückwirkend vielleicht irgend etwas tun könnte, oder ob das so rechtens war?

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