Es ist zunehmend beunruhigend, dass immer mehr Eltern offenbar bedenkenlos in der Nähe ihrer Kinder rauchen. Aus erzieherischer Sicht ist das ein eindeutiges Zeichen von Verantwortungslosigkeit. Kinder orientieren sich an den Handlungen ihrer Eltern. Wer ihnen vorgaukelt, dass es unproblematisch ist, sich selbst und andere durch Rauch zu gefährden, vermittelt genau die falschen Werte. Es zeigt, dass manche Eltern ihre eigenen Gewohnheiten und Bequemlichkeiten über das Wohl ihrer Kinder stellen und kaum ein Bewusstsein dafür haben, welche Botschaft sie damit senden.
Die gesundheitlichen Folgen sind dabei nicht zu unterschätzen. Passivrauchen schädigt Kinder nachweislich, schon kleine Mengen erhöhen das Risiko für Atemwegserkrankungen, Infektionen, Asthma und sogar den plötzlichen Kindstod. Langfristig kann die Lungenentwicklung beeinträchtigt werden und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen steigt. Dass Eltern dennoch in Gegenwart ihrer Kinder rauchen, ist nicht nur ein Verstoß gegen jede vernünftige Fürsorgepflicht, es grenzt an grobe Fahrlässigkeit. Kinder haben keine Möglichkeit, sich selbst zu schützen und sind vollständig auf die Achtsamkeit ihrer Eltern angewiesen.
Dieses Verhalten wirft die Frage auf, ob staatliches Eingreifen nicht längst überfällig ist, weil der Schutz von Kindern eindeutig über dem Recht der Erwachsenen steht, ihre Sucht in unmittelbarer Nähe auszuleben.