Wie outet man sich vor homophober Mutter?

Da ich mir meiner Sexualität 100 prozentig sicher bin und dies auch schon lange genug mit mir herumtrage, möchte ich mich nun auch endlich vor meiner Mutter outen. Allerdings haben wir letztens eine Serie geschaut, in der sich zwei schwule leidenschaftlich geküsst haben. Ihr Kommentar darauf war:,,Wäh! Schwulis!“ Daraufhin habe ich sie gefragt, ob sie homophob sei und sie antwortete einfach, als wäre es das normalste der Welt: ,,Ja klar. [...] Die vögeln sich erst gegenseitig ohne Kondome und stecken dann ihre Frauen mit Aids an und dann bekommen die Kinder auch Aids!“ Auf diese Antwort hätte ich am liebsten meinen Kopf gegen die Wand gehauen und fragte mich, wie wenig Aufklärung sie früher bitte genossen hatte. Von dem Virus HIV hat sie wohl auch nie erfahren, oder sie denkt, HIV und Aids seien das gleiche. Zu dem kommt, dass sie gar nicht weiß, ob schwule mit oder ohne Kondom Geschlechtsverkehr haben, und geht sie auch nichts an. Genug Heten benutzen auch keine Kondome und die Frau nimmt einfach nur die Pille. Ja, meine Mutter kommt aus dem 60er Jahrgang und wurde daher homophob erzogen und generell war Homosexualität noch strafbar. Vielleicht haben deswegen auch schwule Männer Frauen geheiratet, damit nicht sowas passiert, wie ,,Du bist jetzt 30 und hattest immer noch keine Freundin? Bist du etwa schwul?“ und irgendwo klingt das tatsächlich logisch. Allerdings müssen sich schwule in Deutschland heutzutage nicht mehr verstecken und brauchen somit auch keine Frauen als 'Tarnung'. Außerdem ist meine Mutter sonst immer die jenige, die Heiraten und das typische Rollenbild von Mann und Frau mittelalterlich findet und glaube ich auch feministin ist. Trotzdem Akzeptiert sie keine Homosexualität...

Als wir dann letztens in der selben Serie ein lesbisches Paar gesehen haben, murmelte sie nur so etwas, wie ,,Assi...“

Also wie soll ich mich outen? Soll ich mich überhaupt outen? Ich habe es auch mal in Erwägung gezogen, mich erst dann zu outen, wenn ich mit beiden Beinen im Leben stehe und ein eigenes Dach über dem Kopf habe. Allerdings zerstört es mich, je länger ich es in mich hineinfresse.

Mutter, Liebe und Beziehung, Outing
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